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Nicht vergraben ABER....

Alles rund um den Geocache an sich.

Moderator: Los Muertos

eigengott
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Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von eigengott » Do 9. Sep 2010, 13:40

Madu1 hat geschrieben:Eigentlich schade, wenn es diese Art von Caches nicht mehr geben soll:

Bild

Quelle: http://jr849.de/wp-content/gallery/dive ... rcache.png

Ich habe selber schon solche Caches gefunden und habe mich dann natürlich auch über die große Dose gefreut. Ich kann nicht verstehen, wie man sich über sowas aufregen kann. Es kann schon sein, dass man zum Vergraben des Eimers ein scharfkantiges Werkzeug benötigt. Der Cache selber (und um den geht es doch in den Guidelines) wird dabei aber nicht mit solch einem Werkzeug installiert. Der Cache ist ja letzten Endes die Dose und nicht das drumherum und wird selber nur in den Eimer gestellt.
Wenn ein Cache in einem Gebäude liegt, dann zählt ja das Gebäude auch nicht zum Cache. Und ich bin der Meinung, dass es sich in dem oben gezeigten Beispiel doch auch nur um eine Konstruktion handelt, die zur Verbergung der Cachedose dient.
Das man zum Finden des Caches keine scharfkantigen Werkeuge braucht, steht wohl außer Frage.
Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen und dient letzten Endes leider nur einer weiteren Zunahme der Mikroschwemme... denn die kann man überall installieren!
Betreff Geocache im Grunewald
Absender Roland Dieterich
Empfänger foA_grunewald@senstadt.berlin.de
Datum Mi 16:56

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte einen Geocache im Grunewald verstecken. Geocaches sind kleine
"Schätze", deren GPS-Koordinaten im Internet veröffentlicht werden und nach
denen Geocacher dann mit einem GPS-Empfänger suchen können.

Jetzt habe ich im Grunewald eine schöne Stelle gefunden und möchte dort
einen solchen Schatz legen. Allerdings bin ich mir wegen des Verstecks
unsicher: Ich würde gerne ein Loch graben, in das ich einen Eimer stelle.
Der eigentliche Geocache würde dann gut geschützt in diesem Eimer liegen.
Der vergrabene Eimer wird dann mit ein wenig Laub gegen Zufallsfinder
getarnt. Siehe dazu auch das anhängende Foto, das entspricht so in etwa dem
was ich vorhabe.

Wäre das aus ihrer Sicht OK? Ich konnte leider keine Information finden,
ob man im Wald Löcher graben darf. Sollte das nicht gehen, muss ich mir
wohl etwas anderes ausdenken.

Mit freundlichen Grüßen,
Roland Dieterich
Anhängendes Bild war obiges.

Antwort vom Forstamt:
AW: Geocache im Grunewald
Absender Thomas.Kanzler@SenStadt.Berlin.de
Empfänger roland.dieterich@zeitsenke.de
Kopie FoA_Grunewald@SenStadt.Berlin.de
Datum Heute 13:10

Sehr geehrter Herr Dietrich,
abgesehen davon, dass wir keine Grabungen im Grunewald erlauben
würden und auch abgesehen davon, dass die Wildschweine
wahrscheinlich die ersten wären, die diesen "Schatz" ausgraben,
stehen wir dem Geocaching nicht besonders positiv gegenüber.
Diese Markierungen und Schätze werden oft an sensible Punkte
gebracht und dann werden auch noch Sucher diese sensiblen Punkte
gelockt. Sensible Punkte sind zB. Naturschutzgebiete aber auch
jagdliche Einrichtungen. Wir haben hier im Berliner Wald ein
hohes Aufkommen an den verschiedensten Nutzungsarten (Wanderer,
Reiter, Hunde, Radfahrer, Jogger etc) und da haben wir natürlich
kein Interesse den Wald für eine neue weitere Modesportart
freizugeben.
Ich hoffe auf Ihr Verständnis und verbleibe mit freundlichen
Grüßen
Thomas Kanzler

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Schrottie

Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von Schrottie » Do 9. Sep 2010, 14:13

Gnihihi, da macht aber jetzt jemand auf bockiges Kind und zeigt allen: "Ääätsch, ich hab ja doch Recht!". Das ändert jedoch nichts am Vorgang und der Tatsache das Du hier anders als von Dir selbst "vorgegeben" gehandelt hast selbst.
eigengott hat geschrieben:
ich möchte einen Geocache im Grunewald verstecken. Geocaches sind kleine
"Schätze", deren GPS-Koordinaten im Internet veröffentlicht werden und nach
denen Geocacher dann mit einem GPS-Empfänger suchen können.
[...]
Hmm, ist das die "Befähigung zum Umgang mit Ämtern und Behörden" die man als Reviewer mitbringen muß? Märchen erzählen?

