aktive Rollstuhl-Cacher

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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aktive Rollstuhl-Cacher

Beitrag von account_deleted » Fr 15. Sep 2006, 18:00

Während unseres Urlaubes in der Sächsischen Schweiz sind wir diverse Male über recht genaue Hinweise und Logeinträge bzgl. Rollstuhlfahrer gestoßen. Bisher habe ich das als reine Formalität angesehen, aber durch die Häufung der Hinweise ist nun meine Neugier geweckt und es stellen sich folgende Fragen :
- wieviele aktive Rollstuhl-Cacher gibt es in Deutschland ?
- wie sieht das in der Praxis aus ? Gibt es spezielle Modelle für solche Aktivitäten ? Macht Elektro Sinn ?
- cacht ihr alleine oder in Begleitung ?
- wie sieht es mit den berühmten letzen Metern aus ?
- was ist geländemäßig machbar und was nicht ?
- worauf sollte ein Cacher beim Legen eines Caches achten, um euch zu unterstützen ?

Viele Grüße
Homer Jay

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Beitrag von morsix » Fr 15. Sep 2006, 19:36

Hier ist ein Cache von mir, der für Rollifahrer einen Umweg bietet (um auf normalen Wegen zu rollen anstatt durch die Wiese).

Trinksiedlung

Auch hier klappts aber leider nicht ohne die "letzten" Meter.
Seit meiner Zeit als Zivi weiss ich auch das Rolli nicht gleich Rolli ist, das kommt auf die Behinderung an und damit kann es auch keinen wirklich eindeutig rolligerechten Cache geben.

Trotzdem würde es mich interessieren, welche Vorschläge seitens Rollifahrern kommen bezüglich Cacheverstecke, gerne würde ich weitere Caches verstecken, die man auch im Rolli absolvieren kann.

Viele Rollstuhlfahrer (die ich kennenlernte) führen ein durchaus aktiv sportliches Leben (schon mal eine Handballmannschaft gesehen, wo alle im Rolli fahren? Die Schnelligkeit und Beweglichkeit der Spieler ist erstaunlich und die Spiele sind toll anzusehen, das hat mich so mitgerissen das ich die Behinderung der Sportler gar nicht mehr wahrgenommen habe)

Grüße
Rudi
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Lion & Aquaria
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Re: aktive Rollstuhl-Cacher

Beitrag von Lion & Aquaria » Sa 16. Sep 2006, 01:11

In der Aachener Community haben wir seit kurzem auch ein Team in dem es einen Rollstuhl gibt: theRabbits

Daher gabs mal kurz bei uns im Forum die Anregung, eine Bookmark-Liste mit Rolli-geeigneten Caches in der Gegend zu machen, aber das ist leider schnell wieder untergegangen.

Aber hier schließe ich mich dann auch den Fragen von Homer Jay an.
Ich kann definitiv sagen, dass bestimmte Caches auch von uns nicht Rollie-geeignet sind, wenns es zb diverse Treppen zu bewältigen gilt oder man durchs Unterholz quer durch den Wald muss.
Aber ist ein Cache nur geeignet, wenn der Rollstuhl-Fahrer den Cache selber heben kann oder "reicht" es, wenn der Rollstuhlfahrer am Weg stehen bleibt und den laufenden Partner beim Heben des Caches "optisch" unterstützen kann?


Aqua


PS: In ihrem GC.com-Profil gibts schonmal nen Hinweis, was die 3 Rabbits für einen Rollstuhl-geeigneten Cache als wichtig erachten
http://www.geocaching.com/profile/?guid ... 4cd0bcbfaf

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Beitrag von Lion & Aquaria » Sa 16. Sep 2006, 01:19

Gerade analog dazu auch noch diesen Thread hier aus dem Geotalk entdeckt.
Vielleicht hilft uns das ja weiter...

Aqua

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Beitrag von radioscout » Sa 16. Sep 2006, 01:41

Wenn kurzzeitiges Aufstehen oder Aufrichten möglich ist, könnte "Des Kaisers Badespaß" geeignet sein. Ca. 1 m neben dem Weg, aber etwas höher. Und wenn man mit dem Arm bis auf den Boden kommt, ist mein Leitplankencache vermutlich auch geeignet.
Bild
Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Beitrag von theRabbits » Sa 16. Sep 2006, 18:20

Hallo zusammen

uns freut es, daß sich andere cacher Gedanken über Rollifahrer machen, obwohl es wahrscheinlich nicht viele gibt, die sich durch Brombeergestrüpp, über Wurzeln ect. zu einer Tupperdose durchkämpfen!

Das wichtigste ist, den Zustand der Wege zu beschreiben (steil, viele Wuzeln, steiniger Weg, matschig... hilft bestimmt auch Cachern mit Kinderwagen. )
Denn nicht jeder 2-3 Sterne cache ist unmöglich.
Und schon gar nicht jeder, wo das Rollifahrerzeichen durchgestrichen ist.
Meist beziehen sich die Sterne ja auf die letzten Meter zur Dose, da die eben etwas versteckt liegen sollte, aber da legt Jörg eh keinen Wert drauf(O-Ton:Ich muß nicht in die Dose greifen) Solange es noch in der Nähe ist, wartet er eben am Wegesrand.
Auf Handicaching.com wurde ja schon verwiesen, das ist eine gute Sache, weil man die Wege genauer beschreiben kann, könnte man aber auch in die Cachebeschreibung aufnehmen, wie es hier in der Aachener Gegend in letzter Zeit immer öfter vorkommt. Danke, übrigens dafür!z.B. "für Ourdoor-Rollstühle geeignet, das sind dann wir oder?
Einer hat sogar ein Foto mit der "schlimmsten" Stelle (Baumwurzeln) reingesetzt.

