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Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von Fadenkreuz » Fr 7. Dez 2012, 21:36

Diese Idee wurde bereits in die Praxis umgesetzt. Es gibt einen belanglosen Tradi in der Nähe eines Supermarktes. Darin findet man Instruktionen, wo man ganz in der Nähe einen LP findet und wie man da rein kommt. Auch die Koordinaten der Station 1 dieses LPs sind angegeben. Dieser LP ist auf keiner Plattform gelistet, man kann ihn entweder auf eigene Faust erkunden oder auch eine "Schnitzeljagd" spielen, weil es innerhalb des LPs weitere Stationen und ein "Final" mit Logbuch gibt. Es ist also vom Ablauf her wie ein Cache, nur online kann man ihn nicht loggen und somit auch keinen "Punkt" im Fundzähler kassieren.

Nachteil: Man kann nicht gezielt nach solchen plattformlosen Caches suchen. Sie werden entweder per Mundpropaganda bekannt oder über Websites, die keine eigene Plattform darstellen (z.B. BC).

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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von Marschkompasszahl » Fr 7. Dez 2012, 21:52

Starglider hat geschrieben:Geht es hier vielleicht zufällig um die Caches im Ober-Olmer Wald die auf Verlangen des Forstamtes bei geocaching.com archiviert wurden?
Nein. Die Archivierungsaktion brachte mich nur zu ein paar Überlegungen. Diese zielen aber nicht darauf ab, tatsächlich existierende Dosen an gleicher Stelle weiterleben zu lassen.
iceman_gk hat geschrieben:Ich denke das diese Art Caches in Zukunft zunehmen wird und GC.com nur noch als Hinweissuche für die tollen Caches dienen wird.
Nein, die Intention ist auch nicht, den Cache bei GC.com hochzuladen, archivieren zu lassen und dann als Geheimtipp weiter laufen zu lassen. Oder unter einem immer noch aktiven 'Leitplankenmikro' einen begehbaren XXL auszugraben.
Das würde auch nicht funktionieren. Früher oder später würden spoilernde Logs auftauchen und/ oder Hinweise und Fotos beim Reviewer eingehen.


Es geht mir schon um die Frage, inwieweit eine (vermeintlich) störende Dose tatsächlich auf Geheiß des Försters (oder von wem auch immer) entfernt werden kann, muss und darf!
Bei Privatgrund oder dergleichen, ist es rechtlich klar. Aber gab es nicht auch eine Ortschaft, die GC komplett verbieten wollte? Wo nicht einmal die Dose am eigenen Gartenzaun erlaubt wäre? => Altensteig, im Schwarzwald.
Wie auch immer - jemand stellt fest, dass in seinem Gebiet gecachet wird, googelt und landet bei GC.com und verlangt die Einstellung des Spiels und gleichzeitige Entfernung der Dose. Soweit so gut. In dem Fall gibt bspw. Groundspeak die Anweisung an den/ die Reviewer, alle Dosen in dem Areal ins Archiv zu schicken. Gleichsam wird der Owner um das Einsammeln der Dose gebeten. Meiner Ansicht nach ist damit aber auch der Auftrag/ die Beteiligung der jeweiligen Plattform beendet.
Was tut dann aber der Grundstückseigner wenn die Dose weiterhin da liegt? Bspw. die dicke Stahlkette mit Tresor am Baum hängt? Und was macht er erst beim D5er Mystery? Darf er sich die entfernen und aneignen? Würde er sich da nicht selber in die Nesseln setzen? (widerrechtliches Aneignen oder so etwas?) Denn die Dose gehört ja nach wie vor dem Owner.
Anzeige gegen unbekannt? Auf juristische Weise den Plattformbetreiber zur Herausgabe der Daten des Owners bewegen?

Es kommt allerdings auch manches Mal vor, dass sich Cacher berufen fühlen, den Archivierungswunsch umzusetzen, weil der Owner nicht reagiert und weiterhin geloggt wird. Auch da bliebe die Frage: dürften andere Cacher die Dose entfernen, um dem Wunsch des Initiators oder der Anweisung der Plattform zu folgen?
Denn es besteht da ja auch die Möglichkeit, dass der Owner einfach nur die Plattform wechselt und weiterhin an der Dose festhält, weil er kein Problem an der Location finden kann oder es gemäß der Regeln/ Guidelines der anderen Plattform sogar erlaubt wäre.

Wie gesagt, rein hypothetisch, aber durchaus interessant und diskussionswürdig.

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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von Fadenkreuz » Fr 7. Dez 2012, 22:04

Marschkompasszahl hat geschrieben:Es geht mir schon um die Frage, inwieweit eine (vermeintlich) störende Dose tatsächlich auf Geheiß des Försters (oder von wem auch immer) entfernt werden kann, muss und darf!
Der Grundeigentümer hat einen Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch. Den hat er nach § 1004 BGB gegenüber dem Störer, das dürfte nicht die Plattform sein, sondern derjenige, der den Gegenstand in den Wald gebracht, also der Owner. Im Übrigen steht dieser Anspruch nur dem Eigentümer zu, d.h. dem Förster nur, wenn er im Auftrag des Eigentümers handelt. Bei Privatwald kann der Förster den Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch nicht gegen den Willen des Eigentümers durchsetzen.
Marschkompasszahl hat geschrieben:Darf er sich die entfernen und aneignen? Würde er sich da nicht selber in die Nesseln setzen? (widerrechtliches Aneignen oder so etwas?)
Wenn tatsächlich ein Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch besteht, dann darf der Eigentümer die Dose auch entfernen. Er müsste sie wohl eine Zeit lang aufbewahren, um sie dem Owner wieder auszuhändigen oder er müsste sie auf dem Fundbüro abgeben. Dann ist es kein Diebstahl, weil keine Aneignungsabsicht vorliegt.

Wenn das Cachen aber zu derartigen juristischen Betrachtungsweisen zwingt, dann macht es keinen Spaß mehr ...

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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von JackSkysegel » Fr 7. Dez 2012, 22:07

Jetzt denke ich , zugegebener Weise, das erste Mal so richtig darüber nach. Interressante Frage! Ist es auch dann noch das Eigentum des owners wenn er es ohne Erlaubniss auf fremdem Eigentum hinterläst?
Ich glaube nicht das andere Cacher das Recht haben die Dose zu entfernen, aber der Grundstückseigentümer wahrscheinlich schon.
Dieses Recht besteht in Wäldern aber wahrscheinlich nicht generell. Da wird wohl erst jemand entscheiden müssen.
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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von Fadenkreuz » Fr 7. Dez 2012, 22:11

JackSkysegel hat geschrieben:Ist es auch dann noch das Eigentum des owners wenn er es ohne Erlaubniss auf fremdem Eigentum hinterläst?
Ja, wenn nicht erkennbar ist, dass der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgibt ( § 959 BGB).

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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von JackSkysegel » Fr 7. Dez 2012, 22:16

Das ist generell gut zu wissen, aber wie sieht es in dem Zusammenhang mit dem Waldbegehungsrecht aus? Darf ich in einem normalen Wald eine Dose verstecken?
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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von Fadenkreuz » Fr 7. Dez 2012, 22:19

JackSkysegel hat geschrieben:Darf ich in einem normalen Wald eine Dose verstecken?
Darum drehen sich ja seit Jahren die ganzen Diskussionen. ;-)
Du darfst es wohl schon, d.h. es ist nicht ausdrücklich verboten. Will es der Eigentümer aber nicht, dann hat er eben einen Unterlassungsanspruch.

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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von JackSkysegel » Fr 7. Dez 2012, 22:22

Ich frag mich halt nur warum er diesen Anspruch hat. Geocaching ist halt nur eine normale Freizeitbeschäftigung in dem Wald und sollte deshalb auch von Rechtswegen geduldet sein.
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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von Fadenkreuz » Fr 7. Dez 2012, 22:26

JackSkysegel hat geschrieben:Ich frag mich halt nur warum er diesen Anspruch hat.
Weil es in § 1004 BGB so geregelt ist. Die Vorschrift verlangt allerdings auch, dass das Eigentum "beeinträchtigt" sein muss. Bisher ist nicht gerichtlich entschieden worden, ob und unter welchen Bedingungen ein Cache in der Lage ist das Eigentum zu beeinträchtigen.

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Re: Bewusstes Liegenlassen archivierter Dosen

Beitrag von JackSkysegel » Fr 7. Dez 2012, 22:29

Hätte ich mir eigentlich denken können das das in Deutschland schon geregelt ist. Bleibt zu hoffen, das ein Cache nicht das Eigentum eines Anderen Beeinträchtigt.
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