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DoItYourself OpenSource-GPS

GPS Empfänger anderer Hersteller wie Alan und Lowrance.

Moderator: Teleskopix

huckeputz
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von huckeputz » Fr 23. Mai 2014, 09:47

Ich fänd's top.

Eine benutzerfreundliche Oberfläche sieht zumindest in meinen Augen anders aus, als die von Garmin...

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kiozen
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von kiozen » Fr 23. Mai 2014, 10:06

Solche Kits sind schön, aber in der Regel alles andere als optimiert, was den Stromverbrauch angeht. Auf die Schnelle habe ich jetzt keine zusammenfassende Aussage dazu in der Spec finden können. Allerdings sprechen die einzelnen Amperwerte im Kapitel "Power" für sich.

Mal eine Milchmädchenrechnung: Um mit 2500mAh Akkus ~10h weit zu kommen darf das gesamte Board nicht mehr als 250mA aufnehmen. Im Netz hat jemand das Board mit 4 AA Batterien 4-5h betrieben.

Die Gründe warum ich immer noch mein 62er über alle anderen Geräte schätze sind eben Laufzeit, Robustheit, die Tasten und die gute Ablesbarkeit. Tugenden, die beim Dosensuchen vielleicht nicht so wichtig sind, aber auf Touren in den Bergen schon. Und wenn man meint man braucht das nicht, hat man eine breite Palette von wasserdichten Smartphones zur Auswahl.

Glaube mir ich möchte nicht deinen Enthusiasmus abwürgen, sondern ich gebe hier meine Erfahrungen der letzten Jahre wieder. Der erste Versuch war wie schon erwähnt ein mit Linux bestückter Loox 560. Die Software lief auf dem angepassten Linux oder auch auf dem installierten WinCE. Der Codestand ist hier:

http://sourceforge.net/p/qlandkartegt/c ... s/oldCode/

Das Fazit dieser Lösung: 5-6h Laufzeit trotz Bildschirm abschalten sind nicht brauchbar und rechtfertigen nicht die Kosten um das Gerät wasserdicht zu bekommen. Außerdem fehlte ein magnetischer Kompass und ein barometrischer Sensor.

Der zweite, aktuelle Versuch ist, angetrieben vom Monterra, auf der Basis von Android. Dort sind die aktuellen Probleme die Anpassung von Qt an Android (ist jetzt mit 5.3 hoffentlich besser). Die Performance (Qt auf Javaengine auf Hardware, nicht so toll) Und sollte die App jemals für verschiedene Geräte konzipiert sein, muss man im GUI Auflösung von 272x480 Pixel bis hin zu richtig dicken Dingern abdecken. Das entspricht eigentlich mehreren einzelnen Entwicklungen. Ok, muss man, wenn man sich auf nur eine Hardware konzentriert, nicht wirklich. Es würde allerdings den Nutzerkreis erweitern. Der aktuelle Code ist hier zu finden:

http://sourceforge.net/p/qlandkartegt/c ... teM/trunk/

Es fehlt mir folglich nicht am nötigen Größenwahn, Wissen und Erfahrung. Das einzige was mir seit Jahren fehlt ist eine brauchbare Hardware. Und über die hatte ich schon genügend Gespräche mit Hardwareingenieuren. Da Hardwareentwicklung leider nicht nur Zeit sondern auch Geld kostet, konnte ich noch keinen überzeugen anzufangen.

Es kam auch schon die Idee es mit einem Kickstarter Projekt anzugehen. Aber dazu bräuchte man schon ein überzeugendes Konzept. Man muss etwas bieten, was es so nicht gibt. Nur ein weiteres Outdoor GPS mit dem Versprechen alles besser zu machen reicht nicht. Wenn dann schon eher so was:

http://www.meetearl.com/

Und in wie weit das seine Ziele erreicht, muss die Praxis zeigen.

