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Jäger erschießt Waldbesucher

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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HansHafen
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von HansHafen » Mo 10. Sep 2012, 13:29

cahhi hat geschrieben:
HansHafen hat geschrieben:
"Der Jäger sei auf freiem Fuß, es bestehe kein Haftgrund. "Dass es ihm nicht gut geht, nachdem er einen Mann erschossen hat, kann sich wohl jeder vorstellen."
Klingt also so nach "was der gute Mann jetzt durchmachen muss, ist schon Strafe genug". Wird wohl auf eine Bewährungs-/Geldstrafe hinauslaufen.
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. U-Haft gibt es nur bei Flucht- oder Verdunkelungsgefahr, ansonsten bleibt man auch bei einer zu erwartenden Haftstrafe bis zum Urteil auf freiem Fuß.
Nein, das war unglücklich ausgedrückt von mir - das eine hat mit dem anderen nix zu tun.
Ich bezog das "Strafe genug" auf lediglich den Teil, der besagte wie es dem Jäger wohl gehen möge...
Und ich befürchte dass eben auch dann die rechtlichen Schritte entsprechend milde ausfallen werden.

Bin jetzt auch kein Verfechter der ultraharten Sanktionierungen und Todesstrafe. Da geht mir auch immer der Hut hoch, wenn ich die mittelalterlichen Vorstellungen einiger Leute heute höre.

Nur die Verhältnismäßigkeit ist oft nicht wirklich gegeben - hier ist ein Mensch tot, wie die Strafe ausfällt bleibt abzuwarten. Aber im gleichen Atemzuge werden andere Vergehen deutlich härter bestraft...

Na was soll's - die Strafe kann eh kaum das Menschleben aufwiegen, egal was nun an Geld fließt oder was abgesessen wird. Das Mindeste wäre aber, dass der "werte Herr" niemals mehr eine Waffe in seine Hand bekommt!

BG
HansHafen

PS: Ich fand die Vorschläge zur Berufsjagd gar nicht so schlecht - dass es eine Ausbildung geben muss um dieses Handwerk auszuüben. Dass WISSEN dahintersteckt und keine anderweitigen Interessen. Dass nämlich eben nicht im Winter wie blöde angefüttert wird, um dann im Sommer ordentlich abzuknallen bzw. sich zu beklagen, dass ohne das Jagen alles den Bach runter geht (und die anderen "Maßnahmen" ausgeblendet werden).

So wie ich es hier oft sehe, ist so eine Treibjagd in meiner Region oft eine große Party. Da wird etwas gejagt, aber es werden eben auch nicht unerhebliche Mengen an Alkohol mitgeführt. Und dass da alle ganz nüchtern sind bei der Jagd? Ich habe schon oft gesehen, wie schon VOR der Jagd ein "kleiner Umtrunk" stattfand...

...ich bin dann woanders spazieren gegangen :???:
Ich und die Schwerkraft, was für eine nervenaufreibende Kombination...

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quercus
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von quercus » Mo 10. Sep 2012, 21:55

Nachtjagdverbot: Man darf in Deutschland nur auf Schwarzwild in der Nacht jagen. Das geht eigentlich nur bei Vollmond und auch nur auf großen freien Flächen. Im Wald ist man als Cacher, der ja auch immer eine Lampe an hat also ziemlich sicher.

Da gibt es als Cacher wahrlich wesentlich größere Gefahren, zumindest was die Häufigkeit angeht (schlimmer als tot geht ja wohl auch nicht). Ich denke, es ist statistisch gesehen wahrscheinlicher beim Nachtcache tödlich zu verunglücken (Ast, Sturz o.ä.) als Opfer einer Kugel zu werden.

Zu den Kommentaren: Es gibt derzeit keine Alternative (finanziell, organisatorisch, rechtlich, politisch) zur praktizierten Jagd. Wir haben im Vergleich zu anderen Ländern noch einen ziemlich hohen Ausbildungsstand und eine ziemlich niedrige "Unfall"-Quote, auch wenn es hier wohl schwer ist an belastbare Zahlen zu kommen.

Ich könnte mir bei den derzeit hohen Wilddichten nur vorstellen, dass man mit Gift oder Antibaby-Pillen etwas erreichen könnte. Zumindest wenn die Schusswaffe tabu ist. Aber das will wohl auch keiner. Den gesellschaftlichen Schaden hoher Wilddichten will aber auch keiner zahlen. Hauptsache die Milch kostet 50ct und der Strom fließt weiter wie bisher.

