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Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Moderator: Zappo

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blackbeard69
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von blackbeard69 »

Danke für die Antworten :)
Heimo hat geschrieben:Für eine Wildkamera spricht der oben geschlossene Kasten. Wildkameras brauchen aber Öffnungen für den Sensor, den Blitz und natürlich das Objektiv. Davon sieht man auf dem Foto leider nichts.
Die könnten (theoretisch) auf der anderen Seite sein. Wie schon geschrieben bin ich mit Rücksicht auf den Jäger nicht überall herumgelaufen, sondern habe mich auf den (maximal) 10 Metern Trampelpfad vom Weg zum Ansitz gehalten.
Heimo hat geschrieben:Für eine abgedeckte Salzlecke spricht der kahle, glatte Stamm.
Dann müsste das Flüssigsalz sein, denn der Stamm ist immer noch ein paar Meter hoch. Deshalb hat es mich ja auch so gewundert, denn im Grunde kommt da oben nur ein Vogel dran. Die meisten Nistkästen sind aber weit weniger aufwändig gemacht und stehen auch nicht direkt vor dem Ansitz...

Oder nimmt das Salz Feuchtigkeit aus der Luft auf und wird dadurch so "flüssig", dass es sich den Stamm herunterbewegen kann?
Heimo hat geschrieben:Da alles sehr nah an der Kanzel ist, kannst Du ruhig einmal näher treten und die Sache beäugen.
Da es ein Kurzurlaub war, kann ich das nun leider nicht mehr so ohne weiteres.
Heimo hat geschrieben:Danke für Dein um- und vorsichtiges Verhalten in der Natur!
Gerne. Und wenn ich das hier hinzufügen darf: Es ist bei mir gerade das Geocaching gewesen, das zu einem vermehrten Interesse im Bereich "Mensch und Natur" geführt hat. Wenn man Dosen im Wald versteckt und sucht, dann ist der Wald eben nichts anonymes mehr, was einen eigentlich nicht zu interessieren braucht. Für die typische Sonntagsnachmittagspolonäse auf dem markierten und befestigten Wanderweg mag so eine Einstellung reichen, zum Geocachen aber nicht.

Viele Grüße
Thomas
Der Weg ist das Ziel; die Dose der Anlass, ihn zu gehen.
Heimo
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Heimo »

Es gibt verschiedene Arten von Salzlecken. Eine der beliebtesten Bauformen ist ein dünner Stamm, wie auf dem Bild zu sehen. Oben befestigt man den Salzstein, Naturbrocken oder gepresste Brocken in quader- oder zylinderform, die dann ein praktisches Loch in der Mitte haben. Der Regen wäscht das Salz dann den Stamm hinunter. Der Stamm wird salzig und das Wild schleckt am Stamm. Es ist überwiegend nicht gewünscht, dass Wild direkt am Stein leckt (warum habe ich vergessen). Damit nicht zuviel Salz auf einmal abgewaschen wird, schützt man den Stein oder die Steinbrocken etwas vor Regen.

Übrigens brauchen auch Tauben Salzlecken.
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Zappo
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Zappo »

Heimo hat geschrieben:............ Es ist überwiegend nicht gewünscht, dass Wild direkt am Stein leckt (warum habe ich vergessen). ...................
m.W. weil das Wild dann zuviel aufnimmt - das Salz ist schneller weg und die Viecher haben erhöhten Durst - das verstärkt den
angeblich die Verbiss-schäden.

Z.
------------------------------------------
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Wuppermusiker »

schmalhaus hat geschrieben:
Wuppermusiker hat geschrieben:Dann passiert aber auch schon mal so ein Unsinn wie an Bäume festggenagelte Kanzeln.
:???: :irre: :hilfe:
Was vestehst Du daran nicht? Ich meine ausser dem Tipfehler?
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Klausi »

Madu1 hat geschrieben:Sehr gut erkannt und beobachtet. Und genau deshalb kommt der ganze Konflikt doch zu stande. In unserer heutigen Kulturlandschaft ist das meiste Wild leider nur noch "nachtaktiv", da die Unruhen und Störungen während des normalen Tageslichtes durch den Freizeitdruck (Wanderer, Joggen, Nordic-Walking, Biken...) einfach zu hoch geworden sind. Das Thema ist allerdings dermaßen komplex, dass eine tiefergreifende Diskussion hier sicherlich den Rahmen sprengen würde.

