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Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Moderator: Zappo

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Marschkompasszahl
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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von Marschkompasszahl » Mi 18. Jan 2012, 00:10

quercus hat geschrieben:[...]aber heutzutage will man pech nicht mehr akzeptieren, es muss immer einen schuldigen geben, den man zur verantwortung ziehen kann.

wenn wir als kinder auf eine baustelle eingebrochen sind, haben uns zuerste die bauerbeiter den arsch versohlt und dann noch unsere eltern. heute verklagen die eltern erst den bauunternehmer, weil man über einen 2m hohen zaun klettern kann und dann noch die bauarbeiter, die die gören gemqaßregelt haben. so sieht es leider aus. [...]
Wenn es immer heißt, wir hätten hierzulande bald "amerikanische Zustände", dann muss ich dem leider zustimmen. Aber nicht, weil wir hier in Kürze Mord und Totschlag haben (Hartz4 und rtl2 sind ausreichend Opium fürs Volk), nein sondern eher in der Produkthaftung, usw. Ich sage nur: frischer Kaffee könnte heiß sein; Kleintiere trocknet man nicht in der Mikrowelle, usw.

Gewisse Sachen gehören nun mal zum Leben dazu, die muss man lernen - auch wenn es schmerzhaft ist. Ebenso gehört es zur Aufsichtspflicht, dass sich der Zweijährige eben NICHT an der heißen Herdplatte verbrennt. Aber genau das ist die Mischung: zwischen Vorsorge und Erfahrung, um mögliche Gefahren ausschließen oder zumindest reduzieren zu können. Man kann aber auch nicht alle Gefahrenquellen eliminieren.

Wer so naiv ist, der verdient es eigentlich, dass ihm der Knüppel auf den Kopf fällt. Doch genau jene wären die ersten, die Anzeige erstatten würden, wenn der Waldbesitzer links und rechts des Weges 5m abholzen würden und 3m hohe Zäune aufstellen würde.

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Zappo
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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von Zappo » Mi 18. Jan 2012, 09:28

Tja, alles recht und schön - aber irgendwie sollte sich doch auch jeder fragen, ob er bei Bedarf nicht auch auf den Zug aufspringt? Beim Pudel in der Mikrowelle (obwohl ich das als urban legend betrachte) mag das etwas überspitzt sein und wer den Grundstückseigentümer dafür haftbar macht, daß er über eine Wurzel stolpert, hat sie wohl wirklich nicht alle - aber wo ist die Grenze?
Auto kaputt, weil die Stadt nicht geräumt hat oder ein Schlagloch ohne Kennzeichnung rumliegt? Kann ja wohl jeder mal überlegen, wo sein Reflex anfängt, eigene Fehlleistung / Pech/ whatever mit einem Verschulden anderer zudecken zu wollen.

Aber zum Thema: Diese Verkehrssicherungspflicht "Toter Ast" gilt doch sicher auch für Staat und Gemeinden - und wenn man das mit dem allgemeinen Betretungsrecht auch außerhalb der Wege in Deckung bringt, müsste doch eigentlich jeder Baum kontrolliert und beschnitten werden - verrückt.

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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von machmalhalblang » Mi 18. Jan 2012, 10:08

Immerhin wurde ja eine Revision beim BGH zugelassen. Bis dahin bleibt eigentlich nur festzustellen, dass zwei Gerichte unterschiedlicher Ansicht waren (sowas soll ja vorkommen). Es ist also noch zu früh, hier von amerikanischen Verhältnissen zu sprechen.

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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von The New Cachers » Mi 18. Jan 2012, 10:14

Zappo hat geschrieben:...den Grundstückseigentümer dafür haftbar macht, daß er über eine Wurzel stolpert, hat sie wohl wirklich nicht alle -
Da sind die Krankenkassen schon ganz schnell damit zu fragen, wobei man sich denn die Verletzung zugezogen hat. Ich hatte mir im letzen Winter im vorletzten Jahr (Dez 2010 ;) ) mal den Fuss verknackst. War beim Arzt und wurde für ein paar Tage krankgeschrieben. Prompt kam von meiner KK ein Fragebogen, wie denn das passiert ist und wo den usw. usf. Wenn ich nun geschrieben hätte: "Bin auf dem Gehweg vor dem Anwesen xyz aufgrund von glätte ausgerutscht" Hätte sich wohl die KK an den Grundstückseigentümer wegen etwaigem Regress gehalten, denke ich.

