TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Kalleson » Di 9. Dez 2014, 09:23

steingesicht hat geschrieben:
Jaga hat geschrieben: und Holländer werden weniger von ihrem Staat geschröpft, haben folglich mehr Geld in der Hosentasche und können höher bieten.
Sicher? Staatquote für 2012 in DE: 45% und in NL: 50%
Als "ehemaliger Holländer auf Zeit" kann ich das subjektiv (also genaue Zahlenkenntnis) bestätigen.

In den Niederlanden ist vieles unbürokratischer und öffentliche Strukturen sind meist einfach und schlank... daraus schließen seltsamerweise viele, dass dort die Steuerlast auch niedriger sein müsste. Dem ist aber wohl nicht so.

Zu den Kosten:

Ich glaube hier gehen einige irrigerweise davon aus, dass Jäger sich ein Revier alleine pachten. in der Regel teilt man sich solch ein Revier ja mit mehreren (ca. 4-6) Jägern. Das reduziert nicht nur die Kosten, sondern auch die Arbeit (Wildunfälle, Instandhaltung jagdlicher Einrichtungen, etc.) und meist ist es auch nur so möglich, die Abschussvorgaben zu erfüllen.

Berücksichtigt man dies, dann wird die Jagd (wenigstens in unserer Ecke) durchaus für den Otto-Normal-Verbruacher bezahlbar.
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von KMundS » Di 9. Dez 2014, 10:30

Kalleson hat geschrieben:
steingesicht hat geschrieben:
Jaga hat geschrieben: und Holländer werden weniger von ihrem Staat geschröpft, haben folglich mehr Geld in der Hosentasche und können höher bieten.
Sicher? Staatquote für 2012 in DE: 45% und in NL: 50%
Berücksichtigt man dies, dann wird die Jagd (wenigstens in unserer Ecke) durchaus für den Otto-Normal-Verbruacher bezahlbar.
Und das ist in einem Geocaching-Forum Thema weil ...?
Mit Jägern gibt es kein Miteinander.

Irrtümer über die Jagd: http://forum.geoclub.de/viewtopic.php?p ... 0#p1174810

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Jaga » Di 9. Dez 2014, 10:33

KMundS hat geschrieben:Und das ist in einem Geocaching-Forum Thema weil ...?
...Du Dich nicht an der Diskussion zu beteiligen brauchst. Es wird niemand gezwungen, sich zu informieren.

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Kalleson » Di 9. Dez 2014, 14:03

KMundS hat geschrieben:Und das ist in einem Geocaching-Forum Thema weil ...?
Weil es vorher Thema im Thread war.
hustelinchen hat geschrieben:Hallo, ein Freund hat mir erst letzte Woche noch erzählt, dass rund um Arnsberg (NRW) pro ha rund 30 Euro an Pacht anfallen. Damit ist aber alles abgedeckt, auch bereits die Zahlungen an die Bauern zwecks Schadensregulierung zB von Wildschweinen, die sich ua. an den Feldfrüchten bedient haben.
Jaga hat geschrieben:Es geht auch preisgünstig. Hoch sind die Pachtpreise in NRW, weil viele Holländer sich dort um Reviere bewerben.
(...)
Extrem preisgünstig sind Reviere aber im waldreichen Süden. Ich zahle hier in Bayern 5 Euro/Hektar im Jahr, das sind bei 340 ha rund 1700 Euro Pacht pro Jahr. Der amtliche Abschussplan schreibt 14 Rehe vor, das Fleisch eines Rehs bringt 80 bis 90 Euro, also einen guten Tausender pro Jahr. Unterm Strich zahle ich also 700 Euro/Jahr. Man vergleiche diese Zahl mit den Kosten eines einwöchigen Ski-Urlaubs mit Familie.
Dosenpfänder hat geschrieben:Allerdings muss man wohl seeeehr passioniert sein und vor allem auch vermögend, um dieses "Hobby" ausüben zu können. 600 Ha für 6000 EUR/a - das ist kein Pappenstiel...
Und da ich deinerseits noch kein Hinterfragen des Themenbezugs zum Geocaching in Threads wie dem Tauziehen und diversen anderen nicht direkt geocachingbezognenen Diskussionen gelesen habe:
Was war die eigentliche Intention (hinter) deiner Frage?
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von KMundS » Di 9. Dez 2014, 14:10

Wenn ich mich über Jagd informieren wollte, ginge ich in ein Jagdforum. Für so was gibt es nämlich unterschiedlich ausgerichtete Foren. Ich gehe ja auch nicht in ein Jagdforum und informiere die Anwesenden über Entwicklungen auf dem HiFi- oder Automarkt, obwohl es dort vielleicht manche zufällig interessiert. Es wird auch niemand gebraucht, der mehr oder weniger und regional begrenzt zwischen Jägern und Geocachern vermittelt. Ist schlicht unnötig. Und Werbung für Jagd will auch niemand sehen, schätze ich.
Mit Jägern gibt es kein Miteinander.

