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Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabla"

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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HansHafen
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Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabla"

Beitrag von HansHafen » Mi 1. Okt 2014, 13:26

Moin,

manchmal gucke ich ja noch auf die sogenannten "Geocaching Live News" in der Forenübersicht. Manchmal lohnt es sich, nette Fotos oder Berichte geschrieben in Blogs...

Aber heute habe ich mich doch wieder gewundert. Was veranlasst Leute Listen zu erstellen, die absolut nichts relevantes aussagen? Außer eben das Augenscheinliche, aber nicht das, was versprochen wird. Ja, ich weiß, Listen sind gerade furchtbar "in"...

Neulich lasen wird über...

Die 10 originellsten Geocachingverstecke (http://blog.geheimpunkt.de/2014/08/die- ... verstecke/)

...die bestenfalls mittelmäßig bis abgelutscht zu bezeichnen sind. Finde es doch etwas dreist, das so als Fakt hinzustellen. Wenn das der Wahrheit entsprechen würde, dann hätten unzählige Geocacher schon lange aufgehört und den Statistikhelden das Hobby zu Füßen gelegt. Aber soweit ist es noch nicht - weil auch ich immer noch wieder Caches finde, die um das x-fache besser sind als das, was hier als Creme de la Creme gepriesen wird.


Jetzt sind es...

Die beliebtesten Geocaches in Deutschland (http://www.geocaching-fediar.de/beliebt ... utschland/)

Uih, ganz großes Kaliber - das sind die "beliebtesten" Geocaches? Ich würde sie "Die 10 verkehrsgünstigsten Geocaches, bei denen sich Mühe gegeben wurde" nennen. Sicher sind da auch vielleicht richtig gut dabei, aber die Favoritenpunkte spiegeln dann doch eher wieder, dass diese Caches an urbanen, gut erreichbaren Orten liegen. Und die absolute Zahl der FAVs sagt auch mal gar nichts - dann müsste man schon eher die Geocaches mit den prozentual meisten FAV-Logs raussuchen - das würde zumindest mehr aussagen. Mehr als gar nichts. Denn hier werden keine absoluten Fundzahlen und Cachelebensdauer berücksichtigt.

Die derzeit 10 beliebtesten Geocaching Produkte (http://www.geocaching-fediar.de/die-der ... -produkte/)

Achso, diese Liste ist also von Amazon gesponsert. Und jeder Geocacher kauft dort ein, darum kann man nun ruhigen Gewissens behaupten die 10 beliebtesten Geocaching Produkte ermittelt zu haben... äh... ermitteln lassen hat... naja, also... Amazon's Liste kopiert hat (Herzlichen Glückwunsch!). Ich weiß nicht, diese ganzer Kommerz hat IMHO bei Geocaching eher wenig verloren - die Caches bei denen die Owner gekauft haben, sind meistens 08/15, weil man merkt dass keine Fantasie vorhanden war, und darum irgendwas gekauft und hingeschmissen wurde. Geile Caches sind meist deutlich anders... Und geile Cacher brauchen wohl auch dies gammligen Sachen - mal mit Ausnahme eines guten GPS.


Die 10 besten Geocacher weltweit (http://www.geocaching-fediar.de/die-10- ... -weltweit/)

Ja, das ist der Oberhammer. "Die besten" suggeriert ja irgendwas mit Qualität. Sonst würde man ja was anderes schreiben - gut, besser, am besten. Da wird gleich der Superlativ ausgepackt. Und worin besteht nun die Qualität? Dass möglichst viel Caches gefunden wurden...?

Really? Wer soll das glauben? Die Aussage ist also: Die Leute, die mit dem Auto überall durchbügeln, alle 161m anhalten und ihren lieblosen Aufkleber in ein Logbuch - verzeih - Logbuchimitationsstreifen drücken, die Filmdose/Petling wieder hinters Gebüsch pfeffern und umweltschädlich im Stop-and-Go weiterpreschen, und zu Hause dann scheiße loggen, vielleicht noch eine tolle Statistik basteln - das sollen also die "Besten Geocacher" sein?

Nee, sorry, wenn das stimmen würde, dann hätte der Admin recht, dann wäre Geocaching tot.
Das ist nur Quantität - klingt zwar so ähnlich wie Qualität, bedeutet aber auf genau das Gegenteil!

