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Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Moderator: Zappo

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BretonePaul
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von BretonePaul »

Widersprichst du dir bei Punkt 3 und 5 nich ein wenig?
Oder möchtest du jetzt hören unter welchen Vorraussetzungen ein Baumbesitzer einen Baum offiziell zum Beklettern freigeben kann, ohne Probleme zu bekommen falls was (ein Unfall?) passiert? Ich denke darauf zielt deine Frage eher ab.

Denn man kann nicht sagen "man muss ihnen möglichkeiten einräumen sonst machen sie es heimlich" und im nächsten satz "ich würde es strikt und komplett verbieten", bzw. sollen es doch andere erlauben ;)
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Zappo
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von Zappo »

quercus hat geschrieben: 5. in deutschland ist immer irgendwer schuld. unsere gesellschaft hat sich vor den karren der juristen spannen lassen und diese haben das ross "verkehrssicherung" ordentlich geritten. wir sind soweit gekommen, dass wir förster anzeigen wegen baumwurzeln auf wanderwegen ertragen müssen. aber dagegen regt sich kein protest, nein das allgemeine lebensrisiko gehört abgeschafft. ok, selber schuld dass in zukunft nichts mehr erlaubt sein wird, wenn ich als eigentümer immer mit der angst leben muss, dass ich für dinge verantwortlich gemacht werde, für die ich nach dem gesunden menschenverstand keine schuld trage und auf die ich keinen einfluss habe.
...ich hab mir mal erlaubt, da was für mich entscheidendes zu fetten. Du sprichst mir gerde ein wenig aus der Seele. NIEMALS würde ich einen Cache auf meinem Boden erlauben - die Forderung nach dieser Erlaubnis ist eine Aufforderung, Grundstücksbesitzer, die noch an den normalen Menschenverstand glauben, ins offene Messer rennen zu lassen.

Wobei das nicht "unsere Gesellschaft" ist - das sind WIR. Wir, die glauben, für einen Armbruch eines Kindes beim Schaukeln/ für das Schlagloch in der Straße/ für das Überqueren der Gleise beim Cachen/ für wasauchimmer irgendjemand haftbar machen zu können/zu müssen. Und die selbst im geheizten Büro einem Job ohne Risiko nachgehen, aber dem Dachdecker einheizen, wenn der bei 50 Grad auf dem Dach ne Ziegel falsch hinlegt.

Memmen eben. Die nicht die Eier haben, für irgendwas einzustehen und die Folgen zu tragen, was sie selbst verursacht/hervorgerufen/angerichtet haben.

Wobei das beim Cachen NOCH widersinniger ist - man will das "Abenteuerchen" - aber bitte Vollkasko. Und da sollte schon der Fels eingerüstet, die Burgtreppe sicher mit Handlauf und der Baum ne Gummimatte unten haben.

Gruß Zappo
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"Wer schneller lebt, ist früher fertig"
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Cachebär
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von Cachebär »

Völlig richtig, Zappo, darum widert es mich auch an, das die Komiker (bzw. Komikervertreter) von G$ für das Legen eines Caches eine Genehmigung des Grundeigentümers verlangen bzw. voraussetzen.

Vollkommen bescheuert, sowas zu verlangen !
LG, Thorsten
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quercus
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von quercus »

BretonePaul hat geschrieben:Widersprichst du dir bei Punkt 3 und 5 nich ein wenig?
Oder möchtest du jetzt hören unter welchen Vorraussetzungen ein Baumbesitzer einen Baum offiziell zum Beklettern freigeben kann, ohne Probleme zu bekommen falls was (ein Unfall?) passiert? Ich denke darauf zielt deine Frage eher ab.

Denn man kann nicht sagen "man muss ihnen möglichkeiten einräumen sonst machen sie es heimlich" und im nächsten satz "ich würde es strikt und komplett verbieten", bzw. sollen es doch andere erlauben ;)
dieser widerspruch war absolut gewollt :)

spiegelt er doch zum einen meine meinung zu caches im allgemeinen in bäumen und zum anderen die völlig anderen schlüsse die ich aus völlig anderen gründen ziehen muss wieder.

kurz gesagt: eigentlich müsste man und würde ich gerne, andererseits darf ich nicht und kann es als eigentümer (bzw. dessen vertreter) nicht verantworten.

schuld sind WIR und GC.

