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Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Moderator: Zappo

Die Baumanns
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Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von Die Baumanns » So 17. Jul 2011, 20:24

Die Jägerschaft hat diverse Vertreter der Naturnutzer eingeladen um mit Ihnen über Geocaching zu diskutieren. Wer mit einem gemeinschaftlichen eindreschen gerechnet hat, wurde enttäuscht.
Im Goldsaal des Kongresszentrums Westfalenhalle konnten ca. 120 Teilnehmer begrüßt werden, darunter ca. 15-20 Geocacher, ca. 20-30 Mitglieder verschiedener Institutionen und Behörden, sowie ca. 60 Jäger.
(meine Einschätzung)

Begonnen wurde mit einem Vortragblock der einzelnen Interessenverbände.
vertiefte Infos gibt es in dem Flyer http://www.ljv-nrw.de/ljv/1.0/kk_redsys ... ng_web.pdf

Arno Kaminski, geocachender Hauptjugendward im Eifelverein (DWJ) stellte Geocaching vor.

Dietrich Graf von Nesselrode stellte die Probleme aus der Sicht der Waldbesitzer vor.

Heiner Langhoff aus der Sicht eines Naturschützers

Friedrich von Massow beschrieb das Anliegen der Jägerschaft

Alle Vorträge wurden sehr neutral vorgetragen, immer um Dialogbereitschaft bemüht und
natürlich wurde der Finger in die Wunde gelegt, denn wir Geocacher sind ein neuer Baustein der Freizeitsuchenden in der Natur, die auch Probleme mit sich bringen. Vielfach konnte man aber auch sehr viel Unkenntnis vernehmen, was wir da überhaupt in der Natur tun.
Allgemeiner Tenor der Wünsche ist die Wegenutzung im Wald, keine Caches die querfeldein durch den Wald gehen, keine Beschädigung fremden Eigentums (Nägel in Bäume, oder Stationen an jagdlichen Einrichtungen) und natürlich der Respekt fremden Eigentums (Privatwald, bzw. Privatgelände). Eigentlich Dinge die dem naturbewussten Geoacher klar sein sollten, oder man sich zumindestens vorher Gedanken drum machen sollte. Weiterhin hat man den Wunsch angetragen, das man bei der Benutzung des Waldes versuchen sollte den Eigentümer um Erlaubnis zu fragen, als Vermittler der Eigentumsverhältnisse kann das örtliche Forstamt dienen.

Anschließend an die Vortragsreihe gab es nach einer kurzen Pause eine Diskussionsrunde, bei der von den wenigen anwesenden Geocachern, deutliche Gesprächsbereitschaft signalisiert wurde.
Es gab keine Anfeindungen, noch wurden wir als Geocacher an den Pranger gestellt. Es wurde sachlich über die Themen diskutiert, immer wieder auch um weiteren Dialog bemüht.

Mein Fazit dieser Veranstaltung ist absolut positiv, man ist sich bewusst, dass man das Geocaching nicht verbieten kann, noch möchte man irgendwelche Gesetze oder Verordnungen. Man möchte aber auf die Regeln im Wald hinweisen, die aber zum Teil gar nicht mehr in der Schule oder von den Eltern vermittelt werden. Wir müssen in den Dialog kommen, Naturschutzgebiete erkennen und entsprechend behandeln, ein Auge auf unsere Cacheausleger haben und auf Fehler oder Probleme hinweisen und auch nicht vor der Einschaltung eines Reviewers zurückschrecken.

Ein weiterer ganz wichtiger Punkt ist der Kontakt zum Owner eines Geocaches, da haben die Jäger als auch Förster und Naturschützer ihre Probleme an die Geocacher heranzukommen. Da man mit dem Internet und den unterschiedlichen Plattformen gar nicht vertraut ist. Hier sind wir am Zuge um anzuzeigen, wie wir zu erreichen sind. Ein erster Gedanke meinerseits ist, dass es lokale Geocacher gibt, die sich als Kontaktpersonen zu den jagdlichen Hegeringen zur Verfügung stellen. So hat man ein Bindeglied zu der Jägerschaft und kann bei Problemen oder Fragen beiderseits einen Kontakt vermitteln. Nun muss das Ganze ein wenig organisiert werden, dazu würde ich mich zur Verfügung stellen.