Ich finde, wir werden mittlerweile einfach dazu "erzogen" das immer jemand anderes Schuld haben muss!
Sehr schade solche Entwicklungen!
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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von cahhi » Mi 18. Jan 2012, 10:16

Zappo hat geschrieben:Tja, alles recht und schön - aber irgendwie sollte sich doch auch jeder fragen, ob er bei Bedarf nicht auch auf den Zug aufspringt? Beim Pudel in der Mikrowelle (obwohl ich das als urban legend betrachte) mag das etwas überspitzt sein und wer den Grundstückseigentümer dafür haftbar macht, daß er über eine Wurzel stolpert, hat sie wohl wirklich nicht alle - aber wo ist die Grenze?
Genau das sehe ich auch als Problem. Ich empfinde es z.B. auch als Zumutung, dass ein Grundstückseigentümer von 7-22Uhr bei entsrpechendem Wetter im Halbstundentakt den Gehweg räumen muss. Wer halbwegs bei Trost ist, beauftragt hier ein Unternehmen, dass diese Bediungungen zwar auch nicht einhalten kann, aber dafür im Gegenzug die Haftung übernimmt...

Andererseits empfand ich es auch als Frechheit, dass der Autohändler auf meinem Arbeitsweg seinen ca. 50m langen Bürgersteigabschnitt über viele Wochen mit Schnefall und Tauwetter im Wechsel überhaupt nicht geräumt und gestreut hat und man auf einer hügeligen Eiskruste entlangbalancieren musste.
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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von CacherWHV » Mi 18. Jan 2012, 10:20

Mir fällt bei sowas spontan der Weg ein, den ich jeden Morgen zur Arbeit radel. An einer Stelle ragen eigentlich inzwischen Standardmäßig die Äste eines Baumes mitten in den Weg, ohne, dass es offensichtlich jemanden interessiert. Man kann kaum durchsehen und MUSS ausweichen. Witzig wird es hier, wenn einem ein anderer Fahrradfahrer entgegen kommt.

Oder aber (das war letztes Jahr) es liegt mitten auf dem Fahrradweg ein riesen Haufen Schnee, der offensichtlich von beiden Richtungen dort aufgetürmt wurde. Ok, zugegeben, der Fahrradweg war geräumt, aber ein vorbeikommen war nur über das Ausweichen auf der angrenzenden Bundesstraße möglich, welche morgens um 7:30 nicht wenig befahren ist.

Die Frage ist natürlich, was sich die Verantwortlichen dabei denken. Ich mein, das fällt irgendwie in die Kategorie "Wir sind alle gleich, einige sind aber gleicher."

Verstehe ich das in dem Artikel eigentlich richtig, dass ein Schild "Privatbesitz - Betreten auf eigene Gefahr" nicht reicht?

Gruß
Jens (1/2 Cacher WHV)
Ein Stat. Punkt um jeden Preis? Danke nein, ich bleibe Genusscacher aus Überzeugung.

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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von The New Cachers » Mi 18. Jan 2012, 10:23

cahhi hat geschrieben:dafür im Gegenzug die Haftung
Wie war gerade das Urteil des BGH zur Räumpflicht der Bahn?
So blieb eine Klage der Frau gegen die DB Station & Service AG erfolglos - die Gesellschaft betreibt zwar die Bahnhöfe, hatte die Räum- und Streupflicht aber auf einen Subunternehmer übertragen.

