Fallensteller in Deutschland?

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Kalleson » Mo 19. Mai 2014, 16:15

Svensson. hat geschrieben:MEINE GÜTE!!! Kaum ist der eine "Jagd-Bashing-Fred" vorübergehend zur allg. Abkühlung gesperrt, kochen die Emotionen jetzt hier hoch. Kaum zu glauben, dass hier erwachsene (!) Menschen miteinander agieren. :kopfklatsch:
Wo das denn?

Ich habe doch nur hinterfragt, ob eine "Handymelderpflicht" für Fallen nicht sinnvoll wäre und Heimo hat doch auch niemanden beleideigt, sondern einen durchaus treffenden, witzigen Kommentar geschrieben?

... also wir sind hier immer noch in der Hölle.... also da wird man doch noch... also ich meine... Svensson, Du Weichei! :p ;)
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Heimo » Mo 19. Mai 2014, 16:19

Jaga hat geschrieben: Fünf Sterne!

Und jetzt mal ernstfaft: Wir sollten eine derartige Lizenzierungs- und Prüfpflicht beim Innenministerium beantragen und über unsere örtlichen Abgeordneten forcieren. Das würde die Damen und Herren Jagdgegner unter diesem Teil der Naturnutzer erstens zum Nachdenken und zweitens zu einem gewissen Respekt den Jägern gegenüber bewegen.
Bliebe noch zu erwähnen, dass der Cache-Schein für ein Jahr gilt, dass für besondere Caches (baum-klettern, fels-klettern, tauchen etc. etc.) besondere Qulifikationsnachweise zu erbringen sind (inkl. praktischer Prüfung) und dass die Fachkunde verlorengeht, wenn die Tätigkeit fünf Jahre nicht oder überwiegend nicht ausgeübt worden ist.

Selbstverständlich muss der Cacher für alle Schäden die er anrichtet z.B. niedergetretenes Gras, zertrampelte Blumen, verscheuchtes Wild, beschädigte Bäume, Wege etc. verschuldensfrei haften - sog, Cache-Schäden. Für Cache-Schäden haftet auch der Owner für alle Schäden die im Zusammenhang mit seiner Dose entstehen. Für Cache-Schäden in 161 m Umkreis um die Dose haftet der Owner immer, es sei denn er kann nachweisen, dass es sich garnicht um einen Cache-Schaden handelt.

Man muss die Sache mit der Naturzerstörung durch Caches einerseits und die Einnahmemöglichkeiten (Steuern und Gebühren) andererseits nur den richtigen Grünen erklären, die sind so auf dem Gängeln-verbieten-besteuern-trip, dass die ganz alleine weitermachen. Alternativ wäre eine Initiative durch den Bauernverband denkbar, wenn die Cache-Förderungs-Abgabe vorwiegend den Landwirten zugute kommt und die zusätzliche Einnahmemöglichkeit durch Cache-Schäden klar hervorgehoben wird.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Heimo » Mo 19. Mai 2014, 16:20

Kalleson hat geschrieben:... ich denke, da sind wir uns einig. ;)
Wir sind uns nicht einig, unterstell mir bitte nichts.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Kalleson » Mo 19. Mai 2014, 16:29

Jaga hat geschrieben:In Österreich und der Schweiz kann jeder unbescholtene Bürger sich eine Flinte kaufen, nur bei uns herrscht diese Hysterie.
Überdenkenswerter Satz, wie ich finde...


Aber zu deinen anderen Aussagen: Ich mühe mich seit Jahren, Geocacher für Naturschutz, Jagd, etc. zu sensibilisieren und ich finde, dass sich angesichts der weiter steigenden Cacherzahlen auf diesem Gebiet tatsächlich etwas tun muss!

Aber: Ich denke dass die Vergleiche, die du gebracht hast, doch etwas übertrieben sind... denn das waren mit Ausnahme des Jägers alles Berufe (die natürlich einer Ausbildung bedürfen) und beim Jäger gibt es eben die Besonderheit, dass er eine Waffe führt und Tiere töten darf.

Geocacher fallen da eher in die Kategorie: Wanderer, Kletterer, Mountainbiker und Co.
Daher halte ich eine Ausweitung der "Bildungsangebote" ür dringend erforderlich, denke jedoch das Verpflichtungen hier weder erforderlich noch zielführend sind...

