Diese Website existiert nur weil wir Werbung mit AdSense ausliefern.
Bitte den AdBlocker daher auf dieser Website ausschalten! Danke.

Extremcaching ist tot...

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

Benutzeravatar
chrysophylax
Geomaster
Beiträge: 970
Registriert: Do 24. Sep 2009, 15:55
Wohnort: LDK
Kontaktdaten:

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von chrysophylax »

hcy hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 14:37
chrysophylax hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 08:39 der Reviewer sagte: "Caches, die das Betreten von Brückenbauwerken und Bachunterführungen oder Rohren oder Kanälen erfordern werden nicht mehr freigeschaltet".
Das kann doch aber nur eine private Reviewermeinung sein. Wo steht denn sowas in den Guidelines?
Ich habe mir die Kommunikation damals nicht aufgehoben - die Argumentation war sinngemäß "das sind offizielle Infrastruktur-Bauwerke, dafür müsste ich eine amtliche Genehmigung sehen, die gab es aus Haftungsgründen bisher nie, also lassen wir das lieber gleich".

So doof find ich es inzwischen auch gar nicht - der Witz bei der Sache war dass ich in einer dieser Bachunterführungen einen Petling an einem Draht an ein Rohr an die Decke gebunden fand mit einem einzigen Eintrag im Logbuch: "Brückenwartung nach DINschlagmichtot 2016 - freundliche Grüße, das Wartungsteam". Der GC-Code war noch nicht veröffentlicht und von 2014. Das Problem hatte also schon mal jemand :). Dafür allerdings seinen Geomüll nicht entsorgt, sondern einfach hängen lassen.

Ich vermute also sowas geht nur noch per Supertrick - womit man sich logischerweise auch wenig Freunde auf Reviewerseite macht - und offiziell auch schon seit einer ganzen Weile nicht mehr.

Im Zweifelsfalle einfach den Reviewer des Vertrauens VORHER fragen wenn man sowas nochmal legen will. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das je nach Reviewer oder Nation oder Bundesland unterschiedlich gehandhabt wird. Spart Aufwand. Ich hab meine ganzen reflektierenden Geister von diversen Wänden und Rohren in den Bachunterführungen auch wieder abgepiddelt.

chrysophylax.de
OnBike²
Geomaster
Beiträge: 349
Registriert: Di 24. Aug 2010, 10:33
Wohnort: SH

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von OnBike² »

Also das hat nichts mit "weil es mir nicht gefällt" zu tun! So Sprüche kommen doch nur von T5 loverboys denen es scheissegal ist was sie kaputt machen, oder zu was sie die Leute auffordern!

Es hat was damit zu tun, Leute mit Geocaching zu illegalen Handlungen aufzufordern! Denn im Grunde geht man ja erstmal davon aus, dass die Dosen LEGAL irgendwo liegen! Und dann reist man an und macht ggf. Sachen die verboten sind, aber wo halt kein Verbotsschild dransteht und dann weiss man das vorab nicht und macht sich ggf. sogar strafbar. Man kann aber auch von den Kommunen nicht echt erwarten, an jede Betonröhre ein Gitter zu kloppen oder ein Verbotsschild aufzustellen!

Bei uns liegen ZIG Wathosendosen ILLEGAL in Wartungsröhren! Du kannst mir nicht ernsthaft glaubhaft machen, dass die Stadt dazu ihr OK gegeben hat, dass Leute (teilweise als NACHTcaches!) in Wartungstunneln der Stadt rumkriechen und ggf. stecken bleiben und nen Polizeieinsatz auslösen!!
Ebenso die Baumklettercaches, ich hätte gerne im listing stehen, dass das OK der Stadt vorliegt, sichtbar für jeden Geocacher, damit man weiss das man da legal ran darf. Das kann doch nicht so schwer sein, wenn man die Erlaubnis hat das auch kund zu tun???

BTW nicht jeder T5er ist auch T5 gelistet - bei uns sind diese quasi auf Knien durch den Schlamm durch dunkle Röhren in Wathosen illegalerweise robbenen Dosen NICHT T5 getaggt!!! Teilweise ist da nichtmal ein Wathosen oder Baumkletter Attribut dran!

