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Rechtliche Aspekte des Geocachens

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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robbi_kl
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Re: Unfassbares Unglück in Pirna

Beitrag von robbi_kl » Di 20. Dez 2011, 21:12

UF aus LD hat geschrieben:Die Frage der Besitzstörung und der Eigentumsrechte, Verkehrssicherungspflichten und Beseitigungsansprüche sind sind nicht neu seit "Geocaching", sondern recht alte und daher ausdiskutierte Rechtsinstitute mit umfassender Rechtsprechung des BGH und sogar schon des RGs, die gibt es schon mindestens seit dem es das BGB gibt (1900).
So ist es. Geocaching begründet ja auch keine neuen Rechtsfragen und offenbart keine bisher unbekannten Regelungslücken. Alle Rechtsgebiete, die beim Cachen berührt sein können, existierten auch schon lange zuvor. Neu ist allenfalls die Vielzahl und die "Mischung" der in Frage kommenden Rechtsgebiete. Bezüglich der rechtlichen Bewertung erwarte ich auch keine geocaching-spezifische Kehrtwende in der Verwaltungspraxis oder in der Rechtsprechung. Allenfalls neue Rechtsvorschriften, die das Cachen in irgendeiner Form reglementieren, würde ich erwarten.

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KoenigDickBauch
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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von KoenigDickBauch » Mi 21. Dez 2011, 11:08

Kommen wir doch wieder zu dem Ausgang meines Beitrages wieder zurück (Der erste fehlt leider in diesem Thread). Anlass für mich war ja der tödliche Unfall. In diesem Text wird der Owner nicht vollständig von einer Verkehrssicherungspflicht entbunden. Die Beschreibung und damit die T-Wertung sollte dem Cache angemessen sein.

Für mich wäre also es auch schon T5, wenn man auf einen Steg hinausgeht und man sich der Sicherheit wegen angurten sollte.
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rolf39
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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von rolf39 » Mi 21. Dez 2011, 12:10

T5, weil ich eine stark befahrene Kreuzung ohne Zebrastreifen und Ampel überqueren muß, um an den Cache auf dem Mittelstreifen zu kommen?
T5 beim Cache unter dem Bootssteg, der vom Steg aus erreichbar ist?
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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von radioscout » Mi 21. Dez 2011, 12:18

KoenigDickBauch hat geschrieben: Für mich wäre also es auch schon T5, wenn man auf einen Steg hinausgeht und man sich der Sicherheit wegen angurten sollte.
So sollte es sein.

Ich habe einige Dosen gefunden, die in ca. 3-5 Meter Höhe in Bäumen hingen und deren T-Wert zwischen 2 und 3,5 lag. Wenn ich nicht auf dem Weg von oder zu einem Kunden gewesen wäre und deshalb eine Leiter im Auto hatte, hätte ich diese Caches nie (sicher) erreichen können.

Aber solange es User gibt, die in den D- und T-Werten irgendeinen Statistenkram statt einer Angabe über die Schwierigkeit sehen und die keine hohen Werte "verschenken" oder "seltene" Werte für die Matrixstatisten "anbieten" wollen, wird dieses Problem bestehen bleiben.
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von do1000 » Mi 21. Dez 2011, 12:19

Bei meinen Caches habe ich mich bei der T-Bewertung stets an die im Falle eines Falles zu erwartenden Schäden gehalten. Dass Sportler auch ohne Sicherung an einer 10m-Brücke klettern können, spielt für mich keine Rolle. Ausserdem erhoffe ich mir damit, "übergewichtige Hausfrauen" abzuschrecken, die bei T5 sicher eher mal den Kopf einschalten. Dies ist für mich der einzige vernünftige Bewertungsmaßstab. Ich verstehe T5 daher im Sinne von "man sollte sich sichern".

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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von argus1972 » Mi 21. Dez 2011, 12:20

rolf39 hat geschrieben:T5, weil ich eine stark befahrene Kreuzung ohne Zebrastreifen und Ampel überqueren muß, um an den Cache auf dem Mittelstreifen zu kommen?
Der Vergleich hinkt, aber gewaltig!
Es mag vielleicht einigen aus der T5-Riege nicht passen, aber vermutlich würden sich Arbeiter auf besagter Brücke tatsächlich angurten - für ihre Sicherheit.
Damit ist der Gedanke nicht abwegig, dass dies an dieser Stelle auch für Geocacher prinzipiell empfehlenswert gewesen wäre.
Daher kann ich mich KoenigDickBauchs Gedankengang vollauf anschließen.
Bitte prüfen Sie der Umwelt zuliebe, ob dieser Beitrag wirklich ausgedruckt werden muss!

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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von Zappo » Mi 21. Dez 2011, 13:42

Eigentlich bin ich ja nicht dafür, daß man dem Cacher aus seiner Eigenverantwortung entläßt - sonst sind wir ja ganz schnell beim Aufkleber auf der Microwelle wg. Pudel - und beim Einzäunen von Sehenswürdigkeiten in freier Natur sowie Einrüsten von Burgruinen. Trotzdem ist natürlich eine sinnvolle Terrainwertung Pflicht. Nur ist da auch die Wahrheit eventuell schwer zu definieren - insbesonders bei technischen Einrichtungen. Ne Leiter hochzuklettern, ist z.B. nicht gerade schwer - wenn aber eine Sprosse fehlt - wie oft - siehts dann schon anders aus. Das - wie andere versteckte Probleme - gehört auch ins Listing.

Trotzdem sollte jeder wissen, was ER macht - da kann der Owner noch hundertmal T2 hinschreiben, wenn ich es mir nicht zutraue, verzichte ich. Und wenn ich dann im Log der Vorgänger lese, daß man :D mal geschwind den Hund anbindet und den Baum hochklettert , dann macht mir da eher wenig aus. Es ist ja jedem ein anderes Talent gegeben, und es ist ja nicht verboten, den Freeclimber zu machen - wenn man es denn kann. Ich saß mal im Schwarzwald am Felsen, als ein ca 70Jähriger Wandersmann mit Bundhosen und kariertem Hemd um die Ecke kam, seinen Affen ablegte und im Handumdrehen die senkrechte Felswand hochkletterte - weil er das offensichtlich konnte - was seine Frau auch dann im Gespräch bestätigte.

Allerdings gehört da auch ein gewisses Training und Beschäftigung mit der Materie dazu - was der Geocacher im allgemeinen nicht hat - Ob es jetzt der Baum ist, den er -das erste Mal seit der Jugend- hochsteigt oder sich mit Kurzeinweisung am Steinbruch abseilt. Da hat sich eine gewisse Gewöhnung an fragwürdige Situationen eingestellt, die sich Profis oft nicht zutrauen würden - denn für die muß es ja IMMER gut ausgehen, nicht nur mit Glück einmal.

Zappo
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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von KoenigDickBauch » Mi 21. Dez 2011, 14:15

rolf39 hat geschrieben:T5, weil ich eine stark befahrene Kreuzung ohne Zebrastreifen und Ampel überqueren muß, um an den Cache auf dem Mittelstreifen zu kommen?
T5 beim Cache unter dem Bootssteg, der vom Steg aus erreichbar ist?
ja, ich verstehe deine Bedenken. Wo soll man die Grenze ziehen. Unter Steg meinte ich nicht einen Bootssteg sondern, so Dinger an irgend welchen Masten.

Als Owner ist man Kenner des Ortes (sollte man sein). Als Cacher kommt man vielleicht nur einmal im Leben dahin und kennt die sonst ungewöhnlichen Begebenheiten nicht. Sei es ein Pilz, der die Holzplanken schlüpfriger als Eis machen, die Eisenstangen in einem Tunnel, die in den Kopfbereich langen, der Modder, bei dem es einem die Schuhe auszieht, wenn man rein tritt. Auf solche ungewöhnlichen Sachen muss der Owner, wenn er Kenntnis davon hat, hinweisen. Auch sollte er davon ausgehen, das die, die er anlockt, nicht so geschickt sind wie er. Und wenn wir ehrlich sind, es wachsen immer mehr ungeschickte Cacher nach.


PS: Ein Cache auf dem Mittelstreifen ist mehr als unnötig.
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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von adorfer » Mi 21. Dez 2011, 14:36

do1000 hat geschrieben: Ich verstehe T5 daher im Sinne von "man sollte sich sichern".
Ich gehe gerne ein Wette ein, dass kein einziger der Vorlogger sich an der Stelle für die Suche gesichert hat.

Abgesehen davon verwechselst Du immernoch die Attribute "Climbing Gear required"/"Difficult Climbing" und/oder "Dangerous Area" (Totentopf-Logo) mit T5 ("special equipment required with special training.")

Um zum Threadstart zurückzukommen:
Es wird dringend Zeit, dass Geocaching einfach schlicht verboten wird, sofern keine schriftliche Genehmigung für jede Dose vorgelegt werden kann und dieser Prozess auch hinreichend qualitätsgesichert wird.

Dann hat nämlich immer jemand die Verantwortung für die Verkehrssicherung.
Zudem sind die Zahl der Dosen auf unter 5% der heutigen Schwemme.

So wäre der ganze Spuk mit dem Massengaudi endlich vorbei.
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Re: Rechtliche Aspekte des Geocachens

Beitrag von do1000 » Mi 21. Dez 2011, 14:47

-jha- hat geschrieben:Ich gehe gerne ein Wette ein, dass kein einziger der Vorlogger sich an der Stelle für die Suche gesichert hat.
Denke ich auch. Aber ob sich einer sichert oder nicht, ist sein Bier, solange er über mögliche Gefahren im Bilde ist.
-jha- hat geschrieben: Abgesehen davon verwechselst Du immernoch die Attribute "Climbing Gear required"/"Difficult Climbing" und/oder "Dangerous Area" (Totentopf-Logo) mit T5 ("special equipment required with special training.")
Mag sein. Aber ehrlich gesagt, solange es sich nicht um einen schweren T5 handelt, achte ich persönlich überhaupt nicht auf die Attribute und unterstelle, dass auch andere sie bei "leichten" Caches nicht eines Blickes würdigen. Die T-Wertung fällt da doch viel effektiver ins Auge.
-jha- hat geschrieben:Um zum Threadstart zurückzukommen:
Es wird dringend Zeit, dass Geocaching einfach schlicht verboten wird, sofern keine schriftliche Genehmigung für jede Dose vorgelegt werden kann und dieser Prozess auch hinreichend qualitätsgesichert wird. Dann hat nämlich immer jemand die Verantwortung für die Verkehrssicherung.
Deine aber nicht meine Meinung.

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