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Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

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Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von º » Di 10. Aug 2010, 05:11

Irgendwo in Bayern
und irgendwann im Sommer 2003 hab ich mit dem Geocachen angefangen und bald darauf ging es auch schon mit dem Nightcaching los: Little Nightmeer war der erste Münchener NC, es folgten Windis Erstwerk und natürlich Mission Echo. Damals haben wir viel rumprobiert wie man Reflektoren bauen kann, welche Station funktionieren nur nachts und was sind coole Gegenden um NCs zu verstecken. Es wurden Brücken zur Ulmer und Augsburger Community geschlagen und neue Freundschaften geschlossen. In der Zeit ist Nightcaching in Süddeutschland langsam gross geworden, was ich mir ganz gerne auf die Fahne schreibe.

Irgendwann einmal musste aber auch mein Studium und damit meine Zeit in Bayern ein Ende finden: Nachdem ich Pink Drove versteckt hatte, war mit Nightcaching erst einmal Schluss. Nebenbei bemerkt hat es tierisch Spass gemacht das Ding zu verstecken und schon alleine wegen sonnie & Grampa65 hat sich der Aufwand gelohnt. Die Maglite 5D wurde also eingemottet (und liegt jetzt in einem Lager in Wiesbaden), die selbstgebaute 1W Luxeon Stirnlampe verschwand in einem Cache, die UV-Lampe wurde in die Schublade gelegt und den Laserpointer hab ich ausnahmsweise zum Arbeiten benutzt.

Wettrüsten
So vergingen ein paar Jahre seit dem Sommer 2006 in denen ich zwar immer wieder mal einen Nightcache gesucht und auch versteckt habe - z.B. UC44 oder den Urmelschatz - doch den Drang meine Ausrüstung zu verbessern hat das nicht erweckt. Ich war ganz glücklich mit meiner 1W LED Aldilampe. Wenn's ein bisschen mehr sein musst, dann hat auch die 5D gereicht - sogar für Reflektoren, die 1,2 km entfernt waren (zusammen mit einem Fernglas).

Wie erwartet wurden Taschenlampen auf einmal besser, billiger und heller. Damit wurden Reflektoren kleiner und sie sind auch weiter weg gewandert. Ich hab das zwar über die Foren zur Kenntnis genommen doch first-hand-experience habe ich in der Zeit 2006 bis heute nicht gehabt, weil ich nie einen "grossen" Cache gesucht habe.

Erleuchtung
Nachdem ich in meiner neuen Heimat zwei Nightcaches gesucht hatte, kamm schliesslich doch der Drang eine neue Taschenlampe zu kaufen - die gute alte Maglite 5D liegt ja 16000 km entfernt hinter einer Stahltür. Nach einem kurzen Blick auf diverse Seiten hab ich mir den Klassiker bestellt: die Fenix LD20 R4. Die wird schon so hell sein wie die 5D. Paket aufmachen, Akkus rein und mal angeknipst

...

wooha Bild

...

Seriously?!? Sowas brauch ich mittlerweile zum Nightcachen? Na gut. Die gute alte Idee "eine Maglite 3D muss reichen" gilt offensichtlich nicht mehr. Die beiden Spielarten Baum- und Nightcaching scheinen eine sehr ähnlich Entwicklung durchgemacht zu haben: Nur ein schwerer Cache ist ein guter Cache (höher / weiter weg). Nur ein Cache bei dem ich extremeren Krempel brauche (Bigshot / HID) ist ein schwerer Cache.
Natürlich ist das eine Verallgemeinerung, die so nicht ganz richtig ist ... aber eben auch nicht ganz falsch.

Und jetzt?
Wie immer beim Geocaching, gibt es auch hier einige Cacher, denen diese spezielle Spielart richtig Spass macht. Das Wettrüsten und das Suchen der gepimpten Nightcaches hat seine Anhänger genauso wie die vertikalen Leitplanken. Es gehört zum Geocaching einfach dazu.
Dennoch ist merkwürdig zu sehen wie sich Sachen entwickeln, die früher einfach keiner gemacht hätte: Multi-Micros, Micros im Wald oder eben Nightcaches für Flakscheinwerfer.

Ich bin mal gespannt was als nächstes bei den Nightcaches kommt.
cheers
Philipp
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Grampa65
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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von Grampa65 » Di 10. Aug 2010, 10:26

º hat geschrieben:...schon alleine wegen sonnie & Grampa65 hat sich der Aufwand gelohnt.
Danke Philipp! :^^: :ops: :roll:
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JoergKS(eh.DWJ_Bund)
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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von JoergKS(eh.DWJ_Bund) » Di 10. Aug 2010, 10:28

Hallo Philipp,

ja, die technische Entwicklung der Taschenlampen (eher tragbare Flakscheinwerfer :-) ) ist schon ziemlich rasant. Was früher groß, schwer und leistungsstark war, ist heute hosentaschenkompatibel.

Ich muss da immer noch an die - aus heutiger Sicht popligen - Laserpointer denken, die vor 15(?) Jahren für teures Geld zu bekommen waren. In einem großen Vortragsraum war der Punkt an der Leinwand gerade noch zu sehen ;-)

Mal sehen, wann das Bundesluftfahrtamt auf den Trichter kommt, dass diese "gefährlichen Lichtwaffen" eine Gefahr für sich im Landeanflug befindlichen Piloten sein können. Denn die (Import)Laserpointer können locker aus mehreren Kilometern das Sehvermögen eines Piloten empfindlich beeinträchtigen. Oder auch auf einer Autobahnbrücke...

