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Klettercaches und Eigensicherung

Terrain 5 vom Abseilen bis zum Tauchen

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Night-Fly
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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Night-Fly » Fr 23. Jan 2009, 11:53

es ist aber normal, dass man erst einmal vertrauen in die ausrüstung aufbauen muss...
es ist auch nicht ungewöhnlich, dass man so manche schrecksekunde erlebt die man nicht erwartet.
nehem wir mal an, man baut sein seil in ein baum ein über eine dicke aßtgabel... von unten sieht alles ganz toll aus. das seil liegt aber nicht 100% richtig weil da vielleicht noch ein kleiner zweig oder was auch immer ist, worauf das seil wirklich liegt...
wenn man jetzt am aufsteigen ist kann sich das lösen und das seil liegt in der wirklich richtigen position. das kann aber auch bedeuten, das man ggf. nen halben meter absackt und das ergibt nen großen schreck :D
also ich hab das schon erlebt andere sicher auch, und das sind auch die momente, wo man einen bruchteil einer sekunde braucht um zu checken, was gerade passiert ist und man stellt fest, die ausrüstung hält...
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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Lariel » Fr 23. Jan 2009, 14:09

Night-Fly hat geschrieben:sowas passiert ab und zu... wer kennt das nicht SabrinaM... Solange sich das gute Stück aber nicht öffnet und Du nicht unbedingt da rein fällst, brauchste Dir wohl nicht viel Sorgen machen, dass die Teile das nicht aushalten...
Ich mein im Kopf zu haben, dass Karabiner eine Bruchlast von irgendwas um die 8kN haben in der Querlast... das sollten so etwa 800kg sein...
Tja.. ich hab mal ein wenig in meinem verblassenden Mechanikwissen gegraben (und danach festgestellt, dass die ganze nötige Rechnung so unter Wikipedia steht : http://de.wikipedia.org/wiki/Fangsto%C3%9F).

Die Norm sagt 7kN muss ein Karabiner quer aushalten. Das ist bei einem dynamischen Kletterseil bei einem Sturzfaktor von 0,5 (100 kg) bis 1 (60 kg) erreicht.
Sturzfaktor heisst, Sturzstrecke bis zum einsetzen der Seildehnung gegen ausgegebene Seillänge. Sitzt man z.B. auf einem Ast und ist das Seil am Ast und am Kletterer fest, ist der Sturzfaktor genau 1 (egal wieviel Seil baumelt!). Gerade bei so Spässen wie Baumklettern usw. sind hohe Sturzfaktoren gar nicht so schwer zu erreichen, da man gerade im Gegensatz zum Klettergarten Teilweise auch mal über dem Anschlagpunkt ist usw.

Nehmen wir jetzt mal die Daten eines Statikseils zur Grundlage, das wir ja alle gerne verwenden, da man damit viel schöner aufsteigen kann. Dessen dynamische Dehnung ist um bald eine Größenordnung geringer. Wenn man das durch die Formeln nudelt, kommt man auf einen bald dreifach so grossen Fangstoss. Bandschlingen sind da ähnlich zu bewerten.

Von daher wäre ich SEHR vorsichtig mit der Aussage, dass 8kN einer Belastung von 800 kg entsprechen und das ja bei unserem harmlosen Hobby nicht vorkommt. :/

Vielleicht schnapp ich mir mal ein paar alte Karabiner und Seilreste und mach mal einen kleinen Prüfstand hier im Institut...

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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Hedgeway » Fr 23. Jan 2009, 15:37

Lariel hat geschrieben: Sitzt man z.B. auf einem Ast und ist das Seil am Ast und am Kletterer fest, ist der Sturzfaktor genau 1 (egal wieviel Seil baumelt!). Gerade bei so Spässen wie Baumklettern usw. sind hohe Sturzfaktoren gar nicht so schwer zu erreichen, da man gerade im Gegensatz zum Klettergarten Teilweise auch mal über dem Anschlagpunkt ist usw.

Nehmen wir jetzt mal die Daten eines Statikseils zur Grundlage, das wir ja alle gerne verwenden, da man damit viel schöner aufsteigen kann. Dessen dynamische Dehnung ist um bald eine Größenordnung geringer.
So am Rande: meines Wissens wird die für gewerblich in Bäumen genutzte Statikseile zuständige Berufsgenossenschaft aus genau dem Grund im Fall des schmerzhaften Falles äußerst hellhörig bis zahlungsunwillig, wenn sie nachweisen kann, dass ein Sturz über dem Anschlagpunkt angefangen hat oder auch nur Schlappseil im Spiel war.

