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Geokodierung und Projektionen

Datenverarbeitung von Vektor- oder Rasterdaten raumbezogener Objekte.

Moderator: moenk

mamapapakind
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Geokodierung und Projektionen

Beitrag von mamapapakind » Mi 6. Aug 2008, 12:17

Meine Frage geht an die, die sich mit Geokodiersoftware auskennen: In der Regel werden ja zur Geokodierung von Adressdaten Vektordaten von Straßen herangezogen, deren Anfangs- und Endpunkt als Koordinatenpunkte, sowie deren Hausnummernbereiche bekannt sind. Im Rahmen der Geokodierung werden die Hausnummernbereiche interpoliert und die Koordinate entsprechend dem einfachsten Falle gerade oder ungerade auf die richtige Straßenseite abgelegt. Die Straßendaten liegen in einer bestimmten Projektion, meist WGS 84 vor. Nun zu meiner Frage: Wie funktioniert die Interpolation? Wäre das Koordinatensystem zweidimensional, ist die zugehörige Formel ja recht einfach. Kann man im Rahmen der Geokodierung aufgrund der i.d.R. kleinen Abstände der Anfangs- und Enpunkte der Straßenvektoren von einem zweidimensionalen System ausgehen oder muss die Projektion in die Formel eingehen? Wenn letzteres zutrifft, wisst Ihr, wo man entsprechende Dokumentation findet?

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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von 1887 » Mi 6. Aug 2008, 12:43

mamapapakind hat geschrieben:In der Regel werden ja zur Geokodierung von Adressdaten Vektordaten von Straßen herangezogen, deren Anfangs- und Endpunkt als Koordinatenpunkte, sowie deren Hausnummernbereiche bekannt sind.
Ist das so? Ich arbeite mit Katasterdaten, dort nehme ich den Punkt an dem die Hausnummer gesetzt wird, verschneide diese Information mit den Flurstücksinformationen und hole mir dann Straße und Hausnummer aus dem Liegenschaftskataster.

Ohne Katasterdaten kann man sich aber auch die fertige Geokodierung bei Dienstleistern einkaufen, bei denen die einzelnen Adressen mit Lageinformationen versehen sind...

Grüße
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von moenk » Mi 6. Aug 2008, 12:58

Selbst wenn es so wäre - egal ob da WGS84 (Du meinst ellipsoidische Koordinaten) oder was auch immer hinter liegt: Die Strasse ist dann ein 2D-Vektor, da kann man schon recht gut das richtige Stückchen abschätzen.
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von mamapapakind » Mi 6. Aug 2008, 13:10

@ 1887, deine Methoder ist der Interpolation vorzuziehen, da diese genauer ist. Jedoch funktioniert das nur in Ländern mit einem gut entwickelten Katasterwesen. Viele Länder sind von einem (flächendeckenden) Bestand an Katasterdaten weit entfernt. Ganz zu schweigen von dem Aufwand der Beschaffung. Daher basiert die umfassenste Geokodierlösung derzeit auf den Straßendaten und dem von mir beschriebenen Verfahren.

@monk: Ich bin mir nicht so sicher, ob die Straße wirklich ein 2D-Vektor darstellt, da sie m.E. in einem dreidimensionalen Koordinatensystem liegt, das auf einer Projektion wie z.B. WGS 84 beruht. Bei diesem Thema fange ich leider an zu schwimmen und erhoffe mir hier weitere Tipps.

Gruß
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von mamapapakind » Mi 6. Aug 2008, 14:01

hm, noch einmal nachgedacht: Zweidimensional müßte das Koordinatensystem tatsächlich sein, da wir ja nur einen y und einen x Wert haben, aber ich befürchte, dass es u.U. krummlinig und nicht rechtwinklig ist.

Gruß
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von moenk » Mi 6. Aug 2008, 14:36

Koordinatensystem, Projektion, WGS84 - das sind drei Dinge die es gibt, aber die miteinander nicht viel zu tun haben. Bei "krummlinig und nicht rechtwinklig" stellen sich mir so langsam die Nackenhaare hoch :???:
Man kann auf allem möglichen rechnen, auf Kugeln, Ellipsoiden und natürlich auch konformen Querzylinderabbildungen. Was wollen wir dann damit tun?
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von KoenigDickBauch » Mi 6. Aug 2008, 15:09

