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Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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D-Thorolf
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Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von D-Thorolf » Fr 25. Mai 2012, 08:38

In den letzten Tagen habe ich mir etliche Blogs durchgelesen, in denen von Verboten von Caches die Rede war. Das Highlight dürfte der Geocaching Forever PT sein, aber auch das Auslegeverbot in einigen Wäldern bei Mainz und die Archivierung von Höhlencaches in einigen Landkreisen.

Während im Powertrail-Thread die Diskussion auf sehr friedlichem Niveau läuft haben die "wilden Kommentare" in den einzelnen Blogs ein ganz anderes Niveau.

Die Aussagen gehen von Willkür der Behörden, Herrenrasse der Jäger & Förster, Aufruf zum Widerstand usw. usf. Andere wiederum sind der festen Überzeugung: Alle sind Schuld - nur nicht "wir" Cacher. Alle hacken auf uns rum. Keiner kennt irgendwen, der sich wie die Axt im Walde aufführt. Man selbst geht auch nur mit Samthandschuhen in den Wald oder an die Leitplanke. Kurzum: Wir sind Opfer.

Bei solchen Kommentaren geht meine Reaktion von Kopfschütteln bis Unwohlsein. Welche Personen üben da das gleiche Hobby aus wie ich? Die aktuellen staatlichen Verbote scheinen bei einigen (oder vielen?) etwas reflexartiges loszutreten...der Staat will mir an mein persönliches Glück und mich gängeln. Das läßt man sich natürlich nicht bieten und wird zum Rebellen. Zumindest verbal. Anarchie-Bedosung wird es wohl nicht wirklich geben... vermutlich.

Bei keinen meiner anderen Hobbys ist mir von der Mehrheit eine derartige fehlende Selbstreflexion über eigenes (Fehl-)Verhalten aufgefallen. Das Hobby wird längst nicht mehr so gemacht, wie noch vor zwei oder drei Jahren (oder noch weiter in der
Vergangenheit). Von der Intention ist sowieso nichts mehr übrig. Es ist ein Wettbewerb unter Hundertausenden geworden. Wie sich der 1. Platz definiert wird zwar noch unterschiedlich beantwortet. Aber alle* rennen wild durch Wald & Wiese. Und treten sie platt. Alle* Rennen in Ruinen. Und beunruhigen Anwohner. Legen Dosen an Orte, wo Muggel zwangsläufig darauf gestoßen werden, worum es geht.
Aber nein, keiner* macht was kaputt oder stört irgendwen. Alle* suchen natürlich auch nur die Dosen, welche mit den Regeln und der Natur im Einklang stehen. Mit so einer Einstellung darf man sich nicht wundern, wenn der Staat mit der Sense durch die Cacherwiese geht.

Mein (vorläufiges) Fazit: Staatliche Verbote sind förderlich fürs cachen!

Warum? Selbstkontrolle existierte nie und kann nun auch nicht mehr eingeführt werden.
Daher: Es muß mit Kanonen auf Spatzen geschossen werden! Je weniger legale Möglichkeiten es gibt um Dosen zu verstecken und bei GC, OC usw. zu listen umso uninteressanter wird das Hobby. Der Hype hört auf, das Hobby wird unattraktiv, es werden weniger Cacher. Viele Dosen verschwinden und es kommen kaum noch neue hinzu. In ein paar Jahren ist es ruhig um alles geworden. Die Verbote sind zwar noch vorhanden - aber ein gewisse Duldung ist mittlerweile eingetreten und alles verläuft in ruhigen Bahnen.

Tja...nun stell ich mal die Frage in den Raum: War heute morgen was im Kieler Leitungswasser oder sind staatliche Verbote wirklich ein Mittel, evt. das Letzte Mittel, um das Cachen zu retten und in vernünftige Bahnen zu lenken? :^^:

(* bedeutet: ich, du und die anderen die du und ich kennen)

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Bursche
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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von Bursche » Fr 25. Mai 2012, 08:52

Ich halte das für den schlechteren Weg.

Okay wir sind uns darüber einig, dass es Dosen gibt, die zu häufig besucht werden. Nun gibt es 2 Möglichkeiten: Die von die vorgeschlagene Reduzierung der Mitspieler oder aber eine Reduzierung der Aktivität der Mitspieler. Ich halte eine Reduzierung der Aktivität der einzelnen Mitspieler für wesentlich geeigneter ein Duldung unseres Hobbys zu erreichen, als den von Dir vorgeschlagenen Weg.

Hätten in Altensteig/Neuweiler nicht 286 Dosen über 300 Cacher angelockt sondern 3 Super-Dosen zu solch einem Besucheransturm geführt, wäre der Protest dagegen vermutlich weniger heftig ausgefallen.

Würden Geocacher wieder 2-3 Dosen in der Woche suchen und nicht 20-30 (manche sicher noch viel mehr) dann würden wir noch 10mal so viele neue Mitspieler vertragen. Jeder Neue Mitspieler führt aber auch dazu, dass wir nicht mehr eine kleine Gruppe von Spinnern sind. Und mal ehrlich, welche Stadtverwaltung würde Geocachen verbieten, wenn ständig bei der Volkshochschule GC-Kurse gäbe, wenn der Förster selbst Cachen würde oder die Tochter des Bürgermeisters mit der Jungschar Cachen gehen würde?

