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Schul-Projekt "Geocaching"

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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eifriger Leser
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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von eifriger Leser » Fr 10. Okt 2014, 19:11

Muss den jeder Muggel/jedes Muggelkind mit der Nase aufs Geocachen stoßen? Reicht es nicht dass schon die VHS "Kurse" anbietet? Bringt doch den Schülern bei wie man sich im Gelände bewegt und orientiert, was eine Buche/Eiche/... ist, beschäftigt euch mit geschichtlichen Spuren (abgegangene Burgen/Bergbau/...) baut ein Floss, einen Backofen aus Lehm, eine Hütte mit einem Strohdach. Ich halte Geocachen nur bedingt für Kinder/Jugendliche geeignet, da ihnen recht schnell dabei langweilig wird. :roll: Erwachsene sind da oftmals deutlich anspruchsloser. :D
Eine Diskussion ist oft genug Brainstorming ohne Brain.
© Erhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler

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Zappo
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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von Zappo » Fr 10. Okt 2014, 19:46

eifriger Leser hat geschrieben:Muss den jeder Muggel/jedes Muggelkind mit der Nase aufs Geocachen stoßen? Reicht es nicht dass schon die VHS "Kurse" anbietet? Bringt doch den Schülern bei wie man sich im Gelände bewegt und orientiert, was eine Buche/Eiche/... ist, beschäftigt euch mit geschichtlichen Spuren (abgegangene Burgen/Bergbau/...) baut ein Floss, einen Backofen aus Lehm, eine Hütte mit einem Strohdach. Ich halte Geocachen nur bedingt für Kinder/Jugendliche geeignet, da ihnen recht schnell dabei langweilig wird. :roll: Erwachsene sind da oftmals deutlich anspruchsloser.
DA bin ich ganz Deiner Meinung. Kinder haben das zur Verfügung, was wir Erwachsene oft nur nachahmen. Am Wochenende waren wir mit "Kids von Friends" im alten Bergwerksgebiet und auf der Burg - da ist auch ohne Dose Erlebnis, Abenteuer und Unterhaltung (und Bildung) genug. Nur - die Location und den Weg rauszusuchen, hab ich mich des Geocachings bedient :D

Aber wenn man Geocaching den Kindern RICHTIG beibringt, nämlich so "mit anspruchsvoll" - Listing/Location/Dose - werden nur die Interessierten - und die bereit sind, sich dafür ein wenig Mühe zu geben - dabeibleiben*. Und das ist richtig so. Der Rest wird sich dessen vielleicht wieder besinnen, wenn tagelanges vor der Glotze hocken wg Büro den Reiz verloren hat. Und auch das ist richtig so.

Dazu sollte man aber in erster Linie die Hintergründe präsentieren - ob "der Papa" das macht, kann ich wg. mangelnder Hintergrundinformation nicht beurteilen.

Aber daß es Dosen unterschiedlicher Größe gibt und die eventuell unter Stein oder unter Holz oder -grrrr- im Vogelhäuschen versteckt sind, ist die vernachlässigbarste Erkenntnis und die unwichtigste Information übers Hobby - das erklärt und versteht sich von selbst. Im Rahmen eines Leer :D pfades, der nur das Praktische zeigt, die Illusion weiterzugeben, daß DAS der Hauptteil ist, der einen zum Cacher und die Dose zum Cache macht, ist m.M. nach allerdings fatal.

Gruß Zappo

*Wenn beim Schnupperevent "Modellbau" den Leuten so langsam die Erkenntnis am Horizont dämmert, daß man da schon mal 2 Stunden weg von Computer und Handy ist, daß, bis man in der Luft ist, Wochen und Monate vergehen und wenns blöd läuft, gerade nochmal von vorne anfangen kann, ist der Schwund auch schnell mal bei 95 %. Der Rest sind aber die, die einem Freude machen.
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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von Paus-online » Sa 11. Okt 2014, 00:05

Ich habe mal einen Cache für eine Ferienfreizeit konzipiert. Und da ging es weniger darum, möglichst lückenlos über die Behältergrößen und Cachetypen o.ä. zu informieren, als den Kids zu vermitteln, was Geocaching ausmachen kann.

Es war ein Mystery mit fünf Stationen, an denen jeweils ein an das Alter angepasstes, nicht allzu leichtes Rätsel zu lösen war und einem Final mit einer schönen großen Dose und einer Menge Tauschgegenständen. Der Kurs wurde dann von mehreren Gruppen "abgearbeitet", damit die Horde nicht zu groß wurde. Und nach Ende der Ferienfreizeit wurde der Cache dann auch noch bei GC und OC gelistet.

Probleme, dass die Freizeit-Kids den Cache später demontiert hätten, gab es nicht. Im Gegenteil, sie haben regelmäßig nachgesehen, ob noch alles in Ordnung ist oder ob mal wieder jemand geloggt hat.

Das einzig negative war, dass sich der erste GC-Finder beschwert hat, dass er nicht der erste im Logbuch war...

