Frage zur Pietät

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

UhrwerkOrange
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Re: Frage zur Pietät

Beitrag von UhrwerkOrange » Di 5. Jun 2007, 00:35

radioscout hat geschrieben:Was wird dadurch besser? Dort liegen die sterblichen Überreste eine MENSCHEN! Dorthin kommen die Angehörigen dieses MENSCHEN um um ihn zu trauern. Für die ist das kein "absolut willkürlicher" Ort und auch erst recht kein Spielplatz.


Das ist es eben.
Das war auch der Grund für den Fred. Das Unbehagen bei der Sache. Nach
den bisherigen Antworten, und dem Gefühl daraus denke ich jetzt, man macht
besser garnichts auf aktiv betriebenen Friedhöfen.

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radioscout
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Re: Frage zur Pietät

Beitrag von radioscout » Di 5. Jun 2007, 00:54

UhrwerkOrange hat geschrieben:Das war auch der Grund für den Fred. Das Unbehagen bei der Sache. Nach
den bisherigen Antworten, und dem Gefühl daraus denke ich jetzt, man macht
besser garnichts auf aktiv betriebenen Friedhöfen.

Und noch besser gar nichts auf Friedhöfen, egal ob aktiv, historisch, militärisch usw.
Ein Friedhof ist immer ein Ort der Trauer, egal ob die "unmittelbaren" Angehörigen der Verstorbenen noch leben oder nicht.

Und ein Ort der Trauer kann niemals ein Platz für ein Spiel (Vergnügen) sein.

Wenn Du mit einem Cache auf einen besonderen Friedhof aufmerksam machen möchtest, kannst Du einen Cache in angemessenem Abstand verstecken und in der Beschreibung darauf hinweisen.
Dabei ist es sinnvoll, als Ziel auf dem Friedhof keine Koordinaten anzugeben sondern die Stelle in der üblichen Art anzugeben.


Viele Cacher sind übrigens beim Cachen in einer nicht für einen Friedhofsbesuch geeigneten Weise gekleidet. Alte, verdreckte Klamotten, Militärkleidung oder bunte Outdorklamotten gehören dort nicht hin.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

Xellos
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Re: Frage zur Pietät

Beitrag von Xellos » Di 5. Jun 2007, 01:00

radioscout hat geschrieben:Viele Cacher sind übrigens beim Cachen in einer nicht für einen Friedhofsbesuch geeigneten Weise gekleidet. Alte, verdreckte Klamotten, Militärkleidung oder bunte Outdorklamotten gehören dort nicht hin.

Wo steht das geschrieben?

Mal ne Frage: Warst Du mal auf einem jüdischen Friedhof?

Gruß, Andreas
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Xellos
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Beitrag von Xellos » Di 5. Jun 2007, 01:07

Lakritz hat geschrieben:
Xellos hat geschrieben:
Lakritz hat geschrieben:Religion? Jaja, klar. Bei Beerdigungen stellen all die lieben Shintoisten plötzlich ihre buddhistische Seite in den Vordergrund. :lol:

Japaner sind in den allermeisten Fällen Shintoisten und Buddhisten gleichzeitig.

Hatte ich das nicht impliziert? Bild

Deine Formulierung implizierte, daß es sehr inkonsequent sei, daß ein Shintoist auch Buddhist ist, bzw. sogar daß Shintoisten sogar plötzlich umschwenken zum Buddhismus, als würde das eine das andere ausschließen.

Gruß, Andreas
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jmsanta
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Re: Frage zur Pietät

Beitrag von jmsanta » Di 5. Jun 2007, 08:42

radioscout hat geschrieben:Viele Cacher sind übrigens beim Cachen in einer nicht für einen Friedhofsbesuch geeigneten Weise gekleidet. Alte, verdreckte Klamotten, Militärkleidung oder bunte Outdorklamotten gehören dort nicht hin.

Ich war definitiv schonmal auf einem zivilen tschechischen Friedhof aus der Zeit des WK II auf dem dann deutsch Jugendliche und Bundeswehrsoldaten in Uniform gearbeitet haben. Teilweise auch mit nacktem Oberkörper wegen der Hitze. das passte sogar sehr gut.
Die Klamotten mit denen man auf einen Friedhof geht sind das allergeringste der Probleme. Und wie waren da teilweise sehr verdreckt. Die meisten Friedhofsverwaltungen haben sogar Wasserschlachten erlaubt (was dann aber doch vom Leitungsteam unterbunden wurde).
Problematisch sind manche Verhaltensweisen wie quer über Gräber laufen, sonnenbaden auf Gräbern etc. Tja und woher ich das weiß? Ich war lange genug aktiv in der Friedensarbeit mit deutschen Jugendlichen in Workcamps im In- und Ausland aktiv.

Ich kann mir sehr gut einen Multi über einen Friedhof vorstellen, der an verschiedene markante Punkte führt. Die Grabstätten von Persönlichkeiten sind meist so oder so ausgeschildert oder in den Lageplänen frei verfügbar. Das Final muss allerdings außerhalb liegen - wobei ich in Berlin sogar eine Ausnahme kenne, aber da geht der Friedhof dann in einen Park über.

Also nochmal: Ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum ich nicht einen Multi über einen Friedhof führen sollte.

Ich empfehle dir dringend mal einen Besuch Berlins und des dortigen jüdischen Friedhofs Weißensee.

radioscout hat geschrieben:Und ein Ort der Trauer kann niemals ein Platz für ein Spiel (Vergnügen) sein.


Oh doch! Das geht aus eigener Erfahrung wunderbar! Vor meinen Geocaching-Zeiten habe ich durchaus schon Schnitzeljagden die auch auf Friedhöfe führten mitgemacht und mitgestaltet.
Mt 5,3-11 (Lut. '84)

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Re: Frage zur Pietät

Beitrag von HH58 » Di 5. Jun 2007, 09:08

radioscout hat geschrieben:Viele Cacher sind übrigens beim Cachen in einer nicht für einen Friedhofsbesuch geeigneten Weise gekleidet. Alte, verdreckte Klamotten, Militärkleidung oder bunte Outdorklamotten gehören dort nicht hin.

Ich denke, es kommt vor allem auf das Verhalten an sich an, nicht unbedingt auf die Kleidung.

Ich würde nicht unbedingt in Badehose durch einen aktiven Friedhof laufen. Und auch für eine Beerdigung ziehe ich mich entsprechend an. Aber was spricht generell dagegen, in Alltagskleidung auf den Friedhof zu gehen ? Evt. sogar in verschmutzter Kleidung, wenn ich gerade von der Arbeit komme und der Friedhof auf dem Weg liegt ?

Fazit: Ich kann mich auch in Alltagsklamotten würdig verhalten und ich kann auch im Anzug die Leute auf dem Friedhof stören.
Chuck Norris loggt alle seine DNFs. Auch bei Earthcaches und Virtuals.

Kai Z
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Re: Frage zur Pietät

Beitrag von Kai Z » Di 5. Jun 2007, 17:27

radioscout hat geschrieben:Ein Friedhof ist immer ein Ort der Trauer, egal ob die "unmittelbaren" Angehörigen der Verstorbenen noch leben oder nicht.

Und ein Ort der Trauer kann niemals ein Platz für ein Spiel (Vergnügen) sein.


Für mich ist ein Friedhof nicht ein Ort der Trauer, sondern ein Ort des Gedenkens. Das kann ich in jeder gesellschaftlich akzeptierten Kleidung tun. Ich bin schon in Paris auf uralte Friedhöfe gegangen, nur um mir die Grabstellen anzusehen, die Mausoleen und Statuen, die die Ahnen dort errichtet haben. Ich empfand dabei keine Trauer, allenfalls Respekt.
Was soll daran verwerflich sein, sich eine Inschrift anzusehen und dabei eine QTA zu lösen? Auch kann ich doch dabei Vergnügen empfinden? Ich muss ja nicht laut johlend über den Platz rennen...
Sapienti sat.

familysearch
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Beitrag von familysearch » Di 5. Jun 2007, 20:29

Ich schließe mich den Ansichten der drei Vorposter an.