Im Gegenzug hat der Jagdpächter das Recht auf der gepachteten Fläche die Jagd auszuüben, aber auch für Wildschäden (Verbiss, Wiesenumbruch durch Wildschweine) aufzukommen. Die Höhe des Abschusses an Schalenwild (Tiere mit Hufen) wird gesetzlich aller drei Jahre durch die Unteren Jagdbehörden festgelegt und ist durch den im Waldgesetz verankerten Satz "Wald vor Wild" leider oft so hoch, dass der Jäger zu tun hat diesen zu erfüllen...
Genau diesen Unsinn erzählen die Jäger und ich fürchte, die glauben das auch noch selbst.
Nicht der Freizeitdruck ist das Problem, sondern der Jagddruck. Durch die Bejagung werden die Tiere in den Wald gedrückt und durch die Winterfütterungen in den Wald gelockt. Sie werden so scheu, dass sie sich fast nicht mehr aus dem Wald heraustrauen und suchen dann natürlich auch ihr Futter im Wald und verbeißen verstärkt Bäume. Der nächste Punkt ist, dass die Jäger behaupten, die Wildpopulation reduzieren zu müssen. Durch die Überhege (z. B. Winterfütterungen) halten sie aber den Wildbestand so hoch, dass sie auch im nächsten Jagdjahr genug Zielscheiben haben. Die Jäger lösen also nicht das Problem, sie verursachen es. Und viele Tiere verursachen dann natürlich auch viele Schäden an Bäumen und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Normalerweise halten Krankheiten, Futtermangel, strenge Winter und Raubtiere den Wildbestand auf einem passenden Niveau. Die Raubtiere als Konkurrenten hat der Jäger schon ausgeschaltet und durch den Winter päppelt er auch alles durch die Fütterungen, um dann im Frühjahr zu tönen, er muss ja soooo viel schießen weil soooo viele Tiere da sind die soooo große Wildschäden verursachen - verlogenes Gewäsch.
In Sachsen gibt es wieder ein paar Wölfe und da sind schon Bestrebungen seitens der Jäger im Gange, die Wölfe in das Jagdrecht zu packen. Wenn das gelingt, wäre der nächste Schritt, die ganzjährige Schonung anzugreifen und eine Jagdzeit für den Wolf einzuführen. Bei solchen Dingen kommt die wahre Gesinnung ans Licht, der Jäger will keine artenreiche Wildpopulation, sondern eine individuenreiche, damit er was zum Abballern hat.
Hier noch ein Link zu Odysso, was Jäger in der Natur alles anrichten: http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/n ... index.html
Die verursachen mehr Schäden, als es Geocacher je könnten.
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Madu1 »

Klausi hat geschrieben: Nicht der Freizeitdruck ist das Problem, sondern der Jagddruck. Durch die Bejagung werden die Tiere in den Wald gedrückt und durch die Winterfütterungen in den Wald gelockt.
Falsch: Jagddruck entsteht nur bei s.g. Drückjagden. Hier werden große Teile der Wälder für ca. 3 Stunden mit Jägern abgesetzt und max. 6 Hundeführer laufen dann darin kreuz und quer herum. Das Wild wird nicht (wie früher bei Treibjagden) gehetzt, kommt relativ langsam beim Schüzen vorbei, kann richtig "angesprochen" werden und bestenfalls dann auch noch "gezielt" erlegt werden. Das Wild wird somit aber nicht in den Wald gedrückt, sondern flüchtet eher aus diesem heraus.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein einzelner Jäger, welcher stundenlang auf einem Hochsitz sitzt, Jagddruck verursacht.

Was Du meinst ist der alljährlich nach der Ernte stattfindende Ernteschock des Wildes. Wenn alle Felder abgeerntet sind, steht das Wild innerhalb weniger Tage vor ausgeräumten Fluren. Es hat dann keine Deckung mehr und findet dann leider auch nichts zu fressen... deshalb zieht es in den Wald!

Thema Winterfütterung: Ist gesetzlich geregelt und darf nur in "Notzeiten" getätigt werden. Der Begriff "Notzeit" ist allerdings sehr schwammig. So umfasst der Jagdschutz nach § 23 BJagdG nach näherer Bestimmung durch die Länder den Schutz des Wildes insbesondere vor Wilderern, Futternot, Wildseuchen, wildernden Hunden und Katzen. § 28 Abs. 5 BJagdG ermächtigt die Länder, die Fütterung von Wild zu untersagen oder von einer Genehmigung abhängig zu machen. Dies soll verhindern, dass sich das Wild durch Fütterung außerhalb von Notzeiten über das gewünschte Maß hinaus vermehrt und dadurch übermäßigen Wildschaden anrichtet. In diesem Zusammenhang vertrat auch der Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Ansicht, dass Wildfütterungen nur aus Gründen des Tierschutzes und der Wildschadensverhütung in Betracht kommen, keinesfalls jedoch um Fremdenverkehrsattraktionen zu schaffen oder gar Wild anzulocken. Was ich deshalb bei Dir nicht verstehe, auf der einen Seite schimpfst Du über Jäger, welche das Wild "abballern" und auf der anderen Seite bist Du dafür, dass das Wild kläglichst verhungert.