Für mich sind die besten Geocacher jene, die sich rücksichtsvoll zum Cache bewegen, vielleicht sogar fast klimaneutral, die das Listing lesen, die verstehen sich den richtigen Cache auszuwählen, vor Ort vernünftig mit dem Cache und der Umgebung umgehen und Spaß bei der Sache haben, an den sie sich noch länger erinnern können - und darum dann zu Hause auch ein tolles Log schreiben, ohne dass dies als Belastung gesehen wird.

Erstelle doch mal jemand so eine Liste. Das würde meinen Respekt finden. Das würde wenigstens etwas aussagen, statt sich irgendwelchen Kram zusammenzukopieren, weil man sonst keinen Content hätte.

BG
HansHafen
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Mark
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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von Mark » Mi 1. Okt 2014, 14:33

HansHafen hat geschrieben: Aber heute habe ich mich doch wieder gewundert. Was veranlasst Leute Listen zu erstellen, die absolut nichts relevantes aussagen?
Interesse? Ich blogge normalerweise für mich und/oder weil ich denke, daß das Thema für andere Menschen interessant sein könnte.

Ich habe vor einem Jahr auch mal die "besten" Caches verbloggt, habe dazu FPs verwendet und das auch begründet. Natürlich gab es sofort Kommentare, daß das kein Maßstab sei, daß GC-Vote viel besser sei und überhaupt.

Ich würde eine solche Liste heute aber noch genau so angehen, weil Geschmack bekanntlich Geschmackssache ist. Wer das anders sieht, kann sich ja seine eigene Liste erstellen :)

Mir hat die Recherche Spaß gemacht, die Leute findens interessant, was spricht also dagegen? Relevanz muß ja jeder für sich entscheiden.

Zum Rest: Ich finde es immer irgendwie komisch, wenn von einem Blog auf einen Schlag 3 oder 4 Postings auftauchen. Liegt vielleicht aber daran, daß ich nicht "vorblogge", sondern jeden Beitrag live stelle, sobald er fertig ist.

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HansHafen
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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von HansHafen » Mi 1. Okt 2014, 14:38

Moin Mark,

ja, sicher Geschmack... klar. Wenn so eine Liste einen Geschmack wiedergeben würde. Tut sie aber nicht, wenn man die Roh-FAV-Punkte angibt. Wenn Leute solche Listen auf eigenen Erfahrungen basieren, die erklären (wie du schon schriebst) - aber so ist es eben nur eine Liste, die man sich irgendwo rauskopiert hat.

Noch besser und nützlicher finde ich dann tatsächlich persönliche Berichte zu einem Cache, oder mehreren. Die helfen sich ein Bild zu machen, zugucken ob man selbst nicht auch einmal hier vorbeischauen möchte etc...

BG
HansHafen
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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von Numanoid » Mi 1. Okt 2014, 14:56

Eine Liste fehlt noch:
"Die Top10 der Grüne Hölle Mitglieder die sich über jeden Mist aufregen"

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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von MadCatERZ » Mi 1. Okt 2014, 14:58

HansHafen hat geschrieben: Neulich lasen wird über...
(...)
Ohne jetzt auf einzelnen Seiten eingehen zu wollen: Geocaching ist nun mal in der Mitte der Gesellschaft angekommen, und die Gesellschaft mag nun mal Ranking und Top-X-Listen bzw. wenn jemand "vordenkt".
Die Autoren der hier verlinkten wollen hier aber bestimmt keinen allumfassenden Wahrheitsanspruch vertreten, also nicht die zehn originellsten Geocachingverstecke ever, sondern die zehn originellsten Verstecke nach Meinung des Autors.

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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von Mark » Mi 1. Okt 2014, 14:58

HansHafen hat geschrieben: Wenn so eine Liste einen Geschmack wiedergeben würde. Tut sie aber nicht, wenn man die Roh-FAV-Punkte angibt.
Geschmack im Sinne von "Ich würde nach FP sortieren, wenn ich gute Caches auflisten würde". Andere würden GCVote nehmen etc.
Wenn Leute solche Listen auf eigenen Erfahrungen basieren, die erklären (wie du schon schriebst) - aber so ist es eben nur eine Liste, die man sich irgendwo rauskopiert hat.
Natürlich. Man sucht sich die Daten irgendwo zusammen. Für Europa war das schon etwas Arbeit. Aber trotzdem sind FP ein Ansatz, den viele nutzen und auch nutzen wollen. Und damit auch zufrieden sind.
Noch besser und nützlicher finde ich dann tatsächlich persönliche Berichte zu einem Cache, oder mehreren. Die helfen sich ein Bild zu machen, zugucken ob man selbst nicht auch einmal hier vorbeischauen möchte etc...
Klar. Ich erstelle bspw. alle 500 Funde eine (ups^^) Liste mit den 10 oder 20 Caches, die ich erwähnenswert finde. Manche heulen rum, daß ja dann 480 Dosen scheiße gewesen sein müssen, manche meckern, daß doch ein Cache auf der Liste gar nicht so toll war, manche beschweren sich, daß es mir nur um Masse gehen würde. Damit kann ich leben, weil sich viele eben auch Inspirationen für die nächste Tour holen.

