Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

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Kalleson
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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Kalleson » Di 13. Mai 2014, 12:06

Ich würde mir auch wünschen, wenn derartig subjektiv geführte Diskussionen, die teilweise nur noch aus Vorwürfen bestehen, nicht hier geführt werden.

Dieses Forum sollte der Diskussion zum Thema "Geocaching und Jagd", der Beantwortung von Fragen zum Thema und dem Dialog zwischen Cachern und Jägern dienen.

Für alles andere gibt es ausreichend andere Foren, die man dafür nutzen möge.

Danke.
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kohlenpott
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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von kohlenpott » Di 13. Mai 2014, 12:15

Grundsätzlich habe ich nichts gegen Jagd und Jäger, auch nicht am Sonntag.
Was bei mir allerdings ein ungutes Gefühl aufkommen läßt, sind diese Einzelfälle, die dann natürlich den Ruf der ganzen Waidmannschaft ruinieren. Trotz der ja laut einigen Jägern, die hier posten, recht strengen Richtlinien gibt es leider immer wieder Typen unter den Jägern, die es den Jagdgegnern leicht machen.

Vor einigen Jahren gab es bei uns in der Ecke einen Vorfall, den ich für besonders dramatisch halte. Da wurde im Wald am hellichten Tag ein Hund erschossen. Gut, könnte man denken, war ein Streuner, der gerade wildert. Aber nein, der Jäger gab an, er habe den Hund mit einem Reh verwechselt. Sind sich ja recht ähnlich, die Tiere zumal dieses Reh mitten auf einem Wanderweg unterwegs war und angeleint sein Herrchen hinter sich hatte. :kopfwand: Sowas fällt für mich nicht mehr unter die Rubrik "Irren ist menschlich"...

Leider gab es in der Presse keinerlei Berichte über die Konsequenzen, vom Schadensersatz für die "Sachbeschädigung" mal abgesehen.

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Zweiauge
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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Zweiauge » Di 13. Mai 2014, 12:21

ich fand den zugemachten Thread sehr interesant, hab von beiden Seiten viel gelernt (wobei diese künstlichen Fuchsquälbauten mich *wirklich* schockiert haben, sorry, würd mich freuen, zu hören, dass die vom Großteil der Jäger oder gar von offiziellen Jägerverbänden abgelehnt werden und eher Ausnahme denn Regel sind)
Meine Meinung hat sich aber kaum geändert: ich halte die Jagd nicht generell für schlecht,a ber so, weie sie zZ in Österreich (und wohl auch sonst überall in europa) abläuft, it es großteils reine Tierquälerei. ich weiß, dass es sicher großartige Jäger gibt, die es nicht nur behaupten, sondern auch wirklich gutes für den Wald im Generellen bewirken.
Aber der Korpsgeist ist einfach erbärmlich und deckt die Missstände, anstatt sie auszuräumen, zieht leider viele Leute an, die wirklich sadistisch unterwegs sind (diese Fuchsdinger... das ist wirklich unglaublich... )
Daher wiederhole ich mein Ansinnen: Die Jagd muss aus privater Hand in bezahlte, vom Staat ausgebildete Profis gelegt werden. (zumindest als "Revierchefs", dann können freiwillige Hobbyjäger immer noch helfen, wenn klar ist, wer verantwortlich ist) Damit sie dem gerecht wird, was diverse Jägerverbände plakatieren. Das müssen wir uns leisten können.

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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Heimo » Di 13. Mai 2014, 12:22

UF aus LD hat geschrieben:Manch einer hier wäre auf einer der einschlägigen Jagd-Hasser-Foren sicher besser zu Hause.
Dort spielt aber keiner mehr mit ihnen, soll heißen sie bekommen dort schon lange keine Antworten mehr von der anderen Seite und Monologe führen oder gegenseitiges Beweihräuchern ist auf Dauer auch langweilig.. Bleiben die öffentlichen Jagd-Foren, da fliegen sie aber auch zügig raus.