Wir in dem sinne, den zappo dargelegt hat. selber Verantwortung über das eigene Handeln zu zeigen und Dinge die mies laufen hinzunehmen ist halt ziemlich out. So wie ich heute kein Reviewer sein möchte der 30 regelkonforme scheiß-Dosen freischalten muss um eine gute zu sehen, so auch kein Richter, der sich mit Fragen der Haftung beschäftigt.
Ein Beispiel: Auf dem Spielplatz, auf dem meine Mutter (Jahrgang 50) gespielt hat, stand ein großer Elefant aus Stahlrohren. Kennt Ihr die noch, aus diesen lackierten Rohren waren viele Gerüste. Regelmäßig schlugen sich die Kinder daran die Köppe ein. Dennoch stand der Elefant bis in meine Jugend dort (25 Jahre später). Der gesunde Menschenverstand hat die Eltern vorsichtig gemacht und die Kinder stark. Es gab Unfälle und diese wurden behandelt, aber die Eltern erwarteten noch nicht, dass die Kinder unbeaufsichtigt in 5 Meter höhe ungefährdet klettern können, nur weil man selber in Ruhe mit der Freundin den Latte trinken wollte under ungestört auf Ratzenbuch surfen. Weil sich aber doch viele Kinder an den Stangen verletzten konnten (er galt halt unter Eltern als gefährlich) wurde er in den 80ern durch ein modernes Gerüst mit weniger gefährlichen Stricken ausgetauscht. Das war nicht mehr so cool, man konnte nicht mehr sagen: Ich habe mich bis in die Stoßzähne getraut, aber es war sicherer. Alle waren eigentlich zu jeder Zeit glücklich. Das man sich im gefährlichen Spiel verletzten konnte wurde als gegeben hingenommen.
Heute gibt es den Spielplatz überhaupt nicht mehr. Aufgrund der diversen Klagen von besorgten Eltern im Bundesgebiet sah sich die Stadt nicht mehr in der Lage eine 100% Garantie zu geben und hat auf allen Spielplätzen sämtliche Klettergerüste abgebaut. Jetzt gibt es nur noch Schaukeln und Sandkästen. Wer hat da jetzt wohl gewonnen?


GC.com muss mit der Aufforderung zur Genehmigung auch eine rechtliche Lösung für den Flächenbesitzter anbieten. Es muss eine rechtlich bindende Möglichkeit geben, die Gefahr auszuschließen, bzw. die Verantwortung für die Benutzung nicht selbst gelegter Caches abzulehnen.

Mir hat sich auch immer die Frage gestellt, wie es denn mit der Verantwortung der Owner aussieht. Es gab ja schon ein paar spektakuläre Unfälle.
:langenase2: . :stumm: . :langenase:
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JackSkysegel
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von JackSkysegel »

Wer sich beim Baumklettern verletzt ist selber schuld. Jeder Richter mit gesundem Menschenverstand wird das auch so sehen.
Unechter Cacher (Tm)
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quercus
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von quercus »

Sorry, aber gesunder Menschenverstand hat mit Haftungsrecht nicht viel zu tun. Ich habe mal mit einem Staatsanwalt gesprochen, rechtsfreie Räume sind für die unerträglich.
"Selber schuld" gibt es nur selten. Wusstest Du z.B. das die Schilder "Benutzung auf eigene Gefahr" nichts wert sind (zumindest nicht so viel wie es aussieht). Von der Produkthaftung z.B. kann man sich nicht befreien. Wenn man sich an einer schlecht gewarteten Bank die Hose aufreißt, dann muss der Bankbesitzer haften, auch wenn ein Schild "Benutzung auf eigene Gefahr" dran klebt. Der Benutzer einer Bank tut dies im treuen Glauben sich nicht zu verletzten oder ähnliches. Ihm kann nicht zugemutet werden, eine Bank vorher auf Beschädigungen zu überprüfen. (PS: Bin kein Jurist, das Beispiel bitte nicht auf die Goldwaage, soll nur das mit dem Menschenverstand verdeutlichen)

Ich habe mal ein Seminar zum Thema Reise- und Veranstalter-Recht mit gemacht. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wegen was alles in Bezug auf Urlaub geklagt wird.