Mark
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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von Mark » Fr 25. Mai 2012, 09:03

Die "Verbote" sind lächerlich. Der Wanderer darf auf dem Weg wandern, der Geocacher darf auf dem selben Weg keine Filmdose an einem Schild oder an einer Bank suchen. Dann doch bitte konsequent und beide vertreiben.

Es geht bei GC Forever (das übrigens alles, aber kein PT ist) nicht ums geocachen sondern schlicht ums Geld. Irgendein Jagdpächter will das nicht, "droht" der Gemeinde, seinen Pachtvertrag nicht zu verlängern. Aufm Dorf kennt man sich. Mehr sag ich dazu nicht.

Die Baumanns
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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von Die Baumanns » Fr 25. Mai 2012, 09:07

Ich denke, ungeschickt angelegt Powertrails sind ein großes Problem.
Während der normale Cacher solche Dinge mit dem Rad erledigt, gibt es sie Leute die alles mit dem Auto anfahren und weder vor landwirtschaftlichen Wegen halt machen, beim loggen die Karre laufen lasse und das ganze zudem noch nachts erledigen.
Bei der erlangen vieler Punkte wird die Birne ausgeschaltet.

Aber auch das Interesse für Kommunikation unbd Weiterbildung zu naturverträglichem Cachen ist nicht wirklich hoch. Wenn ich mit die Will Attends für http://www.gecko-event.de bzw. http://coord.info/GC3A99E spiegelt schon ein nur geringes Interesse wieder.

An eine Selbstregulierung glaube ich auch nicht mehr, da helfen nur noch Exempel.

Gruß Guido
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten! (Dieter Nuhr)
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steingesicht
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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von steingesicht » Fr 25. Mai 2012, 09:18

D-Thorolf hat geschrieben:Staatliche Verbote sind förderlich fürs cachen!
+1
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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von Merkur » Fr 25. Mai 2012, 09:34

Es gibt keine wirksamen Verbote. Irgendwo unerlaubt eine Plastikdose abzulegen ist Umweltverschmutzung und war es auch schon immer. Eine Plastikdose in frei zugänglichem Gelände zu suchen ist erlaubt und kann schwerlich verboten werden.
Verbote sind demzufolge nichts anderes als leere Drohungen - lediglich die Ordnungswiedrigkeit "Umweltverschmutzung" kann schärfer verfolgt werden.
Das wars dann aber auch schon.

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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von argus1972 » Fr 25. Mai 2012, 09:49

Wenn ich auch eigentlich überzeugter Gegner von übermäßiger Reglementierung durch die holde Obrigkeit bin, kann ich in Bezug auf "Geocachingverbote" dem Startbeitrag nur uneingeschränkt zustimmen.

Nur so lernt die Community hoffentlich wieder etwas Selbstbeschränkung, bzw. kommt vielleicht dazu, sich über Massenbedosung, Massenlogs und die Sinnhaftigkeit der Dosen (die richtigen) Gedanken zu machen.
Andererseits ist das nur ein frommer Wunsch, denn Gelegenheit dazu gab es schon immer, oder nicht?
Hat nur kaum jemand beachtet.

Und wenn solche Verbote flächendeckend kommen und damit das Hobby unter den großen Petlingportalen mit all der wuchernden Flachcacherei, den Dosenbergen, den maximal zugedosten Landstrichen und den schmerzfreien Sucherherden auf tumber Punktejagd unattraktiv machen, weil es auf der Punktekarte nach und nach radikalen Kahlschlag gibt, kann das für Geocaching an sich und den kleinen konspirativ agierenden Rest der dann noch übrigen Aktiven, die andere verdecktere Mittel und Wege finden werden, sich über die zwar "illegalen" aber dafür wenigen und mit Kopf gelegten Dosen zu informieren, unter dem ursprünglichen Grundgedanken (zeige mir eine schöne Stelle, beeindrucke mich mit einem schönen Cache, ...) wirklich nur von Vorteil sein.

Ich sehe Geocachingverbote als evolutionäre Selbstreinigung.
Es wurden "von unserer Art" zu viele und "die Natur" regelt ab.

Und um es noch mal zu betonen, weil es so gerne vergessen wird: Die Szene hat die Verbote selbst heraufbeschworen, weil sie zu lange zu verstandlos und zu unvernünftig im Brutfocemodus dem Hobby nachging.
Wer deswegen jetzt heult, wenn die Verbote kommen, sollte genau diese Tatsache mal überdenken und sich daran gewöhnen, dass noch viel mehr Verbote kommen werden.

Das Hobby hat in seiner momentanen Ausprägung und und Spielart seine Zukunft schon längst hinter sich, es merkt nur bislang kaum jemand, oder man verschließt davor gekonnt die Augen.
Bitte prüfen Sie der Umwelt zuliebe, ob dieser Beitrag wirklich ausgedruckt werden muss!

