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(Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Cache oder nicht Cache, das ist hier die Frage!

Moderator: nightjar

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qByter
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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von qByter » Di 2. Dez 2008, 11:11

Hallo,
Sehe ich genauso, trotzdem obliegt den Owner auch eine Verantwortung und es kommt leider immer wieder vor das sich dennoch Leute überschätzen oder Gefahren unterschätzen, teilweise auch leichtsinnig werden oder es zwar wissen aber es sich oder anderen beweisen wollen.
Demnach müssten dann wirklich alle Caches mit T>=4 (oder3? oder 2?) archiviert werden... :kopfwand:
Hier in der Gegend ist vor kurzem jemand bei einem T3,5 vom Baum gefallen, unglücklich gefallen und hat sich die Hand gebrochen...
Viele Caches sind "gefährlich". Genau dafür gibt es doch die T-Wertung! Wenn ich einen T5er angehe, dann weiss ich ganz genau, dass mich hier kein Kaffeekränzchen erwartet. Wer das trotzdem denkt oder meint, es leichtsinnig angehen zu müssen, der ist ganz klar selber Schuld. Steht irgendwo "Du musst diesen Cache machen"?
Wenn ich einen T5 angehe, dann bin ich mir bewusst, dass ich ein Risiko eingehe. Es gibt aber viele, die es trotzdem gerne machen, genauso wie es Extremsportler, Hobby-Speleologen, Bergsteiger und Fallschirmspringer gibt. Warum soll Geocaching nicht einen Bergsteiger an einen ihm bisher unbekannten Berg führen, einen Taucher an einen schönen ihm bisher unbekannten See oder einen Hobby-"Bergmann" an einen ihm bisher unbekannten Schacht??

Das schöne (und für mich der Sinn) am Geocaching ist doch, dass man an viele tolle und interessante Orte geführt wird und sich selber aussuchen kann, was man sich rauspickt und den eigenen Fähigkeiten entspricht. Und dazu gehören für mich(!) keine Gotteshäuser, sondern eben gerne mal eine interessante Höhle, ein gefährlicher LostPlace oder ein Cache in einer 40m hohen Steinbruchwand. Finde ich klasse und hab ich Spass dran, und dafür fahr ich auch gerne mal ein paar hundert km.

Es gibt tolle Caches auf Berggipfeln, in Seen, tiefen Höhlen, unzugänglichen Regionen, auf Bäumen... Allesamt sind eigentlich nur mit Ausrüstung und Erfahrung machbar. Werden die jetzt alle verboten, nur weil irgendjemand der Meinung ist, das sei zu gefährlich oder weil potentiell die Gefahr besteht, dass sich irgendwer leichtsinnig auf die Suche begibt?

Hier muß ich nicht vergleichen, das das ganze Leben gefährlich ist, ist nichts neues, ich muß das Glück aber auch nicht auf biegen und brechen herausfordern
Darf ich das bitte selber entscheiden?


cu,
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Christian und die Wutze
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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von Christian und die Wutze » Di 2. Dez 2008, 11:17

qByter hat geschrieben:...Hobby-Speleologen...
Holländer? ;)

Ansonsten Zustimmung.
persönlicher Held des Tages[TM] und Spielverderber

Du möchtest auch Spielverderber sein? Bitte schön.

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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von nimue » Di 2. Dez 2008, 11:35

qByter hat geschrieben:Warum soll Geocaching nicht einen Bergsteiger an einen ihm bisher unbekannten Berg führen, einen Taucher an einen schönen ihm bisher unbekannten See oder einen Hobby-"Bergmann" an einen ihm bisher unbekannten Schacht??
Weil ein Bergsteiger oder ein Taucher mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung Gefahren stark minimieren kann. Wenn ein Schacht absturzgefährdet ist, dann dürfen da selbst Berufsbergleute nicht in den Schacht (wollen sie vernünftigerweise auch nicht).

