Fallensteller in Deutschland?

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Toghan
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Toghan » Sa 2. Apr 2011, 23:16

radioscout hat geschrieben:Fallen könnten mit Meldern ausgestattet werden, die den Jäger sofort über Händy informieren, wenn ein Tier gefangen wurde.
leider ist der Gesetzgeber immer erheblich langsamer als der technische Fortschritt und was Geld kostet und nicht vorgeschrieben ist wird vom Anwender meist nicht eingeführt.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Klausi » So 3. Apr 2011, 07:27

Toghan hat geschrieben:leider ist der Gesetzgeber immer erheblich langsamer als der technische Fortschritt und was Geld kostet und nicht vorgeschrieben ist wird vom Anwender meist nicht eingeführt.
Wozu auch? Solche Handy-Melder ersetzen nicht vollständig die regelmäßige Kontrolle, denn Technik kann versagen. Und wenn ein Jäger eine SMS bekommt, dass eine Falle ausgelöst hat, wird er auch nicht immer unverzüglich dorthin eilen können. Was ist, wenn er gerade kein Netz hat oder die Falle ein einem netzlosen Gebiet steht? Die Jagd ist überreguliert genug, da braucht es solchen Schnickschnanck nicht auch noch.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Heimo » So 3. Apr 2011, 09:22

Vorab: Die Fallenjagd ist in den Bundesländer unterschiedlich geregelt.

Hier sind Fallen täglich am Morgen zu kontrollieren. Bestimmte Fallen-Typen am Mittag und am Abend oder tagsüber alle zwei Stunden.

Bei Lebendfallen werden in der Regel keine Warnschilder aufgestellt. Zulässig sind als Lebendfallen fast nur noch Kastenfallen, Wippbrettfallen und Rohrfallen.

Die Totschlagfallen sind in Fangbunkern oder Fanggärten aufgestellt. Zulässig sind Eiabzugseisen und Schwanenhälse. Die Zugänge werden so angelegt, dass nur die Wildart, die gefangen werden soll, Zugang findet. Zum Schutz von Personen werden an den Bunkern und Gärten Vorhängeschlösser und Warntafeln angebracht. Trotzdem kommt es vor, dass sich dumme Menschen erheblich verletzen, weil sie sich mit Gewalt Zugang zu der Falle verschaffen wollten.

Mein Tipp: Solltet ihr beim Cachen mal zufällig einen Fangbunker oder -garten entdecken, obwohl sie oft gut verblendet sind, dann laßt die Finger davon. Wer das nicht tut, hat Glück wenn die Finger oder Gliedmaßen ab sind und er zum Arzt laufen kann. Wer weniger Glück hat, hängt in der Falle fest und kann warten bis ihn jemand befreit. Wobei auch Hilfskräfte nahezu chancenlos sind, einen Schwanenhals (Totschlagfalle mit zwei Bügeln) ohne das richtige Spannwerkzeug und "gewußt wie" zu öffnen, Eigengefährdung inklusive.

Wer Schutzvorrichtungen überwunden und sich verletzt hat, hat nicht nur die Verletzungsfolgen zu tragen, sondern wird ziemlich sicher noch wegen Sachbeschädigung, Eltern wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht, strafrechtlich verfolgt. Die Jäger erstatten nämlich (aus Selbstschutz) Anzeige.

Technische Hilfsmittel, die Anzeigen wann Fallen ausgelöst haben, werden immermal diskutiert und teilweise verwendet.

Typisch deutsch erscheint mir die Forderung nach einer (richtigerweise müssten es 16 sein) gesetzlichen Regelung, die solche Hilfsmittel vorschreibt. Es ist richtig, dass der Gesetzgeber der technischen und gesellschaftlich Entwicklung stets etwas hinterher hinkt. In Hessen ist er gerade dabei aufzuholen und hat z.B. ins Gesetz geschrieben, dass der Wald zur Nachtzeit nur noch auf den Wegen betreten werden darf. Die Regelung soll in direktem Zusammenhang mit sog. Nacht-Caches stehen.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Zappo » So 3. Apr 2011, 10:57

Heimo hat geschrieben:.....Typisch deutsch erscheint mir die Forderung nach einer (richtigerweise müssten es 16 sein) gesetzlichen Regelung, die solche Hilfsmittel vorschreibt..........
Tja - mit "typisch deutsch" hab ich ja so meine Probleme - ich finde es eher kurzsichtig, daß jeder reflexartig nach gesetzlichen Beschränkungen und Regelungen schreit - aber offensichtlich nur, wenn es IHN nicht betrifft. Bis dann man dann halt merkt, daß man irgendwann auch zu einer Gruppe gehört, gegen die es auch irgendeine Mehrheit gibt, die "auf den Poden, Schurke" ruft.

