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Polizei-Einsatz wegen Petling

Rund um die bajuwarische Metropole an der Isar.

Moderator: Windi

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hcy
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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von hcy » Sa 27. Aug 2016, 22:01

Hinterwäldlerin hat geschrieben:... die eindeutig dem IS zuzuordnende Attacke von Würzburg und den Bombenanschlag von Ansbach.
Sagt wer? :irre:
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JackSkysegel
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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von JackSkysegel » Sa 27. Aug 2016, 22:46

Den :irre: hättest du dir auch sparen können.
Unechter Cacher (Tm)

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hustelinchen
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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von hustelinchen » So 28. Aug 2016, 00:42

Mark hat geschrieben:Der Petling landete komplett auffällig an einem Schild und blieb dort 1,5 Jahre.
Und dann? Wurde er von Muggeln entdeckt? Sind 1,5 Jahre lange für einen Petling am Schild, oder wie meinst du das?
Herzliche Grüße
Michaela

Mark
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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von Mark » So 28. Aug 2016, 08:33

hustelinchen hat geschrieben:Und dann? Wurde er von Muggeln entdeckt? Sind 1,5 Jahre lange für einen Petling am Schild, oder wie meinst du das?
Ja schon. Ich hatte damit gerechnet, dass er vielleicht eine Woche überlebt.

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BenOw
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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von BenOw » So 28. Aug 2016, 09:30

hcy hat geschrieben:
Hinterwäldlerin hat geschrieben:... die eindeutig dem IS zuzuordnende Attacke von Würzburg und den Bombenanschlag von Ansbach.
Sagt wer? :irre:
AFAIK der bayerische Innenminister.

Allerdings waren das auch eher psychiatrisch auffällige Einzel-Personen, die eine eher ungezielte Gewalttat verübt haben. In diesen Fällen allerdings mit vagen Kontakten zur IS-Szene bzw. im Besitz von IS-Propagandamaterial, was heutzutage aber leicht zugänglich ist und für einen verwirrten prädisponierten Menschen genauso zufälliger Auslöser sein kann wie sonstige radikalisiertes Gedankengut, Gewaltfilme oder "Killerspiele" bzw. gar ausführliche Medienberichte zu vergangenen Gewalttaten.

Letzteres halte ich persönlich für den eigentlichen Grund der Häufung an vergleichbaren Taten*. Zudem gab es in den letzten Monaten auffällig viele Suizid(versuch)e und psychiatrisch destabilisierte Personen ggf. auch mit dem Hang zum "erweiterten Suizid". Ein forensischer Psychiater in meinem Bekanntenkreis teilt diese Beobachtung aus seiner Arbeitspraxis und führt das mit auf die extreme Wechselwetterlage im Mai/Juni/Juli zurück - das scheint instabile/sensible Personen zu beeinflussen.

Aber da muss so einer nur (noch) ein IS-Video auf dem Computer haben oder ein "Killerspiel" und dann ist die Schubladen-Zuordnung eben einfach.

*Was viele nicht wissen (ging in der Presse naturgemäß etwas unter): am gleichen Abend der Münchner OEZ-Schießerei gab's eine Geiselnahme am Flughafen München - ein eskalierter Beziehungsstreit zwischen einem Angestellten und seiner Chefin mit Gaspistole, völlig unabhängig vom OEZ-Fall, letztendlich einfach eine anderer amateurhafter Austicker (was zum Einsatzzeitpunkt aber erstmal gar nicht klar war und für entsprechende Befürchtungen einer tatsächlich koordiniertem Aktion sorgte, war schon ein mulmiges Gefühl).

Aber alles in allem haben die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungs-/Sanitätsdienst in den bayerischen Fällen (das sind zumindest die, in denen ich Details kenne) eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Insofern kann ich (zusätzlich auch aus eigener einschlägiger Erfahrung) behaupten, dass die Polizei auch mit "Bedrohungen durch verdächtige Dosen" ziemlich cool umgeht.

Sie muss natürlich jeden Notruf ernst nehmen und wird in jedem Fall auch mit Ermittlungen beginnen, dazu gehört eben auch die Kontrolle "verdächtiger Personen" (Geocacher? PokemonGoer? Müllentsorger? Einbrecher? Böser Wicht?). Wenn's nix war, dann wird das auch schnell wieder eingestellt. Wenn eine der zufällig kontrollierten Personen dummerweise einen Haftbefehl offen hat, dann nimmt man diesen "Beifang" gerne mit. Und wenn das Doserl tatsächlich eine Chemikalienmischung enthält (ob nun rauschgenuss- oder sprengfähig), dann kommt man einer Straftat auf die Spur. Genau das ist ja praktisch primärer Sinn und Zweck der Polizei...das können die auch.

Um der Polizei die Arbeit leichter zu machen und damit Ärger mit Geocaches zu vermeiden, sollte man möglichst durchsichtige Behälter verwenden und "Geocache" mit GC/OC-Nummer und Ownername anbringen. Erspart einem evtl. die etwas peinlichere Befragung: in meinem Fall war's ein bescheuert verstecktes Laptopgehäuse, da hatte ich echt Probleme, zu erklären, warum ich nach sowas suche. :)

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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von hcy » So 28. Aug 2016, 11:17

BenOw hat geschrieben:Schubladen-Zuordnung
Genau. Wenn ich der "IS"[*] wäre würde ich auch bei jedem halbwegs erfolgreichen Attentat sagen "das waren wir" und wenn ich möglichst spektakulär abtreten wollte würde ich natürlich auch behaupten für den "IS" zu arbeiten.