Du bringst leider so viele Begriffe und Zusammenhänge durcheinander, dass es schwerfällt hier für Klarheit zu sorgen, Beispiele:
Klausi hat geschrieben: Sie werden so scheu, dass sie sich fast nicht mehr aus dem Wald heraustrauen und suchen dann natürlich auch ihr Futter im Wald und verbeißen verstärkt Bäume.
Sie gehen nicht aus dem Wald, da es auf den abgeernteten Feldern unserer Kulturlandschaft fast keine Deckung mehr gibt. Und was sollen sie dort fressen?? Deshalb bleiben sie im Wald, weil da gibt es Deckung + Fressen.
Klausi hat geschrieben:Der nächste Punkt ist, dass die Jäger behaupten, die Wildpopulation reduzieren zu müssen.
Das behaupten nicht die Jäger, sondern das wird aller drei Jahre durch ein s.g. Vegetationsgutachten von staatlicher Seite aus festgelegt.
Klausi hat geschrieben:Durch die Überhege (z. B. Winterfütterungen) halten sie aber den Wildbestand so hoch, dass sie auch im nächsten Jagdjahr genug Zielscheiben haben. Die Jäger lösen also nicht das Problem, sie verursachen es.
Hm... wann und wie gefüttert werden darf, habe ich Dir schon weiter oben dargelegt. Das gilt allerdings nur in "Notzeiten". Gefüttert wird dann auch nur das Schalenwild. Meines Wissens nach stehen aber z.B. auch Enten oder Tauben oder Baummarder oder Füchse auf der Liste der jagdbaren Tierarten in Deutschland. Werden die dann auch gefüttert???
Klausi hat geschrieben: Und viele Tiere verursachen dann natürlich auch viele Schäden an Bäumen und landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Normalerweise halten Krankheiten, Futtermangel, strenge Winter und Raubtiere den Wildbestand auf einem passenden Niveau. Die Raubtiere als Konkurrenten hat der Jäger schon ausgeschaltet und durch den Winter päppelt er auch alles durch die Fütterungen, um dann im Frühjahr zu tönen, er muss ja soooo viel schießen weil soooo viele Tiere da sind die soooo große Wildschäden verursachen - verlogenes Gewäsch.
Ab hier verliert sich Dein Beitrag leider völlig in jagdgegnerischen Parolen und einer Dir eigenen Art von Sarkasmus.
Nenn mir bitte mal die Krankheiten, an denen die von Dir angesprochenen Tiere sterben sollen... und strenge Winter... wann gab es denn die wirklich das letzte mal??? Guckst Du hier.

Und die Raubtiere? Im Naturpark Bayerischer Wald gibt es z.B. ein s.g. "Luchsprogramm". Aber es ist die dort lebende Bevölkerung, welche die Luchse nicht haben will, da die Luchse halt hin und wieder mal die Haustiere der selbigen als Nahrungsquelle benutzen. Von Bruno dem Bären möchte ich erst garnicht anfangen, er diente zwar als Sommerlochfüller, musste aber auf Anordnung des Bayerischen Ministeriums abgeschossen werden.
Klausi hat geschrieben: In Sachsen gibt es wieder ein paar Wölfe und da sind schon Bestrebungen seitens der Jäger im Gange, die Wölfe in das Jagdrecht zu packen. Wenn das gelingt, wäre der nächste Schritt, die ganzjährige Schonung anzugreifen und eine Jagdzeit für den Wolf einzuführen. Bei solchen Dingen kommt die wahre Gesinnung ans Licht, der Jäger will keine artenreiche Wildpopulation, sondern eine individuenreiche, damit er was zum Abballern hat.
Falsch Das Ersuchen kam von Eurem Umweltminister Kupfer! Bitte auch hier solltest Du Dich vorab erst mal genauestens informieren! Hier ein Zitat von der Seite NABU.de

26. April 2010 - Mit Unverständnis hat der NABU auf die vom sächsischen Umweltminister Kupfer in Aussicht gestellte Aufnahme des Wolfes ins sächsische Jagdrecht reagiert. „Der Wolf gehört als geschützte Art nicht ins Jagdrecht. Aus Sachsen darf jetzt kein falsches Signal für andere Bundesländer ausgehen. Der bundeseinheitlich geregelte Artenschutz darf nicht durch das willkürliche Übertragen einzelner Arten in artenschutzfremde Rechtsbereiche geschwächt werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Zahl der sächsischen Wölfe bildet nach wie vor nur eine kleine Teilpopulation, die von einem guten Erhaltungszustand, wie ihn die EU definiert, weit entfernt ist. Eine Bejagung ist damit ausgeschlossen.

Der Übertrag des Wolfes ins Jagdrecht gefährdet zudem den erfolgreichen Konsens des sächsischen Wolfsmanagements. Die sächsische Jägerschaft ist aktuell als anerkannter Naturschutzverband jederzeit in der Lage den Schutz des Wolfes zu unterstützen. Auch ohne Übertragung ins Jagdrecht kann sie ihre Mitglieder mobilisieren und eigene Gelder nutzen, um sich konstruktiv in die Umsetzung des sächsischen Wolfsmanagements einzubringen.

Aus Sachsen darf jetzt kein falsches Signal für andere Bundesländer ausgehen.

Artenschutz hat zudem einen hohen Rang in der Verfassung und ist damit gleichrangig zum Jagdrecht verankert. „Es ist trotz des Gutachtens des Ministeriums bislang juristisch ungeklärt, ob stark gefährdete und bislang unter strengen Artenschutz stehende Arten überhaupt anders als im Artenschutzrecht - und damit den im Bundesnaturschutzgesetz geregelten Normen -geschützt werden dürfen.“ so Magnus Wessel, NABU-Artenschutzexperte. Eine Listung des Wolfes ins Jagdrecht würde die bestehende Rechtsklarheit aufheben und diesen Konflikt noch verschärfen. Rechtsunsicherheiten und finanzielle Risiken für die Betroffenen würden entstehen. Die klare Zuweisung des Wolfs in das Naturschutzrecht dient daher auch dem Schutz des Jägers.

