TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

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skybeamer
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von skybeamer » Fr 28. Nov 2014, 10:30

Zappo hat geschrieben:...und, hat den Beitrag jetzt jemand gesehen und kann berichten?
Ja, ich. Kurz und bündig: Ich fand die Sendung interessant und aufschlussreich. Aber seht doch einfach selbst und bildet euch ein Urteil: http://www.swr.de/odysso/umwelt-wie-vie ... index.html

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Zappo » Fr 28. Nov 2014, 11:02

skybeamer hat geschrieben:Ja, ich. Kurz und bündig: Ich fand die Sendung interessant und aufschlussreich. Aber seht doch einfach selbst und bildet euch ein Urteil: http://www.swr.de/odysso/umwelt-wie-vie ... index.html
Danke.

ich hatte keine Zeit - und geistig sind bei mir die Möglichkeiten des Internetfernsehen noch nicht angekommen :)

Gruß Zappo
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von eifriger Leser » Fr 28. Nov 2014, 13:19

Ich fand die Sendung gut und informativ. Manches wusste ich schon bzw. wurde mir wieder präsent, einiges war mir neu. Ich kann jedem empfehlen den Beitrag anzuschauen - vielleicht verzichtet der eine odere andere danach auf Trollbeiträge und hinterfragt seine eigene Meinung selbstkritisch.

Mein Fazit:
1. Reduzierung des Jagddrucks => (weitgehender) Verzicht auf die Ansitzjagd
2. kurze und intensive Zeiten der großflächen Treibjagd zur Bestandsregulierung
3. Weg von der intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung bis an den Waldrand
4. Die Jäger (meist gut betucht und vernetzt) müssen einen Teil ihrer bisherigen Privilegien aufgeben, auch wenn sie sich mit Händen und Füssen dagegen wehren. Die Zeiten ändern sich, Erkenntnissen und Entwicklungen muss Rechnung getragen werden.
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von KMundS » Fr 28. Nov 2014, 14:35

Ich kam leider nur bis zu der Tante, die nicht richtig flüstern konnte. Bei diesen Verschlußlauten rollen sich mir die Fußnägel hoch :(

Ja, ich weiß, hier darf man nur für Jagd sein. Mir egal.
Mit Jägern gibt es kein Miteinander.

Irrtümer über die Jagd: http://forum.geoclub.de/viewtopic.php?p ... 0#p1174810

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Dosenpfänder » Fr 28. Nov 2014, 22:40

@skybeamer: Danke für den Link!

Gut gemachter Beitrag! - wobei ich finde, dass die Jagdgegner kaum bis gar nicht zu Wort kamen.
Dass wir um die Jagd wohl nicht umhin kommen, scheint angesichts der Beispiele nachvollziehbar.
Allerdings muss man wohl seeeehr passioniert sein und vor allem auch vermögend, um dieses "Hobby" ausüben zu können.
600 Ha für 6000 EUR/a - das ist kein Pappenstiel!
6 Mio m² - das sind beispielsweise 2.000 x 3.000 Meter
Und 500EUR im Monat - da müssten die schon einiges zur Strecke bringen und verkaufen, um das Geld reinzubekommen. Schon interessant - da muss man also Geld berappen, fremde Grundstücke teuer 'anmieten' und hat am Ende noch die Pappnase auf, wenn es Wildschäden gibt.

Übertragen aufs Cachen eine Fläche, auf die theoretisch bis zu 294 Tradis passen würden!
Würde ein Owner Geld dafür ausgeben, in Feld, Wald oder Stadt, Dosen auslegen zu dürfen? und wäre auch noch bereit, für die Begleitschäden (Cacherautobahn, usw.) aufzukommen?!

Aber vielleicht wäre das ja die Alternative zum Cache-Verbot: Pacht verlangen.
Vielleicht nicht so hoch, aber so dass es den Verwaltungsaufwand trägt.
Vorteil für den Owner: man hätte dann Exklusivität im betreffenden Waldstück. :roll:

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von eifriger Leser » Sa 29. Nov 2014, 19:56

Eine weiterer informative und sachliche Sendung zum Thema Jagd&Forst mit dem Titel "Hilfe für den Hirsch - Rotwild im Südschwarzwald"
http://swrmediathek.de/player.htm?show= ... 26b975f2e6
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von argus1972 » So 30. Nov 2014, 11:07

