Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Moderator: Zappo

Benutzeravatar
Fadenkreuz
Geowizard
Beiträge: 2627
Registriert: Mi 12. Sep 2012, 08:37

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von Fadenkreuz » Mo 9. Nov 2015, 22:44

Es reicht nicht aus, wenn sich der Geocacher an einen beliebigen Ort begibt, sondern es gehört zu den Tatbestandsmerkmalen, dass er sich an eine Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätte von Wild begeben haben muss. Dies muss dann auch noch zusätzlich mit einer Störung verbunden sein, diese wiederum muss durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder eine ähnliche Handlung eingetreten sein muss.

Der Pilzsammler, der einige Meter abseits der Wege zufällig ein Reh aufscheucht, erfüllt diese Tatbestandsmerkmale also in aller Regel nicht und handelt somit auch nicht ordnungswidrig. Gleiches gilt für den Geocacher.

Werbung:
Benutzeravatar
KreuterFee
Geomaster
Beiträge: 711
Registriert: So 21. Aug 2011, 09:45
Wohnort: Hannover

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von KreuterFee » Mo 9. Nov 2015, 23:39

Heimo hat geschrieben:Der Geocacher begibt sich vorsätzlich an einen Ort, der Ort zählt zu den geschützen Orten. Der Geocacher nimmt den Erfolg seiner Handlung (Störung des Wildes) billigend in kauf. Das reicht für dolus eventualis.
Hört sich toll an.
Tatsächlich ist es nicht mehr, als..., ja als was eigentlich, das ist nüscht.
Aber ich wundere mich schon, mit was für hanebüchensten Beispielen hier deutsches Recht verdreht wird.

Also irgendwie ist dein Rechtsverständniss schon länger komplett über den Jordan oder du sitzt vor dem Bildschirm und lachst dich tot, das ich auf deinen Scherz reinfalle.
:)
Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war.
XD

Benutzeravatar
Zappo
Geoguru
Beiträge: 7782
Registriert: So 29. Jan 2006, 10:12
Wohnort: Schröck bei Karlsruhe

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von Zappo » Di 10. Nov 2015, 09:11

Ich könnte mir vorstellen, daß man sich bemüht, die Störung des Wildes zu vermeiden - völlig ungeachtet der Rechtslage und deren Auslegung.

Machen wir ja auch. Ich hab schon viele "hier ist erstmal Schluß, direkt nebenan brüten Vögel" - Sperrungen von Ownern gesehen sowie Logs von Suchern, die eine etwas ungeschickte Lage des Caches reklamieren. Und wenn mir der Falkenmensch erklärt, daß an dem von mir angestrebten Zielpunkt Wanderfalken brüten, dann lege ich da keine Dose, sondern nehm die wieder mit heim.

Irgendwie selbstverständlich.

Gruß Zappo
------------------------------------------
"Wer schneller lebt, ist früher fertig"

Benutzeravatar
JackSkysegel
Geoguru
Beiträge: 5272
Registriert: Sa 22. Jan 2011, 10:25

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von JackSkysegel » Di 10. Nov 2015, 09:22

Ja, oft ist es so einfach. ;)
Unechter Cacher (Tm)

Benutzeravatar
KreuterFee
Geomaster
Beiträge: 711
Registriert: So 21. Aug 2011, 09:45
Wohnort: Hannover

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von KreuterFee » Mi 11. Nov 2015, 00:20

Und was noch viel spannender ist, das funktioniert :).
Auf lokaler Ebene ist das so entspannt :) und das sogar seit Jahren.
Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war.
XD

Benutzeravatar
Nerre
Geowizard
Beiträge: 1376
Registriert: Fr 3. Jul 2009, 22:51

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von Nerre » Mi 9. Dez 2015, 16:03

Manchmal sieht man das Wild nicht bis man es stört. Wir hatten einmal fast einen Herzinfakt, weil keine 2m von uns auf einmal ein Fasan aus dem Gebüsch weggeflogen ist. War direkt neben einem Feldweg. Wer die schonmal fliegen sah und hörte, weiß wie laut das ist.
Habe ich seitdem schon mehrfach erlebt beim Cachen.

