GPS-Empfänger ortbar?

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

Benutzeravatar
Schnüffelstück
Geoguru
Beiträge: 3118
Registriert: Mo 5. Apr 2004, 08:21

GPS-Empfänger ortbar?

Beitrag von Schnüffelstück » Do 14. Okt 2004, 11:31

Gerade eben bin ich über folgende Aussage gestolpert:

"It is possible to detect some GPS receivers by the electromagnetic radiation they emit. GPS L1 receivers all generate a pseudo-random digital "noise" source at a 1.023 MHz chiprate. This is then used to correlate against the GPS satellite's transmitted coarse acquisition (CA) data stream on 1575.42 MHz. By searching for spurious radiation of the 1.023 MHz data stream, and its harmonics, you can attempt to locate a GPS receiver. By verifing that you "hear" a data stream at 1.023 MHz, 2.046 MHz, 3.069 MHz, etc. you can be sure that you've found a GPS receiver."

Da kamen bei mir folgende Fragen auf:
- Welche Empfänger sind gemeint? Gezeigt wurde der Effekt an einem Magellan 315
- Damit wäre eigentlich jegliche Benutzung eines GPSr im Flugzeug verboten, oder?
- Welche kann Leistung dieser Sender haben?

Schnüffelstück
Schnüffelstück

Bild

Werbung:
Benutzeravatar
Neuromancer2K4
Geomaster
Beiträge: 390
Registriert: Di 3. Aug 2004, 12:35
Wohnort: 82110 Germering
Kontaktdaten:

Beitrag von Neuromancer2K4 » Do 14. Okt 2004, 11:55

Wenn ich mich an meinen Leistungskurs Physik zurück erinnere, dann glaube ich noch zu wissen, dass jeder Empfänger auch gleichzeitig ein ganz schwacher Sender ist.

Gemeint ist damit, dass der Dipol, der beim Empfang ja anfängt zu schwingen dadurch auch eine ganz geringe Leistung absendet, da der Dipol ja eine entsprechende Resonanzschwingung erzeugt, die für seine Länge spezifisch ist, liegt die immer in einem entsprechenden Frequenzbereich, der vom eigentlich zu empfangenden Signal leicht abweicht.

Beim Bund haben wir uns auch mal ein bisschen damit beschäfftigt, als wir mal einen Exkurs zu unseren "Gegnern" gemacht haben (Ich war Richtfunker und wir haben uns das mal beim Stör- und Abhördienst angesehen, wie die uns "ärgern" könnten.)

Es ist sogar so, dass ein entsprechender Dipol, der nirgendwo angeschlossen ist, aber halt die passende Länge für eine bestimmte Frequenz aufweist, anfängt zu schwingen und somit auch wieder als Sender fungiert.


Ich kann mich erinnern, dass früher manchmal so gelbe Peilungswagen von der Post durch die Gegend gefahren sind, um damit Leuten auf die Spur zu kommen, die illegalerweise Frequenzen empfangen, die sie eigentlich nicht empfangen dürften.

Aufgrund der geringen Größe des Dipols eines GPSr dürfte der Radius, in dem die Strahlung noch wirksam messbar ist jedoch kaum das Gehäuse des Gerätes verlassen.

Mit einer sehr fein abgestimmten Peilantenne könnte das jedoch noch auf eine etwas größere Entfernung gehen (5-10m ???)

Fazit: "Jede Antenne ist immer auch ein Sender"

Benutzeravatar
Schnüffelstück
Geoguru
Beiträge: 3118
Registriert: Mo 5. Apr 2004, 08:21

Beitrag von Schnüffelstück » Do 14. Okt 2004, 12:17

Neuromancer2K4 hat geschrieben:Aufgrund der geringen Größe des Dipols eines GPSr dürfte der Radius, in dem die Strahlung noch wirksam messbar ist jedoch kaum das Gehäuse des Gerätes verlassen.

Mit einer sehr fein abgestimmten Peilantenne könnte das jedoch noch auf eine etwas größere Entfernung gehen (5-10m ???)

Fazit: "Jede Antenne ist immer auch ein Sender"


In dem Beispiel lag das GPSr direkt neben dem Empfänger, also von Antenne zu Antenne ca. 5cm. Aber trotzdem sollte es für den Flugzeugbetrieb eigentlich irrelevant sein, da es schätzungsweise deutlich weniger strahlt als ein ausgeschaltetes Handy.

Schnüffelstück
Schnüffelstück

Bild

Benutzeravatar
radioscout
Geoking
Beiträge: 22800
Registriert: Mo 1. Mär 2004, 00:05
Wohnort: Aachen

Beitrag von radioscout » Do 14. Okt 2004, 12:47

Nahezu jeder Empfänger benutzt einen Oszillator und Mischer, um die Empfangsfrequenz auf die Zwischenfrequenz zu bringen. Dieser Oszillator ist eine Art kleiner Sender. Ihr kennt doch alle das Experiment mit den zwei UKW-Radios?
Hier scheint aber eher das Abhören der vom Digitalteil des GPSr ausgehenden Signale gemeint zu sein, der, wie jeder Computer, Störstrahlung erzeugt (einfach mal ein Radio direkt neben den PC stellen und selber hören, was da raussendet).
Die Reichweite ist allerdings extrem gering, da die GPSr sehr gut geschirmt sind.

