Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Moderator: Zappo

Nutzt ihr Tiere und deren Produkte?

Ich bin kein Jagdgegner und nutze Produkte vom toten und lebendigen Tier (Fleisch, Leder, Gelatine, Milch, Eier usw.)
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Ich bin kein Jagdgegner und nutze keine Produkte vom toten Tier aber vom lebendigen Tier (Milch, Eier usw.)
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Ich bin kein Jagdgegner und nutze keine Produkte vom Tier
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Ich bin Jagdgegner und nutze Produkte vom toten und lebendigen Tier (Fleisch, Leder, Gelatine, Milch, Eier usw.)
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Ich bin Jagdgegner und nutze keine Produkte vom toten Tier aber vom lebendigen Tier (Milch, Eier usw.)
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Zappo
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Zappo » So 11. Mai 2014, 12:40

Migu1006 hat geschrieben:....Also, die wenigsten Jäger haben ja eigene Reviere oder überhaupt eigenes Land, mal abgesehen von den 800 m² rund um ihr Haus. Warum macht jemand, der kein eigenes bejagbares Land hat einen Jagdschein kauft sich Waffen und geht mit zu Treibjagden, pachtet irgendwo ein Revier, fährt nach Kanada, Afrika oder von mir aus auch nur nach Polen zur Jagd? Was genau treibt den (ist nicht negativ gemeint) Fabrikarbeiter an der CNC-Fräsmaschine an, der mit seiner Familie eine Mietwohnung bewohnt? Warum fahren Jäger überhaupt ins Ausland und jagen dort? .......
Alle wahrscheinlich, weil sie es wollen und können. Wer soll das im Einzelfall wissen?

Die Jäger, die ich kenne, haben die Jagd im Dorf/Nachbardorf/ in der Region bis auf einen - der hat die, wo er sein Wochenendhaus hat. Und keiner fährt da nach Polen. Bei Treibjagden machen die mit, weil eine Treibjagd nur alleine keine Treibjagd ist.

Und warum jemand ein Revier pachtet, wurde schon des öfteren hier erwähnt: aus den verschiedensten Gründen. Daß den Leute der jeweilige Landstrich nicht GEHÖRT - klar. Welcher Landstrich gehört schon jemand? Soviele Grafen gibts dann doch nicht mehr.

Gruß Zappo
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Jaga » So 11. Mai 2014, 12:45

Auch hier, in Stichworten (muss heute noch Buchhaltung machen)
Migu1006 hat geschrieben:warum werden dann Jungfüchse und Frischlinge und einem Jahr ganzjährig bejagt? Und Kitze nicht? Eine Logik, die sich mir nicht erschließt. :irre:
1. Füchse: Es gilt Schonzeit in der Zeit der Aufzucht. Diese ist variabel. Das steht nicht explizit im Jagdgesetz, aber im implizit Tierschutzgesetz. Wird gerne übersehen und behauptet, Füchse hätten keine Schonzeit. Das stimmt nicht.

2. Wildschweine. Führende Bachen (also welche mit gestreiften Ferkeln) werden nicht geschossen. Geschossen werden eher Überläufer. Ferkel nur, um die Rotte aus dem Feld zu vergrämen. Alle, die in ihrem Leben schon einmal Spanferkel gegessen haben, mögen jetzt bitte schweigen.

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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Heimo » So 11. Mai 2014, 12:50

treemaster hat geschrieben:@Jaga & Heimo
sind die Landwirte eigentlich berechtigt, im Vorfeld der Mahd die Wiesen abzusuchen
Was Du vorschlägst ist keine Jagdwilderei und der Landwirt dürfte die Kitze suchen und mit Grasbüscheln oder Handschuhen an den Rand der Wiese bringen. Der Landwirt macht das aber regelmäßig nicht, weil es zusätzliche Arbeit ist und Absuchen ohne technische Hilfsmittel ist auch wenig erfolgreich. Im Prinzip bleibt es bei Zufallsfunden. Der Landwirt dürfte überigens auch vergrämen (Recht nach Bundesjagdgesetz).

Der Aufwand für das vergrämen ist geringer als der Aufwand die Wiese sorgfältig abzusuchen. Das Absuchen rein mit dem Auge ist wenig erfolgversprechend, mit dem Hund bringt schon mehr, es ist aber eine ziemliche Schinderei für den Hund (Schnitte durch Gras und Gras-Samen in den Augen). Die Gestänge mit Infrarot-Detektoren sind teuer und nicht besonderes Praxistauglich. Neueste Technologie sind Oktokopter die Ferngesteuert nach GPS-Daten die Fläche systhematisch absuchen und die Fundstellen der Kitze in die Landkarte auf dem Lap-Top der "Pilotin" eintragen, so dass sie dann gezielt gesucht und geborgen werden können.

Ein weitere Methode ist die Suche mit Geräten die die Wärmestrahlung über dem Kitz aufspüren sollen.