Mir ist es eindeutig lieber, dass die Kids Geocaching auf diese Weise kennenlernen, als dass sie irgendwann eine App für ihr Handy finden und auf diesen Grundspeak-geförderten Mehr-Schneller-Belangloser-Mist reinfallen...

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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von Kocherreiter » Sa 11. Okt 2014, 00:22

Super, so ein Brainstorming habe ich mir gewünscht :D Danke, war einiges zum Überdenken dabei.

Um aber erst mal was richtig zu stellen:
Nein - ich will niemandem zwischengrätschen!
Nein - ich will niemandem die Butter vom Brot nehmen!
Nein - es werden damit keine Umsätze generiert (ausser bei Lock&Lock)
Ja - die Caches werden dann auf GC.com gelistet und auch gewartet!

Kinder suchen sich (das wissen wir doch alle aus unserer Schulzeit) das Projekt aus, bei dem man davon aus geht, dass man möglichst früh wieder zu Hause ist; denn ganz ehrlich - welcher Schüler geht gerne wandern? Richtig - wenige

argus1972 und Paus-online, eure Beiträge haben mir ganz gut gefallen, ich danke euch.

Natürlich biete ich nur meine Hilfe an. Wird die Unterstützung nicht gewünscht weil es andere Pläne gibt bin ich auch nicht böse.

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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von JackSkysegel » Sa 11. Okt 2014, 00:50

Kocherreiter hat geschrieben:Kinder suchen sich (das wissen wir doch alle aus unserer Schulzeit) das Projekt aus, bei dem man davon aus geht, dass man möglichst früh wieder zu Hause ist; denn ganz ehrlich - welcher Schüler geht gerne wandern? Richtig - wenige
Mmh, und das hälst du für unterstützenswert? Der Weg des geringsten Wiederstandes? Ist vielleicht mittlerweile das was Geocaching ausmacht.
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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von Die Riedrinder » Sa 11. Okt 2014, 10:40

Zum Thema Schulprojekt kann ich auch mal kurz was beitragen:

Wir (meine Frau und ich) sind bei uns in der örtlichen Kinderfeuerwehr als Betreuer aktiv, die Altersspanne reicht von 6-10 Jahren, also Vorschul-/Grundschulalter. Bei uns sind zwischen 15 und 20 Kinder aktiv, also etwa eine kleine Schulklasse...

Zweimal haben wir etwas "geocaching-ähnliches" bereits aufgezogen: Einmal eine Schnitzeljagd a la Geocaching (Listing erstellt und ausgedruckt, Stationen mit Aufgaben verteilt, nur durch das Lösen der Aufgabe gibt es die nächsten Koordinaten - also einen Multi oder eine Letterbox-ähnlich Sache), einmal sind wir auf den Spuren eines bereits gelegten (und ausdrücklich als kindergeeignet, weil für einen Kindergeburtstag angelegten) Multis gelaufen, ohne die Finalbox zu suchen - da hatten wir die Ergebnisse der einzelnen Multistationen einfach in einer Formel verwurstet, die zu einem Zahlencode führte, mit der man dann das Zahlenschloss an unserer Finalkiste öffnen konnte.

Ich sehe bei einem Schulprojekt Geocaching von vornerein folgende Probleme:
- Es gibt nicht genug GPSr für alle - wir hatten beim ersten Mal das Listing so gehalten, dass man ohne GPSr auskommen konnte (LB-Style), beim zweiten Mal hatten wir insgesamt 4 Geräte (irgendwie sammeln sich bei uns in der Feuerwehr momentan die Geocacher - außerdem konnten wir ein GPSr von unserer Einsatzabteilung leihen) und 2 Handys mit App; das war bei ca. 16 Kindern damals definitiv zu wenig.
- Das Nutzen "fremder" Geocaches ist m.M.n. schwierig - man sieht es ja an den Deaktivierungen vor (Mega)Events, dass nicht jeder Cache für Massenansturm ausgelegt ist und jeder Owner diesen Andrang will... deshalb haben wir bei dem zweiten "Geocaching"-Tag bewusst diesen einen Cache, den wir schon gefunden hatten, in modifizierter Ausführung ohne Final genommen, denn bei diesem Cache lagen fast alle Stationen (bis aufs Final) an öffentlichen Wegen...
- Über den unterschiedlichen Fitnessgrad wurde ja schon des öfteren gesprochen - wir haben halt bei der Kinderfeuerwehr den Vorteil, dass bei solchen Exkursionen alle Kinder freiwillig mit dabei sind und daher kein Gemecker wegen zu langer Wege kommt; das mag in der Schule durchaus anders sein...