Benutzeravatar
PumpkinEater
Geocacher
Beiträge: 126
Registriert: Mi 13. Okt 2004, 14:52
Kontaktdaten:

Beitrag von PumpkinEater » Do 14. Okt 2004, 13:05

Zur Benutzung eines GPS-Empfängers im Flugzeug ist vielleicht folgende Seite ganz interessant:

http://www.kowoma.de/gps/zusatzerklaeru ... ugzeug.htm
Gruß
PumpkinEater

Benutzeravatar
Schnüffelstück
Geoguru
Beiträge: 3118
Registriert: Mo 5. Apr 2004, 08:21

Beitrag von Schnüffelstück » Do 14. Okt 2004, 14:08

PumpkinEater hat geschrieben:Zur Benutzung eines GPS-Empfängers im Flugzeug ist vielleicht folgende Seite ganz interessant:

http://www.kowoma.de/gps/zusatzerklaeru ... ugzeug.htm


Gute Seite, kannte ich schon, habe mich aber noch nie daran gehalten, weil
- bei der MIAT keine Elektronik im Flugzeug ist, die gestört werden könnte. Da wird auch im Flieger telefoniert.
- das foretrex so flach ist, dass es zwischen die "Plastikvorhangschieber" und das Fenster passt. So wurde kein Passagier optisch gestört und damit wird auch meist die Elektronik nicht gestört. Was ich nicht weiß...

Schnüffelstück
Schnüffelstück

Bild

Benutzeravatar
Sir Cachelot
Geoguru
Beiträge: 4021
Registriert: Mo 21. Jun 2004, 17:03
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Sir Cachelot » Do 14. Okt 2004, 14:10

also, wenn man an ein gpsr einen mittelwellenempfänger dran hält, hört man einen träger.
aber das geht vielleicht 50cm und dann ist schluss.

Benutzeravatar
Schnüffelstück
Geoguru
Beiträge: 3118
Registriert: Mo 5. Apr 2004, 08:21

Beitrag von Schnüffelstück » Do 14. Okt 2004, 16:03

Sir Cachelot hat geschrieben:also, wenn man an ein gpsr einen mittelwellenempfänger dran hält, hört man einen träger.
aber das geht vielleicht 50cm und dann ist schluss.


Egal auf welcher Frequenz man den Empfänger stehen hat?

Schnüffelstück
Schnüffelstück

Bild

Benutzeravatar
HeatseekerGER
Geocacher
Beiträge: 139
Registriert: Sa 3. Jul 2004, 15:09
Wohnort: Göttingen / Wilhelmshaven
Kontaktdaten:

Beitrag von HeatseekerGER » Do 14. Okt 2004, 16:49

Moin, kann es evtl sein, dass die Displaybeleuchtung an war? Die arbeitet mit einem Hochfrequenten Inverter, daher auch da leichte Brummen (z.B. beim Sportrak)
Zum Thema Dipol: Kann ich die Aussagen wohl bestätigen, dass ein Empfänger auch gleichzeitig ein gaaaanz schwacher Sender ist (wenn die Antenne in Resonanz kommt). Aber ich dachte das GPS Signal wäre so aufgebaut, dass man es eignetlich nicht auf einer bestimmten Frequenz wahr nimmt, sondern als eine Art codiertes Rauschen, somit ist eigentlich auch die Antenne nicht auf eine Freuqenz sondern auch auf ein Frequenzband ausgelegt, was die Ortung noch zusätzlich erschweren sollte. Auch meine ich, das es beim Senden nicht zu eine Frequenzverschiebung kommt sonder um eine Phasenverschiebung, und sowas sollte sich eignetlich nicht mehr orten lassen.
Grüße
HeatseekerGER
(armer Physikstudent in Göttingen der gerade für eine sch*** Mathe prüfung pauckt)
Bild

Benutzeravatar
Sir Cachelot
Geoguru
Beiträge: 4021
Registriert: Mo 21. Jun 2004, 17:03
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Sir Cachelot » Do 14. Okt 2004, 19:51

bei einem schlechten mw-empfänger ist es wohl egal, aber man könnte ja mal 1.023 MHz einstellen, dann müßte es gut hörbar sein.
display war natürlich aus.
ich merkt das immer, wenn ich swr contra höre und in der hand den y. etrex habe. wenn ich dem radio zu nahe komme, dann rauschts und pfiepts.
habs grad mal ausprobiert, display macht kein extra rauschen.
könnte natürlich auch der oszillator sein. auf jeden fall macht mein monitor bedeutent mehr noise auf mw.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder