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Geocaching und Tourismus

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

Marley90
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Geocaching und Tourismus

Beitrag von Marley90 » Do 10. Mär 2011, 13:19

Hallo liebe Dosensucher,

zur Zeit bin ich Student im Studiengang Tourismus im 4. Semester. Dieses ist unser Praxissemester, welches ich in der Altenburger Tourismus GmbH absolviere.
Diese ist zuständig für alle möglichen touristischen Projekte, Angebotserstellungen, Stadtführungen, Messen u.s.w.

In meinem Bewerbungsschreiben habe ich auch erwähnt, dass ich seit 2 ½ Jahren Geocaching betreibe. Meine Chefin meinte, dass das vor mir auch eine Praktikantin gemacht hat und mich gefragt, ob es möglich wäre, Geocaching in das touristische Angebot mit aufzunehmen.

Prinzipiell habe ich erst mal ja gesagt, aber ich kenne ja zur Genüge die Debatte, ob man das so vermarkten sollte, von wegen Geheimhaltung, zu viele schlechte Caches von Trittbrettfahrern, etc.

Dennoch bin ich auch der Meinung, dass ein gut gelegter Cache durchaus das Potenzial hat, Aufmerksamkeit zu erregen und neue Besucher zu generieren.
In der Öffentlichkeit hat das Cachen ja einen eher negativen Stand und nur mit Aufklärung und Vermitteln richtiger Verhaltensweisen können wir was dagegen tun.

Jetzt muss ich mir natürlich Gedanken machen, wie man das Projekt am besten umsetzen könnte, ein paar Grundideen stehen schon. So könnte man einen Cache mit schon bestehenden Ausflugsrouten verbinden, wie zum Beispiel zu Bauernhöfen und –häusern in der Gegend, oder einem Rundgang durch Altenburg.

Andere Fragen sind noch nicht ganz klar, zum Beispiel welches Gerät am besten geeignet ist. Natürlich sollte es für Laien einfach zu bedienen sein und alle nötigen Funktionen haben. Ein einfaches Etrex h nur mit Pfeil wäre wohl zu kompliziert für die Wegfindung, also am besten was mit Karte. Aber auch nicht zu teuer, also so im Bereich von 150€ wäre okay.

Dann stellt sich noch die Frage nach der Art des Caches. Am besten ein Multi für etwa 1-2 Stunden und ein paar schönen Rätseln an besonderen Punkten in der Umgebung. Ganz wichtig ist für meine Chefin auch, dass es einen länderübergreifenden Bezug gibt, also Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verbindend.

So, jetzt mein eigentliches Anliegen:
Was haltet ihr von der touristischen Nutzung des Geocachens?
Ist das eher eine Chance für den Tourismus oder ein Schuss in den Wind?
Wie würdet ihr als Laien auf so ein Angebot reagieren? Wie als erfahrene Cacher?
Wie sollte so ein Cache angelegt sein?
Sollte man den Begriff „Geocaching“ verwenden oder lieber „Schatzsuche“ oder „Schnitzerljagd“?

Ich bin schon auf eure Meinungen und Diskussionen gespannt.

Viele Grüße
Martin

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moenk
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von moenk » Do 10. Mär 2011, 13:31

Marley90 hat geschrieben:In der Öffentlichkeit hat das Cachen ja einen eher negativen Stand und nur mit Aufklärung und Vermitteln richtiger Verhaltensweisen können wir was dagegen tun.
Entzückend :kopfwand:
Ich ahn schon was kommt :popcorn:
Bild Denkst Du noch selber oder bist Du schon Schwarm?

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rs-sepl
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von rs-sepl » Do 10. Mär 2011, 14:02

Na, dann mach ich mal den Anfang. :D

Wenn man nach 2,5 Jahren Geocachens noch nicht kapiert hat, warum das mit dem Tourismus Mist ist, dann ist das sehr traurig.

Trotzdem: Warum muss es Geocachen heißen? Nennt es "GPS-Stadtführung". Die Stadt Chemnitz hatte mal eigene "Caches" gelegt. Evtl. ist WhereIGo vllt. besser geeignet.

Ansonsten: Ich kenne ja die caches in Altenburg nicht, aber ich denke, es gibt dort bestimmt genug existeriernde Caches, die die Stadt und Umgebung bereits zeigen. Da braucht keine Sau eine Anfänger-Crew vom Touri-Amt. Solch einen Bock-Mist :kopfwand: haben wir in Dresden gerade durch , da wollte ein sinnloser Wanderverein den cachern das Wandern beibringen.

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moenk
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von moenk » Do 10. Mär 2011, 14:04

Um es mal konstruktiv zu machen: Ich hatte letztens ein Treffen mit Touristikern, die unbedingt Geocaching anbieten wollten. Mein Vorschlag war: Macht SSVCs von Euren Sights und einen schönen Flyer dazu.
Bild Denkst Du noch selber oder bist Du schon Schwarm?

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Mille1404
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von Mille1404 » Do 10. Mär 2011, 14:08

Karte, Kompass, Zettel, Stift
mehr brauchst du für Touristen nicht!

Schöner Reim oder?
Eine Kopierte Landkarte mit Wanderwegen, 3 Punkte eingezeichnet an denen sie sich Informationen einholen müssen, meinetwegen über die 3 Länder und schon kann mittels der Informationen zum Beispiel festgelegt werden:
Der Cache, ähhh entschuldigung, das Ziel befindet sich (auf der Karte) im Feld B4 2cm von links und 5,3cm von oben.
Der Punkt ist gegeben, die Leute haben ihren Spass und wir nennen es "moderne Stadtführung mit dem Kompass"

Ansonsten nimm ich auch ein Tütchen Popcorn, kann ich vielleicht noch nen kühles Pils dazu haben???

strohmøller
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von strohmøller » Do 10. Mär 2011, 14:10

Warum geocaching in das Tourismus Angebot einbinden? Warum nicht die Grundidee aufgreifen und die Leute ohne GPS losschicken?
Es ist doch nicht nötig einen geocaching.com Cache einzuarbeiten.
Beispiele: einen Multi durch die Innenstadt und anhand Karte oder Bildersuche die Leute navigieren ... für Leute mit GPS auch waypoints anbieten ... und Infos an den Sehenswürdigkeiten sammeln lassen. Als Belohnung für alle gesammelten Infos gibts dann im Tourismusbüro ein Bonbon ... oder die golden Anstecknadel der Stadt Altenburg.
Ich glaube nicht dass du noch viele Geocacher findest die Interesse haben dass ein Tourismus Büro Werbung für ihr, ohnehin schon smartphone- und schnellerhöherweitermentalitätsgeschädigtes, Hobby macht.
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Paus-online
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von Paus-online » Do 10. Mär 2011, 14:40

Die Frage ist, wie das gemacht werden soll.

Sollen vorhandene Caches in das touristische Angebot eingebunden werden? Wohl eher nicht... Da hätte man ja keine Kontrolle, wo die Leute hingeleitet werden. Wer weiß, wo die Owner ihre Dosen versteckt haben, wie sie die warten usw. Unbedarfte Touristen beispielsweise in die Kanalisation zu schicken muß nicht unbedingt zu Begeisterung führen...

Oder sollen extra Dosen versteckt werden? Dann ergibt sich die nächste Frage: Sollen die irgendwo gelistet werden? Wenn nicht, dann sind die wohl für "Profis" weniger interessant. Wenn doch: Da Tourismus wohl eher gewerblichen Zwecken dient, ist eine Veröffentlichung auf GC wohl ausgeschlossen. Und richtig abenteuerlich würde ein solcher Cache wahrscheinlich auch nicht werden.

Ich habe mal in Freiburg so ein touristisches Ding mitgemacht: Hat 30 Euro gekostet und war zwar nicht schlecht, etwas vergleichbares hätte man aber bei GC oder OC auch für umme finden können.

Also meine ich: Für Geocacher ist sowas wohl eher uninteressant. Für Nicht-Cacher wäre es wohl kein Auswahlkriterium für den Urlaubsort. Werbung könnte das bestenfalls fürs Geocachen selbst sein...

Wenn schon GPS, dann wohl eher GPS-geführte Stadtführungen. Die gibt es ja schon öfters, ob das Angebot aber tatsächlich wahrgenommen wird, ist mir nicht bekannt.

Thaliomee
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von Thaliomee » Do 10. Mär 2011, 14:48

Paus-online hat geschrieben:.

Wenn schon GPS, dann wohl eher GPS-geführte Stadtführungen. Die gibt es ja schon öfters, ob das Angebot aber tatsächlich wahrgenommen wird, ist mir nicht bekannt.
Ja, hier auf Zeche Zollverein. Wenn ich Praktikantin wäre würd ich da mal nachfragen, wie die das so machen ;)

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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von daslangesuchen » Do 10. Mär 2011, 15:03

Bei uns in der Gegend gibt es ein ähnliches Projekt, bei dem zwei Gemeinden einige Geocaches gelegt haben, um die Vorzüge der Region zu präsentieren. GPS-Geräte (Garmin etrex) mit den Wanderwegen der Region (als Routen) und den gelegten Geocaches (als WP) können in den Touristeninformationen ausgeliehen werden (5€/Tag).

Die Caches an sich waren schöne Dosen und auch das Motto Location, Location, Location wurde beim Verstecken beherzigt. Sie zeigen nette Plätze, welche etwas abseits der üblichen Routen liegen. Anfanges waren es also richtig gute Traditionals.

Der werbliche Faktor solcher guter Dosen, unabhängig davon, wer sie gelegt hat, ist nicht zu unterschätzen, gerade wenn eine Region stark durch Ihre Landschaft geprägt wird. Über die Onlinelogs der Geocaches hinaus wird über die herrliche Landschaft gebloggt und Fotos landen im Netz und erschließen völlig kostenfrei neue Interessenten.

Das Problem ist aber, dass selbst wenn perfekte Dosen gelegt werden, welche tatsächlich eine Bereicherung für die Community und Touristen wären, oft die Wartung vernachlässigt wird. Der Student im Praxissemester oder der Schülerpraktikant sind nach begrenzter Zeit wieder weg und die Dosen Ihrem Schicksal ergeben.

Dass diese Dosen nach einiger Zeit nicht mehr unbedingt als Aushängeschild für einen touristischen Stadtrundgang tauchen, braucht eigentlich nicht mehr erwähnt zu werden.

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Kappler
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Re: Geocaching und Tourismus

Beitrag von Kappler » Do 10. Mär 2011, 15:09

Sonst gibt es hier im Schwarzwald auch ein paar Gemeinden, die sich des Themas angenommen haben.
Schau mal
hier
oder
hier

Speziell die Schömberger Caches liegen jetzt schon länger, und den Bewertungen nach können sie nicht so ganz schlecht sein.
Gruß aus dem (badischen) Schwarzwald, Andreas (1/4 Kappler)
Bekennender Fremdlogleser und Rosinenpicker

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