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Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

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Nerre
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von Nerre » Mo 30. Nov 2015, 23:18

Das Problem ist, daß vielerorts schon sehr viele Caches liegen. Ich zwar z.B. im letzten Jahr zweimal bei Konstanz und Kreuzlingen cachen, da ist es an einigen Stellen schwer überhaupt noch eine Lücke zu finden.

Wichtig ist auch, zu wissen daß der Großteil der Geocacher - ich tippe mal mindestens 80%, eher 90%, sich auf geocaching.com aufhalten und dort Caches legen und loggen.

Wenn du oder deine Region was machen wollt, dann macht es mit den existierenden Cachern vor Ort. Wichtig dabei: Nicht erstmal sagen "das und das und das ist nun verboten, bitte spielt mit, dann klappt es trotzdem weiterhin." Auf sowas reagieren die Leute allergisch und stellen sich dann erst recht queer. Auch will fast niemand auf eine andere Plattform wechseln oder groß Bürokratie beim Legen von Caches haben. Bei uns in der Region gibt es ein Pilotprojekt, aber die Kommunikation mit den zuständigen Behören ist grausam langsam und oft nervig, bringt zu selten einen Erfolg. Ist einfach zu einseitig. Viele Cacher haben einfach aufgegeben und legen einfach nur noch außerhalb der Pilotprojektregion was.

Einige der kommerziellen Cachetourleger oder -anbieter nutzen nicht geocaching.com, auch viele Städte die sich schon von solchen Cachestrecken haben legen lassen, bieten die nur auf der Stadtwebseite an - welcher Tourist liest sowas? Nahezu keiner! Zudem erwarten jeden Touristen wenn er im Hotel ankommt Unmengen an Flyern, wenn ihr da einen für Geocaching dazulegt und denkt, daß viele darauf anspringen, dann täuscht ihr euch. Das wird eher untergehen. Wenn ihr euch der lokalen Community nähern wollt, dann fangt mit Events an, dann bekommt ihr 1. Gesprächspartner und Kontakt, 2. mehr Ahnung um was es überhaupt geht und Antworten auf eure Fragen und 3. wird euch aufgezeigt werden wo Probleme bei euren Ideen auftauchen werden. Und 4. findet ihr genug interessierte Leute die für ein kleine Budget und begeistert bessere Caches legen werden, als es jede Firma, die soetwas anbietet, tun könnte.

Wenn ihr Cachen und Wandern zusammenbringen wollt, macht ein paar Events dazu. Grundsätzlich gilt da auch: Je toller die Lokation oder Attraktion, desto mehr haben Lust. Gibt es historische Gebäude der Stadt, in die man selten rein kann? Burgen oder Stadtmauern auf die man sonst nicht drauf kann? In einigen Orten gibt es Kletterevents (Terrain 5 = T5) bei denen man sich z.B. an alten Burgen oder Mauern abseilen kann, woanders darf man in die Katakomben. Oder es gibt Feiern mit großem Lagerfeuer, Glühwein und Wurststand im Winter in nem historischen Innenhof oder irgendwo am Seeufer. Oder ein Event auf ner Fähre. Einfach mal in der Richtung weiterdenken.

Traurige Realität: Ohne selbst Ahnung und halbwegs Erfahrung vom Cachen zu haben, wird es euch nicht gelingen ein gescheites Angebot auszuarbeiten.
Noch trauriger: Auch kommerzielle Anbieter können es nicht, auch wenn ihr ihnen noch soviel Geld bietet und sie was anderes behaupten. Kenne noch keinen kommerziell gelegten Cache der irgendwie aus der Menge hervorgestochen und begeistert hätte.


Das Hauptproblem für nachhaltigen Tourismus über Geocaching werden nicht die Geocacher sein, sondern die Nicht-Geocacher. Die meisten wollen einfach nur ihr Ding durchziehen, und soviel Leihgeräte als daß es den Massenstrom beeinflussen würde kann eine Stadt gar nicht anbieten. Den meisten ist es ja schon zuviel ne App zu installieren.
Sieht man oft auch schon am Verhalten im Wald. Wenn 1000 Geocacher auf ner Großveranstalltung irgendwo durch den Wald ziehen, ist um die einzelnen Stationen ziemlich plattgetrampelt, sonst aber ist der Wald ok. Manchmal sogar sauberer als vorher, da ich kaum Cacher kenne die Müll in den Wald werfen, dafür einige die sogar welchen mit hinaus nehmen.
Wenn du aber 1000 normale Wanderer den gleichen Weg entlang schickst, kannst du mit nem Müllpick-Team hinterherfahren blaue Müllsäcke vollmachen. Du wirst auch Trampelpfade in den Wald finden, aber dort wirst du ganz anderen Hinterlassenschaften begegnen, gekrönt mit Taschentüchern. Und du wirst die Wanderer schon von sehr viel weiter weg höhren.
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von JackSkysegel » Di 1. Dez 2015, 06:17