mamapapakind hat geschrieben:Meine Frage geht an die, die sich mit Geokodiersoftware auskennen: In der Regel werden ja zur Geokodierung von Adressdaten Vektordaten von Straßen herangezogen, deren Anfangs- und Endpunkt als Koordinatenpunkte, sowie deren Hausnummernbereiche bekannt sind. Im Rahmen der Geokodierung werden die Hausnummernbereiche interpoliert und die Koordinate entsprechend dem einfachsten Falle gerade oder ungerade auf die richtige Straßenseite abgelegt. Die Straßendaten liegen in einer bestimmten Projektion, meist WGS 84 vor. Nun zu meiner Frage: Wie funktioniert die Interpolation? Wäre das Koordinatensystem zweidimensional, ist die zugehörige Formel ja recht einfach. Kann man im Rahmen der Geokodierung aufgrund der i.d.R. kleinen Abstände der Anfangs- und Enpunkte der Straßenvektoren von einem zweidimensionalen System ausgehen oder muss die Projektion in die Formel eingehen? Wenn letzteres zutrifft, wisst Ihr, wo man entsprechende Dokumentation findet?

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So lang die die Strassen nicht länger als 20km sind kann man recht einfach im UTM den Dreisatz bilden und wird noch in der Nähe des Hauses landen.

War nicht hier letztlich ein Beitrag über ein Dorf in Deutschland, wo sie alle Häuser der Entstehung nach einfach durch nummeriert haben. Da kann man von der Hausnummer überhaupt nicht mehr auf das wo in der Strasse rück schließen. Die wollten dann dem Postboten eine GPX-datei mit den Hausnummern zur Verfügung stellen.

KDB
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von mamapapakind » Mi 6. Aug 2008, 16:26

moenk hat geschrieben:Koordinatensystem, Projektion, WGS84 - das sind drei Dinge die es gibt, aber die miteinander nicht viel zu tun haben. Bei "krummlinig und nicht rechtwinklig" stellen sich mir so langsam die Nackenhaare hoch :???:
Man kann auf allem möglichen rechnen, auf Kugeln, Ellipsoiden und natürlich auch konformen Querzylinderabbildungen. Was wollen wir dann damit tun?
Hi Moenk: Natürlich haben diese Dinge miteinander zu tun. Da die Erde bekanntlich rund ist, wir Karten i.d.R. nur zweidimensional darstellen können, wird die gekrümmte Erdoberfläche auf eine Ebene umgerechnet. Dies erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Projektionen. Um einzelne Punkte auf diesen Karten dann bestimmen zu können, wurden die Breiten- und Längengrade eingeführt, die das Koordinatensystem darstellen. Diese können je nach Projektion flächen- oder winkeltreu sein (also unter umständen nicht rechtwinkelig). Zuletzt ist WGS84 ein Koordinatensystem, das auf der UTM Projektion aufbaut. Soweit noch meine Kenntnisse aus meinem Geographiestudium. Natürlich kann man auf allem rechnen, war nur die Frage, ob die Berücksichtigung der Projektion in meinem Falle notwendig ist, und wenn ja, wie?

Ich arbeite in einem Softwareunternehmen und wir wollen bestehenden postalischen nicht personenbezogenen Adressbeständen Geokoordinaten anfügen. Den Zugriff auf die Straßendaten haben wir, ich bin mir nur bzgl. der Berechnung nicht sicher.

@KDB: Da kaum eine Straße länger als 20 km ist, sollte der einfache Dreisatz also funktionieren. Deiner beschriebenen Problematik bin ich mir bewusst. Die Methode der Interpolation macht auch bei den Quadraten in Mannheim, bei nicht bebauten Grundstücken, Stichstraßen oder Gebäuden mit mehreren Hausnummern (6-8) Probleme. Es gibt außerdem Straßen, die irregulär und rundlaufend nummeriert sind.

Danke und viele Grüße
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von 1887 » Mi 6. Aug 2008, 17:14

mamapapakind hat geschrieben:Zuletzt ist WGS84 ein Koordinatensystem, das auf der UTM Projektion aufbaut.
Also ich bin ja kein Vermesser, aber WGS84 ist kein Koordinatensystem und es baut erst recht nicht auf der UTM Projektion auf, da kann ich Moenk schon verstehen...

Angesichts der ohnehin genannten Fehlerquellen (spontan kann ich hier noch die ungleichmäßige Verteilung der Bebauung im ländlichen Raum hinzufügen) würde ich mir über mögliche Ungenauigkeiten bei der Verwendung von UTM keine Gedanken machen, solange ich keine Adressen von Eskimos dabei habe.

Meint
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Re: Geokodierung und Projektionen

Beitrag von moenk » Mi 6. Aug 2008, 17:53

Ich geh hier mal nicht weiter auf die Vorpostings ein. Aber auf UTM kann man fein rechnen wie in der Untersekunda gelernt, das ist völlig ok so. Viel Erfolg!
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