Die Sendung ist wirklich interessant!
Als Fazit habe ich für mich entnehmen können, dass das Wild zum Schädling wird, weil der Mensch, die Holz- und Landwirtschaft dies so empfindet.
Wird dem Winzer der Weg zwischen den Weinstöcken von den Sauen aufgewühlt, schreit er nach vermehrter Bejagung, gibt´s Verbiss im Nationalpark, wo man versucht, wieder einen natürlichen Baumbestand hochzuzüchten, muss der Bestand reduziert werden, die Tiere vermehren sich wie blöde, weil ihnen die Landwirtschaft die Schnellrestaurants vor die Nase setzt und durch den Jagddruck wird Rehwild aus seinen natürlichen offenen Nahrungsflächen ins Unterholz gedrängt, wo dann wiederum Schäden entstehen, die der Waldwirtschaft an den Geldbeutel gehen.
Das Ganze sieht für mich nach einem Teufelskreis aus.
Dazu kommt ein vielfach extrem traditionalistisches Gebaren der jagenden Zunft, für die vielfach der Hobbyfaktor überwiegt, während die Belange der Holzwirtschaft und des Naturschutzes außen vor gelassen werden. Daher gibt es selbst zwischen diesen Gruppierungen Konfliktstoff.

Hochinteressant fand ich einen Abschnitt zur kulturpolitischen Geschichte der Jagd, wo es um Adelsprivilegien, handfeste Machansprüche, den Faktor des gesellschaftlichen Ereignisses und der Trophäenjagd ging. All dies läuft selbstverständlich dem ökologischen Grundgedanken, der heute von gewissen Gesellschaftsteilen angestrebt wird, konträr.

In Kürze: Land- und Forstwirtschaft sieht die Wildtiere als Schädling, die Jäger jagen vielfach rein aus Spaß an der Freude und im Hinblick auf ihre eigenen Interessen, es gibt kaum noch natürliche Gegebenheiten, die den Tieren ein natürliches Leben ermöglichen, stattdessen durch den Ackerbau Futter ohne Ende, wodurch sich der Bestand vermehrt und dazwischen stehen Naturschützer und Landschaftspfleger, die nach Lösungen suchen und keine finden, die alle Beteiligten gleich unzufrieden machen.

Allgemeingültige Lösungen scheint es danach nicht zu geben, denn das Wild stört eigentlich jeden überall. Der Jäger will einfach möglichst viele Tiere zum jagen haben, der Landwirt möglichst garkeine, oder zumindest keine auf seinen Flächen, der Förster will kein Wild im Wald und dann kommen noch die Jagdgegner aus der Bevölkerung dazu.
Es allen recht machen geht nur, wenn alle Gruppen nach einer Einigung die gleichen Interessen verfolgten, was aber wohl die absolute Ausnahme ist.
Bitte prüfen Sie der Umwelt zuliebe, ob dieser Beitrag wirklich ausgedruckt werden muss!

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Jaga » Di 2. Dez 2014, 23:38

Dosenpfänder hat geschrieben:Allerdings muss man wohl seeeehr passioniert sein und vor allem auch vermögend, um dieses "Hobby" ausüben zu können. 600 Ha für 6000 EUR/a - das ist kein Pappenstiel...
Es geht auch preisgünstig. Hoch sind die Pachtpreise in NRW, weil viele Holländer sich dort um Reviere bewerben. Denn in den Niederlanden ist die Jagd verboten (weswegen der Staat die Gänse auch grausam vergasen muss und Wildpferde auf der Insel mit dem unaussprechlichen Namen verhungern), und Holländer werden weniger von ihrem Staat geschröpft, haben folglich mehr Geld in der Hosentasche und können höher bieten. Sie strömen nach Deutschland und treiben in den Grenzregionen die Preise, was zu den geschilderten Extremen führt. Extrem preisgünstig sind Reviere aber im waldreichen Süden. Ich zahle hier in Bayern 5 Euro/Hektar im Jahr, das sind bei 340 ha rund 1700 Euro Pacht pro Jahr. Der amtliche Abschussplan schreibt 14 Rehe vor, das Fleisch eines Rehs bringt 80 bis 90 Euro, also einen guten Tausender pro Jahr. Unterm Strich zahle ich also 700 Euro/Jahr. Man vergleiche diese Zahl mit den Kosten eines einwöchigen Ski-Urlaubs mit Familie.

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von hustelinchen » Mi 3. Dez 2014, 00:28

Hallo, ein Freund hat mir erst letzte Woche noch erzählt, dass rund um Arnsberg (NRW) pro ha rund 30 Euro an Pacht anfallen. Damit ist aber alles abgedeckt, auch bereits die Zahlungen an die Bauern zwecks Schadensregulierung zB von Wildschweinen, die sich ua. an den Feldfrüchten bedient haben.
Herzliche Grüße
Michaela

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von steingesicht » Mi 3. Dez 2014, 13:08

Jaga hat geschrieben: und Holländer werden weniger von ihrem Staat geschröpft, haben folglich mehr Geld in der Hosentasche und können höher bieten.
Sicher? Staatquote für 2012 in DE: 45% und in NL: 50%
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