Bekennender Genusscacher, DNF-, NM- und SBA-Logger
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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von GeoSilverio » Fr 25. Mai 2012, 09:51

Merkur hat geschrieben:Es gibt keine wirksamen Verbote. Irgendwo unerlaubt eine Plastikdose abzulegen ist Umweltverschmutzung und war es auch schon immer. Eine Plastikdose in frei zugänglichem Gelände zu suchen ist erlaubt und kann schwerlich verboten werden.
Verbote sind demzufolge nichts anderes als leere Drohungen - lediglich die Ordnungswiedrigkeit "Umweltverschmutzung" kann schärfer verfolgt werden.
Das wars dann aber auch schon.
So sehe ich das auch, auf der anderen Seite sollte man derzeit nun vielleicht nicht unbedingt in Altensteig neue Caches auslegen und wahrscheinlich Groundspeak bzw. die Reviewer werden erst mal keine neuen Caches dort zulassen.

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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von Zappo » Fr 25. Mai 2012, 10:16

Cachen Variante A:

Solange Caches im gröberen Sinne mit Heimatkunde/Naturkunde/Wissensvermittlung argumentatorisch in Verbindung zu bringen sind, entsteht durchs Cachen ein gewisser Mehrwert, wodurch in Abwägung mit den ab und an auftretenden Beeinträchtigungen der Natur noch ein positiver Aspekt bleibt. Das gepaart mit einer Cachedichte, die nicht jeden den Kopf schütteln läßt, würde dem Cachen eine gewisse Akzeptanz verleihen.

Macht Arbeit, stört, beieinträchtigt - bringt aber sinnvollen Mehrwert : Abwägung möglich.

Cachen Variante B:

Flächendeckende Bedosung ohne erkennbaren Sinn, außer ein paar Schmerzbefreiten ein internes Wettbewerbsspiel zu ermöglichen.

Macht Arbeit, stört, beieinträchtigt - bringt niemandem was außer Belästigung: kann weg. Lieber heute als morgen. Spazierengehen kann - und darf - man auch ohne Dose - also keinerlei Verlust für die Allgemeinbevölkerung.

Tja, wir sind bei "B" . Weil eine Vielzahl der Leute, die cachen gehen* , das Hobby aus Überaktivität an die Wand fahren, den Sinn und die Umstände, die gewisse Verhaltensweisen erfordern, nicht erkannt haben - und die Community es nicht hinkriegt, eine gewisse Mindestanforderung an Spiel und Aktive durchzusetzen.

20.000 Caches in Deutschland wären völlig ausreichend, man kann am Wochenende auch mit 2 Founds nachhause kommen - nach 5 Jahren 1.000 Founds haben und pro Jahr selbst EINEN legen - und trotzdem ein "erfülltes Cacherleben" :D haben.

Aber DIE Diskussion ist schon uralt, das Ganze hat man sich am A*sch abfingern können. Spätestens seit der unseligen Aufhebung der Powertrailregel - und eben der feindlichen Übernahme des Hobbys durch die Flachcacher.

Gruß Zappo

*man ist geneigt zu sagen, es gibt nicht mehr Cacher als früher - es gehen nur mehr Leute cachen.
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Re: Alle sind gegen uns!?! -> Pro staatliche Cacheverbote!

Beitrag von Zappo » Fr 25. Mai 2012, 10:34

argus1972 hat geschrieben:.....Nur so lernt die Community hoffentlich wieder etwas Selbstbeschränkung, bzw. kommt vielleicht dazu, sich über Massenbedosung, Massenlogs und die Sinnhaftigkeit der Dosen (die richtigen) Gedanken zu machen.
Andererseits ist das nur ein frommer Wunsch, denn Gelegenheit dazu gab es schon immer, oder nicht?
Hat nur kaum jemand beachtet......
Genau: Ein wichtiger Punkt. Hätte man schon immer können. Mal abgesehen davon, daß man das einem Cacher eigentlich nicht sagen muß - und es auch so in den Spielregeln steht.

DESHALB glaube ich auch -ehrlich gesagt- nicht, daß sich da was ändert.

Ich bin da eher autark - bei einem flächendeckenden Verbot wäre zwar alles weg, aber schönes Dosensuchen in kleinem Rahmen hats vor Geocaching schon gegeben und wirds nach Geocaching auch noch geben - und wenn es keine praktische Karte gibt mit Cacheinzeichnung, wird auf richtig gelegte Dosen und bei richtigem Sucherverhalten niemand auf die Dose stoßen. Um die Kompatibilität und Internationalität wärs zwar schade - aber dann cacht man eben im Ausland (ohne USA) - da liegen die Caches noch verträglich und an sinnvollen Stellen. Die Frage ist natürlich, ob das der geringen Zahl von Aktiven oder einem besseren Verständnis geschuldet ist. weiß ich aber auch nicht. Zumindest m.W. in Russland gibts ne Selbstbeschränkung der Community auf Locations und Anspruch.

Gruß Zappo
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