Abweichung beim Verstecken angeben

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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moenk
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Beitrag von moenk » Mi 29. Nov 2006, 14:11

hcy hat geschrieben:aber hunderte von Steinen umdrehen oder so nur weil die Koordinaten nicht stimmen finde ich überhaupt nicht reizvoll.

Steine gehen ja noch. Wenn der Wald danach aussieht wie nach einer Wildschweinattacke hat da ein Owner Geocaching nicht ganz kapiert oder war nur zu faul für ein Zielfoto.
Bild Denkst Du noch selber oder bist Du schon Schwarm?

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TantchensOnkelchen
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Beitrag von TantchensOnkelchen » Mi 29. Nov 2006, 14:44

... oder der Suchende hat konsequent verweigert, sein Hirn zu benutzen.

In den meisten Fällen ist es doch so, dass man mit der Überlegung "Was sieht hier abnormal aus" oder "Wo würde ich hier einen Cache verstecken" auch ohne Abrissbirne den Cache findet.

Zielfoto hat sicher bei manchen Caches sinn, z.B. wenn der Cache mitten in der Fußgängerzone an muggelreichen Orten liegt, und dann der Reiz des richtigen Momentes für Greifen und wieder Legen zieht.

Aber bei einem abgelegenen Waldcache milimetergenaue Angaben mit exakter Beschreibung, welcher Stein von welcher Seite aus anzuheben ist ...

Sorry, das wird mir zu sehr "Schicki-Micki" Caching.
Das bekommt mir zu viel den Geschmack von Leuten, die mit Sonntagsschuhen und 3 Minuten Zeit den Cache heben wollen, um bei den Bekannten zu erzählen, sie würden ein "brachial anstrengendes Outdoor Hobby" betreiben.



Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen:

Wenn man einen Cache an einer Stelle mit guten Empfangsbedingungen legt, kommt man eh schon so genau, dass eine Angabe der Genauigkeit keinen Sinn macht.
Ob nun 6m, 8m oder 10m wahrscheinliche Genauigkeit auf dem Display steht, macht da den Kohl nicht fett.

Wenn die Empfangsbedingungen schlecht sind, sieht dies auch der Suchende auf seinem Gerät und weiss, dass er evtl. seinen Blick in einem größeren Kreis schweifen lassen sollte, wenn er den Cache nicht am vermuteten Ort findet.
Ausserdem sollte der Owner an solchen Orten die Tipps beachten, mehrmals die Koordinaten zu ermitteln, von verschiedenen Orten annähern, evtl. gar zu unterschiedlichen Zeiten, Wetterbedingungen usw.



Bei solchen Caches, bei denen es aus welchem Grund auch immer notwendig ist, sehr exakt oder sehr schnell an das Ziel zu kommen, sind Hints und/oder Spoilers mit Sicherheit die bessere Lösung.


Wenn jemand bei seinem Cache die Angabe der abgelesenen Genauigkeit machen will, okay.

Aber zu einem Zwang dazu sage ich ganz klar: Nein !


Dies einfach nur meine persönliche Meinung dazu.

Viele Grüße
Onkelchen
Zwei Starrachsen, vier Blattfedern und die Himmelsrichtung auf dem GPS ...

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Re: Abweichung beim Verstecken angeben

Beitrag von Dragon-Cacher » Mi 29. Nov 2006, 17:52

Hallo hcy,

hcy hat geschrieben:Aber: ist es nicht sinnvoll, neben den Koordinaten auch immer die jeweils aktuelle Abweichung mit anzugeben (ist ja in der Messtechnik auch üblich: nicht nur Messwerte angeben sondern auch die Toleranz bzw. Abweichung)? Jedes Gerät zeigt doch sowas an.


Hmmm.... bei unseren Caches sind wir jeden Cache mindestens 5 mal an unterschiedlichen Tagen abgelaufen und haben an jeder Station teilweise mehrfach die Koords gemittelt.
Welchen Mittelwert soll ich da jetzt angeben?

Gerade bei Tradis erwartet man ja, dass der Cache dort liegt wo die Koordinaten hinzeigen, da wäre es doch schön, wenn man in etwa sieht wie groß die Abweichung beim Verstecken war (und wieviel Wald man umgraben muss


Das klappt auch, wenn man sich beim Auslegen nen bissel Mühe gibt.
wenn jemand natürlich nur einfach die Dose in irgendeinen Busch wirft und vom Auto aus die Koords nimmt, braucht man sich nicht zu wundern wenn die Leute nachher viel suchen müssen und Frust aufkommt.
Aber solche Owner merke ich mir dann und suche deren Caches nicht mehr, einfache Sache.

Viele Grüße
Mathias :wink:
Team Dragon-Cacher

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radioscout
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Beitrag von radioscout » Mi 29. Nov 2006, 18:07

Fast jeder GPSr hat eine "Position mitteln"-Funktion.
An den Cache stellen, Antenne nach oben halten, warten, bis möglichst viel Satelliten angezeigt werden und alle Balken schwarz sind, noch etwas warten, bis die angezeigten Koordianten sich (fast) nicht mehr ändern.
Dann MARK drücken, Position mittel (MENU) wählen und warten, bis das Gerät ca. 100 Messungen gemacht hat.