Auch möchte ich nicht das Wild mit einer guten Nachtsichtfähigkeit sein, welches nichts böse ahnend plötzlich von X Lumen grell geblendet wird, "nur" weil man mit der "megageilen" Leuchte die Feuernadel aus 1500 m "finden" möchte und alles ableuchtet. Das wäre dann quasi so, als ob ein Ralleywagen mit zig Zusatzscheinwerfern dich mal eben im Schlafzimmer anflascht...

Da hoffe ich ja auf einen sensiblen Umgang der Nachtcacher.

Viele Grüße nach Down-under
Jörg
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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von Starglider » Di 10. Aug 2010, 14:01

Einer der Gründe warum ich meine Nachtcaches archiviert habe und wahrscheinilch auch keine mehr legen werde ist der anhaltende Trend zum Overkill bei der Beleuchtung, gerade auch in Verbindung mit Rudelcachen.

Ich habe bei einem meiner Caches die Sucher am Bonuscache gerne mit einer kleinen warmen Mahlzeit begrüßt wenn es möglich war. Da konnte ich das Treiben gut aus der Entfernung beobachten.

Wenn man mal gesehen hat wie das aussieht wenn drei oder mehr Leute mit 3-Watt-Stirnlampen und noch fieseren Handleuchten durch den Wald laufen fragt man sich schon warum die überhaupt Nachtcaches suchen gehen wo die doch offensichtlich soviel Angst vor der Dunkelheit haben. :irre:

Meine Nachtcaches waren mti einer Mag 3D findbar, das stand auch klar und deutlich in den Beschreibungen. Das hat aber niemanden davon abgehalten den Illuminator zu spielen.
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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von HowC » Di 10. Aug 2010, 19:38

> Der Trend zum Overkill

DAS Statement finde ich gut... und geht zu vielen Bereichen.

Aber zu den Nachtcaches: Viele hab ich davon noch nicht, aber den letzten .... hab ich aufgrund der massiven Reflektoren (und der Cachekürze) 1 Stunde vor Sonnenuntergang gefunden.

Und den anderen... mit einer 1-Euro-Solarlampe. ging genau so gut, obwohl ich das nie wieder machen werde.
1. mußte man bei der sogenannten Lampe IMMER auf dem Einschalter bleiben -> daumenkrampf
2. war ich alleine.... und hatte viiiiiel angst ;-)

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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von JoergKS(eh.DWJ_Bund) » Di 10. Aug 2010, 20:27

HowC hat geschrieben:> Der Trend zum Overkill

DAS Statement finde ich gut... und geht zu vielen Bereichen.
Ja, das ist aber wohl nicht aufzuhalten...
HowC hat geschrieben:Und den anderen... mit einer 1-Euro-Solarlampe. ging genau so gut, obwohl ich das nie wieder machen werde.
1. mußte man bei der sogenannten Lampe IMMER auf dem Einschalter bleiben -> daumenkrampf
da hilft ein Ring oder ein verschiebbarer Kabelbinder ;-)
HowC hat geschrieben:2. war ich alleine.... und hatte viiiiiel angst ;-)
och, die Tiere hatten bestimmt mehr Angst als Du :-)
...und Bären haben wir hierzulande noch nicht so häufig, hihi.
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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von -Gast- » Di 10. Aug 2010, 23:29

Starglider hat geschrieben:
Wenn man mal gesehen hat wie das aussieht wenn drei oder mehr Leute mit 3-Watt-Stirnlampen und noch fieseren Handleuchten durch den Wald laufen fragt man sich schon warum die überhaupt Nachtcaches suchen gehen wo die doch offensichtlich soviel Angst vor der Dunkelheit haben. :irre:

.
Der Jäger erschießt einen doch sonst!! :D Der meint noch, man ist ne Wildsau oder so!

(das Problem mit den Jägern gabs damals wohl auch noch nicht wirklich)

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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von º » Mi 11. Aug 2010, 00:59

whoever that guy is hat geschrieben:das Problem mit den Jägern gabs damals wohl auch noch nicht wirklich
Das stimmt nicht. Das Thema hat schon mit dem allerallerallerallerersten Münchener Nightcache angefangen, der ein bisschen aus der Stadt raus war: Mission Echo
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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von radioscout » Mi 11. Aug 2010, 20:45

Nach dem, was man in Foren, Cachelistings und Logs liest, bedeutet "Nachtcache" für viele "Extremcache" und "Materialschlacht".
Ein durch ein paar mit der kleinen Kopflampe zu findende Reflektoren geführter Waldspaziergang wird kaum stören und vor allem nicht auffallen.
Wenn man aber mit "Flakscheinwerfern" weit entfernte "gemeine" Reflektoren suchen muß, wird das auffallen und stören.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Re: Nightcaching im Wandel der Zeit - ein paar Gedanken.

Beitrag von lordmacabre » Mi 11. Aug 2010, 20:53

radioscout hat geschrieben:Nach dem, was man in Foren, Cachelistings und Logs liest, bedeutet "Nachtcache" für viele "Extremcache" und "Materialschlacht".
Ein durch ein paar mit der kleinen Kopflampe zu findende Reflektoren geführter Waldspaziergang wird kaum stören und vor allem nicht auffallen.
Wenn man aber mit "Flakscheinwerfern" weit entfernte "gemeine" Reflektoren suchen muß, wird das auffallen und stören.
Vor allem ist ein kleiner Spaziergang auch nicht so langweilig wie ein Spaziergang in einem taghellen - weil Lampen hell - Wald. Mal davon abgesehen, dass die ganzen 2135 Lumen Lampen auch die Tierwelt gehörig stören.
Das sieht besser aus, auch von der Optik.

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