Nachtwandern, Jagdgebiete

Moderator: Zappo

Heimo
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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von Heimo » Mo 29. Sep 2014, 18:03

Zappo hat geschrieben:
Heimo hat geschrieben:....Die Botschaft für die Geo-Cacher lautet: Es gibt keine Tage mehr an denen nicht mit Jagd oder dem Jäger im Revier zu rechnen ist.
...
Also sollten wir einfach auf einander aufpassen.
Ich seh jetzt nicht, warum das nicht klappen sollte. ....

Es mag sein, daß sich durch die moderne Technik die Zahl der in Frage kommenden Jagdtage vergrößert - wobei m.W.s sich einigermaßen helle Nächte für den Restlichterheller nicht unbedingt eignen - der mag dann lieber ganz dunkel.
....
Immerhin kennt der eine oder andere jetzt den Unterschied zwischen SEHhilfe und ZIELhilfe.

Gruß Zappo
Wir sehen das beide ganz ähnlich. Wenn ich im Wald "rummschieße", muss ich sicher sein, dass Vorder- und Hintergelände frei sind und ein natürlicher Kugelfang vorhanden ist. Sind Vorder- oder Hintergelände nicht frei, kann das allerdings ärgerlich sein.

Je billiger der Restlichtverstärker ist, desto mehr "Restlicht" braucht er um zu funktionieren und desto empfindlicher reagiert er auf zuviel Licht. Die teuren Geräte brauchen kaum Licht und den ganz teuren macht es auch nichts, wenn sie mal versehentlich bei Tageslicht eingeschaltet werden (trotzdem nicht ratsam) oder wenn man mit einer Taschenlampe drauf leuchtet.

In mondhellen Nächten kann es aber sein, dass man lieber zur konventionellen Optik greift, weil das Licht dafür reicht, die Vergrößerung höher ist und das Schießen damit deutlich einfacher ist, als mit Nacht-SICHT-geräten.

Wärmebildgeräte funktionieren Unabhängig von Licht und sind auch am Tage einsetzbar. Das ist besonders hilfreich um "Wärmequellen" hinter leichtem Bewuchs zu lokalisieren.

Der folgende Anbieter hat auch Testvideos auf seiner Seite eingestellt. Da bekommt man einen Eindruck von Wärmebild. http://www.vegaoptics.de/PulsarQuantumH ... 796_x2.htm

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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von Kalleson » Di 30. Sep 2014, 15:23

Eine Frage noch einmal, Heimo.

Vielleicht stelle ich mich als Jagdlaie ja etwas doof an, aber das verstehe ich nicht:
Heimo hat geschrieben:Der Jäger benutzt lichtstarke Optiken und in zunehmendem Maße Optiken mit elektonischer Bildverstärkung und Wärmebildgeräte. Letzter funktionieren auch am Tage und bei Sichtbehinderung durch Nebel o.ä. selbst Büsche sind oft kein Sicht-Hindernis mehr.
Jagdzeit ist deshalb 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag, bei jedem Licht und auch bei Nebel oder anderen Sichtbehinderungen.
Ist es allen Ernstes zulässig "blind" durch Nebel und Büsche zu schießen, wenn man vorher mit einem Wärmebildgerät oder einer anderen Sichthilfe ein Stück Wild ausgemacht und angesprochen hat?

Ich meine du hast ja selbst erklärt, dass diese Hilfsmittel nicht an der Waffe montiert sein dürfen... Das heißt also, dass ich meine Sichthilfe zu Seite lege und dann "auf gut Glück" in die Richtung schieße in der ich etwas gesehen habe!?

Also das klingt für mich eher nach grober Fahrlässigkeit als nach Legalität. :???:
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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von Fadenkreuz » Di 30. Sep 2014, 16:15

Ja, das ist so. Der Jäger kauft für 5000 Euro eine Wärmebildkamera. Mit der kann er das Wild auch hinter dem Gebüsch und in einer stockfinsteren Neumondnacht bei Nebel toll erkennen. Dann legt er die Wärmebildkamera weg und sieht, dass er nichts sieht. Jetzt schießt er in den Nebel.

Man darf also annehmen, dass ein gewisser Teil der Jäger die technischen Geräte eben doch an die Waffe montiert. Wer soll das auch kontrollieren?

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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von Jaga » Di 30. Sep 2014, 17:19

Mannomannomannomann!

Ich weiß nicht, was Heimo geritten hat, sich so auszudrücken, aber ein bisschen missverständlich war's wohl schon.

Also: Eine Wärmebildkamera ist eine praktische Sache. Während man im Fernglas bei Schweinesonne (Vollmond) die Schweinchen zwar sieht, erkennt man in der Wärmebildkamera tatsächlich, ob die Bache möglicherweise Frischlinge führt, wie viele es sind und viel mehr - auch, ob in dem dunklen Maisfeld noch ein Geocacher herumstolpert oder eine blumengeschmückte Esotherik-Tante im Schneidersitz den Mond anbetet. Alles das sieht man, daher sind diese Geräte der Sicherheit zuträglich und sollten nicht verteufelt werden.

Sie sind auch in allen Nachbarländern als Zielhilfe auf dem Gewehr erlaubt, nur in D. nicht. Das hat mit der hiesigen Angst der Politiker vor der RAF zu tun. Damals schrieben sie das Verbot ins WaffG, weil sie offenbar ein bisschen zuviel James Bond geguckt haben. Und keiner der Polit-Helden mit der großen Klappe traut sich heute, den überflüssigen Paragraphen wieder zu streichen. Das gleiche Theater erleben wir derzeit mit den Schalldämpfern. Sie sind einerseits arbeitsrechtlich vorgeschrieben, andererseits waffenrechtlich genehmigungspflichtig, und die meisten Behördenmitarbeiter mache sich fast in die Hose, bis sie einem Jäger mal ein solches Hilfsmittel genehmigen, damit er und sein Jund nicht vollständig ertauben. Aber das schweift vom Thema ab.

Mit bildgebender Technik kann man also die Struktur einer Rotte überprüfen. Das ist sinnvoll, wenn man die Technik hat. Die meisten haben sie aber nicht, weil die meisten eben keine 5000 Euro flüssig haben.

Im Nebel schießt aber kein Mensch, das ist Unsinn. Das kann Heimo auch so nicht gemeint haben. Daher sollten wir hier dieses Fass nicht aufmachen.

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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von friederix » Di 30. Sep 2014, 20:02

Nabend,

ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, wie das mit den Restlichtverstärkern nachts überhaupt funktioniert.
Das ist jetzt nicht gerätetechnisch sondern augentechnisch gemeint.

Normalerweise kann ein Mensch im Dunkeln bei diffusem Restlich von Sternen, Mond oder entferntem, von Wolken gestreutem Kunstlicht noch Konturen im Graubereich wahrnehmen.
Das ist möglich, weil das Auge inzwischen auf Dunkeladaption umgestellt hat.

Schaut man jetzt in ein Gerät mit Restlichverstäker, ist die Dunkeladaption innerhalb von Sekunden im Eimer.
Die Person mit danach "unbewaffnetem" Auge - also ohne dieses Gerät - sieht für eine ganze Weile nur noch Schwarz.

Es dauert ca. 15 Minuten, bis das Auge dann seine normale Nachtsichtfähigkeit wieder zurückgewonnen hat.

Also erst mit Restlichtverstärker das Ziel ansprechen und dann ohne dieses Hilfsmittel treffen sollte ein Ding der Unmöglichkeit sein.

Ich will damit nichts aussagen, sondern die Frage stelle ich mir als Augenopikermeister.
Ich bin da etwas verwirrt.

Gruß friederix
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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von Jaga » Di 30. Sep 2014, 20:22

Du hast vollkommen recht: Es ist so. Schaut man mit dem Zielauge durch den Restlichtverstärker, sieht man darin ein fast taghelles Bild und anschließend durch das Zielfernrohr nichts mehr, weil sich das Auge auf Tag adaptiert hat. Das Rückadaptieren dauert viele Minuten. Manche schauen mit dem einen Auge, dem Nicht-Zielauge, durch das Gerät und nehmen dann ihr Zielauge für den Ernstfall. Kann man machen. Wärmebildkameras strahlen nicht so stark, sie sind dimmbar, bei denen tritt der Effekt nicht so auf. Aber im Grunde ist das alles Quatsch. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat man auf dem Gewehr ein restlichtverstärkendes Zielfernrohr, oder man akzeptiert die Dunkelheit.

Wenn dieser Staat will, dass Wildschweine nachhaltig bejagt werden, dann soll er gefälligst das Befestigen aktiver bildgebender Geräte auf der Waffe erlauben. Oder er soll die Jäger von der Zahlung des Wildschadens befreien. Eines von beiden wird sehr bald passieren, da wird noch einiges zu diskutieren sein.