Allen Suchmethoden gemein ist der imens hohe Aufwand bei mäßigem Erfolg.

Hier ein Link zu Projekten die seit 2010 vom BJV unterstützt werden: http://www.jagd-bayern.de/fileadmin/_BJ ... retter.pdf

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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Fadenkreuz » So 11. Mai 2014, 13:23

Der Einsatz von Oktokoptern wird sicherlich nie flächendeckend erfolgen. Infrarot- oder Ultraschalldetektoren könnten eine Lösung sein, wenn sie über Maschinenringe erhältlich sind, denn der Bauer scheut natürlich die Kosten für eine Eigenanschaffung.

Ansonsten gibt es, wie schon erwähnt, simple organisatorische Änderungen mit gutem Erfolg. Dazu gehört beispielsweise das Mähen von innen nach außen statt von außen nach innen. Auch die Schnitthöhenverstellung ist eine einfache Möglichkeit, zumindest um Bodenbrüter und kleinere Tiere zu schützen. Für Rehkitze müsste die Schnitthöhe schon so hoch eingestellt sein, dass die Mahd für den Landwirt zu verlustreich wäre. Balkenmäher statt Kreiselmäher wären auch sinnvoll, wollen viele natürlich nicht, die schon einen Kreiselmäher mit riesiger Schnittbreite gekauft haben.

Das zeitliche Verschieben der Mahd um ca. 2 Wochen reduziert weiter das Risiko und dürfte heute auch kein so großes Problem mehr sein, da man bei der weit verbreiteten Silagefertigung auch nicht mehr so wetterabhängig ist.

Das Vergrämen ab dem Vortag mit optischen und akustischen Mitteln ist auch nicht teuer. Der Bauer muss es einfach nur machen - ich kann jedenfalls nicht erkennen, dass er zwingend auf die Mithilfe eines Jägers angewiesen ist. Außerdem bekommen Landwirte seit einigen Jahren Prämienzahlungen für bestimmte tierschützende Verhaltensweisen und Mähtechniken.

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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Fadenkreuz » So 11. Mai 2014, 14:03

Da steht fast alles drin. Man müsste es nur noch umsetzen ...
http://www.deutschewildtierstiftung.de/ ... aehtod.pdf

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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von HansHafen » So 11. Mai 2014, 14:57

treemaster hat geschrieben: Ich stehe lieber alle vier Wochen bis zu den Ellenbogen im Blut und zerteile, was die Natur uns gibt und verwerte auch wirklich ALLES, als dass es nach einem Unfall in der Tierkörperbeseitigungsanstalt verbrannt werden müßte.
Auch wenn ich dem Töten von Tieren nichts abgewinnen kann, weder so noch so, verdient sowas aber zumindest meinen "Respekt" - weiß nicht wie ich das anders ausdrücken soll...

...vielleicht, dass ich ein negativeres Gefühl denjenigen entgegenbringe, die unreflektiert die annoymen Fleischwürfel eingeschweißt im Discounter aus der Kühlung ziehen. Die erfolgreich verdrängen, was sie da in den Händen halten, ein "Produkt", das zumeist auf Höllenqualen basiert, dass sie mit dem Kauf diese Behandlung von fühlenden Lebewesen in Auftrag gegeben und bezahlt haben - wie beim Auftragsmord: Die eklige Dreckarbeit macht jemand anders gegen Geld.

Neulich im Laden zwei "Damen" im Gespräch über selbige Fleischstücke, entsetzt darüber, dass teilweise noch Ader oder Blutreste erkennbar waren - Hallo, was glauben sie, was sie da in der Hand halten? Einen Apfel? Nein... das sind eben Leichenteile, so gut die Industrie das auch zu verbergen sucht.

Daher, wer Fleisch und Tierprodukte nutzen will... da fände ich es toll, wenn jeder das selbst schlachten und verarbeiten müsste. Dann weiß er einerseits was er da hat, wenn er Pferd in der Lasagne haben will, muss er es selber reintun - und andererseits übernimmt er die Verantwortung, tötet selber, sieht was das für eine "Schweine"rei ist. Und hat dann auf der anderen Seite vielleicht mehr Respekt vor dem Leben und auch vor den Lebensmitteln. Wenn man weiß, dass man da ein Lebewesen für den eigenen Genuss getötet hat, dann lässt man das vielleicht nicht achtlos verderben und wirft es dann ohne Gewissensbisse weg.

Aber davon will keiner was hören, lieber Finger in die Ohren und lalalalalalalalalala weiter schön das Billigfleisch aus dem Discounter kaufen - die Schuld die man damit auf sich lädt lässt sich dank Marketing & Werbung ja recht gut ausblenden.

