Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Moderator: Zappo

Nutzt ihr Tiere und deren Produkte?

Ich bin kein Jagdgegner und nutze Produkte vom toten und lebendigen Tier (Fleisch, Leder, Gelatine, Milch, Eier usw.)
57
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Ich bin kein Jagdgegner und nutze keine Produkte vom toten Tier aber vom lebendigen Tier (Milch, Eier usw.)
1
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Ich bin kein Jagdgegner und nutze keine Produkte vom Tier
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Ich bin Jagdgegner und nutze Produkte vom toten und lebendigen Tier (Fleisch, Leder, Gelatine, Milch, Eier usw.)
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Ich bin Jagdgegner und nutze keine Produkte vom toten Tier aber vom lebendigen Tier (Milch, Eier usw.)
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Ich bin Jagdgegner und nutze keine Produkte vom Tier
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Keine Angabe bzw. ich will nur das Ergebnis sehen
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radioscout
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Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von radioscout » Di 29. Apr 2014, 19:22

Seid ihr Jagdgegner? Nutzt ihr trotzdem Produkte vom toten oder lebendigen Tier?
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Börkumer
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Börkumer » Di 29. Apr 2014, 19:30

Ich bin definitiv kein Gegner der Jagd, allerdings klarer Befürworter von regelmäßiger Kontrolle der Eignung, von denen die die Jagd auszuüben gedenken.
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KMundS
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Re: AW: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von KMundS » Di 29. Apr 2014, 20:06

Börkumer hat geschrieben:Ich bin definitiv kein Gegner der Jagd, allerdings klarer Befürworter von regelmäßiger Kontrolle der Eignung, von denen die die Jagd auszuüben gedenken.
Du meinst "einer Kontrolle ..."?

M
Mit Jägern gibt es kein Miteinander.

Irrtümer über die Jagd: http://forum.geoclub.de/viewtopic.php?p ... 0#p1174810

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KMundS
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Re: AW: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von KMundS » Di 29. Apr 2014, 20:20

Ach ja: Kein Jagdgegner, Tiernutzung in jeder Form (Schnitzel, Schuhe, Jacken).

M
Mit Jägern gibt es kein Miteinander.

Irrtümer über die Jagd: http://forum.geoclub.de/viewtopic.php?p ... 0#p1174810

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Marschkompasszahl
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Marschkompasszahl » Di 29. Apr 2014, 21:38

Börkumer hat geschrieben:Ich bin definitiv kein Gegner der Jagd, allerdings klarer Befürworter von regelmäßiger Kontrolle der Eignung, von denen die die Jagd auszuüben gedenken.
Da stimme ich dir vollkommen zu! Es gibt weder einen Gesundheitscheck, noch eine häufigere Kontrolle und Bewertung des Bedürfnisses und der Eignung durch andere Personen.
Zum Glück sind es die Ausnahmen, dass irgendwo hingeballert wird, wo es raschelt und dann mal ein Geocacher oder ein Liebspärchen dran glauben muss (oder der Klassiker: "Treffen sich zwei Jäger") - obwohl es Waidmannspflicht ist, das Wild richtig "ansprechen" (also nach Geschlecht, Alter und Status identifizieren) zu können und erst dann abzudrücken!
Da wird sicherlich eine nicht unbeträchtliche Zahl an Tieren "waidwund geschossen" (zu deutsch: angeschossen und teils krepieren gelassen, weil auf die Nachsuche verzichtet oder diese zu früh abgebrochen wird). Weil der tatterige Lodenträger nicht mehr richtig sieht oder weil man mal eben unter dem Druck, die Streckenzahl zu erzielen, leichtfertig draufhält.

Sicherlich sollte man bei der Jagd wie sie hierzulande stattfindet, einiges kritisch hinterfragen (dürfen). Warum bspw. über Verbissschäden gejammert wird, aber das Rotwild auch in milden Wintern kräftig durchgefüttert wird. Ja, warum? Weil so ein Hirschgeweih über dem Kamin natürlich geiler aussieht, als das Gewaff des Keilers. Ja, ähnlich wie bei den Geocachern gibt es auch da Statistik-Freaks ("Trophäen-Jäger"). Wo der Flug nach Kanada für den Grizzly, den nach Südafrika für die großen fünf oder nach Masuren für den Elch nun wirklich nichts mehr mit Tierschutz und "Hege mit der Büchse" zu tun hat. Aber so ein ausgestopfter Bär oder der Löwe als Bettvorleger sieht mal geiler aus, als ein paar Grandeln als Manschettenknöpfe oder das Geweih eines Schmalspießers an der Wand.

Hierzulande ist leider auch viel Tradition aus der "guten alten Zeit" (Reichsforstmeister Göring lässt grüßen!) vorhanden. Da ist der Bockdrilling immer noch das A und O; wer mit einem Halbautomaten ankommt und noch im Tarnanzug oder Blazed Orange, braucht sich nicht wundern, nicht mehr zu Gesellschaften eingeladen zu werden.
Anstatt die Jagd zu modernisieren und auch mit modernen Mitteln zu jagen - insbesondere den Schwarzkitteln beizukommen - vertraut man immer noch auf "Büchsenlicht" und ist so empörter, wenn da auch ein paar andere Leute nachts durch den Wald huschen.