Irrtümer über die Jagd: http://forum.geoclub.de/viewtopic.php?p ... 0#p1174810

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Kalleson » Di 9. Dez 2014, 15:05

Und das, was Du persönlich in welchen Foren lesen möchtest (oder eben nicht) ist in einem Geocaching-Forum Thema weil ...?
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Marschkompasszahl » Di 9. Dez 2014, 16:43

Ich finde den Thread/ Link zu dem Fernsehbericht vollkommen in Ordnung und in diesem Forum angebracht.
Eben, um die Sicht und Probleme der Jäger - auch ohne Geocaching - zu verstehen.
Und das findet man in der Form selten so komprimiert und aufbereitet in einem Jagdforum.

Obwohl ich der Jagd grundsätzlich positiv gegenüber stehe, macht er mir eher deutlich, dass die Jäger die Deppen im Wald sind: viel Geld für die Pacht zahlen und auch noch verantwortlich für Verbiss-Schäden sein zu dürfen. Eigentlich müssten die Forst- und Landwirte die Jäger bezahlen, um den Wildbestand in Feld und Wald in Schach zu halten.
Schön blöd! Aber was ist man für das "Privileg" der Jagd nicht bereit zu zahlen und zu erdulden...

Insofern kann ich die Anspannung der Jäger ggü. Störenfrieden (z.B. Geocacher) verstehn, aber letzten Endes: selbst gemachte Leiden.

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Jaga » Di 9. Dez 2014, 17:38

Jedenfalls kann man ihnen nicht den Vorwurf machen, mit der Jagd Geld zu verdienen. Ich würde sie nicht als Deppen sehen sondern als jemanden, der mit Engagement und auch etwas Geld aktiv Naturschutz betreiben. Außer Förstern und gelegentlich Schulklassen (und auch mal Geocacher), die ein Waldstück vor Unrat säubern, sieht man selten jemanden aktiv draußen.

Leider wird das Engagement in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt. Da fordert Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für den Naturschutz, im aktuellen Spiegel mehr Brachflächen für das Wild, und zeitgleich will der grüne Umweltminister von NRW Johannes Remmel in seinem neuen und hochumstrittenen Jagdgesetz Wildäcker mit heimischen Pflanzen verbieten. Absurd. Wie wenn Brachflächen und Wildäcker nicht dasselbe wären und demselben Zweck (Pflanzenschutz, Verbiss-Schutz, Bienen) dienten. Dieses Beispiel zeigt, wie eine ideologische Herangehensweise an Naturschutz-Themen viel kaputtmachen kann. Aber das wäre ein anderes Thema. Ich hör' schon wieder auf. Schönen Abend an alle.

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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von eifriger Leser » Di 9. Dez 2014, 18:39

Jaga hat geschrieben: und zeitgleich will der grüne Umweltminister von NRW Johannes Remmel in seinem neuen und hochumstrittenen Jagdgesetz Wildäcker mit heimischen Pflanzen verbieten.
Hochumstritten - wohl in erster Linie bei den Jägerschaft. :roll: Warum will er die Wildäcker verbieten? Aus Boshaftigkeit gegenüber den Jägern, oder gibt´s vielleicht auch Gründe die dafür sprechen (könnten)? Interessengruppen laufen ja generell erstmal Sturm was gegen ihre Interessen läuft bzw. ihre Privilegien beschneidet - klappern gehört zum Handwerk...
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Re: TV-Tipp: Wieviel Jagd brauchen wir?

Beitrag von Jaga » Di 9. Dez 2014, 19:29

eifriger Leser hat geschrieben: Hochumstritten - wohl in erster Linie bei den Jägerschaft. :roll: ...klappern gehört zum Handwerk...
Klar, regt sich die Jägerschaft als betroffene Gruppe auf. Aber auch die Bauern, die Förster, die Holzwirtschaft, die Vogelschützer, die Imker (auch die brauchen Wildwiesen) und die Reiter. Die Geocacher sollten es auch tun, weil sie nämlich die nächsten auf der langen Liste dieser Verbotspartei sein werden. Demnächst ändern die in NRW das Waldgesetz (es gibt schon erste Referentenentwürfe). Dann kannst Du Deine Dosen auf dem Balkon in den Blumentöpfen vergraben, aber nicht mehr im Wald. Wir sollten eher zusammenhalten und statt von imaginären Privilegien der jeweils anderen zu schwätzen.

Mir ist da zu viel Ideologie im Spiel: Legt der Förster Wildwiesen an, weil er das Wild gerade im Winter aus dem Wald herausghalten will, ist es phantastisch. Macht der Pächter dasselbe aus demselben Grund - igittigitt! Die Kinnlade fällt den Schreiern aber runter, wenn folgendes passiert: Wir haben hier als Jäger zusammen mit dem Förster und den örtlichen Imkern zwei Wildwiesen angelegt. Jetzt wissen die örtlichen Leserbriefschreiber von BUND und NABU nicht, ob sie dafür oder dagegen sein sollen, weil ihnen der wilbiologische Durchblick fehlt. Herrlich!

Außerdem verstehe ich nicht, was der Vorwurf der Privilgien soll. Welche Privilegien?

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