Das ist schon recht genau.

Dann nochmal ein paar Meter weggehen, warten, zurückgehen und das ganze wiederholen. Prüfen (Karte, Zahlen vergleichen), ob die neuen Koordinaten nah bei den alten liegen. Bei Bedarf hier nochmal mitteln. Ausreißer vorher rausschmeißen.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Beitrag von justus » Mi 29. Nov 2006, 18:28

TantchensOnkelchen hat geschrieben:Ob nun 6m, 8m oder 10m wahrscheinliche Genauigkeit auf dem Display steht, macht da den Kohl nicht fett.


Das hat mit Genauigkeit rein gar nichts mehr zu tun. :shock:
Eine Abweichung von 6 Metern und mehr sind in meinen Augen sehr schlecht. Hier kann man nur mit einem eindeutigen Spoiler arbeiten oder besser messen. Leider wird viel zu oft nur kurz der Mark-Button am Gerät getätigt und die damit aufgenommene Position dieser Sekunde wird veröffentlicht ... die Folge ist eine unbrauchbare Positionsangabe! Bei der Suche nach einem Cache mit mangelhaften Koordinaten dieser Art wird die Natur nur unnötig zerstört! :evil:
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Beitrag von TantchensOnkelchen » Mi 29. Nov 2006, 20:09

justus hat geschrieben:
TantchensOnkelchen hat geschrieben:Ob nun 6m, 8m oder 10m wahrscheinliche Genauigkeit auf dem Display steht, macht da den Kohl nicht fett.


Das hat mit Genauigkeit rein gar nichts mehr zu tun. :shock:
Eine Abweichung von 6 Metern und mehr sind in meinen Augen sehr schlecht. Hier kann man nur mit einem eindeutigen Spoiler arbeiten oder besser messen. Leider wird viel zu oft nur kurz der Mark-Button am Gerät getätigt und die damit aufgenommene Position dieser Sekunde wird veröffentlicht ... die Folge ist eine unbrauchbare Positionsangabe! Bei der Suche nach einem Cache mit mangelhaften Koordinaten dieser Art wird die Natur nur unnötig zerstört! :evil:



Quatsch !

Wer es bei einer Genauigkeitsangabe von 10m nötig hat, den ganzen Wald umzugraben, sollte entweder beim Cachen sein Hirn einschalten, oder sich lieber ein anderes Hobby suchen.

Den ersten Cache, den wir gelegt haben, haben wir mit dem Gecko 201 positioniert und auf der Anzeige war eine Genauigkeitsangabe von 20 m (zwanzig).

Trotzdem bekamen wir gleich die Bemerkungen "gute bzw. genaue Koordinaten" in den Logeinträgen. Wir haben die Position halt ein paar Mal geprüft, aber garantiert kein extreme Genauigkeit erreicht.

Wer behauptet, seinen Cache mit einer Genauigkeit von 3 oder 4 m (oder gar weniger) ausgelegt zu haben, hat entweder ein sündhaft teueres Gerät der Vermessungsbüros verwendet, oder er lügt schlichtweg.

Mit einem normalen zivilen GPS Empfänger ist eine solche Genauigkeit rein pysikalisch schon gar nicht möglich.


Das ist genau dieses technikverliebte Schicki-Micki Problem.
Mit einem teuren SIRF-III Gerät hat man selbst im tiefen Wald noch guten Empfang. Automatisch besteht man darauf, dass man zentimetergenaue Koordinaten bekommt, weil alles andere ja automatisch Natürzerstörung wäre, wenn man einen Schritt mehr machen muss.

Genauso, wie es immer mehr Leute gibt, die meinen ohne ESP, 20 Airbags, Kurvenlicht, automatisch einschaltenden Scheinwerfern und Scheibenwischern, Abstandssensor, Hinternrüttler gegen einschlafen usw.
wäre das Autofahren unverantwortlich und sofort tötlich.




Angaben der Genauigkeitsanzeige sind kontraproduktiv !

Genauso, wie Du meinst, 6m Genauigkeit sei viieel zu ungenau und Deiner Anzeige mit 3,2 Metern glaubst, würde es passieren, dass bei einer Angabe in der Cachebeschreibung "Genauigkeit 8 m", der Cacher auf seine Anzeige starrt und daraus schliesst: "Ich bin jetzt 9 Meter entfernt, da kann es also nicht sein, er schrieb ja 8 m"
ohne darüber nachzudenken, aus was für Werten er eigentlich urteilt.

