Ist Geocachen ein Klimakiller?

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

Wie kommt Ihr zu den Startkoordinaten?

Umfrage endete am Mo 5. Mär 2007, 20:42

Nur Auto oder Motorrad, Hauptsache schnell zum Cache!
41
46%
Natürlich mit dem Fahrrad!
9
10%
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn, etc.!
6
7%
Zu Fuß, ich wandere!
2
2%
Ein Mix, nur mit dem Auto, wenn es eh auf dem Weg liegt.
31
35%
 
Abstimmungen insgesamt: 89

jmsanta
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Beitrag von jmsanta » Di 6. Mär 2007, 17:17

richtig, ich wollte auch nur einen kleinen Eindruck vermitteln, worüber wir reden. Mit einem einfachen Dreisatz kann man nun die Annahmen variieren - geringerer Verbrauch - andere Entfernung. Der günstige Treibstoffverbrauch im Flugverkehr ist auch gewaltige Augenwischerei - bei einem zu 100% ausgelasteten Auto (5 Personen) beträgt der Verbrauch unter 2l/100km und Person. Mit einem einzigen Langstreckenflug (hin und rück) bin ich in der Region der Jahreskraftstoffverbrauchs eines Autos - pro Nase gerechnet. Dann bilden sich in den hohen Luftschichten auch Stickoxide - keine Ahnung wieviel, aber die dürften noch eine maßgebliche Rolle spielen, da sie das etwa 300-fache Treihauspotenzial von CO2 haben. Evt. stimmen die 6 Tonnen - als CO2-Äquivalent gerechnet. Um das zu erreichen, reichen bereits ca. 15 kg Distickstoffoxid pro Nase/Flug aus.
Mt 5,3-11 (Lut. '84)

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jmsanta
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Beitrag von jmsanta » Di 6. Mär 2007, 17:22

radioscout hat geschrieben:Stimmt es eigentlich, daß die Schadstoffe in großer Höhe viel länger in der Atmosphäre bleiben und mehr schaden als in Bodennähe?
Wie sieht die Zusammensetzung der Abgase eines Flugzeugs im Vergleich zum Auto mit Katalysator aus, z.B. NOx?

Die Stickoxide sind das entscheidend Problem, die werden in der Höhe schlechter abgebaut als in den unteren Schichten der Atmosphäre - und tragen teilweise noch zur Zerstörung der Ozonschicht bei (ein eher vernachlässigbarer Effekt)
Mt 5,3-11 (Lut. '84)

jmsanta
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Beitrag von jmsanta » Di 6. Mär 2007, 17:35

Laut Balance - Das Wichtigste zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei Lufthansa Ausgabe 2001/2002 sind das je Tonne Kerosin 15 kg Stickoxide, also ca. 6kg/Passagier auf 10000km - das entspricht 1800 kg CO2-Äquivalent.
Zusammen mit der vorstehenden Rechnung ergeben sich dann 4000 kg CO2-Äquivalent-Emissionen je Passagier auf einem 10000km-Flug
Dazu kämen noch unverbrannte Kohlenwasserstoffe, deren Treibhauspotenzial aber nicht quantifiziert ist.
Mt 5,3-11 (Lut. '84)

HH58
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Beitrag von HH58 » Di 6. Mär 2007, 18:54

radioscout hat geschrieben:Stimmt es eigentlich, daß die Schadstoffe in großer Höhe viel länger in der Atmosphäre bleiben und mehr schaden als in Bodennähe?
Wie sieht die Zusammensetzung der Abgase eines Flugzeugs im Vergleich zum Auto mit Katalysator aus, z.B. NOx?

Hängt wahrscheinlich vom Schadstoff ab. Beim CO2 dürfte es egal sein. Bei den anderen bin ich mir nicht ganz sicher.
Schadstoffe, die vom Regen ausgewaschen werden, halten sich oben sicherlich länger als in Bodennähe.
Zufälligerweise habe ich meine Diplomarbeit über die Entstehung von Stickoxiden in Gasturbinenbrennkammern geschrieben :D ... ist allerding schon eine Zeit lang her.
Ein Flugzeug mit Düsentriebwerken oder Turboprop hat keinen Kat, daher ist es schwierig, z.B. die Stickoxide rauszufiltern. Allerdings ist der Ausstoß an Stickoxiden beim Start am höchsten.
In Bodennähe tragen Stickoxide zur Sommersmogbildung bei, was bei Flugzeugen keine Rolle spielt.
Die genauen Auswirkungen der Schadstoffe, besonders in großen Höhen, ist immer noch nicht genau erforscht. Manche leute sagen, dort sind sie noch schädlicher als am Boden. Andere Forscher vermuten, dass Abgase sogar gewisse positive Effekte haben könnten, die die negativen zumindest etwas relativieren.
Kein "Schadstoff" im klassischen Sinne sind die Kondensstreifen, die aber - besonders auf stark frewuentierten Routen - die Wolkenbildung beeinflussen können.
Also alles sehr kompliziert ...
Chuck Norris loggt alle seine DNFs. Auch bei Earthcaches und Virtuals.

jmsanta
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Beitrag von jmsanta » Di 6. Mär 2007, 19:04

HH58 hat geschrieben:Zufälligerweise habe ich meine Diplomarbeit über die Entstehung von Stickoxiden in Gasturbinenbrennkammern geschrieben :D ... ist allerding schon eine Zeit lang her.


Einiges lässt sich durch die Art der Brennkammer lösen - ich weiß zwar nichts von Flugzeugturbinen, aber ein wenig von Gasturbinen, dort erreicht man im stationären Betrieb eine deutliche Reduktion durch die Anordnung der Brenner und dem Betriebsmodus der Brenner erreichen. Es wird sogar falls erforderlich zur Reduzierung der Temperatur und damit Verminderung der Stickoxidbildung Wasser eingedüst. Am besten beherrscht das derzeit Siemens mit seinem Hybridbrenner (kann gasförmige und flüssige Kraftstoffe verarbeiten).
Mt 5,3-11 (Lut. '84)

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Beitrag von pom » Fr 9. Mär 2007, 17:30

Mal abgesehen von den Flugzeugen sollte das Atmen sofort verboten werden!
Was da den ganzen Tag über an Kohlendioxid ausgeatmet wird, geht auf keine Kuhhaut. 6 Milliarden Menschen und unzählige Tiere. Das muss man sich mal vorstellen!

Und überhaupt, wenn Feinstaub so gefährlich ist, warum stellt die Regierung das Einatmen nicht unter Strafe?
Geht Ihr ruhig weiter Schnitzel jagen oder Schätze suchen!
Ich gehe derweil cachen.

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