Erstmal danke für die aufschlußreichen Auskennerbeiträge. Zusammenfassend würde ich sagen, daß es - entgegen mancher Meinung (auch meiner) wohl doch noch Fallenstellungen im Wald gibt, daß das -wie vieles- gesetzlich geregelt, aber legal ist - und daß man die Schilder (Nägel :kopfwand: hin, Nägel her) ernst nehmen soll und im Zweifelsfall lieber einen Prickstock statt der Hände schrottet.

Bzgl. des Sinns oder Unsinns dieser Maßnahmen denke ich nicht, daß sich hier kein Laie gut genug auskennt, da ein fundiertes Urteil zu fällen - und wenn, kann man das in einschlägigen Jagdforen diskutieren - oder mal überlegen, ob man sein nächstes Grillfleisch nicht besser bei DEM Metzger holt, wo das Vieh nicht tagelang auf der Autobahn rumgekarrt wird.

Gruß Zappo
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Zappo » So 3. Apr 2011, 11:01

Heimo hat geschrieben:..... In Hessen ist er gerade dabei aufzuholen und hat z.B. ins Gesetz geschrieben, dass der Wald zur Nachtzeit nur noch auf den Wegen betreten werden darf. Die Regelung soll in direktem Zusammenhang mit sog. Nacht-Caches stehen.
Na, DEN Wink hab sogar ich verstanden :D .

Das Problem von Nachtcaches ist m.E. auch das (Miß-)-verständnis, daß die Wegeführung oft querfeldein gehen muß. Warum das nicht auf Wegen stattfinden kann, das Final in einem abgelegenen Steinbruch o.ä. , erschließt sich mir nicht ganz.

Allerdings beißt sich da die Katze etwas in den Schwanz: Die Cacher legen Caches abseits der Wege, weil die Stages/Reflektoren sonst nicht lange leben, da die eventuell der Jäger abgreift - Die Jäger beklagen sich, daß Cachen abseits der Wege stattfindet. Ist ein Selbstläufer.

Solange es nicht innerhalb irgendwelcher Regeln legitimiert wird, naturschonende Caches zu legen, d.h. wenn alles illegal ist und eh verboten, wird sich niemand um die Feinheiten kümmern.

Ist aber - zumindest in DEM Thread etwas OT.

Gruß und Danke

Zappo
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von NelliOWL » So 3. Apr 2011, 13:26

Uns sind letztens in einem Waldstück auch mehrere seltsame Einrichtungen aufgefallen, die wir für Fallen hielten. Diese befanden sich in guter Sichtweite ca. 5 - 10 Meter neben den Wanderwegen. Einen Warnhinweis darauf haben wir in der Gegend nicht entdeckt.
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von TGN » Sa 16. Apr 2011, 18:35

NelliOWL hat geschrieben:Uns sind letztens in einem Waldstück auch mehrere seltsame Einrichtungen aufgefallen, die wir für Fallen hielten. Diese befanden sich in guter Sichtweite ca. 5 - 10 Meter neben den Wanderwegen. Einen Warnhinweis darauf haben wir in der Gegend nicht entdeckt.
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Diese Bauten nennt man "Betonrohrfalle". So eine gibt es bei uns im Wald auch, ist aber schon seit sehr langer zeit außer betrieb.
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Rupa » So 17. Apr 2011, 05:37

Zappo hat geschrieben:Erstmal danke für die aufschlußreichen Auskennerbeiträge. Zusammenfassend würde ich sagen, daß es - entgegen mancher Meinung (auch meiner) wohl doch noch Fallenstellungen im Wald gibt, daß das -wie vieles- gesetzlich geregelt, aber legal ist - und daß man die Schilder (Nägel :kopfwand: hin, Nägel her) ernst nehmen soll und im Zweifelsfall lieber einen Prickstock statt der Hände schrottet.
Es sind nicht nur die Jäger, die Fallen stellen. Ein Bekannter hat z.B. in MV 300 Marderhunde besendert und telemetriert für seine Promotion in der Wildtierforschung (Biologie). Die hat der auch nicht alle mit der Hand gefangen...
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Team-Keiler » Di 19. Jul 2011, 23:55


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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von blackbeard69 » Di 16. Aug 2011, 13:51

Da war doch letzte Nacht ein Beitrag im ZDF Info-Kanal. Vielleicht wird er ja mal wiederholt.

Thomas
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