Ich selbst habe ich diesem Zusammenhang schon mit einer der zuständigen Revierförstereien gesprochen (da ging es aber um einen anderen Cache) und man war a) sehr aufgeschlossen dem Thema gegenüber und b) hatte der Förster nichts dagegen, solange er sich die Sache vor Ort anschauen und ggf. Änderungen wünschen kann. Ich habe dabei übrigens keine wilden Geschichten erzählt, sondern mich klar zu erkennen gegeben. Einen Wald weiter, oben im Spandauer Forst, ist eine solche Sache bereits gelaufen, da ist der Förster auch mit dem Owner losgezogen und gemeinsam haben die dann den Cache gelegt. Es kommt halt immer aus die Art und Weise der Anfrage an.

Wo lag nun eigentlich genau das Problem beim FoA gleich anzugeben aus welchem Antrieb heraus die Anfrage erfolgt, nämlich das Du sie als offizieller Vertreter des weltweit größten Geocaching-Portals stellst?

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bene66
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Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von bene66 » Do 9. Sep 2010, 15:06

Schrottie hat geschrieben:Märchen erzählen?
.... Es kommt halt immer aus die Art und Weise der Anfrage an.
Wo ist das Problem - die Mail von eigengott find ich sachlich in Ordnung und höflich.
Die Antwort stört mich eher. Das nichts vergraben werden darf, ist in Ordnung.
Aber die allgemein ablehnende Haltung gegenüber Geocaching ist schon übertriben.
Und die noch allgemeinere Ablehnung "einer weiteren Modesportart" find ich noch schlimmer.
Das gerade Stadtwälder unter einem enormen Freizeitdruck leiden kann ich nachvollziehen - das heißt aber nicht, das man darum bestimmte Gruppen ausschließen darf.
Das es andere beispiele auf Seiten der Förster gibt zeigt nur, das es auch "deren Seite" nicht alles homogen ist - wie bei uns ja auch.

bene66
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich führe Statistiken um schöne Cache-Erlebnisse zu haben, aber ich cache nicht um eine schöne Statistik zu haben

Schrottie

Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von Schrottie » Do 9. Sep 2010, 15:33

bene66 hat geschrieben:Wo ist das Problem - die Mail von eigengott find ich sachlich in Ordnung und höflich.
Es ist schon, gerade bei der Kommunikation mit Behörden, ein enormer Unterschied ob da steht:

"Da schau her, ich will so wie auf dem Bild einen Gurkeneimer im Wald vergraben! Darf ich das?"

oder eben

"In meiner Eigenschaft als Reviewer [...] weltweit größte Geocachingplattform [...] Anfrage bezüglich der rechtlichen Situation [...] Vermeidung möglicher Konflikte [...] Handlungssicherheit bei Entscheidungen [...] uswusf."

Nicht umsonst heißt ja an dieser Stelle:
...demonstrated ability to work with land managers, communications skills...
Und dann kommt auch eine ganz andere Antwort, denn wenn die Anfrage vom Betreiber eines Geocachingportals (oder eben dessen Vertreter) kommt, dann muss nicht erzählt werden das man Geocaching eigentlich nicht will, denn dann liegt auf der Hand das es für solche Aussagen zu spät ist. Die Anfrage von "Klein Hänschen mit dem Gurkeneimer" hingegen wird wohl in jedem Fall negativ beschieden und vor allem kommt da selbstredend auch der Hinweis das man das ja eigentlich sowieso nicht will. Das soll jetzt nicht heißen, das bei einer offiziellen Anfrage die allgemeine Erlaubnis zum Vergraben ausgesprochen wird, wir sollten uns alle einig darin sein, das dies nie passieren wird, nur ist es ohne ein Verbot zunächst erlaubt. Nur in diesem ganz speziellen Fall besteht nun das Verbot nach Einzelfallentscheidung. Somit darf Roland nun keinen Eimer im Grunewald vergraben, jemand anderes darf es hingegen schon. Das wird BlackyV freuen, denn der müsste ja die Cachewartung übernehmen, immerhin wohnt Roland in Köln und müsste somit einen lokalen Geocacher angeben der die Wartung übernimmt, bevor er sich seinen Gurkeneimer freischaltet. ;)

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Starglider
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Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von Starglider » Do 9. Sep 2010, 17:32

Schrottie hat geschrieben:Nur in diesem ganz speziellen Fall besteht nun das Verbot nach Einzelfallentscheidung. Somit darf Roland nun keinen Eimer im Grunewald vergraben, jemand anderes darf es hingegen schon.
Eben deshalb wird er es wohl nicht als Vertreter von Groundspeak gemacht haben denn dann hätte das Ergebnis ein generelles Verbot sein können.
Mal davon abgesehen das er sich damit vermutlich ausserhalb der Grenzen bewegt hätte die Groundspeak einem Reviewer steckt.

Aber Schrottie oder dieser Kommunikationskünstler von der Wanderjugend würden so eine Anfrage natürlich viel geschmeidiger formulieren und viel mehr erreichen - positiv oder negativ.