Die meisten akzeptieren allerdings die Dunkelheit. Man sieht erstaunlich viel, wenn man sich länger als eine halbe Stunde im dunklen Wald, etwa auf dem Hochsitz, aufhält, und die Augen sich an die Dunkelheit adaptieren lässt. Selbst bei geringem Mondlicht scheint die Umgebung hell, die Konturen klar. Man muss nur, wegen des Gelben Flecks auf der Netzhaut, im Zweifelsfall ein wenig an den Objekten vorbeischauen und sieht deren Konturen gleich sehr scharf. Mit einem modernen Zeiss- oder einem Swarovski-Glas als Doppelglas und Zielfernrohr, die 95% Transmssion des Blauanteils des Lichts (für Fachleute: 500 bis 540 nm Wellenlänge) garantieren, sieht man mit etwas Mondhilfe bei leicht bedecktem Himmel (=weiches Licht) fast wie am Tage. Es geht also schon. Die menschlichen Augen können mehr, als man denkt.

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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von friederix » Di 30. Sep 2014, 20:55

Jaga hat geschrieben: Wenn dieser Staat will, dass Wildschweine nachhaltig bejagt werden, dann soll er gefälligst das Befestigen aktiver bildgebender Geräte auf der Waffe erlauben.
Das kann ich beim besten Willen auch nicht verstehen:
Entweder es gibt ein Wildschweinproblem - dann muss das auch gehändelt werden, und zwar mit allen möglichst schonenden Mitteln, oder es gibt keines.

Da es das aber offensichtlich unbestritten gibt, sehe ich keinen Sinn darin, daraus ein Glücksspiel zu machen, dessen Grundlage nicht mehr zeitgemäß ist:
Mir als Wildschwein wäre es lieber, durch einen sauberen Schuß zu den 72 Jungfrauen (öhm Jungsauen :p ) zu kommen, als 24 Stunden dahinsiechen zu müssen.

Ob das mit dem Zielauge (also Einaugenprinzip) funktioniert, habe ich noch nicht ausprobiert, klingt aber plausibel.
Fest steht, dass das beim Farbsehen funktioniert:
Schaue mit dem rechten Auge 2 Minuten auf ein grünes Blatt Papier und anschließend mit dem linken Auge auf ein rotes.

Danach hast Du auf beiden Augen eine völlig unterschiedliche Farbwahrnehmung.

Danke jedenfalls für Deine Schilderungen von der "Front".
War für mich beruflich sehr aufschlussreich.
(Hab ne ganze Menge Jäger als Kundschaft)

Viele Grüße,

Fried
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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von Jaga » Di 30. Sep 2014, 21:09

Das mit den 72 Jungfrauen - ääh: Jungsauen - ist betrachtenswert. Ich weiß nicht, wie das bei den Wildschweinen ist, aber bei den aktuellen Vorkommnisse bei den Menschen, also den Islamisten, lässt sich die Sache mathematisch nicht mehr in den Griff kriegen. Den Dschihadisten werden im Fall des Falles ja 72 Jungfrauen versprochen. Bei derzeitigen Mangel an Jungfrauen ist allerdings zu erwarten (und lässt sich mathematisch nachweisen), dass Gotteskrieger, nachdem er sich im Namen Allahs in die Luft gesprengt hat, im Dschihadisten-Himmel statt 72 Jungfrauen nur eine 72-jährige Jungfrau zugeteilt bekommt.


Aber das soll nicht unser Problem sein, ist absolut OT, politisch unkorrekt, daher mache ich jetzt Schluss, bereue zutiefst und behaupte das Gegenteil.
Gruß J.

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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von Kocherreiter » Mi 1. Okt 2014, 08:19

Man darf also annehmen, dass ein gewisser Teil der Jäger die technischen Geräte eben doch an die Waffe montiert. Wer soll das auch kontrollieren?
Der Geocacher wenn er ein Versteck für seinen Geocache sucht und das Waffenarsenal im Busch findet :D

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Re: Nachtwandern, Jagdgebiete

Beitrag von KMundS » Mi 1. Okt 2014, 08:22

Es ist doch so: Der normale Mensch (Trottel, Weichling, Blindfisch, Grüner, Tierschützer) sieht bei Nacht einfach mal gar nichts und kann nicht sein Gesäß von seinem Ellenbogen unterscheiden.

Der Jäger (Homo Sapiens Sapiens Sapiens Superiorem ) dagegen hat nach einer Anpassungphase von 0,1 Sekunden eine Terminator-ähnliche Sicht, mit Zielkreuz und eingeblendeten Entfernungsangaben und so Zeug. Daher ist eine weitere technische Aufrüstung der schwerbewaffneten Tierschützer sowieso überflüssig, weil Eulen nach Athen...

Peace out.
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