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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Migu1006 » Di 13. Mai 2014, 12:27

Zweiauge hat geschrieben:Daher wiederhole ich mein Ansinnen: Die Jagd muss aus privater Hand in bezahlte, vom Staat ausgebildete Profis gelegt werden. (zumindest als "Revierchefs", dann können freiwillige Hobbyjäger immer noch helfen, wenn klar ist, wer verantwortlich ist) Damit sie dem gerecht wird, was diverse Jägerverbände plakatieren. Das müssen wir uns leisten können.
Kann ich nur befürworten, aber die Sache mit den privaten Hobbyjägern würden ich außen vor lassen. Man könnte statt dessen ausreichend Berufsjäger als Staatsbedienstete ins Feld schicken, die sich gegenseitig in den Revieren unterstützen.

Heimo
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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Heimo » Di 13. Mai 2014, 12:32

Zweiauge hat geschrieben:ich fand den zugemachten Thread sehr interesant, hab von beiden Seiten viel gelernt (wobei diese künstlichen Fuchsquälbauten mich *wirklich* schockiert haben,
Keine Ahnung was Du über Schliefanlagen gelesen hast aber sie sind selten und dienen ausschließlich der Ausbildung von Erdhunden (also z.B. Terrier und Dackel). Die Fuchshaltung dort ist permanent amtstierärztlich überwacht, die Anlagen entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen, in Deutschland haben Hund und Fuchs keinen direkten Kontakt. Private Tierhalter gehen da manchmal schlechter mit ihren Tieren um. Mir ist kein Jagdverband bekannt der sich von Schliefanlagen distanziert hat.

Mir ist aber nicht bekannt, wie das in Österreich ist. In Tschechien gibt es den direkten Kontakt Fuchs-Hund, mit entsprechenden Ergebnissen.

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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Migu1006 » Di 13. Mai 2014, 12:38

Heimo hat geschrieben:Mir ist kein Jagdverband bekannt der sich von Schliefanlagen distanziert hat.
Mir auch nicht, und das ist ja das Traurige.

Und was ist hiermit: (Quelle Wikipedia, Artikel Jagdhund, Unterartikel Grundausbildung):

Die Überprüfung und Förderung der Wildschärfe durch Verwendung lebenden Jagdwilds (Ente, Hase, Raubwild inkl. Katzen) im Rahmen der Ausbildung gilt in Jägerkreisen als unerlässlich, um ein schnelles „tierschutzgerechtes Abwürgen“ des Wildes durch den Jagdhund zu erreichen. Diese Praxis stößt in Tierschützer-Kreisen jedoch auf breite Ablehnung und ist bereits in einigen europäischen Ländern (Dänemark, Schweiz, Niederlande, Irland) gesetzlich verboten.


Warum ist das hier in D. nicht verboten?

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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Heimo » Di 13. Mai 2014, 12:42

kohlenpott hat geschrieben:der Jäger gab an, er habe den Hund mit einem Reh verwechselt.
Und - glaubst DU wirklich an eine Verwechslung?

Was Österreich betrifft: Soweit ich österreichische Jäger kenne, sind die sowas von erz-konservativ, dagegen ist ein Nonnenkloster ein liberaler Ort der freien sexuellen Entfaltung. Mit dem was in Österreich für die Pacht bezahlt wird, wird sich das der kleine Staat aber nicht leisten können, die Jagd zu verstaatlichen. Größter Verpächter dort sind die Bundesforsten.

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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Heimo » Di 13. Mai 2014, 12:47

Migu1006 hat geschrieben:
Heimo hat geschrieben:Mir ist kein Jagdverband bekannt der sich von Schliefanlagen distanziert hat.
Mir auch nicht, und das ist ja das Traurige.

