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Flaschenzug

Terrain 5 vom Abseilen bis zum Tauchen

Moderatoren: Zai-Ba, Die Schatzjäger

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cacher_cl
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Flaschenzug

Beitrag von cacher_cl » Di 6. Mär 2012, 10:22

Hallo,

ich hab da mal eine Frage :hilfe:

2 Statik Seile sind eingebaut und es wird sich in eine große Tiefe abgeseilt.
Beide Kletterer seilen sich ab. Beim Aufstieg wird einer von beiden Ohnmächtig.... oder irgendwie sowas.
Um den Kollegen jetzt am "hoch" zu bekommen, habe ich alles Material da, um einen Flaschenzug zu bauen, aber mein 3. Seil ist nur 70m lang. Wenn ich nun bei dem einen Flaschenzug baue, bei dem ich oben und unten eine Doppelrolle verwende, habe ich ja quasi nur 15m Hubhöhe. (10m Seil für Knoten und zum dran ziehen abgezogen).
Um jmd. aus 30m Tiefe hoch zu ziehen müsste ich ja nun in zwei Etappen ziehen oder? Ich hab mir da mal einen möglichen Aufbau überlegt, wie ich es machen würde.
Was sagt ihr dazu?

Ich würde nun quasi an meinem Seil aufsteigen, so weit es geht und den anderen nach ziehen bis der Flaschenzug zusammen hängt. Dann würde ich an meinem Seil wieder weiter aufsteigen und die Handsteigklemme am zweiten Seil wieder so weit wie möglich oben befestigen... Bis man halt oben ist...
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do1000
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Re: Flaschenzug

Beitrag von do1000 » Di 6. Mär 2012, 11:41

Bau doch den Flaschenzug mit dem Seil, an dem das Opfer hängt!?

_Karsten
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Re: Flaschenzug

Beitrag von _Karsten » Di 6. Mär 2012, 11:54

cacher_cl hat geschrieben:aber mein 3. Seil ist nur 70m lang. Wenn ich nun bei dem einen Flaschenzug baue, bei dem ich oben und unten eine Doppelrolle verwende, habe ich ja quasi nur 15m Hubhöhe. (10m Seil für Knoten und zum dran ziehen abgezogen).
Bei Deinem Aufbau hast Du etwa 30m Hubhöhe:
  • Du und der Verunglückte sind zu Anfang beide auf derselben Höhe, der Verunglückte hängt in seiner Croll/Basic.
  • Du steigt etwa 30m auf bis das 70m Seil (plus Sicherheit) aufgebraucht sind.
  • Das Seil läuft nun von der mitgeführten HSK runter zum Verunglückten über die Rolle wieder rauf bis zur zweiten Rolle in der HSK plus die 10m Sicherheit.
  • Nun holst Du den Verunglückten mit dem Flaschenzug nach.
Klar wäre es vielleicht besser gleichzeitig mit dem Verunglückten hoch zu gehen, aber dann hast Du nur die beschriebenen 20m Hub (Seil geht runter, hoch, runter plus 10m Sicherheit) und müßtest nach dem Hochschieben der HSK wieder zum Verunglückten abseilen - der Vorgang dauert also etwas länger.

Irgendwo gehört da auch noch eine Rücklaufsperre rein, damit der Verunglückte nicht wieder nach unten rast - z.B. ein Prusik zwischen oberer HSK und dem zum Verunglückten laufenden Zugseil.
Zuletzt geändert von _Karsten am Di 6. Mär 2012, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.

emsch
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Flaschenzug

Beitrag von emsch » Di 6. Mär 2012, 11:58

Edit: Bezieht sich alles auf ersten Beitrag, habe zu lange getippt ;-)

Nach kurzer Überlegung würde ich von dieser Möglichkeit abraten:
- Während ihr beide in dem Schacht / Höhle ... seid besteht wahrscheinlich keine Chance, einen Notruf abzusetzen.
- Meist wird versucht, den Ohnmächtigen erst einmal abzulassen, um ihn vor einem Hängetrauma zu bewahren (ich fürchte, dass du es alleine nicht schaffst, sowohl dich als auch deinen Kameraden innerhalb von 15 min "oben" zu haben).
- Ist geeignete Ausrüstung vorhanden (Vollgurt mit Brust od. Rückenöse)? Im Sitzgurt kippt ein Ohnmächtiger nach hinten weg...
Mein Vorschlag: Anschlagpunkt oben so erstellen, dass Seil zum Abseilen erst einige m waagrecht geführt wird, bevor es mit einer Umlenkrolle zum eigentlichen Abseiler wird. Dann ließe sich dort ein Flaschenzug installieren, der den Verunfallten mitsamt seinem Seil hochzieht (was in der Ebene deutlich einfacher ist)

Das sind jetzt aber nur ein paar kurze Anmerkungen von mir.
Gut, dass du dir schon im Vorfeld darüber Gedanken machst, falls du aber tatsächlich so etwas planst solltest du die Rettungstechniken vorher auf jeden Fall mehrfach geübt haben! Nur die Theorie zu kennen reicht nicht aus.

