T5er aus Sicht von Grundeigentümern

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JackSkysegel
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Re: T5er aus Sicht von Grundeigentümern

Beitrag von JackSkysegel » Mo 2. Mär 2015, 19:39

Also ist im Zweifelsfall der Waldbesitzer schuld wenn sich ein Sportler in seinem Wald aufs Gesicht legt? Wenn das so sein sollte, dann empfinde ich das als ziemlich falsch.
Unechter Cacher (Tm)

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THC
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Re: T5er aus Sicht von Grundeigentümern

Beitrag von THC » Mo 2. Mär 2015, 23:31

Bei uns hat die Stadt ein großen Skateboarparcours aufgestellt. So mit allen drum und dran, Halfpipe und was da alles so zugehört.
Ich kann mir nicht vorstellen, das die da für Unfälle haften.
Gruß
THC

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BenOw
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Re: T5er aus Sicht von Grundeigentümern

Beitrag von BenOw » Di 3. Mär 2015, 04:29

JackSkysegel hat geschrieben:Also ist im Zweifelsfall der Waldbesitzer schuld wenn sich ein Sportler in seinem Wald aufs Gesicht legt? Wenn das so sein sollte, dann empfinde ich das als ziemlich falsch.
Ist auch nicht so. "Im Zweifelsfall" ist falsch (dann eben gerade nicht). Es ist bis auf die üblichen juristisch interpretierbaren Grauzonen ziemlich klar: da, wo regelmäßig Publikumsverkehr herrscht, muss der Besitzer dafür sorgen, dass nach Stand der Technik keine besondere Gefahr besteht. Also z.B. für die Baumkontrolle sorgen (morsche Äste sichern etc.) oder aber den Publikumsverkehr entsprechend regeln. Dazu muss er Kenntnis vom Publikumsverkehr haben. Das gilt bei einem Waldbesitzer z.B. automatisch für Waldwege, bei denen er aufgrund des allg. Betretungsrechts dulden muss, dass da die Öffentlichkeit entlangspaziert und er dafür sorgen muss, dass keine besondere (!) Gefahr besteht. Waldübliche "Gefahren" (Schlagloch im Waldweg, Wurzel, Wildtiere, Sturmbruch bei Starkwind) sind da vom Besucher zu berücksichtigen. Abseits von üblichen Wegen nimmt die Verkehrssicherungspflicht des Besitzers ab, die Selbstverantwortung des Besuchers zu. In welchem Maße, kommt auf die jeweilige Situation an. Erlaubt der Waldbesitzer aber einen Klettercache, ist er selbstverständlich auch für die Verkehrssicherung an diesem Baum zuständig. D.h. er muss dafür sorgen, dass für die Besucher keine besondere (!) Gefahr davon ausgeht. Wie, das kommt auf die Situation vor Ort an.

Ich habe "besondere" Gefahr betont. Hier geht es nicht darum, dass der Kletterer in Watte gepackt werden muss. Die Selbstverantwortung des Besuchers bleibt bestehen ("Wer sich in Gefahr begibt..."). Der Besitzer kann z.B. durch Nutzungsbedingungen dafür sorgen, dass nur Leute mit adäquater Ausrüstung den Baum besteigen. Die Feinheiten (z.B. Kontrollpflicht?) können aber durchaus komplex werden und das ist es, was vermutlich viele Waldbesitzer oder Behörden abschreckt: da mag man sich gar nicht erst drum kümmern wollen, für sowas unwichtiges, wie so ein paar Geokätscher. Man hat ja schon genug um die Ohren...

Da irgendwo ist der Punkt, wo man den Waldbesitzer in so einer Diskussion abholen muss. Warum ist wohl z.B. der Alpenverein so engagiert, Klettersteige etc. einzurichten, zu kennzeichnen und regelmäßig zu kontrollieren? Eben, damit "sein" Sport von den Grundbesitzern toleriert wird.

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BenOw
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Re: T5er aus Sicht von Grundeigentümern

Beitrag von BenOw » Di 3. Mär 2015, 04:47

THC hat geschrieben:Bei uns hat die Stadt ein großen Skateboarparcours aufgestellt. So mit allen drum und dran, Halfpipe und was da alles so zugehört.
Ich kann mir nicht vorstellen, das die da für Unfälle haften.
Wenn sie nicht regelmäßig dafür sorgen, dass das Zeug instandgehalten wird und deshalb ein Unfall passiert (weil z.B. ein Geländer plötzlich wegbricht): schon.

Einer der berühmtesten Fälle ist doch der mit dem umgefallenen Fussballtor: da wurde ein Bolzplatz genutzt, zwar ohne Wissen und ohne Erlaubnis der zuständigen Entität aber frei zugänglich, und irgendwer kam durch das umfallende Tor zu Schaden, das nicht verankert war. Spätestens seitdem sind Zugänge zu Fussballplätzen abgesperrt, werden die Tore nach Trainingsende umgelegt oder sogar zusammengestellt und mit Kette gegen unbefugte Benutzung gesichert. Im besten Falle ist das Tor nun fest verankert und die Verankerung wird regelmäßig geprüft. Ähnliches gilt z.B. für öffentliche Spielplätze - da wird regelmäßig die Betriebssicherheit geprüft. Und per Hinweistafel der "bestimmungsgemäße Gebrauch" definiert - schau' mal nach, mit Sicherheit auch bei eurem Skaterplatz.

Ein Freund von mir hat sich mit einer Firma selbständig gemacht, die solche Sachen im Auftrag der Besitzer (Kommunen, Wohnbaugesellschaften, ...) regelmäßig kontrolliert, z.B. eben Spielplätze. Da gibt's eine ganze Bücherei voller technischer Richtlinien und Normen ("Stand der Technik"). Der verdient eine Menge Geld damit...

Bei einem Klettercache ist das alles weit weniger aufwändig, v.a. weil der Personenkreis ja doch etwas eingeschränkter ist. Das muss man aber trotzdem gut verargumentieren können.

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