Navteq und TeleAtlas werden geschluckt

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

Livingdream
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Beitrag von Livingdream » Do 1. Nov 2007, 09:33

eigengott hat geschrieben:
spectra hat geschrieben:Irgendwann kommt die Opensource-Variante


In Deutschland bei der momentanen Gesetzeslage eher nicht - die Daten der Landesvermessungsämter müssen kostendeckend abgeben werden. Auch dürfen sie nicht ohne erneute Lizenzgebühr weitergegeben werden. D.h. selbst wenn es einen Geldgeber gäbe, wäre es nicht möglich, die ATKIS-Daten OpenSource zu machen.


Schwer verständlich, dass das so sein muss!
Denn die Daten der Landesvermessungsämter sind längst von uns allen mit Steuergeldern bezahlt worden.
Zuletzt geändert von Livingdream am Do 1. Nov 2007, 09:42, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck.

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Beitrag von Livingdream » Do 1. Nov 2007, 09:40

Garmin bietet 2,3 Milliarden Euro für Tele Atlas:

http://www.heise.de/newsticker/result.x ... n&T=garmin
Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck.

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-tiger-
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Beitrag von -tiger- » Do 1. Nov 2007, 13:05

Livingdream hat geschrieben:Schwer verständlich, dass das so sein muss!
Denn die Daten der Landesvermessungsämter sind längst von uns allen mit Steuergeldern bezahlt worden.


Das ist die deutsche Art mit Informationen umzugehen. Die Erfassung der Informationen darf natürlich der Steuerzahler finanzieren. Danach ist der Idealzustand die Geheimhaltung. Wo das nicht geht, werden die Daten teuer verkauft und mit Knebellizenzen versehen, daß eine Nutzung für öffentlich zugängliche Projekte unmöglich ist. Dem wollte die EU durch mehr Informationsfreheit seit den 70ern entgegenwirken, zu einer klaren Richtline ist es aber bis heute nicht gekommen, weil einzelne Mitgliedsstaaten mauern. Einzig für Umweltdaten gibt es eine kostenlose Veröffentlichungspflicht. Dafür gibt es in D als Alibi jetzt ein total verwässertes "Informationsfreiheitsgesetz", das zwar grundsätzlich jedem Bürger den Zugang zu Behördendaten erlaubt, es sind aber beliebige Phantasie-Gebühren und -Nutzungsbedingungen möglich, wodurch sich letztendlich nichts geändert hat.

Daß es besser geht, zeigen die USA mit ihrem Freedom of Information Act. Trotz enormer Paranoia geben die USA ihre Daten frei. Das führt dazu, daß google earth in Deutschland für die Höhendaten auf SRTM (NASA), für die Benennung von Orten auf GNS (US-Militär bzw. NGA) und für die Küstenlinie auf GSHHS (NOAA) Datensätze zurückgreifen muß. D.h. die amerkanischen Steuerzahler finanzieren uns unsere Karten gleich noch mit, während unsere Sesselfurzer weiter auf ihren Daten hocken. Das führt auch zu so absurden Szenarien, daß an deutschen Unis für GIS Übungen US Datensätze verwendet werden und z.B. die Karten bei geocaching.de auf US-Quellen und privatwirtschaftlichen Datensätzen basieren, weil der deutsche Staat sich zu fein ist, die eigene Bildung oder Non-Profit Projekte zu unterstützen.
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Beitrag von Livingdream » Do 1. Nov 2007, 14:26

Dass die Abgabegeühren von Kartenwerken der Landesvermessungsbehörden reine Abzocke ist kann man schon allein daran ersehen, dass die auf den Topo 25 basierenden, privatwirtschaftlich vertriebenen MagicMaps, nur ein Bruchteil dessen kosten, als die gleichen Daten als Topo 25 Digitalkarten direkt vom Landesvermessungsamt.
Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck.

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Beitrag von widdi » Do 1. Nov 2007, 14:46

ich habe die alten Daten des bayerischen Kandesvermessungsamt (Top 50) gehabt.
Erschreckend finde ich, dass mein Vater im Rathaus *jetzt* auch kein aktuelleres Material hat.

Durch meine Cachingtaetigkeit istaufgefallen, dass in deren Karten nicht alle Waldwege aufgefuehrt sind - und ich rede nicht von Rueckewegen.

