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Jäger erschießt Waldbesucher

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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Börkumer
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Börkumer » So 9. Sep 2012, 10:35

HansHafen hat geschrieben: Für mich gehts eher in Richtung Mord, zwar kein wirklicher Vorsatz, aber bewusst in Kauf genommen...
Mord ist hier der falsche Ausdruck, man spricht in solchen Fällen von Totschlag. Ansonsten stimme ich dir 100%ig zu.
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Zappo
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Zappo » So 9. Sep 2012, 10:48

HansHafen hat geschrieben:[....Nee, kein Stück, wieso soll der einem leid tun? Weil er so blöde war? Nee, sorry...
Naja, so ein bisserl kann ich da schon mit. Jederzeit kann ich, meine Frau, irgendein Freund oder Bekannter im Zuge einer grandiosen persönlichen Fehlleistung vor der Schule ein Kind umfahren. Das soll jetzt nicht in Täterschutz enden - aber ich denke mal, der Mann hat genug.

Aber wichtiger wäre, daß man daraus lern und endlich mal was ändert - an der Jagd, an der Art der Jagd und ihrer Finanzierung - und an der Frage, wer alles da draußen mit der Knarre rumlaufen kann.

Da geb ich Argus durchaus recht - beim Anblick eines waffentragenden Individuums wird mir leicht unwohl. Selbst bei Polizisten geht mir das so. Ich versuche grundsätzlich, nicht mit Bewaffneten zu reden.

Gruß Zappo
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von cahhi » So 9. Sep 2012, 10:50

HansHafen hat geschrieben: Für mich gehts eher in Richtung Mord, zwar kein wirklicher Vorsatz, aber bewusst in Kauf genommen...
Definitiv kein Mord ("niederer Beweggrund" fehlt, wenn der Jäger nicht z.B. mit der Tat eine andere vertuschen wollte), wenn dann maximal Totschlag. Und der kommt nur raus, wenn sich derjenige um Kopf und Kragen redet. Bei uns gilt "im Zweifel für den Angeklagten", es wird relativ wahrscheinlich eine fährlässige Tötung, für die es immerhin auch bis zu 5 Jahre Gefängnis gibt.

Am Stammtisch wird zwar gerne "das war Mord" geschriehen, ich finde den Unterschied zwischen
"Dem Geldboten mit dem Gewehr auflauern" - Mord
"Im eskalierenden Streit jemanden töten"- Totschlag
"Minimal zu schnell gewesen und Fußgänger überfahren" - Fahrlässige Tötung
"Jemanden zusammenschlagen, der dann aufgrund einer Vorerkrankung stirbt" - Körperverletzung mit Todesfolge

sehr sinnvoll, auch wenn es in so manches Weltbild nicht passt...
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MakG700C
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von MakG700C » So 9. Sep 2012, 10:58

Jäger-Bashing liegt mir fern, aber in letzter Zeit häufen sich die Meldungen über solche Fehlleistungen:

1. Jäger erschießt den Wolf im Westerwald, weil er ihn für einen Hund gehalten hat, obwohl die Presse
seit Tagen über den Wolf berichtet hat. Der Jäger war 71 !!

2. Jäger erschießt ein Pony, weil er es für ein Wildschwein gehalten hat

3. und nun der Mann, der erschossen wurde, weil auch er für ein Wildschwein gehalten wurde.

Ich denke, hier fehlt es an der regelmäßigen Kontrolle und Weiterbildung der Jäger. Man kann einfach heute nicht mehr auf ein Gebüsch schießen, nur weil sich darin etwas bewegt hat in der Nacht. Dabei gilt, erst ansprechen und sicher sein, was man da im Visier hat, dann erst abdrücken.

Gruß MaKG700c

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HansHafen
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von HansHafen » So 9. Sep 2012, 10:59

Zappo hat geschrieben:
HansHafen hat geschrieben:[....Nee, kein Stück, wieso soll der einem leid tun? Weil er so blöde war? Nee, sorry...
Naja, so ein bisserl kann ich da schon mit. Jederzeit kann ich, meine Frau, irgendein Freund oder Bekannter im Zuge einer grandiosen persönlichen Fehlleistung vor der Schule ein Kind umfahren. Das soll jetzt nicht in Täterschutz enden - aber ich denke mal, der Mann hat genug.
Moin,

sicher hat er genug, aber ob er noch Mitleid braucht??? Dann eher das Oper und die Angehörigen.