Für Rückfragen:
Magnus Wessel
NABU-Artenschutzexperte
Tel. 030-284984-1618

Klausi hat geschrieben:Hier noch ein Link zu Odysso, was Jäger in der Natur alles anrichten: http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/n ... index.html
Die verursachen mehr Schäden, als es Geocacher je könnten.
Hier noch ein Link zu Jagdnetz, was Jäger in der Natur alles anrichten: http://www.jagdnetz.de/jaegerinfos/naturschutz
Die betreiben mehr Naturschutz, als es Geocacher je könnten.



Was ich damit sagen will: Einseitige Berichterstattung hat noch keinen zum Ziel geführt. Du wirst sicherlich in der Lage sein hier noch mindestens 10 - 20 Links zu Seiten mit jagdgegnerischen Inhalten online zu stellen. Im Gegenzug wäre mir das natürlich auch möglich, Dir sofort 10 - 20 Links zu Seiten zu zeigen, die genau das Gegenteil beweisen.

Diese ewige Diskussion Jäger vs. Geocacher wird wohl leider nie enden, so lange es Leute wie Dich gibt, die garnicht erst versuchen die Gegenseite zu verstehen, sondern gleich losschimpfen. Das selbe trifft für den Jäger zu, über dem es im Beitrag zur Sendung "quer" geht. In dem Thread hast Du Dich ja bereits fast gleichlautend über die Fütterungen aufgeregt. Der dort gezeigte Jäger ist genau so ein Betonkopf und ewig Gestriger! Die Geschichte schon ewig alt, wie Du ja im Thread gelesen hast... aber Hauptsache wieder mal das Stänkern anfangen.

Ich lade Dich gerne mal hieraus aufs Land ein. Da gehen wir dann mal ins Wirtshaus oder einfach nur durch den Ort und Du fragst dann bitte mal die Einheimischen, was die von der Jagd halten :D :shocked:
Für die einen ist es die Signatur - für die anderen der sinnloseste Satz der Welt.
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Klausi
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Klausi »