Wobei ich nicht glaube das die DWJ dem Tagebau beim Geocaching besonders positiv gegenüber steht. Das wäre ja dem Naturschutzgedanken den sie an anderer Stelle so gerne vorschieben ziemlich entgegengesetzt. Ob Jörg deshalb so auffallend still ist was dieses Thema betrifft?
-+o Signaturen sind doof! o+-

Schrottie

Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von Schrottie » Do 9. Sep 2010, 17:44

Starglider hat geschrieben:Oh ja, Schrottie oder dieser Kommunikationskünstler von der Wanderjugend würden so eine Anfrage natürlich viel geschmeidiger formulieren und viel mehr erreichen.
Ich habe nicht behauptet das ich mehr erreichen würde. Behaupte also bitte nicht derartige Dinge. Und was den "Kommunikationskünstler der Wanderjugend" betrifft, da kann ich keine Aussage treffen, da ich ihn nicht kenne. Falls Du Jörg Bertram damit meinst: Ja, auch er hätte es anders formuliert und sich auch korrekt zu erkennen gegeben.
Starglider hat geschrieben:Wobei ich nicht glaube das die DWJ dem Tagebau beim Geocaching besonders positiv gegenüber steht. Das wäre ja dem Naturschutzgedanken den sie an anderer Stelle so gerne vorschieben ziemlich entgegengesetzt. Ob Jörg deshalb so auffallend still ist was dieses Thema betrifft?
Es geht hier nicht um "Tagebaue" sondern lediglich um das Graben kleinerer Löcher im Wald. Und das ist nunmal nicht verboten. (Nur Roland darf jetzt im Grunewald keinen Gurkeneimer mehr vergraben, aber da ist er ja selbst schuld.) Es sei denn, es handelt sich um ein Naturschutzgebiet. Oder es geht um wirklich riesige Löcher, aber die Tangieren wieder anderes Recht, da wäre dann eine Schachtgenehmigung vom Tiefbauamt nötig. Insgesamt ist das Versenken einer Dose im Boden nur dann schädlich für die Natur, wenn dabei auch Planzen nachhaltig zerstört werden. Ein reines Bewegen von Erde tut das jedoch nicht.

Aber ich vermute mal das Jörg deshalb noch nichts dazu geschrieben hat, weil er neben dem grünen Forum auch noch wesentlich mehr und vor allem wichtigere Dinge zu tun hat. Auch wenn es hier vermutlich niemand glauben kann, das Thema Geocaching ist nunmal bei der DWJ eher eine "Randerscheinung" und somit nicht der Nabel der Welt.

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Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von radioscout » Do 9. Sep 2010, 18:18

Ich würde gerne wissen, wie die Antwort lauten würde, wenn ich das Forstamt frage, ob ich Baumklettercaches verstecken darf. Sollte bei der Frage noch erwähnt werden, daß bevorzugt sehr große und bis in große Höhe astfreie Bäume bevorzugt werden?

Wir sollten aufpassen, was wir im Wald machen, sonst haben wir bald ein großes Problem:
http://www.geoclub.de/viewtopic.php?f=9&t=48477
Bild
Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von Schrottie » Do 9. Sep 2010, 18:25

radioscout hat geschrieben:Ich würde gerne wissen, wie die Antwort lauten würde, wenn ich das Forstamt frage, ob ich Baumklettercaches verstecken darf. Sollte bei der Frage noch erwähnt werden, daß bevorzugt sehr große und bis in große Höhe astfreie Bäume bevorzugt werden?
Die Antwort wäre: Nein. Und zwar aus den gleichen gründen wie bei eigengotts Anfrage. Eine solche Erlaubnis zu erteilen obliegt dem Amt nicht, a) weil es sowieso nicht verboten ist und b) weil es haftungsrechtliche Probleme birgt eine solche Erlaubnis zu erteilen.

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Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von º » Mi 15. Sep 2010, 23:13

Schrottie hat geschrieben:Es geht hier nicht um "Tagebaue" sondern lediglich um das Graben kleinerer Löcher im Wald. Und das ist nunmal nicht verboten.
In Bayern ist es das. Da darfst Du nicht im Wald buddlen und sei es auch nur mit dem Pflanzschäufelchen.
Bild

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Re: Nicht vergraben ABER....

Beitrag von Madu1 » Mi 15. Sep 2010, 23:35

Oh Mann... wir diskutieren hier über einen vergrabenen Gurkeneimer im Wald.

Leute, wacht doch endlich mal auf! :???:

Mittlerweile hat die Technologie auch im letzten Winkel eines deutschen Waldes Einzug gehalten und dann sieht es doch meistens nur noch so aus:

Bild

Es sind hier die Reifenspuren nach einem Harvester-Einsatz zu sehen. Wer sich da etwas weiter belesen möchte, kann das gerne hier tun. :shocked:

Also angemessen wäre es doch hier die Kirche im "Wald" zu lassen und nicht mit "Kanonen auf Gurkeneimer" zu schießen. Und das könnte eigengott eigentlich auch dem Forstmenschen dort aus dem Grunewald so publizieren.
Für die einen ist es die Signatur - für die anderen der sinnloseste Satz der Welt.
Bild

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