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HansHafen
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von HansHafen » Mi 30. Apr 2014, 00:22

radioscout hat geschrieben:Seid ihr Jagdgegner? Nutzt ihr trotzdem Produkte vom toten oder lebendigen Tier?
Nette Frage - das geht mir auch immer durch den Kopf, wenn Leute über die Jagd herziehen.

Ich persönlich finde Jagd aus vielen Gründen auch scheiße.

Aber im Gegenzug versuche ich in meinem Leben auch sonst Tierleid und das Töten von Tiere so weit es geht zu vermeiden. D.h. ich versuche auch durch mein Konsumverhalten nicht so etwas in Auftrag zu geben. Sprich, ich lebe vegan.

Finde es daher immer sehr "interessant" wenn sich Leute über die Jagd aufregen aber ständig durch ihren Konsum die schlimmsten Tierqualen in Auftrag geben, ja dafür bezahlen, dass sie durchgeführt werden und Tier in ihrem Namen gequält und getötet werden. Und eben nicht nur Fleisch - in der Ei- und Milchindustrie sieht es teilweise fast noch schlimmer aus. Aber das ist eben der Preis, den die Tiere für uns zahlen, wenn wir mit einer Geiz-ist-geil-Mentalität daherkommen. Dann gibt es eben diese "Konzentrationslager" in denen jeweils zehntausende Tiere gequält werden - leider sehe ich die Auswirkungen hier jeden Tag. Auch die Folgen für die Natur leider.

Das Gute jedoch: Jeder Mensch kann selbst bestimmen wie viel Leid er auf dieser Erde verursachen will. Wie viel er kaputtmachen will. Wie viele Tiere aber auch andere Menschen unter seinem Konsum leiden müssen, und wie sehr. Jedes mal beim Einkaufen.

Mag für viele auf den ersten Blick unmögliche scheinen, kompliziert, nervig oder zeitraubend - aber das sind alles nur Ausreden. Zugegeben, früher war ich da wohl auch skeptisch - aber es geht und es muss auch nicht wirklich viel mehr kosten.

Zurück zum Thema Jagd - ich schrieb schon anderswo, dass mir diese Bande sehr suspekt ist, ich sehe immer wieder wie gewisse Vorurteile voll erfüllt werden: Ist hier Jagd, wird zuvor erstmal einen gehoben. Schon das passt nicht, Waffen und Alkohol. Und wenn man sieht, wer da mit einer Waffe rumrennt... ohje!

Aber immerhin: Die Tier leben draußen bis sie getötet werden. Eure Milch kommt jedoch zu 95% von Kühen, die niemals Gras unter den Füßen hatten, maximal auf dem Weg in den Laster der sie zum Schlachter fährt. Ansonsten stehen sie auf Spaltböden. Und die Hühner? Sitzen eiternd in dunklen Hallen... da scheint das mit der Jagd ja gerade zu erstrebenswert :???:

Man muss eben nur die Messlatte tief genug anlegen... :/

BG
HansHafen
Ich und die Schwerkraft, was für eine nervenaufreibende Kombination...

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Fadenkreuz
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Fadenkreuz » Mi 30. Apr 2014, 05:13

Die Fragestellung suggeriert einen Zusammenhang, den es gar nicht gibt: Wer die Jagd ablehnt, muss angeblich, um konsequent zu sein, auch jede Form von "Tiernutzung" ablehnen. Ich kann aber widerspruchsfrei Jagdgegner sein, ohne dass ich auch Veganer sein müsste.

Nur ein paar Fakten, ohne dass ich jetzt stundenlang irgendwelche Belege sammle und Zahlen zusammensuche:

Gejagt wird auf vieles, was später nicht auf dem Teller landet. Füchse, Marder, Katzen. Dazu kommt, dass in vielen Regionen Deutschland erlegtes Schwarzwild nicht zum Verzehr geeignet ist und in der Tierkörperverwertungsanstalt landet, weil es zu stark radioaktiv belastet ist. Dem Jäger kann das egal sein, er erhält dafür entsprechende Ausgleichszahlungen.

Nur ca. 1,5 % des Fleischkonsums in Deutschland ist Wild. Von diesen 1,5 % ist wiederum etwa die Hälfte Gatterwild, also Fleisch, das in einer der ca. 6000 deutschen "Zuchtstationen" produziert wird. Viele Leute wissen gar nicht, dass es so etwas gibt und denken, dass Wild grundsätzlich vorher "in freier Natur" ein angenehmes Leben hatte.

Von der verbleibenden geringen Zahl kommt wiederum ein guter Teil aus dem Ausland. Bei Rotwild ("Hirschgulasch") kommt der größte Teil nicht aus deutschen Wäldern, sondern aus Neuseeland und Australien. Ungefähr die Hälfte des neuseeländischen Exportes geht nach Deutschland. Auch ökologisch unsinnig, wenn Fleisch um den halben Erdball transportiert wird ...

