sinkende Cachequalität - verkommt das Cachen?

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

hips
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sinkende Cachequalität - verkommt das Cachen?

Beitrag von hips » Mo 18. Sep 2006, 09:24

Hallo,

ich bin seit etwa 1,5 Jahren begeisterter Anhänger des Cachens. An Sonn- u. Feiertagen geht die Familie ausgesuchte Caches an.

Nun ist mir aufgefallen, das die Anzahl der Caches in Deutschland sich in den 1,5 Jahren verdoppelt hat. Damals waren es ca. 12000, jetzt sind es fast 25000.
Dieses an sich ist nicht unbedingt schlimm, aber es fällt auch auf, das die Qualität dieser oft einfach und ohne großen Verstand ausgelegten Caches zu wünschen überig läßt.

Ein Großteil dieser Caches sind Micros, aber auch normale Caches sind m.e. betroffen.

Obwohl die Cachedichte bei uns gering ist, wäre es besser, wenn es einige Caches nicht gäbe. Viele Caches nutzen auch die Möglichkeiten der Location einfach nicht aus.

Die Entwicklung stimmt mich traurig. Insbesondere, weil es mittlerweile Altcacher gibt, die Ihre Caches archivieren, weil die keine Lust auf diese Billigcaches bzw. Billigcacher haben, die möglichst viele Founds sammeln und selber Drive-In-Caches verstecken.

Ich will niemanden persönlich angreifen, aber wo werden wir in einem Jahr sein? 50000 Caches, oder noch mehr? Die Karten bei geocaching.de sind an einigen Stellen schon jetzt grün vor Punkten. So viele schöne, sehenswerte Stellen kann es doch an einem Fleck gar nicht geben.

Es wäre sicherlich gut, wenn einige Ausleger sich mehr Gedanken machen würden.

Ich fände es gut, wenn man zumindest die Micros bei geocaching.de auf eine eigene Karte verbannen würde. Wer sich dafür auf die Reise machen will soll das tun. dafür ist mir der Sprit zu teuer.

Wie denkt Ihr darüber?

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Klarschiff
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Re: sinkende Cachequalität - verkommt das Cachen?

Beitrag von Klarschiff » Mo 18. Sep 2006, 09:43

Auch vor 1,5 Jahren gab es schon gute und schlechte Caches, es sind nur mehr geworden, mehr gute und mehr schlechte. Ich glaube nicht, daß man einen "alles wird immer schlechter"-Trend erkennen kann. Vielleicht mag es einzelne Regionen geben, in denen die Qualität spürbar abgenommen hat, aber verallgemeinern kann man das sicher nicht.

Durch die hohe Zahl ist es doch heute einfacher geworden, sich ausreichend gute rauszupicken, was muß nur eben etwas mehr Arbeit in die Auswahl der Caches stecken. Und an Selektieren hast Du doch schoin gedacht:

hips hat geschrieben:Ich fände es gut, wenn man zumindest die Micros bei geocaching.de auf eine eigene Karte verbannen würde.

Sicher ein Vorschlag, für den Du auch noch andere Cacher begeistern kannst. Aber warum warten, wenn Du es auch selbst machen kannst. Mit PQs und GSAK oder anderen Tools kannst Du Dir doch Deine eigenen Listen zusammenstellen und nach Belieben filtern.

morsix
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Beitrag von morsix » Mo 18. Sep 2006, 09:47

Mittels Tools kannst Du alle Micros ausbleden, als Premium Member bei gc.com sowieso. Ich finde aber nicht, daß eine Qualitätsminderung stattfindet. Nachwievor gibts spannende gut gemachte Caches und fixe Schnellcaches in der Leitplanke. Das war vor 2 Jahren so und heute ists noch genau so. Vieleicht kommts auch auf die Gegend an, in München habe ich so den Eindruck als ob ein Cache den anderen toppen möchte in Ideenreichtum, sauberer Umsetzung oder Schwierigkeit beim rätseln.