Mittlerweile sind wir GeoCacher, so wir denn vernuenftige Geraete haben, besser ausgestattet als manche Gemeinde :-/
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Beitrag von eigengott » Fr 2. Nov 2007, 21:54

widdi hat geschrieben:Erschreckend finde ich, dass mein Vater im Rathaus *jetzt* auch kein aktuelleres Material hat.
Durch meine Cachingtaetigkeit istaufgefallen, dass in deren Karten nicht alle Waldwege aufgefuehrt sind


Das Strassen- und Wegekataster ist eine kommunale Aufgabe. Wenn die im Rathaus also keine vernünftigen Daten haben, liegt das daran, daß sie ihren Aufgaben nicht ordentlich nachkommen.

Das ist allerdings nichts ungewöhnliches, viele Kommunen sparen da. Kein Wunder das die Navis teilweise so schlecht routen.

Einziger Vorteil der Schlamperei: Eine ganze Menge Durchfahrt-Verboten-Schilder der Sorte "Anlieger frei" und "Landwirtschaft frei" sind rechtlich wertlos, da nicht im Kataster eingetragen.

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Beitrag von widdi » Sa 3. Nov 2007, 12:03

eigengott hat geschrieben:Das Strassen- und Wegekataster ist eine kommunale Aufgabe. Wenn die im Rathaus also keine vernünftigen Daten haben, liegt das daran, daß sie ihren Aufgaben nicht ordentlich nachkommen.
Das ist allerdings nichts ungewöhnliches, viele Kommunen sparen da. Kein Wunder das die Navis teilweise so schlecht routen.


Wuerd ich nicht unbedingt sagen.. die Karten, die ich gesehen habe, waren denen der Top50 zu aehnlich - um nicht zu dagen, dieselben in besserer Aufloesung. Dass wir n normales Wegenetzverzeichnis haben ist klar.. aber das ist eher auf sw-Karten....
nuja.. weiss aber zu wenig drueber

Einziger Vorteil der Schlamperei: Eine ganze Menge Durchfahrt-Verboten-Schilder der Sorte "Anlieger frei" und "Landwirtschaft frei" sind rechtlich wertlos, da nicht im Kataster eingetragen.

mhhhh das hoert sich mal wirklich positiv an .. aber erzaehl das mal nem Verkehrsrichter... *g*
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Beitrag von Sir Cachelot » Mo 17. Dez 2007, 20:04

There are 10 kinds of people in this world. Those who understand binary and those who don't.

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Beitrag von jennergruhle » Fr 21. Dez 2007, 16:20

eigengott hat geschrieben:
spectra hat geschrieben:Irgendwann kommt die Opensource-Variante
In Deutschland bei der momentanen Gesetzeslage eher nicht - die Daten der Landesvermessungsämter müssen kostendeckend abgeben werden. Auch dürfen sie nicht ohne erneute Lizenzgebühr weitergegeben werden. D.h. selbst wenn es einen Geldgeber gäbe, wäre es nicht möglich, die ATKIS-Daten OpenSource zu machen.

Naja, das Besondere an OSM ist ja gerade, dass die Wege selbst aufgenommen werden, d.h. wer irgendwo ohnehin entlangfährt spendet seine GPS-Spuren. Da haben die Sesselfurzer mit ihren überteuerten Daten nichts beigetragen.
In manchen Ländern wurden schon amtliche Daten ins OSM integriert (wie z.B. den Niederlanden mit den Straßenkarten).
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Beitrag von TantchensOnkelchen » Fr 21. Dez 2007, 18:13

Livingdream hat geschrieben:Dass die Abgabegeühren von Kartenwerken der Landesvermessungsbehörden reine Abzocke ist kann man schon allein daran ersehen, dass die auf den Topo 25 basierenden, privatwirtschaftlich vertriebenen MagicMaps, nur ein Bruchteil dessen kosten, als die gleichen Daten als Topo 25 Digitalkarten direkt vom Landesvermessungsamt.




Hmmm...

Für die Top25 BaWü Nord und Süd (Paketpreis) habe ich 89,- € direkt beim Landesvermessungsamt bezahlt. Enthalten sind die Karten, die Software, eine 3-D Brille sowie Zusatzdaten wie Verwaltungsgrenzen usw.


Die MagicMaps BaWü Nord und Süd kostet Liste bei MM 89,90 € und im Sonderangebot derzeit 79,90 €
Was alles enthalten ist, weiß ich nicht.


Also sooooo riesig ist der Preisunterschied nun auch nicht.

Viele Grüße
Onkelchen
Zwei Starrachsen, vier Blattfedern und die Himmelsrichtung auf dem GPS ...

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