Weiterhin ist ja schon angeklungen, das bei den meisten Geocachern sehr viel Unkenntnis zu Natur und Wald besteht, dazu werde ich Kontakt mit dem NUA http://www.nua.nrw.de/ aufnehmen und versuchen ein Event zu organisieren.
Die Naturfreunde aus Bochum wollen eine Veranstaltung anbieten, bei der ein Verhaltenskodex in der Natur erstellt werden soll.

Es wird spannend, die Jägerschaft hat einen wirklich sehr netten großen Schritt auf uns zu gemacht und hat uns zum Gespräch eingeladen. Wir sollten es nutzen, auch wenn es mal unbequem werden kann.

Weiterhin Happy Hunting
Guido
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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von Die Baumanns » So 17. Jul 2011, 20:24

Ich ziehe das Thema mal in das entsprechende Forum, das es ja nicht nur NRW betrifft.

Gruß Guido
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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von JR849 » So 17. Jul 2011, 22:31

Vielen Dank für die Zusammenfassung. :)
Die Baumanns hat geschrieben:Begonnen wurde mit einem Vortragblock der einzelnen Interessenverbände.
vertiefte Infos gibt es in dem Flyer http://www.ljv-nrw.de/ljv/1.0/kk_redsys ... ng_web.pdf
Beim Einfügen des Links ist wohl was kaputt gegangen. ;)
Die Baumanns hat geschrieben: ... Hier sind wir am Zuge um anzuzeigen, wie wir zu erreichen sind. Ein erster Gedanke meinerseits ist, dass es lokale Geocacher gibt, die sich als Kontaktpersonen zu den jagdlichen Hegeringen zur Verfügung stellen. So hat man ein Bindeglied zu der Jägerschaft und kann bei Problemen oder Fragen beiderseits einen Kontakt vermitteln. Nun muss das Ganze ein wenig organisiert werden, dazu würde ich mich zur Verfügung stellen...
Ich hatte mich schon vor längerer Zeit angeboten, das Ergebnis kann man hier sehen. Leider hat sich keiner mehr gemeldet und Herr Lachenmaier hat mich wohl auch vergessen. :/
Hast du schon konkrete Gedanken zur Umsetzung? Eine Art Karte oder Liste mit Ansprechpartnern auf Geocaching- und Jagdseite?

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Marcel123
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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von Marcel123 » So 17. Jul 2011, 22:57

JR849 hat geschrieben:Ich hatte mich schon vor längerer Zeit angeboten, das Ergebnis kann man hier sehen. Leider hat sich keiner mehr gemeldet und Herr Lachenmaier hat mich wohl auch vergessen. :/
Hast du schon konkrete Gedanken zur Umsetzung? Eine Art Karte oder Liste mit Ansprechpartnern auf Geocaching- und Jagdseite?


Ja, das Problem kenne ich.
Ich war auf einem geschottertem Waldweg (kein Verbotsschild) mit dem MTB unterwegs. Jäger braust mit seinem Jeep an mir vorbei, bremst mich aus, springt aus seinem Auto und schreit mich an, ich wäre doch auch einer dieser "Geokatscher" weil ich so ein GPS dabei hätte. Habe ihm dann nach seinem Problem gefragt, und er hat mich wild beschimpft, wir würden sein Wild auf die Straße teiben. Habe kurz auf die Karte geschaut, und keinen Cache (bei GC) gesehen, der wirklich im Wald direkt liegt. Alles an Wegen. Habe das dem guten Mann dann so erklärt (sachlich freundlich). Wo genau der Cache lag konnte er mir auch nicht erklären. Habe Ihm dann eine Visitenkarte von mir gegeben mit der Bitte, er solle mir doch eine Beschreibung wo der Cache liegt per Email schicken und könne mich bei größeren Problemen anrufen, ich würde dann versuchen zu vermitteln.
Leider bekam ich nie eine Antwort