Ich finde man kann nicht von "billigendem Inkaufnehmen" reden, wenn man ganz regulär Wege nutzt die auch jeder andere Freizeitsuchende nutzt. Nachts ist es was anderes, übertrieben querfeldein auch. Aber das ist ein ganz normaler Schnitt durch die Gesellschaft. Ich war schon oft genug Nachtcachen, und traf dabei noch genug Leute, z.B. mit dem Hund, Radler oder Jogger. Aber auch arbeitendes Volk wie Forstwirtschaft und Co, die mit dem Auto oder größeren Maschinen im Wald rumfuhren. Nicht jeder kann oder will seine Freizeitgestalltung auf Tageslicht beschränken, erst recht nicht nach der Winterzeitumstellung wenn es vor 17 Uhr schon dunkel ist. Da arbeiten genug Leute noch ne Stunde oder mehr.
Sei kreativ!

Benutzeravatar
hustelinchen
Geoguru
Beiträge: 5497
Registriert: Di 23. Okt 2007, 00:58
Wohnort: NRW

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von hustelinchen » Fr 11. Dez 2015, 00:53

Das letzte Mal, dass ich wirklich 70 bis auch mal fast 100 m querfeldein im Wald laufen musste, um eine Dose zu finden, das war vorletztes Jahr in Schweden. Das würden wir hier gar nicht genehmigt bekommen, hier in D liegen die Dosen doch nun wirklich alle rel. nah am Weg, da sind 25 m absolut selten und schon weit, im Normalfall ist es doch eigentlich immer max. die 3. Baumreihe vom Weg weg, also unter 10 m. Da sehe ich schon einen Unterschied zu dem Fotografen, der dem Wild bis weit in den Wald hinterherschleicht, um eine tolle Aufnahme zu schießen.
Herzliche Grüße
Michaela

Benutzeravatar
Marschkompasszahl
Geowizard
Beiträge: 2025
Registriert: So 25. Jul 2010, 23:27
Wohnort: Mainz

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von Marschkompasszahl » Fr 11. Dez 2015, 14:44

Nerre hat geschrieben:Manchmal sieht man das Wild nicht bis man es stört. Wir hatten einmal fast einen Herzinfakt, weil keine 2m von uns auf einmal ein Fasan aus dem Gebüsch weggeflogen ist. War direkt neben einem Feldweg. Wer die schonmal fliegen sah und hörte, weiß wie laut das ist.
Habe ich seitdem schon mehrfach erlebt beim Cachen.
Wenn man sich auf Leitplanken und Telefonzellen beschränkt, kann man dieses Risiko erheblich reduzieren. :lachtot:


Aber back to topic: WO KEIN KLÄGER, DA KEIN RICHTER!
Es gibt hierzulande zwar einge Querulanten und selbst ernannte Sherrifs, aber die muss man ja erst einmal trefffen.
Wenn man vernünftig und bedachtsam cachet, dann sollte man ohnehin kein Wild aufscheuchen (schon gar nicht willentlich) und erst recht nicht dem ewig-nörgelndem-Frührentner über den Weg laufen, der einen gerne "anzeigen" möchte.
Und selbst wenn man ihm begegnet - wie will er einen anzeigen? Ich muss ja nicht jedem Hinz und Kunz meine Personalien mitteilen, nur weil er glaubt, rechtliche Schritte gegen mich erwirken zu müssen.
Im Wald hat eigentlich nur der Förster was zu sagen und auch entsprechend polizeiliche Befugnisse. Nicht aber der dort agierende Jäger oder der 1. Vorsitzende vom Vogelbeobachtungs-Club e.V.; auch nicht der Anführer der Bürgerbewegung "Ruhe im Wald" oder dergleichen.
Einzig wenn ihr ins Auto steigt, könnte er versuchen, über das Kennzeichen herausfinden zu lassen, wer ihr seid. Aber auch da gibt es Tricks und Möglichkeiten, den Widersacher auf die falsche Spur zu locken. ;)

Ich gehe sicherlich nicht in den Wald, um Tiere zu erschrecken,
aber ich lasse mich auch nicht von einer möglichen OWi erschrecken
oder gar davon abhalten, im Wald cachen (und anderen Hobbys nach) zu gehen.

Benutzeravatar
eifriger Leser
Geomaster
Beiträge: 916
Registriert: Fr 4. Mai 2012, 19:14

Re: Der Fotograf, die Anzeige und der Geocacher

Beitrag von eifriger Leser » Fr 11. Dez 2015, 21:16

Das Bussgeldverfahren gegen den Fotografen wurde wohl eingestellt. http://www.mittelhessen.de/lokales_arti ... 04416.html
Eine Diskussion ist oft genug Brainstorming ohne Brain.
© Erhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder