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Gute Location - reicht nicht mehr?

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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D-Thorolf
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Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von D-Thorolf » So 16. Okt 2011, 19:55

Nachdem ich letztens endlich Stadt im Wald gemacht habe und seit 2 Jahren einigermaßen "regelmäßig" die Logs von diesem Cache überfliege stellt sich mir die Frage:
Reicht eine besondere Location beim cachen nicht mehr aus?

Spätestens seit dem GC-Video über den Cache häuft sich die "Kritik/Bemerkungen" einiger Finder, dass der Ort zwar super-mega-genial-und-überhaupt-toll ist, die Stationen/der Cache aber höchstens Durchschnitt.
War da nicht mal was von "besonderen Ort zeigen" und "der Weg ist das Ziel" beim cachen?

Einen vom Ort vergleichbaren Cache habe ich bislang noch nicht gemacht, allerdings etliche, bei denen die Stationen auf gleiche (und ähnliche) Art und Weise zu finden sind. Dort liest man solche Logs nicht, obwohl die Favorite-quote vergleichbar ist :???:
Einige wirklich tolle Basteleien und sehr wenige gute Story-Caches habe ich auch schon hinter mir...bei denen sind die Location aber in etwa so interessant wie ein weißes Blatt Papier.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass einige (viele?) Cacher mit zu hohen Erwartungen durch Top-Bewertungen eine weite Anreise auf sich nehmen, die vorherigen Logs nicht lesen und dann natürlich enttäuscht sind, dass sie dort nicht das Ende des Regenbogens mit dem Topf voll Gold finden sondern lediglich eine goldene Location und eine Plastikdose.

Kommts mir nur so vor? Oder ist das speziell bei diesem Cache? Oder häuft sich das auch bei anderen Caches? Oder hab ich da einfach nur eine zu krude Sichtweise ;)

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Merkur
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von Merkur » So 16. Okt 2011, 20:03

Der Deutsche muss für alles Regeln und Standards haben. Und wehe einer erfüllt nicht die Best-Practice vorgaben. Dann hauen wir Deutschen da kollektiv drauf. Traurig, dass wir die Freiheit des einzelnen nicht einmal bei einem Spiel respektieren können.

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MadCatERZ
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von MadCatERZ » So 16. Okt 2011, 20:13

Da fragt man sich doch: Was ist eine überdurchschnittliche Station? Und vor allem: Wieviele der Kritiker legen selber mundgemeisselte selbstfahrende Granitboxen mit Bewegungsmelder und Blutetoothschnittstelle aus, die nur dann aus dem Versteck fahren, wenn der Cacher übers Headset eine bestimmte Melodie pfeift?

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HansHafen
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von HansHafen » So 16. Okt 2011, 20:23

Moin,

ich bastel selber auch gerne außergewöhnliche Caches. Die ich dann wenn es geht möglichst auch noch an eine ebenso schöne Location packe. Da habe ich schon einen hohen Anspruch an mich selbst.

Daher sind mir einige meiner Anfangswerke auch noch ein Dorn im Auge, bzw. besonders einer. Ganz klassisch eine Filmdose mit Logbuch - das aber immerhin immer im heilen Ziplock-Beutel, also trocken. Trotzdem nervt mich dieser Cache, da ich diese Filmdosen-Dinger eigentlich so gar nicht mag!

ABER: Bisher hatte ich den liegengelassen, da er eine tolle Stelle zeigt. Wurde auch immer noch geloggt und "Beschwerden" kamen auch nicht! Insofern würde ich sagen: Eine tolle Location ist schon was wert, da kann auch die Dose mal 08/15 sein.

Dass ich den Cache jetzt trotzdem umbaue, naja - das ist eher für mich, damit ich damit wieder zufrieden bin :)

BG
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Ich und die Schwerkraft, was für eine nervenaufreibende Kombination...

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treemaster
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von treemaster » So 16. Okt 2011, 20:28

MadCatERZ hat geschrieben:Da fragt man sich doch: Was ist eine überdurchschnittliche Station? Und vor allem: Wieviele der Kritiker legen selber mundgemeisselte selbstfahrende Granitboxen mit Bewegungsmelder und Blutetoothschnittstelle aus, die nur dann aus dem Versteck fahren, wenn der Cacher übers Headset eine bestimmte Melodie pfeift?
YMMD :D
Wirklich herzlichen Dank für deine Ausführungen. Auch wir hatten zu unseren Anfangszeiten das Cachen noch so verstanden, dass der Weg das Ziel und das dann auch noch etwas sehenswertes ist. Heute sind doch noch nichtmal mehr die Finals etwas besonderes. Da hole ich doch mit einer ausgebohrten Schraube inner Leitplanke keinen mehr hinterm Ofen vor (und schon gar nicht wenn die Leitplanke auch noch an einer anderen Bundesstrasse als der angegebenen hängt :lachtot: "früher" wären Rudel losgerannt und hätten den Schaden behoben, ohne gleich "NA" zu brüllen)
Zur "damaligen"(R) Zeit ein Multi mit 18 Stationen und einem Zeitbedarf von 2x8 Stunden (weil man zu dämlich war im Wald den ausgefrästen Baumstumpf mit dem Scharnier und dem Verschlußmechanismus zu finden :kopfwand: ).... hat Spaß gemacht und daran erinnert man sich auch heute noch.... an welchen Minimulti (<20min) mit zwei lieblos in die Pampa gefeuerten Filmdosen als Stages und einem Final in einer Pi....ke von heute erinnere ich mich in 3 Jahren noch? :???: :???: :???:
Es muß wahrlich nicht das "Monstertechnische" etc. wie Du geschrieben hast sein (kein Owner wird das über längere Zeit in Ordnung halten können, zumindest nicht in einem vernünftigen finanziellen Rahmen).... aber ein bisschen nachdenken und Liebe zum Detail hat doch noch keinem geschadet beim erstellen von etwas vernünftigem.

Chris_rocks31
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von Chris_rocks31 » So 16. Okt 2011, 21:02

Da hatten wir vor einigen Monaten im Ruhrgebiet schon eine heiße Diskussion - mitunter Schlammschlacht gehabt...http://www.geoclub.de/viewtopic.php?f=21&t=52911

Meines erachtens hat das nichts mit der Location, oder dem Video zu tun. Ich persönlich nehme bei mir häufig folgendes war:
Dutzende, oder hunderte an Fav-Points und überschwängliche Logs erhöhen meine Erwartungen der Art, das sie der Cache niemals erreichen kann. Natürlich ist es dann im ersten Moment eine erste Enttäuschung - egal wie gut der Cache tatsächlich war - die Erwartungen waren einfach zu groß. Geschürt wird das ganze natürlich eben auch durch die Fav-Punkte, GcVote und co.

Daher logge ich manchmal eben auch mit ein paar Tagen Abstand. Dann konnte das ganze nochmal sacken - ich hatte Zeit zu überlegen, was man tatsächlich am Cache hätte besser machen können. Wäre es beispielsweise bei der Stadt im Wald möglich gewesen elektronische Spielereinen oder ähnliches zu verbauen, die Wegführung anders, interessanter zu machen? Normalerweise kommt man dann zu dem Schluss, dass es eben nicht geht - und einfach die tollen Eindrücke der Location überwiegen...und dann wird geloggt.
Aber man lebt in einer schnell konsumierenden Gesellschaft, wo mittels Klick auf "like it" binnen Sekunden entschieden wird.

Grüße

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D-Thorolf
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von D-Thorolf » So 16. Okt 2011, 21:10

MadCatERZ hat geschrieben:Da fragt man sich doch: Was ist eine überdurchschnittliche Station? Und vor allem: Wieviele der Kritiker legen selber mundgemeisselte selbstfahrende Granitboxen mit Bewegungsmelder und Blutetoothschnittstelle aus, die nur dann aus dem Versteck fahren, wenn der Cacher übers Headset eine bestimmte Melodie pfeift?
Ich wollts nicht als Erster erwähnen... aber:
/sign :D
treemaster hat geschrieben:.... aber ein bisschen nachdenken und Liebe zum Detail hat doch noch keinem geschadet beim erstellen von etwas vernünftigem.
Es geht mir nicht um die Gute Alte Zeit™, denn der Zeitraum ist hier doch sehr überschaubar ;)
...und es gibt dort definitiv Stationen mit Liebe zum Detail, selbst wenn sie simpel gehalten sind und die Strecke die man dort absolviert spricht dafür, das darüber nachgedacht wurde :^^:
Zumindest sehe ich das so™ ;)

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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von farino » So 16. Okt 2011, 21:41

also irgendwie habe ich mehr und mehr den Eindruck, das Cacher mindestens ein halbes Elektronikstudium hinter sich haben müssen, um die massenweise vorhandenen Wünsche nach elektronischen Outdoorbasteleien erfüllen zu können. Das kann nun einmal nicht jeder. Und nicht jeder ist gewillt, eine Materialschlacht hinzulegen. Filmdosen müssen nicht sein, das stimmt. Aber eigentlich insbesondere deshalb, weil sie nicht wasserdicht sind.

Ich habe gestern mich mit dem Buch "Born to run" beschäftigt und ein Satz, der auch in diversen Lobhudeleien über dieses Buch vorgekommen ist (das ich noch nicht gelesen habe, aber demnächst lesen werden...) ist das Statement: "Laufen soll nichts kosten!". Zum cachen braucht man letztlich meist nur ein GPS-fähiges Gerät. Wer einen Cache verstecken möchte, der sollte auf eine vernünftige Dose und ein passendes Logbuch achten und sich Gedanken über den grundsätzlichen Hintergrund des Spiels machen.

Aber ich ERWARTE von keinem, das er saumäßig viel Zeit und Geld dafür ausgibt, damit er irgendwo ausgeklügelte Stages und Dosen hinlegt, deren Schnickschnack sicherlich sehr nett sein mag, aber eigentlich auf den Kern des Spiels bezogen überflüssig ist.

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Zappo
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von Zappo » So 16. Okt 2011, 22:05

Tja, ich tu mich da zum Teil auch schwer........

Aufgefallen ist mir das zum ersten Mal bei "alcatraz", einem Cache in einem ehemaligen Abschiebeknast (mittlerweile dank Abrißkommando (Nichtcacher :D ) zerstört.

Da ging man rein, konnte den ganzen Bau betrachten, Fotos machen, zum Teil riesige Gefangenenmalereien an den Wänden anschauen, im Klo brannte noch Licht, die Duschen waren vollkommen komplett und vieles anderes mehr. Für mich sicher DAS Highlight des Cacherjahres. Der Cache selbst war dann ein paar Sachen zählen und ausrechnen und 50 m zum Cache laufen.

War das ganze noch anfangs eine Sensation und hochgelobt, häuften sich dann In den letzten Jahren die Einträge a la "Da hätte man mehr draus machen können". Da ja das Listing nicht zur Diskussionsplattform eignet, hab ich mir da Kommentare verkniffen.

Gedichte von Gefangenen zu lesen an einem bedrückenden Ort, eine baulich interessante Ruine erkunden, eine geschichtliche Stätte o.ä. zu besuchen und mit der gehaltvollen Location nicht zufrieden zu sein, sondern nach "Spiel ohne grenzen" zu schreien, halte ich persönlich für sehr daneben.

Im Prinzip zeigen solche Logs von IGNORANTENTUM. Wer nicht das "Wunder" erkennt, daß so eine Location entdeckt und der Zugang ermöglicht wurde, der geht wahrscheinlich auch sonst irgendwie merkbefreit durchs Leben. Oder er hat kein Gespür und keine Vorstellungskraft.

Eine Geschichte, eine passend gebastelte Dose sind natürlich super, aber gute, gehaltvolle Locations gewinnen nicht unbedingt dadurch, daß man sich einen Ringelpietz drumrum ausdenkt - ein guter Ort lebt ja auch von sich selbst und seiner Geschichte.
Wem es nach dem Erlebnis, auf dem gleichen Stein zu vespern wie der Steinzeitjäger oder auf der Fensterbank wie Ritter Kunibert, auf dem Klappstuhl der Soldaten anno 45 im Bunker zu sitzen noch nach MEHR Unterhaltung dürstet, soll halt sein Tamagotchi auspacken. Aber der spielt auch wahrscheinlich am Grand Canyon auf dem Handy.

Zappo

Ergänzung: In einer Zeit, in der man aus gefühlten 2/3 der Caches "mehr draus machen könnte" , allein dadurch, daß man sie ersatzlos entfernte, mutet die Kritik etwas ....tja...seltsam? an.
Zuletzt geändert von Zappo am So 16. Okt 2011, 22:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gute Location - reicht nicht mehr?

Beitrag von Thore » So 16. Okt 2011, 22:11

Zappo hat geschrieben:Tja, [snip]

Eine Geschichte, eine passend gebastelte Dose sind natürlich super, aber gute, gehaltvolle Locations gewinnen nicht unbedingt dadurch, daß man sich einen Ringelpietz drumrum ausdenkt - ein guter Ort lebt ja auch von sich selbst und seiner Geschichte.
Wem es nach dem Erlebnis, auf dem gleichen Stein zu vespern wie der Steinzeitjäger oder auf der Fensterbank wie Ritter Kunibert, auf dem Klappstuhl der Soldaten anno 45 im Bunker zu sitzen noch nach MEHR Unterhaltung dürstet, soll halt sein Tamagotchi auspacken. Aber der spielt auch wahrscheinlich am Grand Canyon auf dem Handy.

Zappo
Zappo, Danke. Danke für diesen Beitrag, der es (meiner Ansicht nach) auf den Punkt bringt.
Thore

P.S.: ich hab mich gerade durch den zitierten Fraden gelesen. ...
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