Man könnte die Jagdgebiete sperren oder wie damals in SH ein Wegegebot in der Nacht einführen. Aber erstens ging es ja hier um ein Feld und zweitens würde das ja noch mehr zweifelhafte Sicherheit für den Jäger vorgaukeln und nur die Verantwortung abwälzen.

Man könnte die Ausbildung verbessern. Na ich denke, die ist in D schon recht gut, nur leider mittlerweile nicht mehr sehr praxisnah. Da lernt man als Jäger irgend welche exotischen Krankheiten, Rechtsbegriffe oder die Brutgewohnheiten seltener Trockenrasenbewohner, aber das praktische Lehrjahr hat man abgeschafft und die Grundlagen der praktischen Ansprache und die kritische Diskussion fehlen oftmals. Also da gibt es tatsächlich noch viel Potential.

Leistungstests für Mensch und Material: Hier ist meiner Meinung nach am meisten Potential. Ich würde dafür plädieren, dass jeder Jäger für die Verlängerung seines Jagdscheines, also mindestens alle drei Jahre einen aktuellen Sehtest mit Nachtsicht (lässt bei vielen im Alter nach)und den bescheinigten, jährlichen, erfolgreichen (also mit guten Schussleistungen) Besuch eines qualifizierten Schießstandes vorweisen muss. Außerdem sollte es einen Waffen-TÜV geben. Also die Verpflichtung seine Waffe alle X Jahre von einem Büchsenmacher überprüfen zu lassen.

Material-Updates: Ich bin dafür, alle technischen Hilfsmittel für eine erfolgreiche, sichere und tierschutz-freundliche Jagd zu zu lassen. Schweine müssen z.Z. nun mal in der Nacht bejagd werden, da sollte eine Restlicht verstärkende Optik für den sicheren Schuss erlaubt sein. Und in der Jägerschaft muss Präzision und Effektivität vor Tradition gestellt werden.

Das sind nur einige der vielen Baustellen im System.
Einige der Punkte hätten das Unglück aber vielleicht verhindern können.

Ach ja, ich jage übrigens auch, aber erstens nicht in der Nacht (da schlafe ich immer ein und in meinem Waldrevier machen Schweine keinen Schaden) und zweitens nach dem Grundsatz "Wald vor Wild". Das heißt, mir geht es einzig um die Reduktion. Das Töten macht mir dabei ungefähr so viel Spaß, wie es wohl auch jedem Tierarzt oder Schlachter macht. Außerdem ist es bei mir Dienstaufgabe.
:langenase2: . :stumm: . :langenase:

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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Kalleson » Mo 10. Sep 2012, 22:57

+1
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Re: AW: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Geosammler » Di 11. Sep 2012, 07:48

Weil hier jemand gefragt hat:
Laut Bayern 3 Nachrichten ist der Jäger 51....

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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Wintergrün » Di 11. Sep 2012, 10:52

[quote="quercus"] Leistungstests für Mensch und Material [quote]

Ich hatte mir immer eingebildet, die gäbe es. Nein? Garnicht? *schluck*

[quote="quercus"] Grundsatz "Wald vor Wild" [quote]
:2thumbs:
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Beleman » Di 11. Sep 2012, 18:08

Mittlerweile heißt es wohl, der Jäger hätte aus nur wenigen Metern Entfernung geschossen.

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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von adorfer » Di 11. Sep 2012, 18:43

Beleman hat geschrieben:Mittlerweile heißt es wohl, der Jäger hätte aus nur wenigen Metern Entfernung geschossen.
Was sind denn "wenige Meter"? 10?
Also "Vor dem Maisfeld gestanden, drin sich was bewegt und komische Laute von sich gegen, $Jägersmann hat dann fix hineingeschossen weil er fürchtete von einer Wildsau angefallen zu werden?"
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von cmowse » Di 11. Sep 2012, 18:46

Beleman hat geschrieben:Mittlerweile heißt es wohl, der Jäger hätte aus nur wenigen Metern Entfernung geschossen.
Böse Spekulation...
Die Entfernung entsprach etwa der der Höhe des Hochsitz...

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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von adorfer » Di 11. Sep 2012, 19:18

cmowse hat geschrieben: Böse Spekulation...
Die Entfernung entsprach etwa der der Höhe des Hochsitz...
4m oder wie hoch war der?
Das würde dann ja einen ziemlich aussagekräftigen Schusskanal geben (sofern sich das Opfer nicht vor dem Schuss mit dem Rücken auf den Boden gelegt haben sollte.)
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Re: AW: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Geosammler » Di 11. Sep 2012, 20:09

Na, na, das klingt ja schon fast nach Hinrichtung.... ;)

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