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Norwegische Topo-Rasterkarten

Datenverarbeitung von Vektor- oder Rasterdaten raumbezogener Objekte.

Moderator: moenk

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medwed
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Norwegische Topo-Rasterkarten

Beitrag von medwed » Do 30. Jan 2014, 22:31

Ich hoffe, ich bin als Nicht-Geodät hier für meine Laienfrage im richtigen Unterforum gelandet:

Vor Kurzem hat die norwegische Landesvermessung ("Statens Kartverk") die amtliche topographische Hauptkartenserie 1:50.000 und einige weitere Daten freigegeben. Erst einmal toll - würde ich mir für Deutschland auch wünschen.

Ich habe mir probehalber einige Raster-Tiles runtergeladen. Die Karten bestehen aus einem ZIP-Archiv mit drei Dateien; eine mit der Endung .sos, eine mit .tfw und eine mit .tif. Mein naiver Versuch, die Tif-Datei in QLandkarteGT einzubinden ergab die Fehlermeldung "keine Georeferenz gefunden". Die Karten sind aber m.E. georeferenziert. Kennt jemand das Format und weiß, wie ich die Karten in QLandkarteGT einbinden kann?

medwed

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Teleskopix
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Re: AW: Norwegische Topo-Rasterkarten

Beitrag von Teleskopix » Do 30. Jan 2014, 23:08

Also falsch biste nicht, nur kann ich am Smartphone via Tapatalk nicht so schreiben wie es funzt.
Es funzt mit GDAL im Terminal, also auf Kommandozeilenebne.
Imho wird Kiozen (Autor) morgen antworten, bzw ich erinnere ihn daran.
Servus
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kiozen
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Re: Norwegische Topo-Rasterkarten

Beitrag von kiozen » Fr 31. Jan 2014, 11:58

Ich frag mich immer, ob die zuständigen Ämter das absichtlich machen um die Leute einmal kräftig zu verarschen. Tfw ist einfach ein grober Unfug, weil hier nur die Referenzpunkte drinnen stehen. Die Projektion und das Datum der Karte fehlen. Für den normalen Verbraucher wird damit alles nur komplizierter und es ist komplett überflüssig, weil Tif über interne Tags die komplette Information aufnehmen kann und dann ein GeoTif ist.

Lange Rede kurzer Sinn. Mich hat erst gestern jemand um Hilfe gebeten, weil er auch vor einem Haufen Tif/Tfw Dateien saß. Ich hatte Mitleid und habe ihm ein Python Script (tfw2geotiff.py) geschrieben.

Ihr müsst jetzt nur noch den EPSG Code für die Karte herausfinden.

Hier die Anleitung:

Code: Alles auswählen

Angenommen sie haben einen Ordner:

c:/Projekt

und in diesem ist eine weiterer Ordner

c:/Projekt/Quellen

mit den *tif und *tfw Dateien, dann kopieren Sie das Script in den Ordner:

c:/Projekt

Jetzt starten Sie QGis. Erweiterungen->Python-Konsole. Es öffnet sich
ein Fenster in QGis mit einer Ansicht und einer Kommandozeile. In der
Kommandozeile geben sie folgendes ein:

import os,sys
os.chdir("c:/Projekt")
sys.argv = ["","c:/Projekt/Quelle", "31468", "c:/Projekt/Ziel"]
execfile("tfw2geotiff.py")


Jetzt wird eine Datei nach der an anderen umgewandelt und in den Ordner

c:/Projekt/Ziel

abgelegt.
Und hier das Skript:

Code: Alles auswählen

import sys
import os
from subprocess import call

def find_files(basedir):
    print 'Search for files files in:', basedir
    tiffiles = []
    for root, _dirs, files in os.walk(basedir, topdown=False):
        for name in files:
            if os.path.splitext(name)[1].lower() != '.tif':
                continue
            tiffiles.append(name)
    return tiffiles

def convertFiles(srcpath, files, epsg, tarpath):
    if not os.path.isdir(tarpath):
        os.makedirs(tarpath)

    for f in files:
        print "Process", f
        cmd  = "gdal_translate -a_srs \"+init=epsg:%s\" -co \"compress=LZW\" -co \"tiled=yes\"  %s %s " % (epsg, os.path.join(srcpath,f), os.path.join(tarpath,f))
        call(cmd, shell=True)


srcpath = sys.argv[1]
files   = find_files(srcpath)
epsg    = sys.argv[2]
tarpath = sys.argv[3]

convertFiles(srcpath, files, epsg, tarpath)

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Re: Norwegische Topo-Rasterkarten

Beitrag von moenk » Fr 31. Jan 2014, 12:27

Ohne es ausprobiert zu haben, tolles Skript! Hätte ich letztens auch gebraucht. Man muss die Vermessungsämter aber auch verstehen. Da werden sie verdonnert ihre schönen Daten für lau rauszugeben, daher macht man es zumindest in einer Weise das man nichts damit anfangen kann ;-)
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Re: Norwegische Topo-Rasterkarten

Beitrag von medwed » Fr 31. Jan 2014, 19:35

Vielen Dank. War für mich als GIS-Laien schon eine schwere Geburt, hat aber letztlich alles geklappt. Zuerst habe ich mich gefragt, was QGis ist, habe das dann aber rasch gefunden und konnte es problemlos unter Ubuntu aus dem auf der Projektseite genannten Repositorium installieren. Pythom musste ich mir auch erst noch installieren.

Ich habe vermutet, dass die "31468" in der Anleitung nur ein Platzhalter für den EPSG-Code ist. Da die norwegischen Papier-Topos UTM-Projektion und Gitter haben und bei der Beschreibung Zone 33 steht, habe ich hier "32633" für "UTM 33 Northern H." eingesetzt.

Was mich etwas stutzig macht: Bei meinen Test-Tiles stimmt Zone 33 von der Lage her auf jeden Fall, die downloadbaren Tiles sind aber alle mit UTM 33 bezeichnet, auch wenn die betreffende Gegend in einer Nachbarone liegt.

Hier scheint alles richtig gewesen zu sein. Ich konnte in QLandkarteGT die Tiles sowohl mit "Karte/Laden" öffnen, als auch ein Mapset daraus bauen. Einige Probehalber nach der Karte gesetzten Wegpunkte landen auf der OSM-Karte auch an der richtigen Stelle, ich denke daher, dass die Referenzierung stimmt.

Noch einmal vielen Dank für die Hilfe. Alleine hätte ich das nie hinbekommen. Ich muss mir wohl mal ansehen, was man mit diesem QGis so alles anstellen kann.

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Re: Norwegische Topo-Rasterkarten

Beitrag von moenk » Fr 31. Jan 2014, 20:30

Ein so schneller GIS-Einstieg: :respekt:
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Re: Norwegische Topo-Rasterkarten

Beitrag von kiozen » Fr 31. Jan 2014, 22:31

Ja, UTM ist so eine Sache. An sich ist die Idee ja nicht schlecht, so von Entfernungen mit dem Geodreieck ausmessen und mit dem Mörser richtig treffen. Nur wenn das Land in der West-Ost Ausrichtung nicht so popellig klein ist, dann hat das Konzept so seinen Haken. Zu mindestens wenn man das ganze Vaterland auf einer Karte haben will. Aber ist ja nicht so schlimm. Die Mathematik hört an den UTM Grenzen ja nicht auf. Aber, und das sollte man im Hinterstübchen behalten, bei allen Transversal Merkator Projektionen ist Norden nicht immer Oben, sondern durchaus auch mal etwas schräg.

In QLGT hat man zum Glück die Kompassnadel auf der Karte, die einem anzeigt wo der Kartennorden ist. Zudem kann man sich ein Gitter mit der Kartenprojektion anzeigen lassen. Und dann wird auch dem Laien klar, von was ich hier gerade fabuliere ;)

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