Das führt aber alles zu weit weg vom Original-Problem. M.E. kann man solche Situationen vermeiden helfen indem man eine Grundregel des Geocachings beherzigt: Caches vor Muggles verstecken, aber nicht vor Cachern. So finden Unbeteiligte keinen verdächtigen Behälter und Cacher fallen nicht durch langes Rumsuchen auf.

[*] Ich bevorzuge die international übliche Bezeichnung Daesh - das praktisch nur im deutschen verwendete "IS" adelt diese Spinner doch nur indem die als "Staat" bezeichnet werden.
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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von hustelinchen » So 28. Aug 2016, 22:14

BenOw hat geschrieben:Insofern kann ich (zusätzlich auch aus eigener einschlägiger Erfahrung) behaupten, dass die Polizei auch mit "Bedrohungen durch verdächtige Dosen" ziemlich cool umgeht.

Sie muss natürlich jeden Notruf ernst nehmen und wird in jedem Fall auch mit Ermittlungen beginnen, dazu gehört eben auch die Kontrolle "verdächtiger Personen" (Geocacher? PokemonGoer? Müllentsorger? Einbrecher? Böser Wicht?).
Genau auf solche Polizeieinsätze wegen eines Petlings kann ich gut verzichten. Damit meine ich nicht das Ausrücken zum Gefahrobjekt Petling, sondern die Personenkontrolle. Davon hatte ich bisher 2. Einmal bei einem Petling innerorts vor einem Friedhof. Da kam die Kripo ein paar Tage später zu mir nach Hause und fragte, was ich da wollte. Da hatte ein Anwohner mein Kennzeichen notiert und vermutet, dass ich für den nächsten Einbruch die Gegend auskundschafte.

Fall 2 war auf dem Rückweg von England in Calais. Da hatte ich im Urlaub einen Ratehaken gelöst und bin nach Ankunft der Fähre da hingedüst. Gesucht, geloggt und am Straßenrand im GPS auf der Karte nach dem Weg zur Autobahn gesucht. Da kamen drei Fahrzeuge über den Randstreifen angebrettert, ein Jeep in Tarnfarben und zwei schwarze Pkw mit getönten Scheiben. Die stellten sich neben mich und ein Mann in Tarnklamotten stieg aus und machte Zeichen, dass ich mal die Scheibe der Beifahrerseite runtermachen soll. Da wurde mir schon anders. Er hat dann was auf französisch gefragt, derweil aus dem einen schwarzen Pkw ein Mann im schwarzen Anzug ausstieg und hinter meinem Wagen stehenblieb und das Ganze beobachtete. Wie im Film, echt nicht lustig. Ich sah mich schon in Handschellen und meine Hunde im Tierheim. Ich hatte zwar nichts verstanden, konnte mir aber denken was die wollten. In dieser Situation habe ich dann auf englisch geantwortet, dass ich einen Geocache gesucht habe und nun den Weg zur Autobahn nach Belgien erkunde. Er hat dann noch was auf französisch gesagt, dann haben sich alle beraten und irgendwann winkte der Mann in Tarnklamotten mit der Hand. Die Geste war klar, ich wusste sofort was sie bedeutet: Hau ganz schnell ab. Puh, was war ich froh, mir zitterten echt die Hände.

Und warum das Ganze? Der Cache lag oberhalb einer Brücke. Unten waren Gleise zu sehen. Wie ich dann später auf der Karte gesehen habe waren das die Gleise des Eurotunnels. Ist doch echt Mist vom Owner so einen Ort für seine Dose zu wählen.
Herzliche Grüße
Michaela

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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von radioscout » So 28. Aug 2016, 22:41

hustelinchen hat geschrieben: Und warum das Ganze? Der Cache lag oberhalb einer Brücke. Unten waren Gleise zu sehen. Wie ich dann später auf der Karte gesehen habe waren das die Gleise des Eurotunnels. Ist doch echt Mist vom Owner so einen Ort für seine Dose zu wählen.
Das allergrößte Problem ist, daß so was freigegeben wird.
In den Guidelines steht: keine Caches an Brücken.
Und die Bahngleis-Abstandsregel wurde leider abgeschafft.
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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von wilma.cray » So 28. Aug 2016, 23:03

radioscout hat geschrieben: Und die Bahngleis-Abstandsregel wurde leider abgeschafft.
Weltweit? Mir kommt vor, dass es in den USA eine Einschränkung gibt.

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Re: Polizei-Einsatz wegen Petling

Beitrag von radioscout » So 28. Aug 2016, 23:08

In .us ist ein Bereich um die Gleise Privatgelände mit Geocacheverbot.
Groundspeak hat das aber weltweit umgesetzt. Leider wurde diese Regel außerhalb von .us, zumindest aber in .de, abgeschafft.
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