geocaching.de, openaching.de und die Wanderjugend

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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-tiger-
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Beitrag von -tiger- » So 7. Jan 2007, 18:10

TKKR hat geschrieben:Was ist eigentlich gerechter?

    Menschen können wenn sie wollen Geld dafür zahlen, dass sie eine Datenbank nutzen. (GC.com)

    Menschen zahlen Beiträge in einen Verein, der leitet sie an seinen Verband weiter, der gibt das Geld für Sachen aus, die die Mitglieder zum allergrößten Teil nie nutzen? (OC.de)


Was meinst du mit "gerechter"? Sprichst du von sozialer Gerechtigkeit?

Ersteres Beispiel nennt man freie Marktwirtschaft, jeder bezahlt für die Leistung, die er bekommen möchte. Der Vorteil ist direkter Zugang zu Leistungen so lange Geld keine Rolle spielt. Der Nachteil ist, daß Leute, die den entsprechenden Betrag nicht bezahlen können auf der Strecke bleiben.

Das zweite Beispiel nennt man Solidargemeinschaft, die Zahlungskräftigen zahlen ein, diejenigen, die nicht bezahlen können, bekommen die Leistung umsonst. Die Einen werden von den Anderen unterstützt.

Da das Thema die Deutsche Wanderjugend und damit auch allgemein Jugendarbeit ist, ist die zweite Variante eher üblich. In der Jugendarbeit ist es allgemein so, daß Projekte mit Spenden und Zuschüssen finanziert werden und nicht daß die Jugendlichen selbst zur Kasse gebeten werden. Ziel ist es, der Jugend ein Hobby an die Hand zu geben, was sie dazu bringt, sich mit der Natur und der Umwelt zu beschäftigen. Man nennt sowas auch eine Investition in die Zukunft.

Wenn man nur noch nach Beispiel eins leben würde, könnte man soziales Engagement, Ehrenämter aber auch Umweltschutz oder soziale Absicherung direkt in die Tonne treten. Eine gesunde Mischung aus beiden Varianten ist der Schlüssel zum Erfolg. Ludwig Erhard würde da vermutlich zustimmen ;)

Tiger
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Beitrag von Xellos » So 7. Jan 2007, 18:19

TKKR hat geschrieben:Was ist eigentlich gerechter?

    Menschen können wenn sie wollen Geld dafür zahlen, dass sie eine Datenbank nutzen. (GC.com)


Wobei der größte Teil der Sinnhaftigkeit dieser Datenbank (nämlich die Cache-Daten) von denen beigesteuert wird, die das Geld nicht bekommen (sondern evtl. selbst einzahlen).

TKKR hat geschrieben:
    Menschen zahlen Beiträge in einen Verein, der leitet sie an seinen Verband weiter, der gibt das Geld für Sachen aus, die die Mitglieder zum allergrößten Teil nie nutzen? (OC.de)


Das ist ein Umstand, das sich auch der Repräsentativ-"Demo"kratie und dem unerschütterlichen Glauben an die Ertraghaftigkeit von Werbeausgaben ergibt.

Wenn der Wanderer-Verband das unterstützen will, ist das ja seine Entscheidung, seine Verantwortung vor seinen zahlenden Mitgliedern.
Man muß ja auch kein Mitglied in so einem Verein sein, um im Wald wandern zu dürfen.
Andersrum ist keinem Cacher verboten, Mitglied in einem solchen Verein zu werden und somit auch das Engagement für OC.de und GC.de mitzufinanzieren.

Man könnte OC.de sicher auch anders finanzieren. Dazu sind aber auch keine Beträge wie bei GC.com nötig. Wenn z.B. jeder der angemeldeten Benutzer einen bis fünf Euro im Jahr zahlen würde, wären die Server und deren Anbindung wohl auch finanziert (hab jetzt keine genauen Zahlen, aber bei über 10'000 Caches...).

Bevor einer was sagt: Open heißt nicht zwangsläufig Free.