Lange Rede, kurzer Sinn: eine eigene Hardware lohnt sich nur, wenn sie wirklich besser als die vorhandenen Lösungen ist. Und wer meint, er wüsste es besser, wie ein Outdoor GPS GUI auszusehen hat, der kann sich jetzt schon unter Android, iOS oder Windows auf bestehender Hardware austoben. Das macht auch Spaß und man lernt Teile von Garmins Firmware schätzen und fragt sich wiederum bei anderen, warum es nicht besser gemacht wird, weil die Lösung so einfach ist.

-gullinborsti-
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von -gullinborsti- » Fr 23. Mai 2014, 10:13

Hallo ka-long,
deinen Ausführungen nach, würde ich mal behaupten, dass du noch nicht allzu viele embedded Systeme selbst entwickelt hast. Die Wahl des Prozessors sowie die Herangehensweise würden mich auf Kickstarter nicht dazu ermuntern in dieses Projekt zu investieren.

aber...

Wenn es nur ein Hobbyprojekt sein soll, es nicht (auch nur ansatzweise) mit einem Garmin konkurrieren soll, es niemals (zu 100%) fertig werden soll, Kosten absolut zweitrangig sind, du jede Menge lernen willst und eine Menge Spaß haben willst, dann mach es !

Also keine eigene Schaltung entwickeln sondern einfach das Starter-kit bei Conrad kaufen ein GPS Modul dranhängen und ein wenig mit der Software herumspielen. Da würde dann auch ein 3D-Gehäuse passen, sofern du genügend Batterien reinbekommst ;)

Was ich dir garantieren kann, ist jede Menge Spaß, viele Erfahrungen (positiv wie negativ) und viele Tage/Nächte/Wochenenden Bastelei in Hard- und Software.

Gruß

ka-long
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von ka-long » Fr 23. Mai 2014, 18:42

Hi,

Ich hab selber nur auf Atmel AVR programmiert (Qt /C/C++ auch auf dem Desktop). Arbeitstechnisch in der Smartphone-Integration im Baseband. Da wir fertige Platformen bekommen, gibts bei der Auswahl des Prozessors nur eingeschränkt Wissen.

* OS auf Linux basierend
* Mobil / stromsparend
* In etwa ähnliche Leistungsklasse vom Prozessor wie die anderen GPS
* Entwicklungskit verfügbar und beschaffbar (mit LCD und Touch)
* Clock (damit Stromverbrauch) umschaltbar

Und wegen den Link halte ich für Sitara nicht für völlig daneben, ich will ja keinen SOC designen :
http://www.ti.com/solution/gps_personal ... =Search-EN

Der Prozessor erfüllt erstmal alles. Wenn man darauf ein eigenes OS schreibt, wird es sicher stromsparend gehen (kann/will ich aber nicht). Fragt sich, ob das Linux von TI dahingehend optimiert / optimierbar ist.
Es wäre auch ein Ergebnis, falls die OS Linux/Android/Windows Phone einfach per se zuviel Strom verbrauchen...

Ich habs jetzt mitsamt GPS Modul bestellt und schau mir das mal an. Hat auch nen guten Formfaktor, muss man nur mal mit den Akkus schauen.

PS : Von Kickstarter bin ich noch Welten entfernt...
Aber hier ein paar Buzz Words :-) :
* Newest ARM Cortex-A8 generation from TI (Sitara AM335X) dedicated to PND (personal navigation device)
* DDR3-800 and Clock up to 1000MHz for fastest respone to user input and map drawing
* Lowest power consumption : 7mW standby
* Clock can be reduced to 300MHz for long lasting battery lifetime
* State of the Art OS (Sitara Linux from TI)

Gruß

badnerland
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von badnerland » Fr 23. Mai 2014, 21:16

Ich teile die ganzen Bedenken zu einer praxistauglichen Eigenbau-Hardware.
Aber was evtl. machbar sein könnte: Einem Großserien-Navi eigene Software einpflanzen, analog zu CyanogenMod & Co für Smartphones. Lustige Highend-Hardware-Features wie WLAN etc. sind dann natürlich nicht drin, aber so etwas Überschaubares ist als Projekt schon eher realistisch als eine komplette Neukonstruktion.