Denn denkt man das einmal weiter, wird man feststellen, dass man zum Cachen nun einmal nur ein Smartphone mit App braucht, man daher kaum kontrollieren kann, ob jemand cacht oder nicht und dieses auch schlecht (oder eher gar nicht) unterbinden kann. Der einzige Effekt wäre wohl die Abwanderung in die Anonymität von geschlossenen Plattformen, die dann ein Vorgehen gegen problematische Caches im bedarfsfall für euch (Jäger) fast unmöglich machen...

Nicht erstebenswert, wie ich finde.
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Jaga » Mo 19. Mai 2014, 16:32

Wir brauchen ein Bundes-Geocaching-Gesetz (BGeoCG) für die grundlegenden Regelungen und 16 möglichst unterschiedliche Ländergesetze für die Feinheiten, da sich Wald und Flur ja bundesländerweise unterscheiden. Ein exaktes Abbild des chaotischen Jagdgesetzgebung also, mit einer Ausnahme: Die persönlichen Voraussetzungen bei Geocachern müssen nicht ganz so streng sein wie bei Jägers, da Geocacher ja keine Waffen brauchen. Aber schon leichte Verstöße gegen Naturschutz- oder Tierschutzgesetze müssen ebenso zwingend zum Scheinentzug führen wie bei Jägers.

Tja, wer mehr Kontrolle bei anderen will, muss sie auch selbst akzeptieren. So ist das. Fangen wir an mit der Kamapagne. Erst werden die Abgeordneten weichgekocht, dann die Presse.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Kalleson » Mo 19. Mai 2014, 16:33

Heimo hat geschrieben:
Kalleson hat geschrieben:... ich denke, da sind wir uns einig. ;)
Wir sind uns nicht einig, unterstell mir bitte nichts.
Hobbies die das Führen von Waffen erlauben und das Töten von Tieren beinhalten sollten also nicht genehmigungspflichtig sein?

... also entweder driftest Du nun ins Trollen ab, oder ich beginne Angst vor dir zu bekommen...

Also ich bin hier dann mal raus.
Dachte ich bis gestern noch, die Eskalation des vorherigen Threads wäre maßgeblich auf KMundS zurückzuführen, stelle ich nun fest, dass ihr das Eskalierenlassen von Threads wohl auch ganz gut zu fördern im Stande seid.
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Kalleson » Mo 19. Mai 2014, 16:40

Achso: Da die Frage der Fallenstellung - bzw. deren Legalität ja ohnehin geklärt ist, kann hier eigentlich auch dicht.
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Jaga » Mo 19. Mai 2014, 16:42

Kalleson hat geschrieben:...ich denke dass die Vergleiche, die du gebracht hast, doch etwas übertrieben sind... denn das waren mit Ausnahme des Jägers alles Berufe (die natürlich einer Ausbildung bedürfen) und beim Jäger gibt es eben die Besonderheit, dass er eine Waffe führt und Tiere töten darf.

Wegen der Waffe braucht der Jäger keine staatliche Prüfung in Waldbau und Naturschutz. Aber kann es nicht sein, dass einem bei diesem ständigen Jägerbashing einmal der Kragen platzt und die Frage in den Raum gestellt wird, warum denn bitteschön nicht auch Geocacher in Naturschutz, Technik, Recht (sie agieren auf fremden Grundstücken), erster Hilfe und Technik staatlich geprüft werden soll? Ihr reden immer g'scheid daher, was andere anders machen und wo schärfer kontrolliert werden soll, aber selbst nehmt Ihr in Kauf, dass von Euch völlig Ahnungslose im Wald umherstapfen und nicht wissen, was sie tun.

Sorry, aber ich bin immer noch geladen wegen dieser heftigen Begleidigungen und Unterstellungen im anderen Thread. Ich weiß, dass es übertrieben ist, aber irgendwann MUSS es mal geschehen, dass sich ein paar Geocacher mal an der eigenen Nase fassen und nachdenken, bevor sie von anderen immer mehr fordern.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Heimo » Mo 19. Mai 2014, 16:42

Kalleson hat geschrieben:beim Jäger gibt es eben die Besonderheit, dass er eine Waffe führt und Tiere töten darf.
In anderen Ländern bringt das der Vater dem Sohn oder der Tochter bei, jeder unbescholtene Bürger kann eine Jagdlangwaffe kaufen und ein Revierinhaber kann einfach einen Gast mit auf die Jagd nehmen. Nur in Deutschland ist alles (über)reguliert, muss alles bis ins Kleinste reguliert sein, nur wählen, sch.... und kinderzeugen darf man ohne Lizenz oder Ausbildung.