Naja, also ob Geocacher jetzt bewusster mit der Umwelt umgehen als Wanderer wage ich mal zu bezweifeln.
Auch die Plattform Groundspeak, also geocaching.com,
ist nicht für ihre große Umweltliebe bekannt.
So veranstaltete man da z.B. ein weltweites Citowochenende mit Souvenir mitten in der Brut- und Setzzeit. Auch nach einem Hinweis auf dieses Problem hat man dort nicht zurück gerudert sondern stur seinen Schuh durch gezogen.
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von Marschkompasszahl » Di 1. Dez 2015, 09:30

Nerre hat geschrieben:Das Hauptproblem für nachhaltigen Tourismus über Geocaching werden nicht die Geocacher sein, sondern die Nicht-Geocacher. Die meisten wollen einfach nur ihr Ding durchziehen, und soviel Leihgeräte als daß es den Massenstrom beeinflussen würde kann eine Stadt gar nicht anbieten. Den meisten ist es ja schon zuviel ne App zu installieren.
Sieht man oft auch schon am Verhalten im Wald. Wenn 1000 Geocacher auf ner Großveranstalltung irgendwo durch den Wald ziehen, ist um die einzelnen Stationen ziemlich plattgetrampelt, sonst aber ist der Wald ok. Manchmal sogar sauberer als vorher, da ich kaum Cacher kenne die Müll in den Wald werfen, dafür einige die sogar welchen mit hinaus nehmen.
Wenn du aber 1000 normale Wanderer den gleichen Weg entlang schickst, kannst du mit nem Müllpick-Team hinterherfahren blaue Müllsäcke vollmachen. Du wirst auch Trampelpfade in den Wald finden, aber dort wirst du ganz anderen Hinterlassenschaften begegnen, gekrönt mit Taschentüchern. Und du wirst die Wanderer schon von sehr viel weiter weg höhren.
Bis zu diesem Abschnitt war´s gut und hätte ich auch unterschrieben.

Geocacher sind weder schlechter, noch besser als all die anderen Feld-/Wald- und Wiesenbenutzer.

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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von Zappo » Di 1. Dez 2015, 09:38

ich kapiers immer noch nicht.

Was ist daran NACHHALTIG, den Leuten jetzt NOCH ne Sensation :) bieten zu wollen? Mal ganz abgesehen davon, daß Geocaching in einer zu Ende bedosten Landschaft in etwa so ein Alleinstellungsmerkmal ist wie ne Werbung in der Südsee für den Strand?
Und warum ist es nachhaltig, wenn die Leute an Aussichtspunkt A statt der Aussicht auch noch ne Dose finden?

Und warum muß "Nachhaltigkeit" ausgerechnet in der Bodenseeregion jetzt gehypt werden? Das ist ne Kulturlandschaft, in denen alle Menschen ihrem nicht nachhaltigen Tun nachgehen, weils Geld bringt. Da fährt der Traktor mit Diesel, da gibts -wenn der Egli resp. Felchen aus ist - eben Viktoriabarsch und in der Ferienwohnung hängt der Elektroofen. ich denke, wenn die Eingeborenen dort nachhaltig leben (und die Touristen nachhaltig verköstigen und unterbringen ) würden, dann wäre schon viel getan. Die Restproblematik ist der Autoverkehr. Den kriegt man in den Griff, wenn man die Region sperrt, sinnvolle Parkplätze anbietet und ein ÖVNP - und mit dadurch schwindenden Besucherzahlen zurechtkommt.

Das wäre ne sinnvolle Verbesserung der Situation, aber der Ausdruck NACHHALTIG ist dafür denn doch ein wenig overdosed.

NACHHALTIG ist in erster Linie, garnix zu machen. Am See sitzen, ne Flasche Ökowein zu picheln und anschließend die Pfandflasche wieder zurückzugeben. Oder so wie die Leute früher kein Geld zu verbrauchen und nirgends was anderes zu hinterlassen als Fußabdrücke - und die Infrastruktur in Form eines vollen Rucksacks und ner Wanderkarte mitzubringen. Das will aber niemand - am wenigsten die Tourismusbranche.

Gruß Zappo
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von hcy » Di 1. Dez 2015, 10:39

Zappo, Du musst ihm doch nicht seine ganze Arbeit schreiben.
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von eifriger Leser » Di 1. Dez 2015, 13:00

Chapeau Zappo :applaus:

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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von Nerre » Di 1. Dez 2015, 16:55

