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cache in lsg archivieren?

Der Pfadfinder schützt Pflanzen und Tiere.

Moderator: radioscout

archivieren oder nicht?

jo, archivieren
13
21%
nö, laufen lassen
50
79%
 
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The all-seeing ice
Geocacher
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cache in lsg archivieren?

Beitrag von The all-seeing ice »

hallo leute,

einer unserer caches liegt in einem landschaftsschutzgebiet.
neulich wurde ein besucher von einem wachsamen muggel des waeldchens verwiesen und mit einer anzeige bedroht. die begruendung war, dass es sich um ein geschuetztes feuchtgebiet handeln wuerde. der muggel liess sich zwar durch ein gespraech besaenftigen, doch das cacherteam zog unverrichteter dinge und wahrscheinlich ziemlich frustriert von dannen.

zum einen brachte ausgiebiges googeln leider keine erkenntnisse, ob ein solches gebiet nicht betreten werden darf, zum anderen betrachten wir besucher unserer caches als gaeste, die dort spass haben sollen, aber keinen aerger.
natuerlich muss jeder cacher selbst entscheiden, ob er ein landschaftsschutzgebiet betritt, dennoch neigen wir dazu den cache zu archivieren, um weitere aergernisse zu vermeiden.

wie seht ihr das?
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radioscout
Geoking
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Beitrag von radioscout »

Ich habe dort weder ein Schild "Landschaftsschutzgebiet" gesehen noch den Eindruck, daß es sich um eines handelt. Und schon gar kein Feuchtgebiet.
Ich würde mich, OHNE Geocaching zu erwähnen :!:, informieren, ob es sich um ein LSG handelt. Manche Muggels erzählen viel Unsinn.
Solange würde ich ihn nur temporär disablen.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)
Rokop
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Beitrag von Rokop »

Ich denke man muss hier auch LSG und NSG getrennt voneinander betrachten. Ich hab ein Cache im LSG, da fährt der Bauer mit dem Traktor über die Wiese. Also nein. Im NSG siehts dann schon wieder anders aus. Ich würde mir in jedem Fall einmal die Örtlichkeit und die Lage des Caches ansehen, bevor ich ein generelles Urteil fällen würde.
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Kite Guy
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Beitrag von Kite Guy »

Da mich das auch mal intressiert hatte habe ich mal bei der Unteren Landschaftsschutzbehörde nachgefragt. Hier die Antwort des Abteilungsleiters meiner zuständigen Behörde:
die Frage ist nicht so ganz einfach und für alle Flächen in gleicher Weise zu beantworten!

Der Rahmen lautet: Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist frei. Damit ist weder Hobbymäßiges, noch Bildungsmäßiges, noch gar Gewerbliches gemeint, sondern nur Spazierengehen, Sehen, Lauschen, Denken, Genießen und Entspannen, aber nichts anfassen.

Schon das sehen die meißten Leute falsch.
Jeder Wald gehört irgend jemandem. Was man dort entnimmt (z. B. Pilze, Steine, Zweige usw.) ist erst einmal gestohlen!

Ein "Landschaftsschutz" ändert hieran nichts.

Wohl aber ein "Naturschutz". In allen Naturschutzgebieten ist das Verlassen der Wege verboten. Wege sind nur offiziell angelegte und unterhaltene Wege. Illegale Trampelpfade bleiben ebenso verboten, wie Rückegassen des Waldbesitzers usw., auch, wenn diese oft breit und einladend sind.

Weitere Betretungsverbote der Waldgesetze gelten für Schonungen etc.
Das ist das wichtigste.

Also ob LSG oder nicht, so oder so darf man da quasi kein Geocaching betreiben wenn man es ganz eng sieht :)
wutzebear
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Beitrag von wutzebear »

Kite Guy hat geschrieben:Also ob LSG oder nicht, so oder so darf man da quasi kein Geocaching betreiben wenn man es ganz eng sieht :)
Zuerst mal: das betraf das NSG, nicht das LSG. Im LSG sind im Regelfall weniger Verbote ausgesprochen, hier dürfen häufig auch Wege verlassen werden.