Madu1 hat geschrieben:Falsch: Jagddruck entsteht nur bei s.g. Drückjagden. Hier werden große Teile der Wälder für ca. 3 Stunden mit Jägern abgesetzt und max. 6 Hundeführer laufen dann darin kreuz und quer herum. Das Wild wird nicht (wie früher bei Treibjagden) gehetzt, kommt relativ langsam beim Schüzen vorbei, kann richtig "angesprochen" werden und bestenfalls dann auch noch "gezielt" erlegt werden. Das Wild wird somit aber nicht in den Wald gedrückt, sondern flüchtet eher aus diesem heraus.
Ganz falsch. Eine Bewegungsjagd ist ein zeitlich sehr kurzes Ereignis. Das ständige Ansitzen und Pirschen ist das Problem.
Madu1 hat geschrieben:Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein einzelner Jäger, welcher stundenlang auf einem Hochsitz sitzt, Jagddruck verursacht.
Doch, ist so: http://www.forstverein.it/16d560.html
In Vergangenheit wurde das Rotwild im ÖBF-Forstbetrieb Pinzgau primär durch Ansitz bei bestem Tageslicht bejagt. Nach den starken Windwürfen im Jahr 2002 kam die Befürchtung auf, dass das Rotwild durch den steigenden Jagddruck nur mehr bei Dämmerung auf die großen Freiflächen austreten würde, und die Folgebestände durch ihre Gleichaltrigkeit einer starken Schälgefährdung ausgesetzt wären. Hirschbichler erklärte das Drama-Dreieck Wildstand-Schaden-Jagddruck, dem der Forstbetrieb unweigerlich zusteuerte. Ein hoher Wildstand verursache hohe Schäden und in der Folge einen hohen Jagddruck. Der hohe Jagddruck trage dazu bei, dass ein hoher Wildstand erhalten bleibt, weil nicht ausreichend Rotwild erlegt werden kann. Und somit komme eine nie enden wollende Spirale in Gang. Wirtschaftliche Verluste und beeinträchtigtes Wohlbefinden des Rotwildes sind die Folgen.
Als Alternative wurde daher mit der Unterstützung von Professor Wölfel eine Bewegungsjagd geplant. Durch wenige Eingriffe sollte der Jagddruck reduziert werden, und gleichzeitig die Erfüllung des Abschussplanes erleichtert werden.
Durch die dauernden Ansitzjagden wird das Wild mehr und mehr nachtaktiv, die Abschusszahlen sinken, der Wildbestand bleibt hoch, die Verbissschäden auch. Als Alternative werden ja wenige Bewegungsjagden genannt, um innherhalb kurzer Zeit viel Strecke zu machen und die Tiere dann den Rest des Jahres in Ruhe zu lassen.
Madu1 hat geschrieben:Was Du meinst ist der alljährlich nach der Ernte stattfindende Ernteschock des Wildes. Wenn alle Felder abgeerntet sind, steht das Wild innerhalb weniger Tage vor ausgeräumten Fluren. Es hat dann keine Deckung mehr und findet dann leider auch nichts zu fressen... deshalb zieht es in den Wald!
Und warum achten die Tiere so auf die Deckung? Weil sie sofort beschossen werden, wenn sie auch nur die Nase - Verzeihung, Windfang aus dem Wald strecken.
Madu1 hat geschrieben:Dies soll verhindern, dass sich das Wild durch Fütterung außerhalb von Notzeiten über das gewünschte Maß hinaus vermehrt und dadurch übermäßigen Wildschaden anrichtet. In diesem Zusammenhang vertrat auch der Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Ansicht, dass Wildfütterungen nur aus Gründen des Tierschutzes und der Wildschadensverhütung in Betracht kommen, keinesfalls jedoch um Fremdenverkehrsattraktionen zu schaffen oder gar Wild anzulocken. Was ich deshalb bei Dir nicht verstehe, auf der einen Seite schimpfst Du über Jäger, welche das Wild "abballern" und auf der anderen Seite bist Du dafür, dass das Wild kläglichst verhungert.
Die Winterfütterungen gehören konsequent verboten und das Verbot gehört überwacht. Wieso gebietet es der Tierschutz, Schalenwild im Winter durchzufüttern, aber um die anderen Tierarten scheißt sich niemand etwas? Aber halt, die sind ja für den Jäger nicht interessant. Und ja, die Tiere sollen ruhig im Winter verhungern, das ist ganz einfach der Lauf der Natur. Damit wird der Bestand auch niedriger. Macht sich jemand Gedanken, wieviele Ratten und Mäuse im Winter sterben? Oder denkt da jemand ernsthaft über eine Fütterung nach? Und ich habe grundsätzlich kein Problem damit, dass Tiere geschossen werden. Wildbraten ist lecker und ich kann mein Mittagessen auch selbst umbringen. Mich stört nur die verlogene Argumentation. Soll sich doch mal ein Jäger hinstellen und sagen, wir überhegen das Wild, damit wir viel zu schießen haben, das macht uns Spaß, ein paar Euro fürs Wildbret kommen auch rein und die Schäden am Wald nehmen wir in Kauf.
Madu1 hat geschrieben:Sie gehen nicht aus dem Wald, da es auf den abgeernteten Feldern unserer Kulturlandschaft fast keine Deckung mehr gibt. Und was sollen sie dort fressen?? Deshalb bleiben sie im Wald, weil da gibt es Deckung + Fressen.
Das hatten wir oben schon. Wozu brauchen sie Deckung? Wegen der zahlreichen Fressfeinde? Ach nein, weil ihnen sonst die Kugeln um die Ohren fliegen. Und die Landwirte, die ja auch häufig Waldbesitzer sind, könnten bei den Äsungsflächen für etwas ausgleich sorgen. Es gibt immer wieder mal so Ecken, die schlecht zu bewirtschaften sind. Da einen Wildacker drauf und fertig.
Madu1 hat geschrieben:Das behaupten nicht die Jäger, sondern das wird aller drei Jahre durch ein s.g. Vegetationsgutachten von staatlicher Seite aus festgelegt.
Dieses Vegetatonsgutachen bezieht sich auf die Verbissschäden im Wald. Die Jäger halten den Wildbestand hoch, die Verbissschäden bleiben hoch, der Abschussplan bleibt hoch oder wird erhöht. Das ist doch immer die Argumentation der Jäger, dass es in unserer Kulturlandschaft keine natürlichen Feinde mehr für das Wild gibt (außer vielleicht den Autofahrer, alle anderen hat der Jäger schon vor Jahrzehnten als Konkurrenten ausgerottet) und dass er darum regulierend eingreifen muss. Und genau das funktioniert eben nicht.
Madu1 hat geschrieben:Hm... wann und wie gefüttert werden darf, habe ich Dir schon weiter oben dargelegt. Das gilt allerdings nur in "Notzeiten". Gefüttert wird dann auch nur das Schalenwild. Meines Wissens nach stehen aber z.B. auch Enten oder Tauben oder Baummarder oder Füchse auf der Liste der jagdbaren Tierarten in Deutschland. Werden die dann auch gefüttert???
Nein, wozu auch? Erst Schalenwild sorgt für den richtigen Jagdspaß, der ganze Kleinkram ist doch nur Beifang, da wird sich auch nicht so großartig darum gekümmert. Aber die Schalenwildfütterung wird doch nicht besser, nur weil Feder- und Raubwild nicht gefüttert wird.
Madu1 hat geschrieben:Ab hier verliert sich Dein Beitrag leider völlig in jagdgegnerischen Parolen und einer Dir eigenen Art von Sarkasmus.
Nenn mir bitte mal die Krankheiten, an denen die von Dir angesprochenen Tiere sterben sollen... und strenge Winter... wann gab es denn die wirklich das letzte mal??? Guckst Du hier.
Der letzte Winter war doch schon mal nicht schlecht. Und wenn du jetzt anführst, die Winter wären ja nicht mehr streng, dann ist das doch ein weiteres Argument dafür, die Fütterungen einzustellen. Diese milden Winter überstehen die Tiere doch lässig.
Ich bin zwar kein Tierarzt, aber wenn die Population zu hoch wird, geht halt mal eine Seuche durch und räumt die meisten wieder weg, z. B. Tollwut, Schweinepest, Maul- und Klauenseuche, Myxomatose, Kokzidiose und was es da noch alles im Angebot gibt.
Madu1 hat geschrieben:Und die Raubtiere? Im Naturpark Bayerischer Wald gibt es z.B. ein s.g. "Luchsprogramm". Aber es ist die dort lebende Bevölkerung, welche die Luchse nicht haben will, da die Luchse halt hin und wieder mal die Haustiere der selbigen als Nahrungsquelle benutzen. Von Bruno dem Bären möchte ich erst garnicht anfangen, er diente zwar als Sommerlochfüller, musste aber auf Anordnung des Bayerischen Ministeriums abgeschossen werden.
Die Raubtiere wurden vom Jäger als unerwünschte Konkurrenten schon vor ewigen Zeiten ausgeschaltet.
Madu1 hat geschrieben:Falsch Das Ersuchen kam von Eurem Umweltminister Kupfer! Bitte auch hier solltest Du Dich vorab erst mal genauestens informieren! Hier ein Zitat von der Seite NABU.de
"Mein" Umweltminister heißt nicht Kupfer, sondern Söder. Und der Fall zeigt doch, wie stark der Einfluss der Jagdlobby auf die Politik ist. Die Jäger schüren jetzt schon wieder eine unbegründete Angst vorm Wolf: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/117543/
Nach dem Motto "Heute holt er euer Vieh, morgen euere Kinder". "Aber wir sind besorgt, dass die Ansiedlung eine starke Reduktion des Rehwildes verursachen wird." Ja ist doch super, genau das was wir brauchen. Eine natürliche Reduzierung des Wildbestandes. Und es ist doch offensichtlich, dass die Jäger nur Angst um ihre Zielscheiben haben. Es ist zu befürchten, dass Wölfe verstärkt im Rahmen des Jagdschutzes "versehentlich" mit Hunden verwechselt und erschossen werden. Ein Wolf ist nicht besonders groß und ist leicht zu entsorgen. Hier gilt dann die goldene Drei-S-Regel der Jagd: schießen, schaufeln, schweigen.
Madu1 hat geschrieben:Hier noch ein Link zu Jagdnetz, was Jäger in der Natur alles anrichten: http://www.jagdnetz.de/jaegerinfos/naturschutz
Die betreiben mehr Naturschutz, als es Geocacher je könnten.
Jäger sind mitverantwortlich für die hohe Zahl an Wildunfällen, sie produzieren damit Verletzte, Tote und Sachschaden, das hebt so ein bissel Pseudo-Umweltschutz, der der Erhaltung der Wildpopulation dient, nicht auf.
Madu1 hat geschrieben:Ich lade Dich gerne mal hieraus aufs Land ein. Da gehen wir dann mal ins Wirtshaus oder einfach nur durch den Ort und Du fragst dann bitte mal die Einheimischen, was die von der Jagd halten :D :shocked:
Ich bin selbst "vom Land" und wäre auch fast Jäger geworden, allerdings bin ich etwas unbedarft an dieses Hobby herangegangen. Erst im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, wie die Jäger eigentlich so ticken und was die da anrichten. Irgendwann war dann der Punkt erreicht, wo ich gesagt habe, das ist nix für mich, ich nutze den Wald lieber friedlich.
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Fetzenflieger »