Mich würde hier interessierne, mit wie vielen Teilnehmern Du rechnest, Kocherreiter; eventuell ist es bei einem Projekttag nur eine kleine Gruppe, dann könnte es leichter sein (Anzahl der Geräte, Motivation der Teilnehmer usw).
Die Riedrinder

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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von bremsassistent » Sa 11. Okt 2014, 12:08

Wieder ein Thema, das mich in meinen Gedanken stärkt, meine Caches zu deaktivieren oder sie so zu gestalten, dass nicht jeder sie loggen kann! So eine Veranstaltung hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Gedanken des Cachens zu tun. Die Kids sehen dieses "Catchen" dieses eine Mal, sind vielleicht einmal in der Natur und danach war es das. Lieber gehe ich mit Kids in kleiner Gruppe los und verhalte mich ruhig und rücksichtsvoll als dass ich mit einer Horde irgendwo hinziehe, Verstecke der Öffentlichkeit preisgebe, im Wald rumposaune, dadurch keine Tiere sehe und so das Bild des Cachens vollkommen kaputtmache! Und wenn ich wirklich in den Wald will, dann geht das auch ohne Dosensuche. In der Stadt störe ich weniger, aber die Konzentration auf die Dosensuche ist reduziert. Und die Gefahr, Verstecke preiszugeben, ist ein Vielfaches höher. Jaja, jetzt kommt wieder: "Ist doch toll für die Kinder.", "Zeiten ändern sich", ... Mag ja sein, aber wer hat Lust, dadurch Stress mit Förstern zu bekommen oder seine Dosen anschließend archivieren zu müssen? Vielleicht kann ja einer der vielen Geocaching-Vereine helfen, einen Dialog mit Schule, Lehrern, Schülern, Vater, Cachern etc. zu finden.
Gesendet vom FeTAp 611

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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von Rotschreiber » So 12. Okt 2014, 09:35

"Kinder suchen sich (das wissen wir doch alle aus unserer Schulzeit) das Projekt aus, bei dem man davon aus geht, dass man möglichst früh wieder zu Hause ist; denn ganz ehrlich - welcher Schüler geht gerne wandern? Richtig - wenige"

Das ist Unsinn, da alle Kinder gleichzeitig Schule aus haben müssen.

Ich finde es unterhaltsam, dass alle vom Schlimmsten aussehen und in dem Vater Satan persönlich sehen...
Grüße, Rotschreiber

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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von Kocherreiter » Mo 13. Okt 2014, 10:13

Wenn ich mir manch' Kommentar anschaue, bin ich überzeugt davon, dass die Thematik nicht verstanden wurde :???: Glücklicherweise kamen einige gute Ansatzpunkte und Ideen für die ich sehr dankbar bin.

@Rotschreiber
Nochmals: Ich verteufle niemanden der mit Kindern Geocaching machen möchte; ich finde es nur keine gute Idee. Wenn mittlerweile im Bildungsfernsehen wie zB "Biggest Loser Teens" gecacht wird, muss man akzeptieren dass Geocaching in der Bevölkerung angekommen ist.
Und nein, die Kinder müssen nicht alle gleich aus haben. Wie kommst du denn darauf?


@Die Riedrinder
Ich habe von der Schule noch keine Info bekommen wer das Geocaching anbietet. Ich weiss nur, dass bereits "einige" GPS-Leih-Geräte reserviert wurden. Ich habe keine Ahnung wie viele Geräte es geben soll und wie gross die Gruppe sein wird und wann es statt finden wird.

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Re: Schul-Projekt "Geocaching"

Beitrag von Zappo » Mo 13. Okt 2014, 10:53

Kocherreiter hat geschrieben:.....Nochmals: Ich verteufle niemanden der mit Kindern Geocaching machen möchte; ich finde es nur keine gute Idee. Wenn mittlerweile im Bildungsfernsehen wie zB "Biggest Loser Teens" gecacht wird, muss man akzeptieren dass Geocaching in der Bevölkerung angekommen ist. .....
Tja, ob es sinnvoll ist, Kindern Geocaching beizubringen, hängt nicht zuletzt davon ab, WAS man da beibringt.

Da steckt wohl ein Schulkind, das das mit der Location und dem Erlebnis für die Kollegen verstanden hat, nach einem 10minütigen Gespräch die Mehrzahl der Cachenden locker in die Tasche - mögen sie auch 10000 Funde haben und schon jahrelang dabei sein.

Und Geocaching ist tatsächlich in der Gesellschaft angekommen. Aber um DEN Schaden anzurichten, den ein paar Jahre Massen von Fehlgeleiteten dem Hobby verpasst haben, muß RTL und Konsorten schon sehr lange stricken. Das werden die niemals schaffen. Da ist auch jede unterschwellige Besserfühlerei nicht angebracht - das Hobby haben WIR an die Wand gefahren - und ob da jetzt noch ein paar Kinder und RTL-Zuschauer dazukommen, macht den Kohl nicht fett.

Im Gegenteil - vielleicht gibts die Chance, daß neu Dazugekommene sogar etwas besser machen - ist vielleicht sogar die Einzige. Ist wie gesagt die Frage, WAS man denen beibringt.

Denn die meisten der Okkupanten, die das Hobby zur Zeit ausüben, machens eher falsch.*

Gruß Zappo

* "Herr Wirt, neue Gäste bitte. Die andern nerven".
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