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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von stafen » Di 2. Dez 2008, 11:55

nimue hat geschrieben:
qByter hat geschrieben:Warum soll Geocaching nicht einen Bergsteiger an einen ihm bisher unbekannten Berg führen, einen Taucher an einen schönen ihm bisher unbekannten See oder einen Hobby-"Bergmann" an einen ihm bisher unbekannten Schacht??
Weil ein Bergsteiger oder ein Taucher mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung Gefahren stark minimieren kann. Wenn ein Schacht absturzgefährdet ist, dann dürfen da selbst Berufsbergleute nicht in den Schacht (wollen sie vernünftigerweise auch nicht).
Womit sich automatisch die Frage stellt, woran erkennen Berufsbergleute absturzgefährdete Schächte? Und weshalb können Laien das nicht erkennen? (Du hast geschrieben, dass Berufsbergleute den Schacht nicht betreten, sie müssen es somit von aussen erkennen können)

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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von schnitzel_de » Di 2. Dez 2008, 12:05

...wenn jemand etwas recherchieren und kombinieren kann, dann können sehr schnell rückschlüsse zu dem sba logger und dem betreiber einer entsprechenden seite vollzogen werden...
...so ist es halt, wenn menschen mit einem bestimmtem hobby...anderen menschen mit einem anderen hobby diesen ort nicht gönnen...

dies kann sogar innerhalb einer gleichgesinnten menschen gruppe passieren...ein österreichischer höhlenforscher baut für alle anderen höhlenforscher eine tödlich falle aqm eingang...noch fragen???

und das bullshit geseier mit dem ach so gerfährlich kann ich auch nicht mehr hören...am besten im straßenverkehr, im haushalt, in der dusch usw. zukünftig etwas mehr auf die vielen gefahren achten...
ein mensch, der risiken eingeht, geht diese gezielt ein und ist sich der gefahren bewusst und bereitet sich entsprechend darauf vor...

so long...
schnitzel

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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von adorfer » Di 2. Dez 2008, 12:06

nimue hat geschrieben: Weil ein Bergsteiger oder ein Taucher mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung Gefahren stark minimieren kann. Wenn ein Schacht absturzgefährdet ist, dann dürfen da selbst Berufsbergleute nicht in den Schacht (wollen sie vernünftigerweise auch nicht).
Von wem kommt eigentlich diese Einschätzung "stark einsturzgefährdet" am konkreten Schacht?

Allein die Tatsache, dass er in Deutschland und nicht völlig jenseits jeder Zivilisation ist, spricht zumindest für mich dafür, dass wenn kein Schild und keine Sicherungsmaßnahmen vorhanden sind, das Ding so gefährlich nicht sein kann.

Wenn sich ein Gutachter diesen Schacht angeschaut hat, dann wird er das vermutlich im Auftrag getan haben, sonst bezahlt es ja niemand.
Wenn er dabei zum Schluss gekommen wäre "einsturzgefährdet oder Zustand nicht ermittelbar", dann möchte die die Gemeinde sehen, die dann keine Sicherungsmaßnahmen unternimmt.

Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass hier ein Hobby-Sicherheitsbeauftragter unterwegs ist, der selbst bei der zuständigen Gemeinde abgeblitzt ist mit seinem Ansinnen.
Adorfer
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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von qByter » Di 2. Dez 2008, 12:09

Weil ein Bergsteiger oder ein Taucher mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung Gefahren stark minimieren kann. Wenn ein Schacht absturzgefährdet ist, dann dürfen da selbst Berufsbergleute nicht in den Schacht (wollen sie vernünftigerweise auch nicht).
Der besagte "Schacht" ist eine alte U-Verlagerung, die seit 60 Jahren ziemlich unverändert dort im Wald "steht"... Wir hatten in unserer Gruppe sogar einen gelernten und erfahrenen Bergmann, der mit der Location kein Problem hatte. Der Cache lag an einer relativ harmlosen Stelle, sogar ein Stahlseil führte dorthin, damit man auf den unglaublichen 15% Steigung bis dorthin nicht ausrutscht. Zudem sah es da an einigen Stellen so aus, als würde die örtliche Landjugend dort alle paar Wochen eine Party feiern.


Es geht hier auch nicht um diesen Einzelfall, sondern das Prinzip. Bei der Archivierung wurde nichtmal beim Owner nachgefragt, sondern einfach ohne jede Rückfrage aufgrund einer anonymen(?) Mail archiviert.
Das ist es, was ich hier absolut nicht nachvollziehen kann.

cu,
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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von Carsten » Di 2. Dez 2008, 12:13

nimue hat geschrieben: Wenn ein Schacht absturzgefährdet ist, dann dürfen da selbst Berufsbergleute nicht in den Schacht (wollen sie vernünftigerweise auch nicht).
Vollkommen korrekt. Dann gehört da aber auch ein Verbotsschild und/oder eine Absperrung hin. Wenn nichts dergleichen vorhanden ist, kann es um die Höhle nicht so schlimm bestellt sein. Es läuft doch immer wieder auf denselben Punkt hinaus: Gibt es ein Betretungsverbot per Gesetz/Schild/Absperrung, gehört da kein Cache hin. Gibt es das nicht, gibt es auch keine Handhabe gegen einen Cache und somit entscheidet jeder selbst, was er sich zutraut. Wer seine eigenen Grenzen nicht erkennt, wird sowieso über kurz oder lang Freundschaft mit Darwin schließen.