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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von radioscout » Mi 1. Okt 2014, 18:26

HansHafen hat geschrieben: Uih, ganz großes Kaliber - das sind die "beliebtesten" Geocaches? Ich würde sie "Die 10 verkehrsgünstigsten Geocaches, bei denen sich Mühe gegeben wurde" nennen. Sicher sind da auch vielleicht richtig gut dabei, aber die Favoritenpunkte spiegeln dann doch eher wieder, dass diese Caches an urbanen, gut erreichbaren Orten liegen.
Zumindest für die (mir bekannten) Helden-Caches trifft das nicht zu. Die liegen weder verkehrsgünstig noch beziehen sie ihre Beliebtheit aus der Erreichbarkeit.
HansHafen hat geschrieben: Und die absolute Zahl der FAVs sagt auch mal gar nichts - dann müsste man schon eher die Geocaches mit den prozentual meisten FAV-Logs raussuchen - das würde zumindest mehr aussagen. Mehr als gar nichts. Denn hier werden keine absoluten Fundzahlen und Cachelebensdauer berücksichtigt.
Die beste Lösung wäre, wenn Groundspeak jedem Cache, der älter als die FP ist, rückwirkend FP gibt, deren Anzahl durch Extrapolation aus der aktuellen FP-Zahl und dem Cachealter ermittelt wird.
Und was sagt das Verhältnis aus? Es gibt User, die ihre Dosen nur deshalb als PMO"C" listen, weil sie ein besseres FP/Logs-Verhältnis erwarten, wenn (fast) nur User loggen, die FP vergeben können.
HansHafen hat geschrieben: Die 10 besten Geocacher weltweit (http://www.geocaching-fediar.de/die-10- ... -weltweit/)

Ja, das ist der Oberhammer. "Die besten" suggeriert ja irgendwas mit Qualität. Sonst würde man ja was anderes schreiben - gut, besser, am besten. Da wird gleich der Superlativ ausgepackt. Und worin besteht nun die Qualität? Dass möglichst viel Caches gefunden wurden...?
Der beste 100 Meter-Läufer ist der, der die 100 Meter am schnellsten läuft. Und nicht der mit dem elegantesten Laufstil.
HansHafen hat geschrieben: Das ist nur Quantität - klingt zwar so ähnlich wie Qualität, bedeutet aber auf genau das Gegenteil!
Ich glaube nicht, daß das stimmt. Weder als Definition der Begriffe noch auf Caches bezogen. Demnach müßte ein einzelner versiffter Micro in der P...-Ecke Qualität sein und viele wirklich gute Caches währen schlecht.
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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von Mark » Mi 1. Okt 2014, 18:37

radioscout hat geschrieben: Und was sagt das Verhältnis aus? Es gibt User, die ihre Dosen nur deshalb als PMO"C" listen, weil sie ein besseres FP/Logs-Verhältnis erwarten, wenn (fast) nur User loggen, die FP vergeben können.
Logs von BM zählen übrigens ins Verhältnis nicht mit rein. Deswegen steht da auch "XX% Favorites/Premium Logs".

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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von radioscout » Mi 1. Okt 2014, 18:39

Richtig. Aber wenn man alle Logs zählt, sind die BM-Logs relevant.
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Re: Listenwahn bei Geocaching nötig? "Die 10 besten Blablabl

Beitrag von moenk » Mi 1. Okt 2014, 19:00

Da gucken einige Geocacher wohl zu viel RTL und SAT1 und machen nun in ihrer kleinen Welt die "Die 10 peinlichsten Geocache-Verstecke!" und ähnliches davon. Da muss man auch mal Verständnis für aufbringen.
Bild Denkst Du noch selber oder bist Du schon Schwarm?

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