Kräftedreieck

Terrain 5 vom Abseilen bis zum Tauchen

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bremsassistent
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Re: Kräftedreieck

Beitrag von bremsassistent » Sa 21. Jan 2017, 22:55

Canax hat es gut gesagt. Nie Seil auf Seil. Das System sollte ohne Knoten in der Mitte sein. Bandschlinge geht auch.


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canax
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Re: Kräftedreieck

Beitrag von canax » So 22. Jan 2017, 08:27

ReneFFM hat geschrieben:Bei der von dir vorgeschlagenen Variante würde ich statt des weißen Seils ja eine lange Bandschlinge nutzen wenn ich das richtig verstehe, die müsste dann aber sehr lang sein wenn die Fixpunkte z.b. 2 Meter auseinander sind (um auf einen sinnvollen Winkel zu kommen). Da bin ich mit meiner 10m Kurzseil flexibler. Außerdem sind die Schlingen ja statischer als das Seil, übertragen also gerade ruckartige Belastungen noch eher auf den Fixpunkt. Oder habe ich da einen Denkfehler ?
Ob Du Seil, Reepschnur (mit sinnvollem Durchmesser) oder Bandschlinge verwendest ist eigentlich egal und abhängig davon, wie weit die Fixpunkte voneinander entfernt sind - wie Du schon schreibst. Alle drei Varianten sind statisch - auch weißes Seil (statisch) wie in Deinem Bild nimmt kaum Kräfte auf, das können nur dynamische Seile. Seil und Reepschnur haben den Nachteil, dass Du sie knoten musst. Ein Knoten reduziert die Festigkeit um ca. 50%. Bandschlingen gibt's genäht mit Erhalt der vollen Reißfestigkeit - allerdings kaum in einer Länge, die erforderlich ist, wenn die Fixpunkte 2m auseinander liegen.

Diese Erörterungen sind aber weitgehend theoretisch, weil Du bei einem Sturz, wie er bei GC-Kletterei passieren kann, kaum auf Sturzfaktoren kommst, die die volle Belastbarkeit der Sicherungskette erfordern, wie es z.B. bei einem Vorsteigersturz beim Klettern vorkommt. Falls doch größere Fallhöhen mit statischem Material möglich sind, musst Du eine Art Klettersteigset verwenden, das einen dynamischen Sturzverlauf ermöglicht. Ansonsten geht Dein Kurzseil in benötigter Länge für einen spitzen Winkel im Kräftedreieck genauso und es wird auch genau wie eine Schlinge eingesetzt (Verdrehen, Abknoten etc.). Du musst es natürlich zu einer "Schlinge" in benötigter Länge knoten.

Ciao
Canax

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Re: Kräftedreieck

Beitrag von satanklaus » So 22. Jan 2017, 23:25

Das oben verlinkte Dokument vom DAV zum Standplatzbau hat doch neben den nötigen Grundlagen auch ein paar schöne Entscheidungsdiagramme.

Dabei bestimmt die Situation die Optionen: Wenn es dir um Redundanz eines ohnehin schon guten Fixpunktes geht brauchst du nicht unbedingt ein Kräftedreieck, hier reicht auch eine Reihenschaltung. Eine Lastverteilung nimmt man eher bei zweifelhaften Fixpunkten, denen man nicht unbedingt zutraut, die Last allein aufnehmen zu können. (Will ich sowas überhaupt? Das ist immer noch nur'n Hobby...))
Wie auch immmer: In einem solchen Fall ist es dann aber auch wichtig, einen zusätzlichen Lasteintrag zu vermeiden, falls einer der Punkte versagt. Wenn man einen Strang wie oben vorgeschlagen nur verdreht, fällt man nämlich erst man die Schenkellänge. Schlecht, wenn man den Punkten eh schon nicht traut, denn die dynamische Spitze kommt noch mal auf die Last drauf. Deshalb also abbinden bzw. eine andere Form des fixierten Kräftedreiecks verwenden. Dann schwingt man ohne Durchrutschen lediglich rüber.
Der oben behauptete Nachteil, dass man sich dann nicht horizontal bewegen könne, halte ich für akzeptabel. Man hängt nach unten und belastet damit immer beide Schenkel. Um die Kraft auf nur einen Strang des Dreiecks zu bringen müsste ich mich mit viel Kraft seitlich auslenken und damit die Belastungsrichtung ändern (z.B. Zweiseiltechnik oder eine Seilbahn, die nach dem Befahren plötzlich mehr durchhängt.) Und das sollte man vllt. einfach lassen, wenn man seinen Fixpunkten nicht traut.
Und was den Aufbau angeht: dafür reicht das Kletterseil selbst und ein Karabiner (und für die Reihenschaltung ist nicht mal der nötig).

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Re: Kräftedreieck

Beitrag von satanklaus » So 22. Jan 2017, 23:41

Neben Redundanz und Kraftverteilung fällt mir gerade noch ein Anwendungsfall für ein Kräftedreieck ein: Positionierung des Abseilpunktes. Man hat zwar Fixpunkte, aber keiner befindet sich in Falllinie der Abseilpiste. In dem Fall baue ich mir aus zwei seitlich versetzten Fixpunkten genau da einen Ankerpunkt, wo ich runter will. Wenn man dazu das Kletterseil nimmt kann man auch größere Abstände horizontal wie vertikal abdecken und so auch nicht gleich offensichtliche Möglichkeiten einbeziehen. Eigentlich eine nette Idee für die Platzierung einer Dose ...

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