Finde es dann nur recht peinlich, wenn man von diesem Standpunkt aus dann auf Jäger schimpft. Klar, ich mag dieses Todeshobby auch nicht sonderlich gerne - aber seid ihr in Eurem Lebenswandel wirklich weniger grausam. Wieviel Morde gebt ihr pro Jahr in Auftrag für Lebensmittel und Kleidung, wievielen fühlenden Lebewesen gebt ihr das lebenlange Urteil "Folterhaft"? Wieviele Kinder lasst ihr für Eure Kleidung und Unterhaltungselektronik unter grausamen Bedingungen für euch arbeiten...

Klar, ist bequemer das auszublenden und mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen...

BG
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Ich und die Schwerkraft, was für eine nervenaufreibende Kombination...

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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von Zappo » So 11. Mai 2014, 15:59

HansHafen hat geschrieben:...Daher, wer Fleisch und Tierprodukte nutzen will... da fände ich es toll, wenn jeder das selbst schlachten und verarbeiten müsste. Dann weiß er einerseits was er da hat, wenn er Pferd in der Lasagne haben will, muss er es selber reintun - und andererseits übernimmt er die Verantwortung, tötet selber, sieht was das für eine "Schweine"rei ist. Und hat dann auf der anderen Seite vielleicht mehr Respekt vor dem Leben und auch vor den Lebensmitteln. Wenn man weiß, dass man da ein Lebewesen für den eigenen Genuss getötet hat, dann lässt man das vielleicht nicht achtlos verderben und wirft es dann ohne Gewissensbisse weg. ....
Genau DAS haben wir im "Verein" auch schon gemacht - beim Metzger ne Hausschlachtung "nachgestellt". Mit Erwachsenen, Kindern und Heranwachsenden als Zuarbeiter für die Profis. Komplett mit Tier vorher lebend, nachher tot. Mit abbrühen, Borsten weg, zerteilen, abkochen, Wurst machen - was eben so dazugehört. Und natürlich Quellfleisch essen und Wurstsuppe.

Zumindest die, die damals dabeiwaren, werden niemals ein Stück Fleisch aus der Verpackung reissen und nicht dran denken, daß das auch etwas mit Leben opfern zu tun hat. Und das betrifft nicht nur die Kinder - interessanterweise.

gruß Zappo
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von steingesicht » So 11. Mai 2014, 21:33

Jaga hat geschrieben:[...] Die ____________ (bitte eintragen, Jäger, Flieger, Radler, Reiter, Jogger, Autofahrer, je nach Grundeinstellung) sind für Euch böse, es sind [...]
Füge hinzu: Geocacher - so wie gerne gegen andere Gruppen (Jäger, Landbesitzer, Reviewer ....) geschossen wird, muss man sich nicht wundern, wenn da mal was zurück kommt ;)
Bild Bild Bild
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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von treemaster » So 11. Mai 2014, 21:55

Zappo hat geschrieben:Genau DAS haben wir im "Verein" auch schon gemacht - beim Metzger ne Hausschlachtung "nachgestellt". Mit Erwachsenen, Kindern und Heranwachsenden als Zuarbeiter für die Profis. Komplett mit Tier vorher lebend, nachher tot. Mit abbrühen, Borsten weg, zerteilen, abkochen, Wurst machen - was eben so dazugehört. Und natürlich Quellfleisch essen und Wurstsuppe.

Zumindest die, die damals dabeiwaren, werden niemals ein Stück Fleisch aus der Verpackung reissen und nicht dran denken, daß das auch etwas mit Leben opfern zu tun hat. Und das betrifft nicht nur die Kinder - interessanterweise.

gruß Zappo
Deshalb freut es mich jedes Jahr aufs neue, dass in Wackershofen immer noch das Handwerk hinter der Verpackung öffentlich gezeigt wird.
Ich hatte noch das Glück, dass ich (zeitenweise) auf dem Dorf aufwachsen durfte und neben dem Hof der Großeltern auch der Dorfschlachter ansäßig war. Ich kam so schon in frühesten Kindertagen mit dem Tod in Kontakt... daraus habe ich bis heute viel behalten, was mir jetzt als Hundehalter zugute kommt :roll:
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Diese 1jährige Ricke wurde das Opfer eines Wildunfalls und hätte eigentlich "entsorgt" werden müssen. Aufgrund des guten Zustandes hat sich die Jagdpächterin aber entschlossen, diese im Hundeforum auszuschreiben... so hatte unser Wauz für gute 10 Tage bestes, unbelastetes Wildfleisch zum Futtern..... der lebt besser als seine Besitzer ;)

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Re: Jagd und Tiernutzung: wie konsequent seid ihr?

Beitrag von SammysHP » So 11. Mai 2014, 21:58

treemaster hat geschrieben:daraus habe ich bis heute viel behalten, was mir jetzt als Hundehalter zugute kommt :roll:
Oh ja. :)

Bei Unfällen verendete Tiere werden übrigens auch oftmals gerne von Zoos und Wildparks angenommen.
c:geo-Entwickler

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