Marschkompasszahl hat geschrieben:
Nerre hat geschrieben:Das Hauptproblem für nachhaltigen Tourismus über Geocaching werden nicht die Geocacher sein, sondern die Nicht-Geocacher. Die meisten wollen einfach nur ihr Ding durchziehen, und soviel Leihgeräte als daß es den Massenstrom beeinflussen würde kann eine Stadt gar nicht anbieten. Den meisten ist es ja schon zuviel ne App zu installieren.
Sieht man oft auch schon am Verhalten im Wald. Wenn 1000 Geocacher auf ner Großveranstalltung irgendwo durch den Wald ziehen, ist um die einzelnen Stationen ziemlich plattgetrampelt, sonst aber ist der Wald ok. Manchmal sogar sauberer als vorher, da ich kaum Cacher kenne die Müll in den Wald werfen, dafür einige die sogar welchen mit hinaus nehmen.
Wenn du aber 1000 normale Wanderer den gleichen Weg entlang schickst, kannst du mit nem Müllpick-Team hinterherfahren blaue Müllsäcke vollmachen. Du wirst auch Trampelpfade in den Wald finden, aber dort wirst du ganz anderen Hinterlassenschaften begegnen, gekrönt mit Taschentüchern. Und du wirst die Wanderer schon von sehr viel weiter weg höhren.
Bis zu diesem Abschnitt war´s gut und hätte ich auch unterschrieben.
Geocacher sind weder schlechter, noch besser als all die anderen Feld-/Wald- und Wiesenbenutzer.
Dann unterschreib halt das darüber. ;)
Ist halt meine Erfahrung/Wahrnehmung hier in der Region. Wenn woanders die Cacher die größten Umweltschweine sind und dafür die Wanderer ihren Müll brav mitnehmen, dann ist es halt so.

Bei vielen Wanderrouten würde es der Umwelt schon viel bringen, wenn mal ein paar Mülleimer mehr aufgestellt und dann auch regelmäßig geleert würden. Wenn ich beim Cachen irgendwo Müll finde, dann meistens dort wo kein Eimer hängt/steht oder dieser entweder schon von Vandalen zerstört wurde, übervoll ist mangels häufig genuger Leerung ist oder gar keinen Beutel beinhaltet, weil man das nicht für nötig erachtet. Bisl Wind und alles das leichter als ne Glasflasche ist liegt im Wald. Der selbstleerende Mülleimer.
Gerade vor Feiertagen mit erwartungsgemäß deutlich höheren Anstürmen wie z.B. Vatertag, wo halb Deutschland durch die Gegend radelt und läuft, könnte man auch temporär mal ein bisl mehr aufstellen.
Denn was man als Cacher von Citos und Co gelernt hat, ist das Müll, gerade leichter und vom Wind verwehbarer, schnell unter Laub, im Dickicht, in Hecken und Co verschwindet und dann kaum noch einsammelbar und auffindbar ist.
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von Zappo » Di 1. Dez 2015, 18:23

Nerre hat geschrieben:….Denn was man als Cacher von Citos und Co gelernt hat, ist das Müll, gerade leichter und vom Wind verwehbarer, schnell unter Laub, im Dickicht, in Hecken und Co verschwindet und dann kaum noch einsammelbar und auffindbar ist.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Geocachin ... aching.svg) Wir halten den Wald sauber - mach mit.

Hier liegen ein paar (wenige) :) hundert Euro* rum, um damit ein paar hundert Tüten zu bedrucken und das -tägliche- CITO wieder ein wenig zu forcieren. Wer günstige Quellen für bedruckte Tüten, Vertriebswege, Zusammenarbeitsebenen zur Verfügung hat, mag mir das mitteilen. Ich bin ein wenig zu schlapp :)

Gruß Zappo

*genauer: 363.- oder 336.- ich weiß gerade nicht :)
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von JackSkysegel » Di 1. Dez 2015, 18:43

Nerre hat geschrieben: Wenn woanders die Cacher die größten Umweltschweine sind und dafür die Wanderer ihren Müll brav mitnehmen, dann ist es halt so.
Denn was man als Cacher von Citos und Co gelernt hat, ist das Müll, gerade leichter und vom Wind verwehbarer, schnell unter Laub, im Dickicht, in Hecken und Co verschwindet und dann kaum noch einsammelbar und auffindbar ist.

Das Erste ist mir zu schwarz und weiß. Umweltschweine gibt es unter allen Menschen und meiner Erfahrung nach sind Geocacher da nicht besser als Andere.
Ich hoffe im übrigen inständig das du kein Cito dazu gebraucht hast zu lernen das man keinen Müll in die Landschaft schmeißt. Weder leichten noch schweren! :hilfe:
Mir haben das meine Eltern beigebracht, lange bevor es Geocaching gab.
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Re: Geocaching als Angebot für den nachhaltigen Tourismus

Beitrag von radioscout » Di 1. Dez 2015, 21:09

Zappo hat geschrieben: Die Restproblematik ist der Autoverkehr. Den kriegt man in den Griff, wenn man die Region sperrt, sinnvolle Parkplätze anbietet und ein ÖVNP - und mit dadurch schwindenden Besucherzahlen zurechtkommt.
Ich habe zwar (noch) kein Auto aber ich würde es nicht auf irgendeinem weit entfernten Parkplatz stehenlassen.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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