Dass im NSG nicht gecacht werden darf, ist so allgemein gesprochen falsch, da es Ausnahmen gibt: wenn kein Weg verlassen werden muss, kannst Du auch im NSG einen Cache auslegen. Paradebeispiel dafür wäre der Blood Donator, der direkt am Weg liegt (allerdings mangels Pflege vermutlich nicht mehr lange besteht). Da Geocaching für mich der Erholung dient, schert mich das "nicht hobbymäßig" herzlich wenig.
nightjar
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Beitrag von nightjar »

Es gibt unterschiedlich starke Schutzkategorien für die Landschaft. Das Landschaftsschutzgebiet findet sich am unteren Rand. Von Kommunen werden meist die Talräume und Waldbereiche zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Betreten ist generell erlaubt, bei Wiesen sollte man jedoch in der Wuchsperiode zurückhaltend sein, denn diese werden meist zur Futtergewinnung genutzt. Etwas höher eingestuft werden geschützte Landschaftsbestandteile. Dies können z.B. einzelne Hecken in einer sonst kahlen Landschaft sein oder ein Feldgehölz. Der hier höhere Schutzstatus bezieht sich meist auf die Erhaltung und Pflege. Darüber stehen wiederum die Naturschutzgebiete, bei denen meist ein Veränderungsverbot und Wegegebot besteht. Diese Kategorien können aber zusätzlich überlagert werden mit Schutzausweisungen als Bannwald, Naturwaldreservat, Biosphärenreservat, Nationalpark.

Noch vor etwa 10 Jahren waren sogar intensiv mit Herbiziden gespritzte Bahndämme als Landschaftsschutzgebiet ausgeweisen. Und da die Mehrzahl der Dosen in Deutschland im Bereich von Wäldern etc. liegt, sollte auch diese Dose liegenbleiben. Sollte die Dose jedoch im Bereich einer 13d-Fläche (feucht oder trocken) liegen, sollte sie eventuell verlegt werden.

Der hier anscheinend aufgetretene Fall eines "Platzverweises" ist nicht richtig. Der Grundstückseigentümer kann darum bitten, das Gelände zu verlassen, jemand von der Naturschutzwacht kann erst nach mehrmaliger Zuwiderhandlung einen Platzverweis aussprechen..
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-tiger-
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Beitrag von -tiger- »

Um welches LSG geht es denn? Klär doch erstmal ab, wie die Schutzbestimmungen aussehen. Die sollten für jedes NSG und LSG im Internet zu finden sein. Wenn nicht, kann man die Informationen beim Landesamt für Umwelt- und Naturschutz einsehen. Für jedes einzelne Schutzgebiet ist genau festgelegt, was erlaubt ist und was nicht. Vielleicht steht dem Cache ja nix im Wege. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, ohne zu wissen, um welches Schutzgebiet es sich dreht.

Tiger
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The all-seeing ice
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Beitrag von The all-seeing ice »

hallo leute,
danke erstmal fuer eure tips und meinungen.
haben ueber die seite des landesamtes fuer umwelt und naturschutz (dank an tiger) einen brauchbaren link gefunden: http://www.natura2000.munlv.nrw.de - werden mal sehen, was da genaues rauszufinden ist.
selbst wenn dem cache nichts im wege steht, ist es fuer uns doch wichtig, dass besucher dort keine unangenehmen erfahrungen machen.

die ice-frau
The all-seeing ice
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Beitrag von The all-seeing ice »

das in rede stehende gebiet ist das hier: N 50 49.918 E 006 13.711

und hier unsere erkenntnisse:
der schutzstatus ist: LB, Bestehend (geschuetzer landschaftsbestandteil)
schutzziel: erhalt und optimierung von flurgehoelzen und stillgewaessern
nachtrag von 1996: der graben und seine tuempelartige ausweitung sind z.zt. trockengefallen, reste von algenwatten zeigen temporaere wasserfuehrung an.
gefahren: eutrophierung (ueberduengung), rodung, muellablagerung, verfuellung.
massnahmen: erhaltung der laubholzbestockung, erhaltung der gewaesser (?), beseitigung von muell, vermeidung der eutrophierung, erhaltung des kleinreliefs (keine weiteren verfuellungen)

hier kann man ja wohl davon ausgehen, dass erlaubt ist, was nicht ausdruecklich verboten ist... theoretisch duerfte man da fussball spielen.

bleibt vielleicht am ende noch die frage, ob man cacher zu einer location einladen soll, die von mindestens einem abschreckmuggel bewacht wird.
waere also auchmal interessant die argumente der 'archivieren' stimmen zu hoeren.
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radioscout
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Beitrag von radioscout »

Ich habe für "erhalten" gestimmt, aber mit diesen Informationen würde ich ihn archivieren. Wenn der Muggel öfter da ist, weiß er bald, warum dort ständig Leute sind und was die machen. Ein Hinweis an die Stadtverwaltung und Geocaching hat dort sofort einen schlechten Ruf.
Am besten 2 Wochen vorher ankündigen und dann nach Seattle schicken, damit der Cache dort ins Archiv gestellt werden kann.
Schade drum, schöne Location und interessantes Vesteck.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)
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