Zweiter Fall, ich wurde von einem Jäger beim Loggen eines Caches (der an einem durchfahrt verboten schild hing) erwischt. Der Herr in Grün sprang direkt aus seinem Geländewagen mit silbernem Stern und rannte auf mich zu. "Das ding muss da weg, sofort". Versucht freundlich auf ihm zuzugehen, er blieb im vergleich zu jäger 1 sachlich und wurde zum schluss hin sogar nett. Habe ihm auch eine Visitenkarte gegeben, wenn es mal ernsthafte Probleme geben würde, könne er mich anrufen oder anschreiben, dann nehme ich kontakt zu den entsprechendem cachern auf. Leider wurde auf den Cache 2 Tage später ein DNF geloggt und der Jäger hat sich nie bei mir gemeldet :(

Die Frage ist, wer hier den Dialog will und wer nicht :(

Gruß
Marcel
NUR TOTE FISCH SCHWIMMEN MIT DEM STROM...

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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von moenk » Mo 18. Jul 2011, 00:21

Marcel123 hat geschrieben:an, ich wäre doch auch einer dieser "Geokatscher" weil ich so ein GPS dabei hätte.
Sind wir nie. Wir kartieren die Gegend für OSM. Falsch verbunden.
Bild Denkst Du noch selber oder bist Du schon Schwarm?

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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von Die Baumanns » Mo 18. Jul 2011, 07:55

Marcel123 hat geschrieben: Ja, das Problem kenne ich.
Ich war auf einem geschottertem Waldweg (kein Verbotsschild) mit dem MTB unterwegs. Jäger braust mit seinem Jeep an mir vorbei, bremst mich aus, springt aus seinem Auto und schreit mich an, ich wäre doch auch einer dieser "Geokatscher" weil ich so ein GPS dabei hätte. Habe ihm dann nach seinem Problem gefragt, und er hat mich wild beschimpft, wir würden sein Wild auf die Straße teiben. Habe kurz auf die Karte geschaut, und keinen Cache (bei GC) gesehen, der wirklich im Wald direkt liegt. Alles an Wegen. Habe das dem guten Mann dann so erklärt (sachlich freundlich). Wo genau der Cache lag konnte er mir auch nicht erklären. Habe Ihm dann eine Visitenkarte von mir gegeben mit der Bitte, er solle mir doch eine Beschreibung wo der Cache liegt per Email schicken und könne mich bei größeren Problemen anrufen, ich würde dann versuchen zu vermitteln.
Leider bekam ich nie eine Antwort

Zweiter Fall, ich wurde von einem Jäger beim Loggen eines Caches (der an einem durchfahrt verboten schild hing) erwischt. Der Herr in Grün sprang direkt aus seinem Geländewagen mit silbernem Stern und rannte auf mich zu. "Das ding muss da weg, sofort". Versucht freundlich auf ihm zuzugehen, er blieb im vergleich zu jäger 1 sachlich und wurde zum schluss hin sogar nett. Habe ihm auch eine Visitenkarte gegeben, wenn es mal ernsthafte Probleme geben würde, könne er mich anrufen oder anschreiben, dann nehme ich kontakt zu den entsprechendem cachern auf. Leider wurde auf den Cache 2 Tage später ein DNF geloggt und der Jäger hat sich nie bei mir gemeldet :(

