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Sind Geocaches Abfall (Müll)?

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

pygospa
Geocacher
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Re: Sind Geocaches Abfall (Müll)?

Beitrag von pygospa » Fr 18. Jun 2010, 09:49

UF aus LD hat geschrieben:Hat schon mal jemand gehört, dass irgendwer (ernsthaft) das Abfallgesetz bemüht hat um die Beseitigung von Cache-Dosen zu rechtfertigen und/oder Bußgelder anzudrohen?
Wie Du dem Thread a*? entnehmen kannst, ja. Die Seite hat aber in der Zwischenzeit die ganzen Absätze zum Thema "Müll" entfernt. Wenn Du auf der Seite ins Gästebuch gehst, wirst Du dort sehen, dass sie dort darauf aufmerksam gemacht wurden, und daraufhin die Texte geändert haben.

Aber auch noch vorhandene Textauszüge sind zum Teil grober Unfug:
Allerdings müssen Sie auch damit rechnen, auf völliges Unverständnis zu stoßen, da viele Geocacher nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen, daß ihr Hobby leicht illegal und nur geduldet ist.
Illegal bedeutet, das gegen Gesetzte verstoßen wird. Das ist aber nur in wenigen Ausnahmen (Wegegesetz bei Naturschutzparks, oder aber Misachtung von Privateigentum) der Fall. Diese Argumentation baute darauf, dass Caches Müll sind.

Dieser amerikanische Blogger argumentiert ähnlich. Zwar mögen in Amerika andere Gesetzte herschen - aber Otto-Normalbürger überlegt doch nicht lange ob die rechtliche Definition für "Müll" in den Staaten die gleiche ist, wie in Europa. Wenn der Leser es einleuchtend findet, wird er höchstwahrscheinlich gleiche Argumentation übernehmen und auch auf deutsche Cacher anwenden.


Aber wie gesagt, kommen auch in unseren Reihen immer wieder solche Argumente auf! Ich möchte damit hier niemanden Bloßstellen - wenn ich nicht über meine Ausbildung in diesen Bereich einen Einblick bekommen hätte, wüsste ich es auch nicht besser.
derGunnar hat geschrieben:Hallo
Ich hoffe das ich jetzt nichts falsches sage.
Bitte nicht hauen. Aber eigentlich sind Caches doch "Müll"?
(...) Und somit wäre eine Verfolgung des Täters doch eher schwierig.
Oder diese Argumentation:
Fedora hat geschrieben:Nochmal genauer überlegt: Im vorliegenden Fall (beziehungsweise anderen Fällen wie diesem) könnte das tatsächlich anders aussehen. Bei einem durchschnittlichen Wert von mal spontan angenommenen 6,50 pro TB/Coin ergibt sich ein Wert von ~450 Euro für die ~70 Reisenden. Sicher kein "Müll".
(beides aus diesem Thread aber in anderen Threads beobachtet man auch immer wieder ähnliche Argumentationsketten)

Ich wollte lediglich ein wenig Licht ins dunkel bringen. Auch ich bin zwar kein Jurist und noch nicht einmal ein Hobby-Jurist.

So wie es aussieht, hat nur jus2socks verstanden, was ich hier eigentlich wollte :(

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UF aus LD
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Re: Sind Geocaches Abfall (Müll)?

Beitrag von UF aus LD » Fr 18. Jun 2010, 14:04

Genau deshalb hatte ich das Wort "ernsthaft" in mein Posting mit aufgenommen.
Die berühmte "a*?" Seite hat mit "ernsthaft" ja nun gar nix zu tun (aber das schreibst du ja selber - Stichwort "Unfug" ist sehr passend von dir gewählt).

Zumindest in Bayern sind alle Caches im Wald nach dortigem Waldgesetz i.V. mit Naturschutzgesetz illegal.
Art. 33a
Sauberhaltung der freien Natur