Und weil es dann ja gaaaar nicht sein kann, das es diese Dose ist, die da ganz offensichtlich vor einem liegt, (sie ist ja schließlich 1 m ausserhalb der Genauigkeitsangabe) würde man dann den Cacher wohl erst recht dazu bringen, den Wald in einem Kreis mit 16m Durchmesser umzupflügen. Oder wären es gar blos 8m, da der Cacher vielleicht noch nicht mal mehr soweit denkt, dass die Genauigkeitsangabe ja der Radius ist ???


Geocaching ist:
Einer legt eine Dose irgendwo hin, veröffentlich die Koordinaten und ein anderer sucht diese Dose.

Jegliche weitere Information gehört nur gaaanz rar, gut überlegt und nur dann wenn sie wirklich notwendig ist rein.

Je weniger Info enthalten ist, je mehr benutzen die Leute ihr Hirn. Auch beim Behavior in der Natur.

Ich finde schon die häufig verwendeten Angaben, wo der nächste Parkplatz ist, überflüssig.


Viele Grüße
Onkelchen
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Beitrag von pom » Mi 29. Nov 2006, 20:26

TantchensOnkelchen hat geschrieben:
Quatsch !

Wohl nicht!
TantchensOnkelchen hat geschrieben:
Wer es bei einer Genauigkeitsangabe von 10m nötig hat, den ganzen Wald umzugraben, sollte entweder beim Cachen sein Hirn einschalten, oder sich lieber ein anderes Hobby suchen.

Schon mal was von Traditional Micros im Wald gehört?
TantchensOnkelchen hat geschrieben:
Wer behauptet, seinen Cache mit einer Genauigkeit von 3 oder 4 m (oder gar weniger) ausgelegt zu haben, hat entweder ein sündhaft teueres Gerät der Vermessungsbüros verwendet, oder er lügt schlichtweg.

Du meinst eher 3 oder 4 cm, oder?
TantchensOnkelchen hat geschrieben:
Mit einem normalen zivilen GPS Empfänger ist eine solche Genauigkeit rein pysikalisch schon gar nicht möglich.

Mein Gerätchen ist mit 5 m angegeben. Mit einer geringeren Sicherheit sind da auch 3 oder 4 m drin.

Ahoi!
Geht Ihr ruhig weiter Schnitzel jagen oder Schätze suchen!
Ich gehe derweil cachen.

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Beitrag von radioscout » Mi 29. Nov 2006, 21:04

TantchensOnkelchen hat geschrieben:Je weniger Info enthalten ist, je mehr benutzen die Leute ihr Hirn. Auch beim Behavior in der Natur.

Du hast wohl noch nicht gesehen, wie die Umgebung eines Caches aussieht, die bei der Cachesuche regelrecht umgegraben wurde?


TantchensOnkelchen hat geschrieben:Ich finde schon die häufig verwendeten Angaben, wo der nächste Parkplatz ist, überflüssig.

Im Interesse der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes ist diese Angabe sinnvoll.
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Beitrag von familysearch » Mi 29. Nov 2006, 21:18

Auch noch mein Senf:
Es kommt doch ganz darauf an, ob ein Cache schwer auffindbar sein soll, - oder eben nicht.
Ich meine schon, dass ein Cacher, der eine Schwerauffindbarkeit des Caches, - oder insbesondere des Hints eines Multis -, beabsichtigt, oder sich eine Schwerauffindbarkeit durch die örtlichen Gegebenheiten ergibt, sich große Mühe um möglichst korrekte Koordinaten geben sollte.
Es ist kompletter Nonsens, wenn beabsichtigt wird, eine Schwerauffindbarkeit eines Caches/Hints durch schlechte Koordinaten=falsche Koordinaten! zu erreichen.
Zum Glück haben nur wenige Leute ein Interesse daran, das ihre Caches/Stages schlecht zu finden sind. Das mag vielleicht dann sinnvoll sein, wenn ein besonderes pfiffiges Versteck gefunden wurde. Aber die Koordinaten müssen dann stimmen. Im Einzelfall ist es vielleicht akzeptabel, wenn es heißt, die nächsten Koodinaten sind im Umkreis von x von folgender Koordinate zu finden. Dann weiß der Cacher, welcher Suchradius zu wählen ist.
Andererseits, ungenaue Koordinaten sind dann komplett unproblematisch, wenn durch Fotohint oder örtliche Gegebenheiten+Cacherblick ein Cache/Stage im Grunde leicht zu finden ist. Eine Kritik an den ungenauen Koordinaten ist dann eigentlich überflüssig.
My 2 Cents
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Beitrag von radioscout » Mi 29. Nov 2006, 21:38

familysearch hat geschrieben:Es kommt doch ganz darauf an, ob ein Cache schwer auffindbar sein soll, - oder eben nicht.

Und im Interesse des Naturschutzes sollten solche Caches an Locations liegen, an denen man nichts zerstören kann. Auch nicht die Abrißbirne des Monats.

Eine absichtliche Schwerauffindbarkeit durch nicht genaue Koordinaten sollte in der Beschreibung erwähnt werden. Sonst wird an der angegebenen Stelle bald alles umgegraben oder sonstwie beschädigt sein.
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