Die Konstellation "Baumpfleger-BG vs. Sportkletterer" ist übrigens auch ganz interessant bzgl. der weiter oben im Thread erwähnten (dort über die Jahre) veränderlichen Lehrmeinungen. Hier existieren nämlich durchaus unterschiedliche Meinungen parallel. Beispiel: Schraubkarabiner als Personensicherung geht bei ersteren gar nicht, in dem Umfeld sind nur Trilocks zugelassen.

bye,
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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Gorkde » Fr 19. Jun 2009, 12:59

Irgendwo oben stehen 2 Dinge:

1. Ein Grigri kann den HMS nicht quer belasten
2. Ein Schrauber kann aufgehen, ist aber fast unmöglich

Ich habe damals bei meinen ersten Versuchen in 1-2m Höhe den Fall gehabt, dass die Trittschlinge den Schrauber geöffnet hat und schräg drin hing und somit den Karabiner schön offen gehalten hat.
Ebenfalls hatte ich es inzwischen, dass ein Grigri nach dem auf einem Ast sitzen quer im HMS Karabiner hing, so dass ich praktisch auf dem Verschluss hing. Seit dem verwende ich Stoppergummis um das Grigri zu fixieren.

Also soooo unwahrscheinlich kann es nicht sein, sonst wäre ich ja der Pechvogel des Jahrhunderts, wenn mir beides untergekommen ist.

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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Eastpak1984 » Do 6. Aug 2009, 02:41

benzol hat geschrieben:
Dominik1507 hat geschrieben: In Südhessen (und ich gehe eigentlich davon aus im gesamten Bundesgebiet) kommen allerdings Rettungskräfte und Polizei auch mit direkten Koordinatenangaben klar.
Meine Erfahrungen sehen da ganz anderst aus. Als ich den Cache Allographisches Erdbeben zusammen mit Verena gemacht hab, haben wir eine Munbox mit alter Munition gefunden und natürlich gleich die Polizei angerufen, damit die das entsorgen können und die konnten gar nichts mit Koordinaten anfangen.
Da ich als Neulich jetzt mit T3ern, T3,5ern, und langsam auch T4ern anfange, hab ich einfach mal die Feuerwehr-Notrufzentrale der Stadt (Brausnchweig) angerufen, und diesbzgl. nachgefragt. (Natürlich nicht per 112, sondern lokale Durchwahl).

Ich war schockiert... auch die können mit GPS-Koordinaten nichts anfangen.

Gut dass ich gefragt hab, bevor was passiert ist!

Eigentlich traurig, da die GPS-Module immer billiger werden und nun oft schon in den Handys stecken.

PS: Evtl ist das beim Hubschrauber anders... oder in Gebieten wie dem Harz oder so. Könnte mir vorstellen, dass Bergwachten etc. schon damit klarkommen.
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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Night-Fly » Do 6. Aug 2009, 06:36

Eastpak1984 hat geschrieben:...
Da ich als Neulich jetzt mit T3ern, T3,5ern, und langsam auch T4ern anfange, hab ich einfach mal die Feuerwehr-Notrufzentrale der Stadt (Brausnchweig) angerufen, und diesbzgl. nachgefragt. (Natürlich nicht per 112, sondern lokale Durchwahl).

Ich war schockiert... auch die können mit GPS-Koordinaten nichts anfangen.

Gut dass ich gefragt hab, bevor was passiert ist!

Eigentlich traurig, da die GPS-Module immer billiger werden und nun oft schon in den Handys stecken.