Seriös gemacht, sind auch Multis auf einem Friedhof m.E. kein Problem.
Natürlich darf ein Cache nicht auf einer Grabstelle liegen. Das dürfte klar sein.
Wer sich auf einem Friedhof als Cacher nicht adäquat verhält, dürfte dies auch als Nichtcacher nicht tun.

familysearch

ThoMATe
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Nur meine Meinung...

Beitrag von ThoMATe » Di 5. Jun 2007, 21:05

Ich tu' jetzt einfach mal meine Meinung kund:

Friedhöfe sind nun mal Orte der Trauer, und sollten nicht als Stationen oder gar als Final für Caches verwendet werden.
Ich selbst habe mal einen Cache auf einem Friedhof gesucht (war allerdings der Bereich in dem es [noch] keine Gräber gibt) und hatte dabei schon ein ungutes Gefühl.
Als ich den Cache schon gesehen habe, ist eine Gruppe Trauernder an mir vorbeigezogen, da habe ich den Cache Cache sein lassen und auf einen weiteren Log verzichtet. Ich halte es einfach für pietätlos.

Und stellt Euch mal vor, da hat gerade Jemand das Grab eines geliebten Menschen besucht, dann kommen ihm Gestalten (im Sinne von: Menschen die etwas für diesen Ort untypisches tun, also nicht negativ auffassen bitte) mit seltsamen Geräten in der Hand entgegen und murmeln "Meint der jetzt den Stein, oder den ???", und dieser Jemand sieht, wie diese Gestalten zu dem Grab seines Angehörigen gehen und irgendwas aufschreiben, was mag dieser Jemand dann wohl empfinden ?

Wenn es denn schon sein muss dann sollten es höchstens QTA-Stationen sein, aber auch nur Gräber berühmter Persönlichkeiten, die sowieso eine "Touristenattraktion" darstellen, und nicht lange mittels GPSr vor der Nase gesucht werden müssen.

Friedwälder und Ruheforste sollten grundsätzlich vom Cachen verschont werden, wann weiss nämlich nicht wann man beim "Querfeldein-Latschen" über die letzte Ruhestätte eines Verstorbenen stiefelt. Die Angehörigen wissen aber sehr genau wo die letzte Ruhestätte Ihrer Angehörigen ist, und was kann es schlimmeres geben als die letzte Ruhestätte eines geliebten Menschen aufzusuchen und dann anhand der Spuren zu sehen, dass zig Leute über das Grab getrampelt sind ?

Aber das es diesen Thread überhaupt gibt, zeigt doch schon, dass ein Friedhof (oder ein Friedwald/Ruheforst) nicht der geeignete Ort ist um mit dem Thema Cachen in Verbindung gebracht zu werden.

In diesem Fall muss man einfach an die Gefühle der Muggel denken.

Wie gesagt, ist nur meine Meinung.

jmsanta
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Re: Nur meine Meinung...

Beitrag von jmsanta » Di 5. Jun 2007, 21:30

ThoMATe hat geschrieben:Aber das es diesen Thread überhaupt gibt, zeigt doch schon, dass ein Friedhof (oder ein Friedwald/Ruheforst) nicht der geeignete Ort ist um mit dem Thema Cachen in Verbindung gebracht zu werden.


Seltsame Schlussfolgerung - weil es eine Diskussion zu einem Thema gibt, sollte es das Thema nicht geben

ThoMATe hat geschrieben:Wie gesagt, ist nur meine Meinung.


Wessen auch sonst.

Ich werde nie begreifen, warum in unserer ach so zivilisierten Welt der Tod abgeschoben wird und man eine Trauermiene aufsetzen muss. Der Tod gehört nunmal zum Leben dazu und sollte da mit einbezogen werden. Ein Friedhof ist für mich kein Ort des dauernden Tränenvergießens, sondern ein Ort der Erinnerung, Freude und tiefen Respekts.

Ich empfehle jedem mal das Buch "Bunte Särge" von Claudia Marschner zu lesen.
Mt 5,3-11 (Lut. '84)

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