Die beliebteste deutsche Frage ist: Darf der das?
Die zweitbeliebteste Frage: Wenn der das darf, warum tut man da nichts dagegen?

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Die Riedrinder » Mo 19. Mai 2014, 22:52

@Heimo und Jaga:

Mag vielleicht ein wenig off topic sein, meine Frage, aber mit Heimos Überlegungen zum "Cacher-Schein" ist mir da was aufgefallen: Gehört zum Jagdschein auch eine Erste-Hilfe-Ausbildung? Und wenn ja, wie umfangreich? Reicht da ein ganz normaler, "großer" Erste-Hilfe-Kurs mit 16 UE oder gibt es da weitere Anforderungen, weil euer Hobby ja einen sehr großen "Outdoor"-Anteil hat?

Hintergrund meiner Frage: Neben ein paar anderen Freizeitbeschäftigungen bin ich auch als Erste Hilfe-Ausbilder bei einer Hilfsorganisation tätig und habe bisher schon recht viele Teilnehmer in meinen Kursen gehabt, die für Sportübungsleiterscheine oder andere Scheine (Segelflugschein war das "Exotischste") eine Erste Hilfe-Ausbildung absolviert haben - nur Jäger hatte ich bisher noch nicht.

Ansonsten finde ich den Hinweis, mal ab und zu die Erste Hilfe-Kenntnisse zu überprüfen und ggf. mal wieder einen Kurs zu absolvieren (wenn auch hier in satirisch überspitzter Form gegeben) sehr gut - und nicht nur, weil ich als Ausbilder und meine oder andere Hilfsorganisationen als Anbieter was dran verdienen können...

Um die Kurve zum eigentlichen Thema bzw. eines Auswuchses davon zu bekommen, mal eine Frage wegen der ganzen Kontrolliererei und Gängelei: Wer wie ich aus der relativen Nähe einer Fastnachtshochburg (in meinem Fall Mainz) kommt, wird schon mal das schöne Lied "Wer soll das bezahlen..." gehört haben. Vielleicht sollte man sich mal drüber Gedanken machen, dass engmaschige Kontrollen vor allem einen Kostenfaktor darstellen: Man braucht für sie

a) Personal, welches darüber hinaus
b) fachkundig sein muss (und je höher qualifiziert, desto gefragter und umso teurer in "Anschaffung und Unterhaltung") und
c) den zu jeder Behörde gehörenden "Wasserkopf" an Verwaltung und Co.

Nachdem ja immer das Hohelied der Entbürokratisierung und der Verwaltungsverschlankung gesungen wird (zu meiner Verteidigung möchte ich von vornherein mitteilen, dass ich a) Angehöriger des Öffentlichen Dienstes, b) auch noch Beamter bin und c) zeitweise auch in der Personalvertretung tätig war) und ich als "Insider" durchaus die Verhältnisse im Öffentlichen Dienst kenne, was Personal und Material angeht, bitte ich darüber mal kurz nachzudenken, welchen Aufwand wir für eine solche engmaschige Kontrolle betreiben müssen.

Natürlich darf jetzt gleich wieder daran gedacht werden, alle anfallenden Kosten auf die Jäger abzuwälzen (einfach und brillant - ich liebe solche Lösungen) - aber aus meinem direkten Arbeitsbereich, der etwas mit Strafverfolgung und Strafvollzug zu tun hat, weiß ich, dass selbst bei politisch gewollten Projekten, die dementsprechend auch gut finanziert werden, oft genug große Kontrolllücken entstehen. Und um Godwin's Law gleich auch noch zu strapazieren: Richtig gut funktionierende und sehr effiziente Überwachungssysteme hatten wir in unserer Geschichte glücklicherweise nur in den Zeiten, als totalitäre Ideologien unser Land bzw. einen Teil davon beherrschten. Wollen wir das?
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