Hi,

witzigerweise beobachte ich oft, daß die -dummen- Viecher sich weder von mir noch von anderen Naturnutzern, bis zu einem gewissen Mindestabstand natürlich, stören lassen. Kommt jedoch der Jagdpächter ins Revier, Hund vorneweg und Jäger im SUV hinterher, sind die Tiere verschwunden.
Für den Jagdpächter vertreiben aber generell immer alle anderen das Wild.

Gruß, Carl
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KoenigDickBauch
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von KoenigDickBauch »

Madu1 hat geschrieben:
Klausi hat geschrieben: Nicht der Freizeitdruck ist das Problem, sondern der Jagddruck. Durch die Bejagung werden die Tiere in den Wald gedrückt und durch die Winterfütterungen in den Wald gelockt.
Falsch: Jagddruck entsteht nur bei s.g. Drückjagden. Hier werden große Teile der Wälder für ca. 3 Stunden mit Jägern abgesetzt und max. 6 Hundeführer laufen dann darin kreuz und quer herum. Das Wild wird nicht (wie früher bei Treibjagden) gehetzt, kommt relativ langsam beim Schüzen vorbei, kann richtig "angesprochen" werden und bestenfalls dann auch noch "gezielt" erlegt werden. Das Wild wird somit aber nicht in den Wald gedrückt, sondern flüchtet eher aus diesem heraus.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein einzelner Jäger, welcher stundenlang auf einem Hochsitz sitzt, Jagddruck verursacht.
Nicht die Anwesenheit des Jäger auf dem Hochsitz oder bei der Treibjagd macht den Jagddruck sondern der Abschuss an sich. Die Tiere lernen sehr schnell, wo es gefährlich ist und wer damit zu tun hat.