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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von kiozen » Fr 23. Mai 2014, 22:16

Es ist übrigens sehr lohnenswert den Blog vom Earl Projekt zu lesen. Da sieht man welchen Aufwand man treiben muss, um tatsächlich so eine Idee zu einer Kleinserie zu bekommen.

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Re: AW: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von Teleskopix » Fr 23. Mai 2014, 22:27

@kiozen
Monterra Root ist nix zu finden, scheint kein Topseller zu werden. Damit ist die Idee hier nicht ohne Chancen.

kiozen
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von kiozen » Fr 23. Mai 2014, 22:52

Das Monterra erfüllt nicht die Erwartungen, weil es nicht den Vorteil der dedizierten GPS Geräte bringt, sondern sich im Mittelmaß der üblichen Smartphones bewegt. Das ist aber verglichen zu dem, was hier diskutiert wird, schon ein recht hohes Niveau.

Für mich rangiert die aktuell angestrebte Lösung ungefähr auf dem Niveau vom Loox. Zu hoher Stromverbrauch und das obwohl 2 wichtige Sensoren noch fehlen. Und ob das Display bei Sonnenlicht was hergibt, weiß keiner.

Es wäre wahrscheinlich besser eine Entwicklungsplattform zu suchen, die speziell auf den mobilen Markt abzielt. So wie vor ein paar Jahren das OpenMoko Projekt. Obwohl auch das letztlich an der Praxis gescheitert ist. Nicht zuletzt wegen einem zu hohen Stromverbrauch.

Ich glaube, wenn es die ideale Hardware gäbe, wäre die Karawane schon längst in die Richtung gezogen. Ich kenne genügend Leute, die sich die Finger danach lecken und nur zu gerne von Garmin fliehen würden, wenn es einen adäquaten Ersatz gäbe. In der Realität kochen aber alle nur mit Wasser. Und im Vergleich kocht Garmin gar nicht mal so schlecht.

Um da wirklich was zum Besseren zu verändern, braucht es so radikale Ansätze wie Earl. Und da weiß keiner, ob es das hält, was es verspricht. Ich fände ja einen aufgerollten ePaper Bildschirm wirklich praktisch. Das GPS wäre eine Zylinder, aus dem der Bildschirm bei Bedarf gezogen wird. Optimale Bildschirmfläche, bei einem genialen Formfaktor ;)

ka-long
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von ka-long » Sa 24. Mai 2014, 00:37

Hi,

Ich hab auch versucht, ein Projekt "alternative Firmware für Garmin xxx" zu finden. Gibbt nix.

Wenn es "nur" noch am Bildschirm/gescheites Gehäuse scheitern würde...da wär dann der Einstieg in Kickstarter oder ähnliches geplant. Und Displays gibts ja...
Zur Not wird die alte Elektronik vom Garmin ausgebaut :-)

Die TI AM335x sind ja schon für den mobilen Markt mit allen möglichen Stromsparmechnismen. Dass das Starterkit nur 4-5 Stunden läuft mit 4xAA stimmt (nach TI ohne Optimierung), da läuft aber auch alles. Allein der Wechsel von DDR3 auf DDR2 bringt schon fast 1/4 mehr Laufzeit.
Mal schauen, was es zieht, wenn man alles nicht benutzte ausschaltet.

Wie gesagt, ich will nix versprechen. Ich spiele mit dem Starterkit mal rum. Linux Kernel, Linux, und QT laufen Out of the Box.

Was auch gut ist, dass es SoMs von dem Prozessor gibt. Da bräuchte man noch nicht mal mehr eine Platine machen...

Es gibt sogar außer Linux in zwei Varianten Android und ein NON-OS mit HAL.

Schaun wir mal. Und wenn nur ein Prototyp, der drei Stunden mit 4xAA läuft aber funktinonierend heraus kommt mit 3D Druck Gehäuse und keinem Outdoor Display.