Grüßle
emsch

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Re: Flaschenzug

Beitrag von _Karsten » Di 6. Mär 2012, 12:10

@emsch
Mit Deinen Bedenken (Zeitbedarf bzgl Hängetrauma, Kippgefahr ohne Brustgurt) hast Du wahrscheinlich recht. Mir war zu Anfang nur die falsche Hubhöhe aufgefallen - danach hab ich dann noch ein paar Bedenken hinzu editiert (Verunglückter hängt alleine 30m weiter unten und man kann nicht sehen ob und womit er kollidiert, keine Rücklaufsperre im Konzept)

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Re: Flaschenzug

Beitrag von cacher_cl » Di 6. Mär 2012, 13:07

Hmm da habt ihr schonmal recht. Ich hab ja vor, das Ganze erst einmal bei uns in der Sporthalle mit Matte drunter zu üben, daher frag ich ja.
Die Rücklaufsperre hatte ich vergessen einzuzeichnen... Da hätte ich ne Petzl Protraxion, oder ich würd es einfach durchs ID/RIG führen.

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Re: Flaschenzug

Beitrag von Pilzkieker » Di 6. Mär 2012, 13:47

Wenn es in eine mögliche Gefahrenzone hinabgeht, wo evtl. giftige Gase vorhanden sein könnten und Rettung nur nach oben möglich ist, müssen Helfer von außerhalb der Gefahrenzone von oben agieren. Dazu muß vorbereitend immer das Ablaßseil über eine Rücklaufsperre eingebaut werden. Dann können Helfer von oben den Verunglückten am eigenen Seil hochziehen. Ist das für einen einzelnen Helfer zu schwer, muß dessen Kraft mit einem Flachenzug verstärkt werden. Besser ist, schon vorsorglich einen kompletten Flaschenzug in das Ablaßseil einzubauen. Eine geeignete Konstruktion mit einen kurzen Flaschenzug zeigt das nachfolgende Foto, wo eine Handsteigklemme als Rücklaufsperre dient. Die Basic-Klemme rutscht nach jedem Hub runter und faßt am Seil nach. Damit kann notfalls eine 60-kg-Person auch noch eine bis zu 20 kg schwerere Person heraushie­ven (getestet bei Brachial).

Ohne solche Vorsorgemaßnahmen verzögert sich die Rettung, weil erst noch Rücklaufsperre bzw. Flaschenzug eingebaut werden müssen.
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Re: Flaschenzug

Beitrag von BriToGi » Di 6. Mär 2012, 15:12

Hier ist noch eine interessante Seite, sie zeigt etwa das gleiche Prinzib wie das eben gepostete Bild...

http://www.hoehlenrettung-hessen-rheinl ... enzug.html

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Re: Flaschenzug

Beitrag von cacher_cl » Di 6. Mär 2012, 15:53

Der Link ist super. Das werde ich so doch glatt einmal ausprobieren. Danke.

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Re: Flaschenzug

Beitrag von cacher_cl » Mi 27. Feb 2013, 22:32

cacher_cl hat geschrieben:Hallo,

ich hab da mal eine Frage :hilfe:

2 Statik Seile sind eingebaut und es wird sich in eine große Tiefe abgeseilt.
Beide Kletterer seilen sich ab. Beim Aufstieg wird einer von beiden Ohnmächtig.... oder irgendwie sowas.
Um den Kollegen jetzt am "hoch" zu bekommen, habe ich alles Material da, um einen Flaschenzug zu bauen, aber mein 3. Seil ist nur 70m lang. Wenn ich nun bei dem einen Flaschenzug baue, bei dem ich oben und unten eine Doppelrolle verwende, habe ich ja quasi nur 15m Hubhöhe. (10m Seil für Knoten und zum dran ziehen abgezogen).
Um jmd. aus 30m Tiefe hoch zu ziehen müsste ich ja nun in zwei Etappen ziehen oder? Ich hab mir da mal einen möglichen Aufbau überlegt, wie ich es machen würde.
Was sagt ihr dazu?

Ich würde nun quasi an meinem Seil aufsteigen, so weit es geht und den anderen nach ziehen bis der Flaschenzug zusammen hängt. Dann würde ich an meinem Seil wieder weiter aufsteigen und die Handsteigklemme am zweiten Seil wieder so weit wie möglich oben befestigen... Bis man halt oben ist...
Schon witzig, vor Ewigkeiten hab ich mir mal sowas überlegt, jetzt gibts sowas in der Art fertig zu kaufen... Ich hätte mir da ein Patent auf meine Idee anmelden sollen ;-)
http://www.kletter-spezial-laden.de/sho ... eraet.html

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