Fallensteller in Deutschland?

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Marschkompasszahl
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Marschkompasszahl » Mo 19. Mai 2014, 23:01

Um das Thema OFFTOPIC mal weiter zu führen -
dank der letzten Waffenrechtsnovellierung ist die im im GG garantierte Unverletzlichkeit der eigenen vier Wände obsolet geworden. Legalwaffenbesitzer dürfen also jeder Zeit mit einer "ordentlichen" Überprüfung ihres Domizils rechnen. Eben weil - auch eben durch die Umstände von Winnenden - gefordert wurde, dass die rechtmäßige Lagerung der Waffen jederzeit überprüft werden müsse.
Einige Gemeinden (ich will nicht lügen, aber die Schwaben waren wohl die ersten) haben daraufhin die verwaltungstechnisch angeordnete Überprüfung auch gleich mal um eine Kostennote ergänzt.
Sinngemäß: "Allgemeine Verkehrskontrolle - Führerschein, Fahrzeugapiere, Warndreieck und Verbandkasten. Danke, dass Sie für diese Überprüfung bereit sind, zwanzig Euro zu zahlen."

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Jaga » Di 20. Mai 2014, 00:01

Marschkompasszahl hat geschrieben:Um das Thema OFFTOPIC mal weiter zu führen -
dank der letzten Waffenrechtsnovellierung ist die im im GG garantierte Unverletzlichkeit der eigenen vier Wände obsolet geworden. Legalwaffenbesitzer dürfen also jeder Zeit mit einer "ordentlichen" Überprüfung ihres Domizils rechnen. Eben weil - auch eben durch die Umstände von Winnenden - gefordert wurde, dass die rechtmäßige Lagerung der Waffen jederzeit überprüft werden müsse.
Einige Gemeinden (ich will nicht lügen, aber die Schwaben waren wohl die ersten) haben daraufhin die verwaltungstechnisch angeordnete Überprüfung auch gleich mal um eine Kostennote ergänzt.
Sinngemäß: "Allgemeine Verkehrskontrolle - Führerschein, Fahrzeugapiere, Warndreieck und Verbandkasten. Danke, dass Sie für diese Überprüfung bereit sind, zwanzig Euro zu zahlen."
Es hat sicher kein vernünftiger Mensch etwas dagegen, wenn sich einer von der Behörde anmeldet, vorbeikommt und das Typenschild des Waffenschranks und dessen Verankerung kontrolliert. Zwei Dinge sind aber nicht in Ordnung:

1. Obwohl in der Durchführungsverordnung zum WaffG explizit steht, dass diese Kontrollen im Sinne der öffentlichen Sicherheit sind und daher kostenfrei zu bleiben haben, wird, außer in Bayern, kassiert. Allen voran das Grün regierte Baden Württemberg: 220 Euro, auch wenn keine Beanstandung vorliegt. Dagegen hat einer geklagt und recht bekommen, denn Gebühren müssen sich, wenn sie schon erhoben werden, an den realen Aufwendungen orientieren.

2. Es wurde von Behördenseiten so getan, als ob sie werweißwieviele unsachgemäß verstaute Waffen gefunden hätten. Verschwiegen wird, dass man zunächst bei den Erbwaffenbesitzern kontrolliert hat. Das sind jene, die Opas Kanone aus dem Krieg oder seinen Karabiner geerbt hatten und, da sie keinen Bezug zu dem Eisen hatten, die irgendwo verstaut, vielleicht sogar an die Wand gehängt hatten. Fast keine Beanstandungen gab es bei den Schützen und Jägern. Dort ist der Besitz eines Schranks oder eines kleinen Tresors entsprechender Sicherheitsstufe einfach völlig normal, das gehört zu den Grundvoraussetzungen.

Ich will ja nicht der völligen Freiheit wie in den USA das Wort reden, aber ein wenig entkrampfter wie in Österreich und der Schweiz könnte man die Sache schon angehen. Hier bei uns wurde jüngst ein Jugendlicher festgenommen, weil er ein Kartoffelgewehr, was immer das ist, im Kofferraum hatte. Mein Gott! Möglicherweise ist er jetzt vorbestraft wegen solch eines Mists. Da denke ich manchmal: Haben wir denn wirklich keine anderen Sorgen mehr?

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von radioscout » Di 20. Mai 2014, 00:24

Jaga hat geschrieben: Hier bei uns wurde jüngst ein Jugendlicher festgenommen, weil er ein Kartoffelgewehr, was immer das ist, im Kofferraum hatte. Mein Gott! Möglicherweise ist er jetzt vorbestraft wegen solch eines Mists.
Wahrscheinlich so was: http://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffelkanone
Aufgrund der davon ausgehenden Gefahr ist die Verurteilung gerechtfertigt.
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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Jaga » Di 20. Mai 2014, 00:26

radioscout hat geschrieben:
Jaga hat geschrieben: Hier bei uns wurde jüngst ein Jugendlicher festgenommen, weil er ein Kartoffelgewehr, was immer das ist, im Kofferraum hatte. Mein Gott! Möglicherweise ist er jetzt vorbestraft wegen solch eines Mists.
Wahrscheinlich so was: http://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffelkanone
Aufgrund der davon ausgehenden Gefahr ist die Verurteilung gerechtfertigt.
Dann hat mir der Name Harmlosigkeit suggeriert. 100 Joule ist schon was.

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Migu1006 » Di 20. Mai 2014, 07:00

Moin,

so eine Kartoffelkanone hat der Sohn einer Bekannten auch mal gebastelt, nachdem er auf Pro7 irgendsoeine Wissensendung geguckt hat. Da er die Klappe nicht halten konnte, haben ihn Andere verpfiffen und die Polizei stand bei ihm vor der Tür. Da war was los.... ;)

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Schrottie » Di 20. Mai 2014, 08:37

Hmm, das kommt jetzt drauf an. Es gibt ja die hier schon beschriebene Kartoffelkanone, aber auch Kartoffelpistolen. Letztere sind kleine Spielzeuge, bei denen man mit dem "Lauf" kleine Kartoffelstückchen aus einer Kartoffel stanzt und dann mit Federlast verschießt. Die sind wirklich nur dann gefährlich, wenn man allergisch gegen Kartoffelstärke ist. Die Rede ist nun von einem Kartoffelgewehr. Das kann durchaus dazwischen verortet werden, ist also entweder ein fieses Luftdruckgerät oder ein harmloses Spielzeug das Eintopfreste durch die Gegend fliegen lässt. Und ohne hier genau zu wissen was da tatsächlich gefunden wurde, halte ich es für unsinnig irgendwelche Theorien aufzustellen.
Good Byte,

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Re: Fallensteller in Deutschland?

Beitrag von Zappo » Di 20. Mai 2014, 09:27

Der Zusammenhang zwischen Geocaching und Fallenstellen ist denn doch zu vage, als daß ich den Thread als hier richtig empfinde. Und Diskussionen über Kartoffelkanonen wären vielleicht auf der Wiese besser aufgehoben - wenn überhaupt.

Ich mach mal zu.

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