Denn das Szenario das du schilderst, wäre tatsächlich ein tragischer Unfall. Nicht aufgepasst und jemanden umgefahren... schlimm. Und sicher muss man als Autofahrer immer die Gefährlichkeit dieser Fortbewegungsmethode einkalkulieren.

Aber es ist eben ein Fortbewegungsmittel, keine Tötungswaffe in dem Sinne. Du benutzt es um dich von A nach B zu bewegen. Ich hoffe kaum einer, um absichtlich etwas umzufahren.

Der Jäger sitzt da aber mit einem Tötungsinstrument im Baum und zwar zu dem ZWECK etwas zu TÖTEN. Dann wäre es doch nicht zu viel verlangt, wenn er dann zumindest sicher ist, auf was er da anlegt.

Und wenn es ein Schwein sein könnte, aber auch nur die entfernteste Möglichkeit besteht, dass sich da gerade ein Mensch hinkniet, dann eben nicht drauf schießen. Auch wenn es dann DOCH ein Schwein war...

Daher, für mich kein tragischer Unfall, das Abknallen von einem Menschen.
Das mit dem Auto ist bitter genug, fällt aber eher in die Kategorie Unfall.
Anders sieht es aus, wenn der Fahrer betrunken ist - das hat dann für mich schon etwas wie Vorsatz. Niemand zwingt ihn ja betrunken zu fahren und er nimmt es billigend in Kauf jemanden zu töten...

BG
HansHafen
Ich und die Schwerkraft, was für eine nervenaufreibende Kombination...

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Re: AW: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von Geosammler » So 9. Sep 2012, 11:11

Ich bin dafür, Restlichtverstärker und Nachtsichtgeräte als Zielvorrichtung zuzulassen, um das Risiko zu minimieren, etwas anderes als Wild zu schießen....

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Re: AW: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von cahhi » So 9. Sep 2012, 11:17

Geosammler hat geschrieben:Ich bin dafür, Restlichtverstärker und Nachtsichtgeräte als Zielvorrichtung zuzulassen, um das Risiko zu minimieren, etwas anderes als Wild zu schießen....
Würde es wirklich das Risiko minimieren? Leute, die jetzt abdrücken, wenn sie nicht zu 100% sicher sind, was sie vor sich haben, werden das auch tun, wenn sie technische Helferlein haben. Wenn die heutigen "Sichtproblemfälle" keine mehr sind, dann wird es bei Verhältnissen probiert, wo auch die technischen Helferlein an ihre Grenze kommen, es wird nur die Grenze verschieben...
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von MadCatERZ » So 9. Sep 2012, 11:37

Es ist ein tragischer Unfall, nicht mehr und nicht weniger.
Der Jäger wird bis zum Ende seines Lebens daran knabbern, das kann ihm niemand abnehmen. Die Frage ist doch, ob es Konsequenzen gibt, denn ich bin sicher, dass der zuständige Jagdverband jetzt schon hinter den Kulissen darauf hin arbeitet, dass das ganze als Unfall definiert wird, so dass der Jäger "nur" die zivilrechtlichen Konsequenzen zu tragen haben wird.
Wenn es ganz dicke kommt, fordert irgendein Provinz- oder Landespolitiker eine weitergehende Beschränkung des Betretungsrechts, damit fürderhin alles, was sich im Dunkeln in freier Wildbahn bewegt, abgeknallt werden kann.
Generell habe ich meine eigene Meinung zu Leuten, die sich für einen Beruf mit verpflichtender Waffenausübung entscheiden. Zur Info: Wenn ein Polizist seine Waffe im Einsatz abfeuert, gibt es ein Ermittlungsverfahren, immer, und das aus gutem Grund.

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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von cahhi » So 9. Sep 2012, 11:44

denn ich bin sicher, dass der zuständige Jagdverband jetzt schon hinter den Kulissen darauf hin arbeitet, dass das ganze als Unfall definiert wird, so dass der Jäger "nur" die zivilrechtlichen Konsequenzen zu tragen haben wird.
Bei einem Tötungsdelikt?

Die Staatsanwaltschaft wird bei sowas vollautomatisch eingeschaltet und das ganze wegen "geringer Schuld" eingestellt wird, kann ich mir nicht vorstellen.

[edit]

Der Fachbegriff ist "Offizialdelkt". Hier muss auch ohne Strafantrag ermittelt werden.
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Re: Jäger erschießt Waldbesucher

Beitrag von MadCatERZ » So 9. Sep 2012, 11:54

Wird jeder bestraft, der einen Menschen überfährt?

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