Kann mich also nicht beklagen :)

Grüße
Rudi
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Carsten
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Beitrag von Carsten » Mo 18. Sep 2006, 09:48

Angesichts deiner NULL versteckten Caches muß ich da als Erstes mal sagen: besser machen! Und bei deinen bisher 37 Founds (ich gehe mal davon aus, dass dein Benutzername hier und bei gc.com identisch ist) solltest du auch bei noch so vielen "Billigcaches" immer noch über Jahrzehnte zu tun haben, um alle "guten" Caches zu suchen (und hoffentlich auch zu finden).
Abschließend muß wohl zum x-ten Mal gesagt werden, dass es keinen Zwang gibt, bestimmte Caches zu suchen und Geschmäcker halt verschieden sind. Wenn ich irgendwo unterwegs bin freue ich mich über den schnellen Micro für zwischendurch genauso, wie über den gut ausgearbeiteten Multi am Wochenende, wenn ich die Zeit dafür habe.

Das soll dich jetzt auch nicht persönlich angreifen, aber genau das denke ich darüber.

hips
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Beitrag von hips » Mo 18. Sep 2006, 10:23

@mosix und Klarschiff

Das mit den Tools kannte ich noch nicht. kann man das auf die Karte von Geocaching.de anwenden, so dass z.B. die micros dort erst gar nicht angezeigt werden?

Natürlich gibt es nicht weniger gute Caches, aber das Raussuchen gestaltet sich doch immer aufwändiger.
Auch ich habe schon micros gesucht, bin dabei aber nicht einen Kilomter Umweg gefahren, und die Familie hat bei diesen Drive-In kurz im Auto gewartet.

@Carsten

Ja, ich verstecke lieber keinen Cache, als einen Schlechten.
Ja ich habe "nur" 37 founds in 1,5 Jahren, bin halt kein Statistikcacher, sondern Familien-Freizeitcacher und ärgere mich, wenn ich mich zur Vorbereitung auf den Karten durch die z.B. micros kämpfen muß.
Wenn dann noch gute langjährige Caches aus Frustrgründen archiviert werden, finde ich die Entwicklung nicht gut.

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Starglider
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Beitrag von Starglider » Mo 18. Sep 2006, 10:27

Erst waren es angeblich zuwenige Caches und viele begrüßten kritiklos jede Aktion, die dazu dienen sollte die Cachedichte zu erhöhen.
Jetzt haben wir viele Caches und die ersten maulen, dass es Zeit kostet sich daraus die auszusuchen, die einem persönlich gefallen.
Jammern auf hohem Niveau?
-+o Signaturen sind doof! o+-

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Beitrag von Klarschiff » Mo 18. Sep 2006, 10:31

hips hat geschrieben:Das mit den Tools kannte ich noch nicht. kann man das auf die Karte von Geocaching.de anwenden, so dass z.B. die micros dort erst gar nicht angezeigt werden?

Nein. Die Karte von GC.de kannst Du nicht anpassen. Du kannst Dir aber z.B. mit GSAK eine nach Deinen Wünschen gefilterte Liste von Caches in einer bestimmten Umgebung generieren und die dann in Google Earth anzeigen lassen.

Allerdings musst Du zum Generieren der ursprünglichen Listen Premium Member bei GC.com sein. Ob sich die 30$ pro Jahr bei 37 Founds in 1,5 Jahren lohnt, musst Du selbst entscheiden...

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Beitrag von familysearch » Mo 18. Sep 2006, 10:42