Ich kann nur jedem Jäger empfehlen einmal auf die Insel Isle of Rum zu gehen. Hier sind beide Extreme zu erleben. Auf dreiviertel der Insel werden die Hirsche geschossen und auf einem Viertel ruht die Jagd vollständig. Auf dem einen Viertel konnte ich durch die Hirsch-Gruppen laufen, kein Scheu. Erst wenn man auf ~20m an sie ran kam dann wendeten sie sich langsam ab. Saß man an einem engen Tal, wo sie durch wollten, da kamen sie sogar auf 5m ran. Ganz anders auf dem anderen Teil der Insel. Hier gibt es so gut wie keinen Sichtschutz. 100m robben auf dem Boden um zum Abschuss zu kommen ist nicht selten. Jeder Stein, jede Delle im Gelände muss genutzt werden. Für mich war das anders, da ich als Wanderer unterwegs war, rote Jacke blauer Hut. Wenn ich um eine Ecke kam da stand ich nicht selten mit einem Hirsch Auge in Auge auf einem Trampelpfad. Da ich misch ruhig verhalten habe, trotten die Tiere meist dann langsam in einem Bogen um mich herum. Auch löste ich nie einen hektischen Aufbruch der Tiere aus, sie sahen mich und gingen langsam auf eine höhere Ebene. Diese Berichte lösten Verwunderung dann jeweils am Abend aus. Ich habe Hirsche aus der Nähe gesehen und die hatten nur nasse Knie gehabt.

Der Abschuss macht den Jagddruck!
.
"Di fernunft siget!" (J.J.Hemmer 1790 Mannheim)
Bild
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Re: Jäger u.ä. Personen und unser Hobby

Beitrag von Madu1 »

@ Klausi,
erst mal dankeschön für die Darlegung Deines Standpunktes. Aber leider siehst Du trotzdem einige Sachen falsch:

Hier erst mal die Stellungnahme des Bayerischen Jagdverbandes zum Vegetationsgutachten 2009:

BJV ruft auf, weiter eng mit den Grundeigentümer zusammenzuarbeiten

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat die Ergebnisse zum Vegetationsgutachten im Bayerischen Landtag vorgestellt. Die Überschrift der Ministeriumspressemeldung dazu lautete: „Wildverbiss hat abgenommen“ Für den Bayerischen Jagdverband (BJV) und seinen Präsidenten Prof. Dr. Jürgen Vocke ein klares Zeichen, dass man auf dem richtigen Weg ist. „In 48% der insgesamt 747 Hegegemeinschaften Bayerns wird der Abschuss beibehalten oder gesenkt. Das zeigt, dass die Jäger dort eng und gut mit den Grundbesitzern zusammenarbeiten. Dem Wald und der jungen Vegetation geht es dort gut“, so Vocke. Der BJV Präsident spricht sich in diesem Zusammenhang aber deutlich dagegen aus, in den restlichen Hegegemeinschaften die Jagd als einzige Einflussmöglichkeit auf den Waldumbau festzumachen: „Es kann nicht sein, dass immer nur nach der Büchse gerufen wird, wenn ein Baum verbissen ist. Es ist immer ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wenn es zu nicht mehr tolerierbaren Schäden kommt. Hat das Wild Ruhe, Äsung und Deckung, sind die Schäden zu vernachlässigen. Fallen diese Grundbedürfnisse des Wildes allerdings äußeren Umständen zum Opfer, dann kann die Erhöhung des Abschusses nicht die einzige Konsequenz daraus sein.“ Alle Beteiligten müssen sich an einen Tisch setzen und „neue Wege“ suchen, um den Verbiss zu reduzieren und dem Wald zu helfen. Auch den Jägern liegt an einem strukturreichen Mischwald. Für das Wild ist das sicher die bessere Heimat im Vergleich zu einer reinen Fichtenmonokultur. Der Weg dorthin ist allerdings umstritten.

BJV Präsident Vocke fordert in diesem Zusammenhang eine ehrliche Diskussion, die die Schaffung von Wildruhezonen und ausreichend natürlicher Äsung einbezieht: „Es gibt viele Möglichkeiten, dem Wild in bestimmten Bereichen Ruhe zu geben. Mit wenigen Mitteln kann man ausreichende Nahrungsangebote schaffen und für gute Deckung sorgen. Wenn dazu dann eine Schwerpunktbejagung auf sensiblen Flächen stattfindet, ist es mit dem Verbiss sicher schnell vorbei. Dazu muss man sich aber zusammensetzten und miteinander reden. Ich hoffe, dass auch diejenigen, die immer nur schnell nach erhöhtem Abschuss rufen, diesen Argumenten offen gegenüber stehen.“ Das Bayerische Jagdgesetz beginnt mit dem Satz: Die freilebende Tierwelt ist ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren. Prof. Vocke dazu abschließend: „Denjenigen, die so lautstark immer noch höhere Abschüsse fordern und Reh und Rotwild nur noch als Schädlinge bezeichnen, empfehle ich, sich etwas mehr auf diese Gesetzeszeilen zu besinnen. Zuletzt darf nicht vergessen werden, dass angemessene Wildbestände ein charakteristischer Teil unserer bayerischen Kulturlandschaft sind.“


Und diese Worte kommen vom Vorsitzenden des Bayerischen Jagdverbandes. Auf welcher Grundlage kannst Du dann das Gegenteil behaupten, nämlich dass die Jäger "mehr" schießen wollen???

