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Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

Henningway
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Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von Henningway » So 3. Okt 2010, 13:12

Hallo zusammen!

Meine Frau und ich haben mit Freunden eine interessante Diskussion angefangen. Es geht um Caches, denen bestimmte Themen zugrunde liegen. Im speziellen Fall um einen Mystery.

Das Rätsel besteht nur aus einem direkt gesprochenen Text. Ein Mädchen beschreibt dort, wie sie einen Amoklauf durchführt. Es handelt sich um eine wahre Begebenheit. Der Text und somit das Rätsel hat den künstlerisch-philosophischen Anspruch, den Irrsinn des Moment wiederzugeben.

Es wird in diesem Text nichts verherrlicht und es ist auch nicht von Blut oder sonstigem Voyeurismus die Rede. Alles, was man liest, sind die (dokumentierten!) Gedanken des Mädchens während der Tat. Weiterhin ist zu sagen, dass diese Tat bereits von Künstlern als Themengrundlage genutzt wurde, nämlich vom Sänger Bob Geldorf.

Was haltet Ihr davon? Die Diskussionsstandpunkte sind eigentlich klar:

Die einen sagen: dieses Thema hat beim Geocaching nichts zu suchen.
Die anderen sagen, dass man durchaus den Menschen mit sich selbst bekannt machen kann, und wenn ein Cache dazu dient, an Opfer und Umstände zu denken, so sei das gut.
Der einzig wahre Cacher-Song:
"... and I still haven't found what I'm looking for..." (U2)

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waws
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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von waws » So 3. Okt 2010, 13:25

Hallo,

wie soll ich denn hier diskutieren, wenn ich keine Grundlage habe?
Um welchen Cache geht es denn?

Gruß
Werner
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Henningway
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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von Henningway » So 3. Okt 2010, 13:28

Gut, ich veröffentliche mal den Text, den der Cache haben wird. Zwar habe ich jetzt schon im ersten Posting zu viele Hinweise gegeben, aber im Sinne der Diskussion ist das sicher ok. Der Cache ist noch nicht veröffentlicht, da ich erst in Erfahrung bringen möchte, ob das ein Tabu ist oder nicht.

Im Text fehlt die Rätselfrage, sie ist nicht wichtig für diese Diskussion.


Gegen das Vergessen!

Edit: Text entfernt.
Zuletzt geändert von Henningway am So 3. Okt 2010, 16:53, insgesamt 1-mal geändert.
Der einzig wahre Cacher-Song:
"... and I still haven't found what I'm looking for..." (U2)

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BlueGerbil
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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von BlueGerbil » So 3. Okt 2010, 13:46

Die einen sagen: dieses Thema hat beim Geocaching nichts zu suchen
Korrekt.
Ich will nicht wissen, was ein Amokläufer denkt, ich will in dem Moment eine effektive Möglichkeit, ihn zu töten oder wenigstens meine Familie und mich in Sicherheit zu bringen. Mit Geocaching hat das nichts zu tun.

"Gedenk-Caches" an historischen oder zeitgenössischen Orten (Verdun, Wolfsschanze) finde ich hingegen interessant, wenn sie neutral "gemacht" sind und dem Betrachtenden Raum für eigene Gedanken lassen und ihn nicht indoktrinieren wollen.

Henningway
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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von Henningway » So 3. Okt 2010, 15:56

BlueGerbil hat geschrieben:
Die einen sagen: dieses Thema hat beim Geocaching nichts zu suchen
Korrekt.
Ich will nicht wissen, was ein Amokläufer denkt, ich will in dem Moment eine effektive Möglichkeit, ihn zu töten oder wenigstens meine Familie und mich in Sicherheit zu bringen. Mit Geocaching hat das nichts zu tun.

"Gedenk-Caches" an historischen oder zeitgenössischen Orten (Verdun, Wolfsschanze) finde ich hingegen interessant, wenn sie neutral "gemacht" sind und dem Betrachtenden Raum für eigene Gedanken lassen und ihn nicht indoktrinieren wollen.
Gut, ich kann das nachvollziehen. Dennoch hätte ich gerne noch andere Meinungen dazu. Mag sich niemand sonst äußern?
Der einzig wahre Cacher-Song:
"... and I still haven't found what I'm looking for..." (U2)

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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von UF aus LD » So 3. Okt 2010, 16:11

Ich finde es voll daneben.

Aber es gibt da noch "interessantes" Potential, wenn man so was will, für weitere Ratehaken:

Gedanken
- eines Mannes bei der Vergewaltigung einer Frau ....
- eines Menschen beim Missbrauch eines Kindes ....
- eines Flugzeugentführers ......
- eines .... beim Ausländer........
Gruß aus der Pfalz
Uwe

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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von ElliPirelli » So 3. Okt 2010, 16:13

@UF: Full ACK! :up:

Für mich hat das mit Geocaching nichts zu tun, genauso wenig wie die meisten Mysteries...
(Zugegebenermaßen meine eigenen eingeschlossen....)


Ich mag beim Cachen an interessante Orte geführt werden, die dürfen mich auch gern auf geschichtliche Hintergründe hinweisen.
Dazu möchte ich mich aber nicht bei einem Mystery mit einem sehr ernsten Thema, dem viele ja doch eher hilflos gegenüber stehen, auseinandersetzen.

Da die meisten Mysteries von mir aber eh ignoriert werden, wäre das eben nur ein weiterer auf dieser langen Liste...
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Geocaching augments reality in a different way. It adds a layer of the magical to the mundane. Ethan Zuckerman
Elli's ramblings - sporadische Berichte von Cachingabenteuern...