Grüße, Xellos
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Oliver
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Beitrag von Oliver » So 7. Jan 2007, 18:45

Xellos hat geschrieben:Andersrum ist keinem Cacher verboten, Mitglied in einem solchen Verein zu werden und somit auch das Engagement für OC.de und GC.de mitzufinanzieren.

Man könnte OC.de sicher auch anders finanzieren. ...


Ich vermute fast, dass es jedem frei steht, der Deutschen Wanderjugend einen zweckgebundenen (evtl. steuerlich absetzbaren, da gemeinnützig?) Betrag seiner Wahl auf das Konto der DWJ zu überweisen. Bisher ist das soweit mir bekannt nicht vorgekommen, da sich alle über die Finanzierung durch die DWJ freuen. Sollte es aber konkret werden können wir die Vermutung gerne genauer prüfen.

Übrigens würden nur etwa 0,3 Cent pro Jahr für eine Mitgleidschaft in der DWJ dazu verwendet oc.de oder gc.de zu unterstützen. Der Rest davon geht in andere größtenteils ehrenamtliche Tätigkeiten.

Xellos hat geschrieben:... Dazu sind aber auch keine Beträge wie bei GC.com nötig. Wenn z.B. jeder der angemeldeten Benutzer einen bis fünf Euro im Jahr zahlen würde, wären die Server und deren Anbindung wohl auch finanziert (hab jetzt keine genauen Zahlen, aber bei über 10'000 Caches...).


etwa 0,0023 Cent pro heruntergeladener Datei würde reichen (müssten dann aber auch die Spider, Suchmaschinen usw. zahlen). Oder 20 Cent pro Jahr von jedem Benutzer, der einen Geocache auf oc.de versteckt oder gefunden hat. Da wäre dann aber gc.de auch schon mitfinanziert. Es würde auch reichen wenn jeder mit mehr als 190 OC-Funden 15 Eur im Jahr zahlt (nach der aktuelle Statistik).

Vergleiche zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten und der Geldverwendung der zusätzlichen Mittel verkneife ich mir mal.

Oliver

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Beitrag von BS/2 » So 7. Jan 2007, 19:11

-tiger- hat geschrieben:Ersteres Beispiel nennt man freie Marktwirtschaft, jeder bezahlt für die Leistung, die er bekommen möchte.


Wobei die Betonung darauf liegt, dass man die Leistung nur bekommen möchte, aber nicht bekommt.

Nach einigen Jahren als Meistverstecker in .at, der dennoch noch keine einzige ernsthafte Antwort auf diverse Anfragen (ja, ich bin kritisch, ich weiss) in den Groundspeak-Foren bekommen hat, bin ich sicher, dass es nicht nur um Leistung&Gegenleistung geht (meine Leistung als Cacheowner überwiegt die von mir gezahlten 30 USD bei weitem, die Gegenleistung ist zwar quasimonopolistisch, aber dennoch - vor allem in der Kundenorientierung - schwach).

BS/2
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Beitrag von familysearch » So 7. Jan 2007, 22:41

Ich kann komplett nicht nachvollziehen, dass Leute daran Anstoß nehmen, dass opencaching von der Deutschen Wanderjugend unterstützt wird und dass ausgerechnet das der Hauptkritikpunkt an opencaching sein soll.
fs

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Beitrag von -tiger- » Mo 8. Jan 2007, 18:49

moenk hat geschrieben:Warum steht das nicht so auf der Homepage?

Deine Anregung ist auf Zustimmung gestoßen und wird demnächst umgesetz. Danke für die gute Idee. Für die "Macher" von gc.de und oc.de ist die Zusammenarbeit mit der Wanderjugend kein großes Mysterium, daher hat sich noch niemand Gedanken darüber gemacht, etwas dazu zu schreiben. Es ist aber nachvollziehbar, daß die User auch etwas mehr Hintergrundinfos möchten als nur "wird Unterstützt von", daher wird es bald einen kurzen Artikel zu dem Thema geben.

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Beitrag von radioscout » Mo 8. Jan 2007, 19:46

Was mir in dem "Warum (nicht) Opencaching..."-Fred aufgefallen ist:
Viele nutzen Opencaching nicht (mehr), weil dort ohnehin nur wenige Caches gelistet sind und es ihnen keinen direkten Nutzen bringt.