Hi, hips!
Einen ähnlichen thread gibt es auch im englischen Forum bei geocaching.com.
Dort waren die Antworten zumeist zustimmend. Ein user postete, man solle nur solche caches legen, die sich von der Qualität her eigneten, einen Film über geocaching zu drehen. Und fand Beifall.
Obwohl ich auch manchmal bedaure, dass manche caches nicht mehr als das "gewisse nichts" aufzuweisen haben, halte ich obigen Anspruch für zu hoch.
Es mag eine gewisse McDonaldisierung im Geocaching geben, ich halte dies nicht für ein Problem. (Und ich esse auch öfter im Schnellrestaurant als im guten Restaurant).
Einfach und gut, dies ist meine Vorstellung vom geocachen.
Und es kann tatsächlich sein, dass deine Kritik insofern zutrifft, dass einfache caches oftmals nicht gut sind, - und gute caches nicht einfach.
Wenn man Micros beklagt, sollte man auch mal zum kontroversen Thema Traditional/Multi Stellung nehmen. Wie stellst du dir einen qualitativ guten 1,5/1,5 Traditional vor? Ist sowas überhaupt möglich?? Oder entsteht Qualität beim Traditional durch entweder hohe Difficulty oder hohe Terrainwertung (oder beides). Oder ist Qualität fast nur bei Multis möglich?
Und woran hast du gedacht, wenn du anführst, die Möglichkeiten einer location würden oft nicht ausgeschöpft?
Happy hunting
familysearch

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Beitrag von Carsten » Mo 18. Sep 2006, 10:48

hips hat geschrieben:Natürlich gibt es nicht weniger gute Caches, aber das Raussuchen gestaltet sich doch immer aufwändiger.
[...]
Ja ich habe "nur" 37 founds in 1,5 Jahren, bin halt kein Statistikcacher, sondern Familien-Freizeitcacher und ärgere mich, wenn ich mich zur Vorbereitung auf den Karten durch die z.B. micros kämpfen muß.


Selbst unter Verwendung ausschließlich der Standardsuchfunktion von gc.com ist es wohl ein leichtes, in seinem geplanten Zielgebiet innerhalb von maximal 10 Minuten die interessantesten Caches herauszupicken. Für eine Vorauswahl reicht da schließlich die Umkreissuche aus, wo Typ, Boxgröße und Schwierigkeit angezeigt werden. Im Übrigen können auch Micros sehr reizvoll und interessant sein (z.B. http://www.geocaching.com/seek/cache_de ... f45be2bf93).

Wenn dir das dann schon zuviel Zeitaufwand ist, tut es mir leid.

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Beitrag von morsix » Mo 18. Sep 2006, 10:56

Also wegen raussuchen von Caches, filtern ungeliebter Micros u.s.w.
Das halte ich für akzeptabel. Denn durchaus muß man doch bei vielen Qualitätscache :) ordentlich Hausaufgaben machen, sprich Karten studieren, Internet Recherchen, Luftbilder angucken ... Ich gehe fast nie ohne Hausaufgaben gemacht zu haben zum cachen, da ich fast alle Caches mit dem Radl anfahre und es nichts ärgerliches gibt, als dann ohne Found heimzufahren.
Daher ist gründliche Vorbereitung alles.

Gerade wenn Du Wochenend-Genusscacher bist, finde ich das eine gute Vorbereitung zumutbar ist.

Ansonsten ists so, wie es hier gesagt wurde: Es gibt keinen Zwang bestimmte Caches zu machen, ich persönlich mag zum bsp. keine Abzählmultis, das hasse ich, also mach ich davon nur wenige.

Im Übrigen würde ich nicht einfach Micros ausklammern, denn die Dosengröße ist nicht immer analog zur Qualität eines Caches, auch wenns oft so ist das ein super ausgearbeiteter Cache meist kein Micro ist. In München gibts z.B. einige extrem gut gemachte Stadt(viertel)führungen als Multi. Du lernst viel, sogar als gebürtiger Münchner habe ich dabei viel neues erfahren. Am Ziel winkte "bloss" ein Micro. Na, lieber ein Micro als eine Munbox welche ständig gemuggelt oder vom Bombenräumkommando entfernt wird.

Ich habe einige wirklich total geile Micros und Minidosen gefunden, auch wenns nichts zum tauschen drin gab.

Ansonsten bin ich froh über den "Wildwuchs", der eine findets eben total super auf Dienstreise einen Leitplankencache am Rastplatz zu holen, ich mach und mag solche Caches nicht. Die Katze frisst Mäuse, ich mag keine ...

Grüße
Rudi
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