Gruß

Hagen.Felix
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Re: DoItYourself OpenSource-GPS

Beitrag von Hagen.Felix » Sa 24. Mai 2014, 16:35

Moin moin!
Bin eher zufällig auf diese Beitragsreihe gestoßen, finde es aber höchst interessant hier!

Nicht zuletzt deswegen, weil ich schon seit Jahren beruflich in diesem Thema unterwegs bin ... :D

Mein Fazit vorweg: Ich kann jeden Versuch in dieser Richtung ohne Wenn und Aber nur begrüßen! :applaus:

Es gibt schon so viele Projekte in der "Maker-Szene", ob nun mit RaspberryPi oder Arduino oder NETMF, aber in Sachen GNSS und GIS passiert mir bisher doch noch eindeutig zu wenig ... :???:

Die Frage sollte allerdings nicht erst später ins Spiel kommen, sondern möglichst gleich am Anfang aller Überlegungen stehen:

Worin besteht eigentlich das Ziel? :???:

Ist es nur ein GPSMAP-Handgerät mit mehr Firmware-Funktionen bzw. gar einer offenen Firmware, die durch eigene Software-Module erweitert werden kann?

Oder ist es ein GNSS-Empfänger, der schon beim Empfang selbst ganz andere "Register zieht", um v.a. in Sachen Genauigkeit mehr zu ermöglichen, als es die üblichen Handgeräte zum Wandern und Geocachen je ermöglichen könnten?

Stichworte PPP, RTKLIB ...

Meine Vermutung würde dahin gehen, dass man hinsichtlich des eigentlichen Handgerätes (MCU, Touchscreen, OS, HW-Interfaces, GUI) heutzutage sowieso keine Chancen mehr hat, in Sachen Preis-Leistungs-Ratio einem Mobilgerät mit Windows oder Android auch nur annähernd das Wasser reichen zu können. :motz:

Aber auch den Gedanken, in Heimarbeit eine bessere Hardware solcher typischen "Wander-GPS" wie das GPSMAP auf die Beine stellen zu wollen, finde ich (gelinde gesagt) äußerst mutig ... :irre:

Und beim Thema GIS-App sollte man keineswegs unterschätzen, welch enormer Arbeitsaufwand darin besteht, ein derartiges Produkt wie "Locus pro" mal eben selbst schreiben zu wollen, statt es sich für weniger als 10 EUR zu kaufen. :kopfwand:

Bleibt für mich letztlich "nur" das Thema des Empfängers, wo allerdings (was mich noch immer sehr erstaunt) erheblicher Bedarf bestehen würde. :roll:

Die in diesem Marktsegment alteingesessenen Anbieter rufen für Geräte, die Genauigkeiten im Submeterbereich (und besser) ermöglichen, noch immer vier- bis fünfstellige Preise auf. :(

Während es heutzutage also nur noch geringe drei- oder sogar nur noch zweistellige Beträge kostet, ein komplettes Mobilgerät mit Windows oder Android zu bekommen, besteht m.E. der Sinn einer Eigenentwicklung ganz eindeutig beim GNSS-Empfänger!

Da für bessere Genauigkeiten die Antenne ohnehin etwas größer sein sollte und dann auch notwendigerweise vom sonstigen Gerät abgesetzt, um in einer hinreichend vernünftigen Empfangsposition arbeiten zu können, sehe ich kein größeres Problem darin, auch den GNSS-Empfänger und den "Rest" (z.B. das GIS-Gerät) voneinander zu trennen.

Ob man dann in altbewährter Weise über Bluetooth-SPP oder WLAN miteinander "redet", ist dann nur noch eine relativ kleine Frage ...

Meine bescheidene Meinung, beruhend auf meinen eigenen Erfahrungen. Andere Anwender bzw. Entwickler werden hingegen vielleicht ganz andere Erfahrungen oder Lösungsansätze haben.

Also dann, erst mal "gut Holz" ... ;)

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