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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von nimue » Di 2. Dez 2008, 12:28

Carsten hat geschrieben:Gibt es ein Betretungsverbot per Gesetz/Schild/Absperrung, gehört da kein Cache hin. Gibt es das nicht, gibt es auch keine Handhabe gegen einen Cache und somit entscheidet jeder selbst, was er sich zutraut. Wer seine eigenen Grenzen nicht erkennt, wird sowieso über kurz oder lang Freundschaft mit Darwin schließen.
Jo, und das ist genau der Grund, weshalb in Deutschland immer alles per Gesetz und Verbotsschild geregelt werden muss bzw. geregelt wird. Jeder entscheidet selbst, es passiert was und das Ende vom Lied: neue Gesetze und Verbote werden geschaffen. Wenn das so weitergeht, haben wir irgendwann amerikanische Verhältnisse, wo in Betriebsanleitungen stehen muss, dass man Hamster nicht in der Mikrowelle trocknen sollte. Gäbe es keine Ich-kann-super-fahren-aber-alle-anderen-nicht Autofahrer, gäbe es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen usw. Selbstüberschätzung ist keine Tugend und manchmal sollte man einfach bei Zweifel auch verzichten können :roll:

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Re: (Zwangs-)Archivierung von "gefährlichen" Caches??

Beitrag von Die Schatzjäger » Di 2. Dez 2008, 12:45

@nimue:
Das heißt dann also jemand anderes entscheidet für mich, ob ich eine potentiell gefährliche Tätigkeit machen darf, bevor ich es selber entscheide, was passiert, und dann ein Gesetz erlassen wird, welches allen anderen verbitetet diese Tätigkeit auszuüben ?

Irgendwie ein bisschen Krude...

a) Derjenige der für mich entscheided dass ich diese Tätigkeit nicht machen darf sollte dann aber ja zumindesrt bedeutend mehr Erfahrung haben als ich, und Risiken abwägen können, die ich auf keinen Fall abwägen kann -> Hier nicht gegeben, derjenige ist größtenteils anonym geblieben, ohne auf eine entsprechene Qualifikation seinerseits hingewiesen zu haben.

b) Warum darf derjenige (nehmen wir mal an, er sei erfahren), anderen noch erfahreneren, die die Risiken abschätzen können, genauso das Befahren dieses Schachts verbieten ? Schließlich gibt es auch einige Geocacher die gerade im Bereich Höhlenbefahrungen und Bergwerksbefahrungen mehr Erfahrung haben, als manch ein Hobby-Bergwerkler.

c) Selbst wenn der Staat ein Gesetz gegen diese potentiell gefährliche Tätigkeit erlässt (was niemals der Fall sein wird, bei so wenigen Toten), was ist daran dann falsch ?
Es ist mir ehrlich gesagt lieber, dass es ein wirkliches Gesetz gibt, dass nach Sorgfältiger Planung (gehen wir mal davon aus !) erlassen wurde, als dass jemand wie bei Punkt a, einfach anonym anderen seinen Willen aufrdrückt.

d) Ich glaub es wurde schon darauf hingewiesen dass der anonyme Tippgeber schreibt dass man nur noch unter Lebensgefahr den Schacht betreten kann, aber gleichzeitig auch dass er selbst drin war um den Cache zu entfernen.
Welches Recht nimmt sich derjenige denn raus für sich selbst das Betreten zu entscheiden, es anderen aber zu verbieten ?
Solange er nicht besondere Rechte (Besitzer) oder Qualifikationen (Verantwortlich für Bergwerkssicherung) vorweisen kann - und als anonymer Tippgeber kann er das ja nicht, sollte so eine Anfrage einfach ignoriert werden.

e) Ich finde man kann den Reviewern eigentlich keinen Vorwurf machen - es bleibt ihnen ja quasi nichts anderes übrig als so auf diese Anfrage zu reagieren.
Wie mans hätte besser machen können ? Ich weiß es nicht, einfach nicht reagieren kann zu schnell rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, trotzdem ist das Vorgehen irgendwie traurig ...
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