Der Kunde soll nicht nur im Zug geschützt werden

So leicht könne sich die Bahn nicht vor ihrer Verantwortung drücken, entschieden die Richter jetzt.
Quelle http://www.n-tv.de/ratgeber/Bahn-haftet ... 42246.html

Das kann man zwar wohl nicht so ohne weiteres Übertragen, aber interessant sind solche Urteile (zumindes für den Laien) schon.
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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von cahhi » Mi 18. Jan 2012, 10:25

CacherWHV hat geschrieben: Verstehe ich das in dem Artikel eigentlich richtig, dass ein Schild "Privatbesitz - Betreten auf eigene Gefahr" nicht reicht?
Sowas kann sogar nach hinten losgehen, wenn jemand explizit "auf eigene Gefahr" dranschreibt, dann kann daraus sogar konstruieren, dass der Grundstückseigentümer über die Gefahren bescheid wusste und sie nicht beseitigt hat...
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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von MadCatERZ » Mi 18. Jan 2012, 10:35

Zappo hat geschrieben: Auto kaputt, weil die Stadt nicht geräumt hat oder ein Schlagloch ohne Kennzeichnung rumliegt? Kann ja wohl jeder mal überlegen, wo sein Reflex anfängt, eigene Fehlleistung / Pech/ whatever mit einem Verschulden anderer zudecken zu wollen.
Es ist eine Sache, auf einer erkennbar schlechten Straße mit Tempo 50+ in ein Schlagloch zu kacheln,
es ist eine ganz andere, mit Tempo 10 über ein 20 Meter langes Stück Kraterlandschaft zu schleichen und sich dabei festzufahren - das Tempo-10-Schild reicht in diesem Fall eben nicht aus, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen - so geschehen vorletztes Jahr in Norderstedt.

Zum Thema: Mich würde es nicht verwundern, wenn das Urteil bei einem anders gelagerten Fall in einem Staatsforst anders gelautet hätte. Denn gerade in Deutschland ist auch wichtige, wer etwas macht/verursacht, nicht nur was gemacht/verursacht wurde, siehe den Maultaschenfall. In einem anderen Fall hat ein Manager Privateinkäufe über die Firmenkreditkarte laufen lassen, also wirklich vorsätzlich betrogen, das war dann vor Gericht kein Grund für eine fristlose Kündigung

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Re: Ein Grund mehr gegen Caches im eigenen Wald

Beitrag von quercus » Mi 18. Jan 2012, 10:38

@zappo: Natürlich haben auch Gemeinden und Länder die Pflicht zur Verkehrssicherung. Städte haben heute in der Regel durchnummerierte Baumkataster, in denen Baumgutachter alle Paar Monate den Zustand aktualisieren.
Ein Ergebnis dieser Entwicklung sind im übrigen die Alleebäume, die aussehen als seien es alles Kopfweiden (total abgestummelte Äste). Jeder Dendrologe weiß, dass damit das Todesurteil gesprochen wurde, aber es ist weithin sichtbar, dass der Besitzer etwas getan hat.

@CacherWHV: Viele wissen das gar nicht: Schilder mit dem Hinweis: "Auf eigene Gefahr" haben nie eine rechtsgültige Bindung. Man kann sich mit einem Schild nicht aus der "Haftung" stehlen. Wenn überhaupt könnte das nur ein richtiger Vertrag und auch in denen sind allgemeine Haftungsausschlüsse unwirksam. (Beispiel: Hotel "Die Benutzung des Pools geschieht auf eigene Gefahr") Diese Schilder sind sinnlos, besser wäre es allgemein auf mögliche Gefahren hinzuweisen.
Aber da viele Menschen das glauben, "funktionieren" sie halt noch.

Einen Punkt haben wir noch nicht angesprochen, der ist aber wichtig und wird verhindern, dass es irgend wann mal wieder "besser" wird: Mittlerweile ist die Verkehrssicherung ein riesengroßes Geschäft an dem sehr viele Anwälte, Maschinenverleiher, Softwareproduzenten, Berater, Versicherungen, Gutachter, Baumpfleger, Gartenbaufirmen, Maschinenbauer, Chemiefirmen usw. verdienen

Schon Herr Moore hat uns gezeigt, was für ein gutes Geschäft die Angst ist und wie brutal Entwicklungen verlaufen an denen Anwälte und Versicherungen verdienen.
Zuletzt geändert von quercus am Mi 18. Jan 2012, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
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