PS: Evtl ist das beim Hubschrauber anders... oder in Gebieten wie dem Harz oder so. Könnte mir vorstellen, dass Bergwachten etc. schon damit klarkommen.
also in den stadt- und landgebieten wüsste ich nicht, das die BOS-Dienste mit GPS fahren... die navigation ist recht problematisch! es wird sich kein rettungswagen auf ein TomTom verlassen. hier fährt man mit straßenkarten. einer fährt, der andere navigiert. das funktioniert wirklich gut und man kennt sich in der regel auch in seinem wachbezirk aus. weiter haben die jungs viel übung damit und sind wirklich schnell damit unterwegs. zumindest war es bei mir so und ich hab 5 jahre rettungsdienst hinter mir.

bei fliegenden rettungseinheiten ist das was anderes, die fliegen natürlich mit gps. wüsste aber nicht, dass die nur nach koordinaten fliegen bei rettungseinsätzen. zumal aus der luft eh ne gute orientierung entsteht.
es ist aber nicht standart, dass die leute koordinaten dabei haben, von daher fahren die einsatzfahrzeuge damit auch nicht durch die gegend.

der beste schutz ist da wohl ne topo auf dem gerät wo man selbst feststellen kann, wo man sich genau befindet und man sogar eine genaue wegbeschreibung geben kann...
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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Benutzer 13162 gelöscht » Do 6. Aug 2009, 09:30

In RTWs sehe ich in letzter Zeiet öfters TomToms hängen. Aber das Problem wird eher die Kommunikation Anrufe -> Leitstelle -> RTW sein.

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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von mirosch » So 16. Aug 2009, 19:10

Die RTWs hier im Landkreis (@bazzanowitz) fahren sogar mit blackberrys durch die gegend, auf die sie die Aufträge von der Leitstelle übermittelt bekommen, während sie noch (nach der Alermierung) auf dem Weg ins Auto sind. Und nur wenn die Daten noch nicht da sind oder es Probleme mit der Übermittlung gab, werden die Einsatzdaten nochmals per Funk durchgegeben.

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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von Night-Fly » So 16. Aug 2009, 20:24

aha... also ich fahr nun seit knapp 2 jahren nicht mehr auf nem RTW... aber als ich es noch tat, hatten wir damals schon analogen datenfunk... von der leitstelle ist dann parallel zum alarm mit der depesche ein datentelegramm ans fahrzeug gegangen wo der einsatz dann auf einem display zu lesen (wie SMS) war... per zahlentastatur hat man dann seinen status übermittelt... wieder mit datenfunk. gefunkt wurden nur noch nachfragen, gezielte anweisungen oder patientenanmeldungen fürs krankenhaus... alles andere ging ganz unkompliziert per knopfdruck mit statusanzeige.

bislang war bei uns im land niedersachsen die umrüstung eine frage der kosten... wir hatten zwar auch navi auf dem rtw, die waren aber privat und durften offiziell nicht wirklich zur routenfindung eingesetzt werden... der funk ist aktuell immer noch analog und die alten datentelegramme werden heute noch gesendet...
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Re: Klettercaches und Eigensicherung

Beitrag von workfor » So 11. Okt 2009, 18:34

Lariel hat geschrieben:... Gerade bei so Spässen wie Baumklettern usw. sind hohe Sturzfaktoren gar nicht so schwer zu erreichen, da man gerade im Gegensatz zum Klettergarten Teilweise auch mal über dem Anschlagpunkt ist usw...
Oh je, was man hier lesen muss ist ja grauselig... :kopfwand:
Ich kann das garnicht glauben. :schockiert:

Oberstes und erstes Gebot bei der Kletterei mit halbstatischen Seilen (sogenannte Statikseile) ist die Vermeidung von Schlaffseil inkl. dem Übersteigen des Ankerpunktes!
Wer das noch nicht gerafft hat, sollte nicht mit solchen Seilen klettern.

Leider wird hier in diesem Thread eine Menge gefährliches Halbwissen verbreitet, so dass er eigentlich gelöscht gehört. Schließlich geht es um die Sicherheit der Leute, die sich durch solche Sprüche animiert fühlen in Bäume zu steigen.

Als Mod würde ich mir einmal Gedanken darüber machen.

Um zum Thema zurück zu kommen:

Der Fangstoß in Statikseilen nimmt schnell große Dimensionen an, da die Dehnung nur sehr gering ist (2-4 Prozent Dehnung). Beim dynamischen Seil (ca. 8-10 Prozent Dehnung) werden Fangstöße geringer ausfallen.
D.h., dass bei einem Überklettern des Anschlagpunktes um einen halben Meter schon mal das Herunterfallen locker tödlich enden kann!

Hier die überschlägige Nachrechnung bei wohlwollend angenommenen 4 Prozent Dehnung des Seils:
Bild


cu Tom ;)
Zuletzt geändert von workfor am Mo 12. Okt 2009, 08:08, insgesamt 1-mal geändert.

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