Und was ist hiermit: (Quelle Wikipedia, Artikel Jagdhund, Unterartikel Grundausbildung):

Die Überprüfung und Förderung der Wildschärfe durch Verwendung lebenden Jagdwilds (Ente, Hase, Raubwild inkl. Katzen) im Rahmen der Ausbildung gilt in Jägerkreisen als unerlässlich, um ein schnelles „tierschutzgerechtes Abwürgen“ des Wildes durch den Jagdhund zu erreichen. Diese Praxis stößt in Tierschützer-Kreisen jedoch auf breite Ablehnung und ist bereits in einigen europäischen Ländern (Dänemark, Schweiz, Niederlande, Irland) gesetzlich verboten.


Warum ist das hier in D. nicht verboten?
Es wird viel Unsinn geschrieben, auch bei Wikipedia. Es gibt in Deutschland genau zwei Arten der Hundeausbildung am lebenden Wild. Die lebende Ente und die Schliefanlage mit dem Fuchs.

Die lebende Ente wird erschossen bevor sie der Hund erreicht, der Fuchs bleibt völlig unverletzt und hat keinen direkten Kontakt mit dem Hund, abgewürgt wird bei keiner Hundeausbildung

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Re: Jagd am Sonntagnachmittag erlaubt?

Beitrag von Migu1006 » Di 13. Mai 2014, 12:52

Schliefenanlagen werden ja eingesetzt, um Hunde für die Baujagd tauglich zu machen. Einen interessanten Artikel zu diesem Thema habe ich hier gefunden:

http://www.erlebte-tierwelt.de/ww/baujagd/baujagd.html

So, aber jetzt mal was Anderes: Dies Unterforum heißt ja "Jagd & Forst". Und natürlich haben meine Wenigkeit und einige Andere hier immer fleissig ausgeteilt und angemahnt, wenn es um Jäger ging. Aber wir Geocacher sind ja auch nicht ganz ohne und nicht immer verhalten wir uns natur- und umweltschutzkonform. Was dann dazu führt, dass bei Nicht-GC schon mal Unverständnis für unser Tun aufkommt.

Fassen wir uns mal an die eigene Nase - T5, Nachtcaches, Dosenverstecke tief im Wald und Kreuz- und Quergerenne sind da nur einige Aufreger.

Als ich anfangen habe mit dieser Freizeitbeschäftigung, hatte ich nur ein etrex von Garmin. Außer einem Kompass und der Entfernung hatte ich da nicht viel, was mir den Weg zum Cache gewiesen hat. Wenn ich mich dann nicht auskannte in der Umgebung, bin ich querfeldein gelaufen. Schon einige Monate nach meine Einstieg ins GC war klar, dass ich ein hochwertiges Gerät brauche mit Karte. Also habe ich mir das Oregon 350 von Garmin gekauft und damit war die Querfeldein-Rennerei am Ende. Im Laufe der Jahre habe ich viele interessante Cache-Verstecke gesehen. Manche auch angemahnt und kritisiert. Ein T5 an einer uralten Buche muss meiner Meinung nach nicht sein. Und wildes Dosenverteilen in Naturschutzgebieten sowieso nicht. Nachtcaches - hm.... najaaaaa..... wenn dann aber ganze Cacher-Rudel durch die Wälder rennen und das mit entsprechener Lautstärke - nein, danke.
Dosenverstecke, die nicht ganz so einfach zu finden sind - toll. Aber wenn dafür ganze Waldstücke umgewühlt werden und es anschließend aussieht, als wären Horden von Wildschweinen hier unterwegs gewesen - muss auch nicht sein. Dosen an und unter Ansitzen ebenfalls nicht. GC, die mit ihrem Auto bis mitten in den Wald an den Cache fahren, haben meiner Meinung nach den Sinn des GC nicht verstanden.

Auch wir GC haben unsere Fehler. Aber ich glaube, gegen das, was manche Jäger sich bringen ist das noch wirklich harmlos. Deswegen gibt uns das aber nicht das Recht, unsere Fehler unter den Teppich zu kehren oder fröhlich weiter zu machen.

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