Rehe sind ausgesprochene Waldtiere, die im dichten Unterholz ihre Einstände haben. Als Schlüpfertyp mit einem schmalen Brustkorb ausgestattet, leben sie so gut angepasst in dichten Vegetationsformen und allen möglichen Waldtypen. Aber das Rehwild ist als Kulturfolger auch anderweitig gut anpassungsfähig, denn bei den sogenannten Feldrehen finden wir eine gänzlich andere Adaption des Lebensraumes, als bei den Waldrehen: In ausgeräumten Agrarsteppen mit kilometerweiter Sicht haben Feldrehe ihre Einstände bezogen. Hier ist nicht die dichte Vegetation Mittel zur Feindvermeidung, sondern die weit einsehbare, offene Fläche.
Wir können noch stundenlang über das Sozial- und Fluchtverhalten dieser Wildart philosophieren... nichts desto trotz kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein einzelner Jäger, welcher auf seinem Hochsitz hockt, für "Jagddruck" sorgt.
Die angesprochene Art der Bejagung, die s.g. "Drückjagd" ist dafür da, dass in kurzer Zeit möglichst viel geschossen werden kann. Meines Wissens finden solche Drückjagden maximal 2x in ein und dem selben Gebiet statt.

Sei froh, dass die von Dir angesprochenen Krankheiten nicht dauernd unser Leben begleiten. Die Leute haben ja heutzutage schon genug Angst vor Fuchsbandwürmern oder FSME, Borreliose & Co. dass wir eigentlich froh sein können, dass solche Sachen wie z. B. Tollwut, Schweinepest, Maul- und Klauenseuche, Myxomatose, Kokzidiose kaum noch vorkommen. Wenn in einem Gebiet Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche auftreten sollten, dann weißt Du aber schon, was das für die dort ansässigen Bauern bedeutet?

Dann schreibst Du: "Erst Schalenwild sorgt für den richtigen Jagdspaß, der ganze Kleinkram ist doch nur Beifang, da wird sich auch nicht so großartig darum gekümmert."
Also dann kann ich aber nicht verstehen, wieso die anderen Tierarten wie Enten, Gänse, Hasen, Fasane, etc. zu den jagdbaren Tieren laut Gesetz gehören und meines Wissens auch bejagt werden. Also ich kann mich gut erinneren, das letztes Jahr im Herbst solche Niederwildjagden hier bei uns stattgefunden haben.

Noch etwas, wo ich nur mit den Kopf schütteln kann: "...die Tiere sollen ruhig im Winter verhungern"
Schon mal was vom Tierschutzgesetz gehört? :irre:

Und dann noch: "Mich stört nur die verlogene Argumentation. Soll sich doch mal ein Jäger hinstellen und sagen, wir überhegen das Wild, damit wir viel zu schießen haben, das macht uns Spaß, ein paar Euro fürs Wildbret kommen auch rein und die Schäden am Wald nehmen wir in Kauf."
Das dem nicht so ist, kannst Du ja oben bei Dr. Vocke nachlesen. Und ich getrau mir zu behaupten, dass es in anderen Bundesländern nicht viel anders ist.
Und die angesprochenen "paar Euro fürs Fleisch" decken beiweiten nicht die Summen, welche für Jagdpacht und Wildschadensregulierung hingeblättert werden müssen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Jäger Wildschweine züchten und dann mit einem Lächeln die von den Bauern geltend gemachten Wildschäden bezahlen.

Die Jagd ist ein ureigener Instinkt des Menschen. In der heutigen Gesellschaft geht man aber in den Supermarkt und kauft sein Essen dort ein. Bei 350.000 Menschen in Deutschland kommt dieser Instinkt aber noch vor und deshalb gehen diese Leute zur Jagd und freuen sich, wenn sie ein Wildtier überlistet haben und schießen können. So einfach ist das... oder zumindest ich sehe es so.

Das diese Leute vor uns Geocachern da waren (um zum eigentlichen Thema dieses Threads zurückzukommen), müsste es doch jeden einleuchten, dass es bei gewissen unangebrachten Verhaltensweisen zu Konflikten kommen muss. Die Jagd ist gesetzlich geregelt. Geocaching ist es Gott sei Dank noch nicht. Aber wenn einige von uns so weiter machen und auf "stur" schalten, dann braucht sich niemand wundern, wenn eines Tages das Geocachinggesetz kommt. Und dann braucht keiner denken, dass man noch Night-Caches oder Lost-Place-Caches machen kann. Denn die werden bestimmt als erstes verboten. Einige werden dann zwar sagen: "Egal, gerade weil es verboten ist macht es Spaß" ;) Aber wenn es dann die ersten Anzeigen gibt, wird es denen auch vergehen. Vielmehr sollten alle versuchen, dass das Geocaching wieder das wird, was es ursprünglich mal war. Ein geheimes Hobby! Und nicht auf Teufel komm raus jeden Cache ohne Rücksicht auf auftretende Muggel in allen möglichen Formen (auch Jägermuggel) finden zu müssen!
Für die einen ist es die Signatur - für die anderen der sinnloseste Satz der Welt.
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