(1) 1 Bei der Ausübung des Rechts nach Art. 21 dürfen bewegliche Sachen in der freien Natur außerhalb der dafür vorgesehenen Einrichtungen nicht zurückgelassen werden.
2 Werden Sachen entgegen Satz 1 zurückgelassen, kann die zuständige Naturschutzbehörde Anordnungen gegen den Verursacher treffen. 3 Sie kann zurückgelassene Sachen in Verwahrung nehmen und verwerten. 4 Für die Verwahrung, Verwertung und Herausgabe der verwahrten Sachen sowie für die Herausgabe des Erlöses finden Art. 26 bis 28 Abs. 2, Abs. 3 Satz 3 und Abs. 4 des Polizeiaufgabengesetzes sinngemäß Anwendung. 5 Die abfallrechtlichen Vorschriften bleiben unberührt.
Und ob das Betretungsrecht der Waldgesetze in den übrigen Bundesländern (ob mit oder ohne Wegegebot) das Zurücklassen von beweglichen Gegenständen abdeckt kann mit sehr guten Gründen bezweifelt werden.
Zumindest bewegen wir uns in einer sehr dunklen Grauzone!

Beispiel LandesWaldgesetz RP
§ 22
Betreten, Reiten, Befahren

(1) Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr. Neue Sorgfaltspflichten oder Verkehrssicherungspflichten der Waldbesitzenden werden hierdurch nicht begründet. Das Fahren mit Rollstühlen steht dem Betreten gleich.

(2) Die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes dürfen nicht gestört werden. Auf die Walderholung sowie auf Nutzungsrechte anderer am Wald ist gegenseitige Rücksicht zu nehmen.

(3) Radfahren und Reiten sind im Wald nur auf Straßen und Waldwegen erlaubt; darüber hinausgehende Reit- und Befahrensmöglichkeiten können die Waldbesitzenden gestatten, soweit dadurch nicht die Wirkungen des Waldes und sonstige Rechtsgüter beeinträchtigt werden. Die untere Forstbehörde kann auf Antrag der Waldbesitzenden Straßen und Waldwege sperren, wenn besondere Schäden einzutreten drohen oder bereits eingetreten sind. Nicht erlaubt ist das Reiten im Wald auf Straßen und Waldwegen mit besonderer Zweckbestimmung. Die Waldbesitzenden machen die Zweckbestimmung durch Schilder kenntlich. Die Markierung von Straßen und Waldwegen als Wanderwege oder Fahrradwege ist keine besondere Zweckbestimmung im Sinne des Satzes 2.

(4) Nur mit Zustimmung der Waldbesitzenden sind insbesondere zulässig:

1.das Fahren und Abstellen von Kutschen, Pferdeschlitten, Kraftfahrzeugen und Anhängern im Wald,
2. das Fahren mit Hundegespannen und Loipenfahrzeugen im Wald,
3. das Zelten im Wald,
4. das Betreten von Waldflächen und Waldwegen während der Dauer des Einschlags und der Aufarbeitung von Holz,
5. das Betreten von Naturverjüngungen, Forstkulturen und Pflanzgärten,
6. das Betreten von forstbetrieblichen Einrichtungen,
7. die Durchführung organisierter Veranstaltungen im Wald.

Die Wirkungen des Waldes und sonstige Rechtsgüter dürfen dadurch nicht beeinträchtigt werden.

(5) Die Vorschriften des Straßenverkehrsrechts und § 34 des Landesnaturschutzgesetzes bleiben unberührt, ebenso andere Vorschriften des öffentlichen Rechts, die das Betreten des Waldes einschränken oder solche Einschränkungen zulassen. Das Betretens- und Befahrensrecht besteht nur vorbehaltlich sonstiger Rechtsvorschriften.
Durch dieses Gesetz werden die Eigentümer Rechte des Waldeigentümers eingeschränkt, d.h. er muss alles das was hier ausdrücklich erlaubt ist, dulden (Einschränkung seines Eigentumsrechtes durch Gesetz)

Ob der Eigentümer durch dieses Gesetz auch das Ablegen/Liegenlassen von Cachedosen auf seinem Eigentum dulden muss kann ich nicht ersehen.

Aber darüber sollen sich die (Hobby-)Rechtskundigen den Kopf zerbrechen.

Ich gehe für mich und die von mir gelegten Dosen davon aus, dass sie unberechtigt auf fremden Eigentum (Wald der niemandem gehört gibt es meines Wissens nicht) liegen - das sowohl das Verstecken, als auch das Suchen unauffällig und möglichst unbemerkt zu erfolgen hat, um die Dosen nicht zu gefährden.

Und entsprechend würde ich mich verhalten bei Ansprache durch einen Eigentümer, Jagdpächter oder Förster ......
Gruß aus der Pfalz
Uwe

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

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