Wenn das jeder so handhabt, wird es dort nie viele Caches geben. Wenn jeder nur darauf wartet, daß die anderen User aktiv werden, wird es noch sehr lange dauern, bis es richtig viele Caches sind.

Und was ist ein direkter Nutzen? Wenn man einen Cache versteckt, macht man daß, um anderen Cachern Spaß zu bereiten. Der einzige Nutzen, den man davon hat ist die Freude der anderen Cacher.
Und viele loggen auch gerne auf den anderen Geocaching-Sites. Damit bietet man diesen Cachern zusätzlichen Spaß.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Beitrag von Christian und die Wutze » Mo 8. Jan 2007, 20:38

radioscout hat geschrieben:Was mir in dem "Warum (nicht) Opencaching..."-Fred aufgefallen ist:
Viele nutzen Opencaching nicht (mehr), weil dort ohnehin nur wenige Caches gelistet sind und es ihnen keinen direkten Nutzen bringt.

Wenn das jeder so handhabt, wird es dort nie viele Caches geben. Wenn jeder nur darauf wartet, daß die anderen User aktiv werden, wird es noch sehr lange dauern, bis es richtig viele Caches sind.

Und was ist ein direkter Nutzen? Wenn man einen Cache versteckt, macht man daß, um anderen Cachern Spaß zu bereiten. Der einzige Nutzen, den man davon hat ist die Freude der anderen Cacher.
Und viele loggen auch gerne auf den anderen Geocaching-Sites. Damit bietet man diesen Cachern zusätzlichen Spaß.


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Beitrag von kruemelmonster » Mo 8. Jan 2007, 23:26

radioscout hat geschrieben:Was mir in dem "Warum (nicht) Opencaching..."-Fred aufgefallen ist:
Viele nutzen Opencaching nicht (mehr), weil dort ohnehin nur wenige Caches gelistet sind und es ihnen keinen direkten Nutzen bringt.

Wenn das jeder so handhabt, wird es dort nie viele Caches geben. Wenn jeder nur darauf wartet, daß die anderen User aktiv werden, wird es noch sehr lange dauern, bis es richtig viele Caches sind.

Und was ist ein direkter Nutzen? Wenn man einen Cache versteckt, macht man daß, um anderen Cachern Spaß zu bereiten. Der einzige Nutzen, den man davon hat ist die Freude der anderen Cacher.
Und viele loggen auch gerne auf den anderen Geocaching-Sites. Damit bietet man diesen Cachern zusätzlichen Spaß.


Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Außerdem kann ich mich gut an Zeiten erinnern, als bei Geocaching.com für D deutlich weniger Caches gelistet waren, als jetzt auf Opencaching.de, ja sogar an Zeiten als zehn Leute lang reichten, um die Geocaches in D an ihren Fingern abzuzählen. Spaß gemacht hat es damals trotzdem, ja vielleicht sogar etwas mehr, weil nicht ein Dutzend Dosen gleich um die Ecke lagen. Ob nun 10.000 oder 30.000 Caches in der Datenbank stehen, es sind mehr Caches, als die meisten hier wohl abgearbeitet bekommen und es werden immer mehr und in sofern wird die reine Quantität zunehmend unbedeutender. Es wird letztenendes keinen Unterschied machen, ob 1000 oder 2000 bedoste Gotteshäuser gelistet sind. Der Unterschied wird sich in der Qualität der Caches zeigen und der Kreativität der User sind bei Opencaching derzeit m.E. weniger Grenzen gesetzt. Ich habe tolle, originelle Caches gesucht, die bei Geocaching.com nur durch "Mogelei" durch das Reviewing gekommen sind, vulgo durch massive, nachträgliche Änderungen in der Cachebeschreibung. Den Logs der Suchenden ist zu entnehmen, dass sie viel Spaß damit gehabt haben. Formal durfte es die Caches nach den Regeln von Geocaching.com nicht geben.
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