Wenn ich als Förster einen Baum zum Beklettern freigebe, erwartet der Gesetzgeber mindestens eine zweimalige Sicherheitskontrolle pro Jahr. Von mir!
Wenn der Kletternde abstürzt, weil er seine Technik nicht beherrscht, ist man im Laufe des Verfahrens vielleicht fein raus. Aber was ist, wenn ein Trockenast im Winter als Aufstieg gewählt wird, der abbricht? Das hätte der Förster mit Baumverstand doch sehen müssen.

An offiziellen Wanderwegen und Straßen durch den WALD muss ich zwei Mal im Jahr prüfen, ob von den Bäumen eine Gefahr für Wanderer ausgeht. An normalen Wegen ein mal im Jahr.

Das ist alles ein absoluter Irrsinn und führt uns langfristig in bescheidene, vielleicht amerikanische Verhältnisse. Natürlich muss es eine Produkthaftung geben und Verbraucher müssen sich auf die Sicherheit bestimmter Dinge verlassen können. Aber das Thema Verkehrssicherung zeigt, wie man akkurat über das Ziel hinaus schießen kann.

PS: habe mal versucht ein Bild von diesem Elefanten-Klettergerüst zu finden. Habe aber nur einen Hubschrauber gefunden: LINK
:langenase2: . :stumm: . :langenase:
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JackSkysegel
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von JackSkysegel »

Deswegen ist das mit der Erlaubnis ja auch so ein Schwachsinn. Ich glaube trotzdem nicht das ein Richter in einem solchen Fall die Schuld einem Anderen als dem Kletterndem geben würde.
Unechter Cacher (Tm)
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Cachebär
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von Cachebär »

JackSkysegel hat geschrieben:Wer sich beim Baumklettern verletzt ist selber schuld. Jeder Richter mit gesundem Menschenverstand wird das auch so sehen.
Hilft Dir nicht, da es (und das wird im Forum oft verwechselt) nicht um das Strafrecht, sondern das Zivilrecht und damit verbundene Forderungen geht...
LG, Thorsten
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adorfer
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von adorfer »

Das Problem ist in der Tat das Zivilrecht. Denn alle Beteiligten haben mindestens 2-3 Versicherungen, die zuständig sein könnten (Privathaftpflicht, Berufshaftpflicht, Unfallversicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung)
Und egal welche davon dann einspringen soll: Die wird verlangen, dass die Zahlung auf eine der anderen Parteien abgewälzt wird.
Und dort streiten sich dann die Versicherungen untereinander, was für eine Art von Schulden es genau war, damit auch die richtige zahlt (oder sich verweigern kann.)

Will sagen: Ausgelöst haben wir diesen Irrsinn selbst dadurch, dass wir immer mehr Versicherungen abschließen oder von anderen Einfordern, sich "ausreichend" zu versichern.
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"Die Statistikcacher machen das Cachen kaputt, weil die Muggle die Nase voll haben!" (König Dickbauch)
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Der Rad fährt
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Re: Erlaubnissschein vom Forst für T5er?

Beitrag von Der Rad fährt »

Aber wie ist das jetzt wenn ich einen Klettersteig mache und dort Abstürze weil ich mich nicht eingehängt habe, oder sonst wie schwerr verletzte. Wer hat dann die Schuld?
Oder noch etwas freier gesehen, da den Klettersteig auch jemand "betreibt".

Ich geh in die Berge klettern in die Wand mit langen Routen und stürze dort. Ist dann das Land zuständig oder der Author des Buches in dem ich die Route gefunden habe?

Weil das kann man doch genauso mit dem Baum sehen, oder etwa nicht?
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