Die Menge, die jetzt noch übrig bleibt, beträgt weniger als 0,5 % des deutschen Fleischkonsums. Von diesen Tieren wiederum hat ein guter Teil nicht den propagierten "schnellen, schmerzlosen" Tod, sondern verendet qualvoll nach stunden- oder tagelangem Todeskampf. Da wird mal das halbe Gesicht zerfetzt, mal die Wirbelsäule zertrümmert, mal reißen die Gedärme raus. Damit die Nachsuche einfacher wird, lässt man das Tier bis zur Erschöpfung erst mal weglaufen. In der perversen Sprache der Jäger heißt das dann, man lässt das Stück krank werden. Manchmal findet man es nach Stunden, manchmal aber auch nach Tagen noch nicht. Manchmal findet man auch nach einem Jahr eine skelettierte Wildsau, die noch die Schlagfalle am Hinterlauf hängen hat, in die sie versehentlich reingekommen war ...

Die Jagd ist ökologisch nicht notwendig oder sinnvoll, das Märchen von der angeblichen Bestandsregulierung ist längst widerlegt. Die Jagd hat keinen nennenswerten Anteil an der Fleischversorgung der Bevölkerung und sie bedeutet keinesfalls den schnellen, schmerzfreien Tod.

Bei der Tiernutzung abseits der Jagd ist es eine persönliche (moralische) Frage, ob man Tiere töten darf, um sie zu essen oder anderweitig zu nutzen. Außer Frage dürfte stehen, dass in deutschen Schlachthäusern unschöne Szenen Alltag sind und Tiere im Akkord getötet werden, weil sie eine Massenware geworden sind. Man kann versuchen, seinen Fleisch-, Eier- und Milchkonsum zu reduzieren, auf Dinge wie Pelz, Lederwaren und ähnliches zu verzichten und nur Bio-Produkte zu kaufen. Das Tierleid wird man damit nicht ganz beseitigen können. Die Jagd rechtfertigen zu wollen, indem man darauf hinweist, dass Tiere sonst bei der Zucht und im Schlachthaus leiden müssen, ist aber unsinnig. Man kann nicht etwas Schlechtes rechtfertigen, indem man auf etwas noch Schlechteres verweist. Sonst könnte ich auch sagen, dass in Deutschland alles bestens ist, weil es ja Länder gibt, in denen Tiere noch viel mehr leiden müssen, z.B. in China oder im Tierquälerland Spanien, das zwar vollwertiges EU-Mitglied ist, aber wo in Sachen Tierschutz noch finsteres Mittelalter herrscht.

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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Börkumer » Mi 30. Apr 2014, 06:43

Fadenkreuz hat geschrieben:Die Jagd ist ökologisch nicht notwendig oder sinnvoll, das Märchen von der angeblichen Bestandsregulierung ist längst widerlegt.
Es soll Ausnahmen geben, beispielsweise Kaninchen auf einer Nordseeinsel. Gut hier kommt die Jägerschaft gar nicht gegen die Ausbreitung an, dafür werden allerdings auch Kaninchen mit Myxomatose vor Touristenaugen erschlagen ...
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Kalleson » Mi 30. Apr 2014, 07:52

Börkumer hat geschrieben:Ich bin definitiv kein Gegner der Jagd, allerdings klarer Befürworter von regelmäßiger Kontrolle der Eignung, von denen die die Jagd auszuüben gedenken.
Dickes + 1

... zuzüglich einer Ergänzung:

Ich bin ebenfalls ein Gegner von Jägern, die keine Naturfreunde sind. Das äußert sich durch:
- Missachtung von Schonzeiten nach dem Motto "Bekommt ja niemand mit"
- Buchung von Jagdsafaris, um exotische Trophäen einzuheimsen
- Förderung des Tierbestandes, um "mehr schießen zu können"

Diese fehlgeleiteten Exemplare gibt es leider... genauso wie es ja leider auch die "Nach-mir-die-Sintflut-ich-scheiße-auf-Naturschutz-und-Gesetze-Cacher" gibt.

Hier möchte ich aber mal eine Beobachtung meinerseits hinzufügen, die sich bislang mehr als 20 mal bestätigt und glücklicherweise noch nicht widerlegt hat:
Dieses verachtenswerte Jagdverständnis habe ich bislang ausschließlich (natürlich auch nur vereinzelt) bei Jägern jenseits der 60 beobachten können, während alle mir bekannten Jäger jüngeren Semesters (U40) durchweg ein Jagd- und Naturschutzverständnis haben, dass ich (überwiegensd) lobenswert und teilweise sogar vorbildlich finde.
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Mark » Mi 30. Apr 2014, 08:44

Börkumer hat geschrieben:Ich bin definitiv kein Gegner der Jagd, allerdings klarer Befürworter von regelmäßiger Kontrolle der Eignung, von denen die die Jagd auszuüben gedenken.
Sehe ich auch so. Ansonsten "nutze" ich alle Arten von Tierprodukten. Geht doch nichts über nen Rostbraten und davor ein Dutzend Weinbergschnecken :D

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