Die Frage ist, wer hier den Dialog will und wer nicht :(

Gruß
Marcel
Das sind die negativen Fälle, mit denen auch die Verbände zu kämpfen haben.
Tenor war die Kommunikation und ein Miteinander, das der Verband nicht für alle spricht ist doch überall so, auch bei den Geocachern gibt es A....lochcächer.
Ein Beispiel wurde benannt, wo 4 Geocacher bei einem einen Jäger trafen und den Jäger des Waldes verwiesen, oder Ihn Anzeigen würde, das er sie mit der Waffe bedroht hat.
Das sind die Kollegen, mit denen ich mich nicht auf eine Stufe stellen möchte.
Das Feld überlasse ich gerne den Jagdhassern.
Das was hier auftaucht, sind zudem nur die Problemfälle, überall dort, wo es keine Probleme gibt und es ein miteinander gibt, die Informationen tauchen nur spärlich auf.

Gruß Guido
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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von Die Baumanns » Mo 18. Jul 2011, 07:58

JR849 hat geschrieben:Vielen Dank für die Zusammenfassung. :)

Ich hatte mich schon vor längerer Zeit angeboten, das Ergebnis kann man hier sehen. Leider hat sich keiner mehr gemeldet und Herr Lachenmaier hat mich wohl auch vergessen. :/
Hast du schon konkrete Gedanken zur Umsetzung? Eine Art Karte oder Liste mit Ansprechpartnern auf Geocaching- und Jagdseite?
Das ist auch meine Erfahrung mit den Jagdforen, es scheint als, ob es keine konkreten Probleme gibt.

Ich versuche zur Zeit eine Liste der Hegeringe in NRW zu bekommen, und dann direkt Ansprechpartner zu finden.

Wie zäh das ganze wird, wird man sehen, nur dürfen wir uns nicht verweigern.

Gruß Guido
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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von Die Baumanns » Mo 18. Jul 2011, 08:01

Hier noch einmal der Link zu der Einladung:
Einladung

Gruß Guido
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HomerJayS
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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von HomerJayS » Mo 18. Jul 2011, 09:13

Danke für die Zusammenfassung.

Wenn alle Seiten den Mund in freundlicher Absicht zur sinnvollen Kommunikation benutzen, wird es in Zukunft ein besseres Miteinander geben. (zumindest kann man das ja hoffen)

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Re: Symposium Geocaching und Natur in Dortmund vom 16.7.2011

Beitrag von adorfer » Mo 18. Jul 2011, 12:33

Marcel123 hat geschrieben: Zweiter Fall, ich wurde von einem Jäger beim Loggen eines Caches (der an einem durchfahrt verboten schild hing) erwischt.
Das Problem, was die Jäger bedrückt ist, dass jetzt plötzlich immer mehr Leute in "ihrem" Wald sind.
Und zwar Leute, die sich vollständig anders bewegen als die bisher üblichen Spazier-, Wander- und Radkermuggel.
Selbst wenn die sich sich auf den Wegen fortbewegen, die Cacher kommen bei jedem Wetter und sogar nachts.
Und sie kommen in großen Gruppen, in denen man sich ständig extrem viel zu erzählen hat (nicht wie die Streckenwanderer, die sich irgendwann nichts mehr zu sagen haben und dann nur noch wandern). Und Geocacher sind langsam! Und laufen wild im Zickzack durch den Wald, fast jede Gruppe auf einer anderen Route (wenn der Wald voller Tradis liegt).

Von daher: Es hilft dem Jäger nichts, wenn die Tradis alle direkt am Weg liegen. Die bloße Anwesenheit von Caches und deren Suchern allein stört bereits hinlänglich.
Zumal bei entsprechender 1,5/1,5er-Tradi-Dichte auch entsprechend viele Cacher vorbeischauen...

Was den Jägern helfen würde: Die Anzahl der Cacher und der Caches zu verringern, also den absoluten "Cachedruck" zu verringern. Denn jeder Neucacher ist auch ein potentieller Homezone-Freihalter.
Adorfer
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"Die Statistikcacher machen das Cachen kaputt, weil die Muggle die Nase voll haben!" (König Dickbauch)

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