Wir gehen immer zusammen cachen, da ist sowieso alles einfacher.
Dann schieb ich halt mal an...Meistens hat Jörg auch sein Handbike mit Motorunterstützung dabei. Das zieht die meisten Berge hoch und in der Ebene kann er selber kurbeln. (Bergrunter kann die faule Geocacherin auch hintendrauf mitfahren :D )
http://img.groundspeak.com/cache/log/di ... be306f.jpg

Mh, wirklich vom Rollstuhl aus erreichbare caches waren bis jetzt nur Mikros in der Stadt, das ist aber wie gesagt für Jörg nicht so wichtig, da wir eh lieber längere Spaziergänge zu interessanten Orten machen.
Uns ist bis jetzt nur eine Art Briefkasten mit Zahlenschloß eingefallen, aber wo hinstellen??? Eine Mauer mit losem Stein käme auch in Frage, aber wo gibts sowas???

das war´s erstmal, Grüße theRabbits

PS: bookmarkListe kommt auf jeden Fall noch, aber beim Klenkes waren die HoPris, die uns eine zur Verfügung stellen möchten, dann abends nicht mehr da... :cry:

account_deleted

Beitrag von account_deleted » Mi 20. Sep 2006, 19:02

Die Bilder vom Handbike sehn klasse aus.
Jetzt hat man zumindest mal eine Vorstellung, was es vor Modelle gibt.
Welche Frage natürlich immer noch im Raum steht, wieviele Rollstuhl-Cacher gibt es insgesamt in Deutschland ? Aus dem Bauch heraus hätte ich vielleicht mal ein Dutzend geschätzt. Jemand ne realistische Idee ?

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Beitrag von TKKR » Mi 20. Sep 2006, 19:08

Homer Jay hat geschrieben:... Aus dem Bauch heraus hätte ich vielleicht mal ein Dutzend geschätzt. Jemand ne realistische Idee ?
Hier in Ulm gibt es 3 Rollifahrer die sich fürs Geocaching interessieren. Sie haben zusammen mit 'Schwarze Flagge' einen Cache gelegt und einen gefunden. Aber irgendwie läuft seit kurz vor den Ferien nichts mehr so recht. Mal schauen wie das weitergeht.

lindolf
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Re: aktive Rollstuhl-Cacher

Beitrag von lindolf » Mi 20. Sep 2006, 22:57

Homer Jay hat geschrieben:Während unseres Urlaubes in der Sächsischen Schweiz sind wir diverse Male über recht genaue Hinweise und Logeinträge bzgl. Rollstuhlfahrer gestoßen. Bisher habe ich das als reine Formalität angesehen, aber durch die Häufung der Hinweise ist nun meine Neugier geweckt


In der sächsischen Schweiz gibt es ein Pärchen, welches mit Rollstuhl unterwegs ist und zufälligerweise gehören sie zu den "Dienstältesten Geocachern" Deutschlands. Daher sind diese Hinweise durchaus richtig und logisch. Sicher ist das eher doch selten, aber ich finde es schon gut, wenn man daran denkt und diese Hinweise gibt.
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Beitrag von OliverBartsch » Do 21. Sep 2006, 21:37

Wie lindolf geschrieben hat, sind wir schon lange beim Geocachen dabei, sind noch auf keine weiteren Cacher mit Rolli gestossen (wir haben übrigens auch keine Ahnung wie viele Cacher im Rolli es in Deutschland gibt) und haben uns von Anfang an vorgenommen die Rolli-Eignung der von uns besuchten Chaches zu erfassen (damit erklärt sich also, warum derartige Hinweise in der Sächsischen Schweiz gehäuft sind...). Natürlich kann so eine Einschätzung immer nur subjektiv sein und Anhaltspunkte geben. Jeder Rollifahrer muß anhand seiner Möglichkeiten rausfinden was für ihn (mit oder ohne Begleitung) machbar ist. Für Leute, die bisher nicht/kaum mit Rollifahrern zu tun hatten, ist das wohl kaum einzuschätzen. Hilfreich sind daher sachliche Beschreibungen des Weges / der Erreichbarkeit. Ich z.B. kann mich zwar mit dem Handrolli draußen selber fast gar nicht vorwärts bewegen, da ich aber mit Rolli nur etwa 50kg auf die Waage bringe, schaffen wir zum Beispiel auch recht steile Wege und scheuen uns auch nicht vor einer längeren Strecke. Da sind vielleicht die Breite und die Beschaffenheit des Weges eher wichtig (viele Wurzeln oder sandiger, schlammiger Boden sind sehr anstrengend für den Rolli-Schieber und Treppen wollen wir wirklich nur in Ausnahmefällen überwinden müssen). Ich muß auch nicht unbedingt bis ganz an die Dose ran, solange ich noch in Sichtweite (da gebe ich dann schlaue Hinweise wo Oli noch suchen soll) oder wenigstens Hörweite warten kann, ist das für mich in Ordnung und meist bekomme ich den Cache dann auch noch gebracht. Ein schöner Ausflug in die Natur ist für mich da wichtiger, als selber den Cache zu finden.

Viele Grüße aus der Sächsischen Schweiz

Gabi&Oliver (OliGa)

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