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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von kukus » So 3. Okt 2010, 16:13

Der Text ist einfach nur krank. Mordphantasien, Verhöhnung der Opfer als "Enten",... :kopfwand:

So ein Text ist höchstens für einen Psychologie-Workshop geeignet, aber doch nicht für eine harmlose Freizeitbeschäftigung wie Geocaching. Schäm dich, so etwas überhaupt in Betracht zu ziehen, oder sprich besser mal mit deinem Therapeuten drüber :irre:
Gruß
kukus

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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von Henningway » So 3. Okt 2010, 16:48

Die Meinungen sind also eindeutig. Einverstanden!
Ich mag beim Cachen an interessante Orte geführt werden, die dürfen mich auch gern auf geschichtliche Hintergründe hinweisen.
Dazu möchte ich mich aber nicht bei einem Mystery mit einem sehr ernsten Thema, dem viele ja doch eher hilflos gegenüber stehen, auseinandersetzen.
Das Argument überzeugt mich.

Ich will hier noch einmal darauf hinweisen, daß ein Mystery dieser Art NICHTS damit zu tun hat, irgendwen zu verhöhnen oder am Leid anderer aufzugeilen.

Der Grundgedanke war, den Irrsinn einer solchen Tat hervorzuheben. Ich sehe ein, dass Geocaching offensichtlich das falsche Medium dafür ist.

Wer der Meinung ist, ich müsste deshalb zum Therapeuten, hat meine Intention nicht verstanden, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Der einzig wahre Cacher-Song:
"... and I still haven't found what I'm looking for..." (U2)

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Re: Themencaches - wo beginnt das Tabu?

Beitrag von cterres » So 3. Okt 2010, 16:58

So lange es ein Gedankenspiel bleibt, wäre das doch alles noch im Rahmen.
Dieser Rahmen ist weit gesteckt, denn eine Geschichte als Handlung für ein Spiel kann genau so wie die Handlung eines Spielfilms oder eines Romans nahezu beliebig sein.

Warum nicht mal einem Amok-Läufer nachempfinden?
Selbstverständlich nur, so lange man sich mit psychologischem Tiefgang damit befasst und nicht in Klischees verfällt.

Wo liegt denn der Unterschied verborgen, ob ich nun eine Fernsehserie wie "CSI" nachspiele oder einen "James Bond" Spielfilm.

Solche Storys könnte man ja auch mal umdrehen und statt den Titelhelden muss man sich im Spiel vielleicht in die Rolle der Gegenspieler versetzen. Kann doch auch mal Spannend sein, nicht den Bösen zu suchen, sondern den Guten zu verfolgen, oder?

Wer moralische Bedenken haben sollte, würde dann das Spiel nicht angehen.
Aber ebenso würde man sich auch keinen Psychothriller oder Horrorstreifen als Film ansehen oder als Buch lesen, wenn man zuvor Bedenken hätte. Das dies aber Genre sind, die von vielen Millionen Menschen gerne gesehen werden, sollte man nicht vergessen.

Ich war mal nach einem Einkaufsbummel im Kino und an dem Tag (paar Jahre her) lief "American Psycho" auf der Leinwand.

Er handelt von einem erfolgsverwöhnten Investmentbanker der Umfeld nur noch gelangweilt wahrnimmt und sich in sexuelle Ausschweifungen flüchtet. Diese steigern sich in Morde, die auch immer surrealer werden, was Ausführung und Werkzeuge betrifft.
Das ganze untermalt von 80er Jahre Popmusik, was die Bilder gelegentlich vom Grauenhaften ins Lächerliche zieht.

Worauf ich hinaus will - der "Titelheld" kommt davon. Der "Böse" gewinnt.
Er tötet sich nicht selbst, wird auch nicht verhaftet und obwohl er seine Taten gesteht, wird alles für einen tollen Witz gehalten.
Das "Gute" in Form des ermittelnden Polizisten findet für Alles eine für ihn einleuchtende Erklärung und entschuldigt sich beim Serienkiller für seine Verdächtigungen, was diesen am Ende sogar richtig verstört.

Früher habe ich mir gerne Westernfilme angesehen, aber wenn selbst der sympathischste Gesetzlose am Schluss doch erschossen wird, wünscht man sich als Zuschauer auch mal, das Einer davon kommt.
Und im von mir angesprochenen Film/Buch ist genau das der Fall und ich ging nachdenklich am Ende aus dem Kino.
Die Eindrücke mussten sich erst mal setzen und noch heute kann ich mich an die gesamte Handlung und Szenen im Detail erinnern.
Ich habe mir dann auch das Buch gekauft, es allerdings nach ein paar Seiten nicht weiter gelesen, das es vor allem Pornographisch mehr ins Detail geht als der Film. Die Psyche des "Psycho" wurde im Film jedoch übereinstimmend gut wiedergegeben.

Eigentlich wollte ich an diesem Abend in einen ganz anderen Film. Irgendein Hollywood-Blockbuster, ich habe vergessen welchen, aber der war schon ausverkauft. Aber genau wie den Titel hätte ich wohl auch die Handlung schnell wieder vergessen.

Räuber und Gendarm-Spiele sind meiner Meinung nach auch beim Geocaching austauschbar, wenn man ständig die selben Rollen spielt.
Es darf gerne auch mal ein Extrem die Handlung bestimmen.
Man kann auch mal den "Bösen" spielen - ganz gleich um welche Tat es sich dreht.
Es findet doch sowieso nur im Kopf des Spielers statt und nicht in der Wirklichkeit.

Irgendwelche Soldatengeschichten sind doch auch nichts Anderes?
Wer da wen überfällt und warum spielt doch dann auch keine Rolle?
Viele Grüße
Christoph

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