Wir haben:
- 1 Kriechtunneldose - sicher nicht legal da man durch einen inzwischen offenen Wartungszaun/Tür muss vorher
- 7 Wathosendosen + Schikane (also PLUS Leiter ODER durch 60cm Betonröhren kriechen) die sind NICHT T5, teilweise in 1,6m tiefem Fließgewässer und dann T3?!
- 4 Wathosendosen "light" (waren mal 8)
- 15 Dosen mit Baumkletterattribut
- 4 Dosen in 4-5m Höhe ohne Baumkletterattribut, teilweise nur T2,5 gelistet, man kommt aber nicht mit Leiter oder so ran, man MUSS Baumklettern. :???:
- von den ca. 10 Mysteries die ausschliesslich mit Hilfe des Owners lösbar sind fange ich nicht an - wir haben auch schöne, schwere aber doch solo lösbare Mysteries, ich steh sogar auf Mysteries - aber Sachen, die komplett gegen die groundspeakregeln verstoßen aber dennoch Bestandsgeschützt werden öden mich an.

/- ca. 6 Leitercaches (aber da steht es dran und ist in akzeptablen Höhen die sogar von Leuten mit Höhenangst und manchmal sogar nur mit Räuberleiter geloggt werden können)/
Und das sind nur die, die noch existieren!

Diese Dosen werden auch einfach innerhalb eines Jahres teilweise 5x oder weniger gefunden, manchmal sogar mehrere Jahre in Folge NICHT.
Mag sein, dass andere Leute andere Ansichten haben was diese T5 Geilheit angeht. Aber erstens finde ich ILLEGALE Handlungen zu provozieren zum kotzen, dann sind manche Dosen auch wie gesagt geschraubt/genagelt.
Müssen schöne "für alle" locations echt mit Dosen die nur für 1/10.000 Cachern interessant sind "blockiert" werden?! Sollte man sich als Owner bei aller Liebe zu den eigenen Vorlieben doch mal fragen müssen. Und nein, ich will diese locations nicht für mich.

Mal nebenbei noch:
Im Übrigen haben wir auch ETLICHE Nägel und Schrauben in LEBENDbäumen - auch die gehen nach wie vor ALLE durch den review!!! Ok, wenn ein Cacher so rotzfrech ist das unerwähnt zu lassen, wie soll der arme Rewiever das auch wissen?! Die können ja auch nicht jede Dose anfahren extra, verständlich - aber auch auf Meldungen wird nie mit einem knallharten archive reagiert, nein es wird den Ownern solcher Dosen noch MONATE Zeit gegeben was zu ändern - was sollte sich da bitte tun?! :zensur:

Gilt nebenbei auch für maintenance - 12x NM geloggt, keinmal in 3 Jahren maintenance vom Owner durchgeführt/geloggt, null Reaktion die ganze Zeit - jetzt Dose weg und zig DNF, hab ich archive geloggt - kam auch ne Reviewer Reaktion mit nochmal ernsthaft einem 30 Tage Ultimatum (Owner 13 Monate offline!) ach und auf EINMAL schwupp neue Dose da und enabled - wtf?!
Benutzeravatar
schatzi-s
Geomaster
Beiträge: 560
Registriert: Fr 15. Apr 2011, 11:23
Wohnort: Bremen

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von schatzi-s »

Wo wohnst Du? Ich wuerde die Fundstatistik gerne erhoehen :-)

Was das Illegale anbelangt: Am Ende bestimme immer noch ich, ob ich eine Dose mache oder nicht. Ob das Erreichen einer Dose illegal ist, geht genauso in die Ueberlegungen mit ein wie Dinge wie eigene Faehigkeiten, mitgefuehrte Ausruestung, Wetter, Stimmung, Team. Ich kann wunderbar eine Dose auch unge/versucht liegen lassen (diese Faehigkeit wuerde ich allerdings nicht jedem Cacher attestieren, insoweit verstehe ich Deinen Einwand).

Vielleicht rede ich es mir auch nur schoen, aber es gibt -fuer mich- einen Unterschied zwischen illegal und genehmigt. Und der heisst geduldet. Es ist in der Praxis ein grosser Unterschied zwischen: "mach ruhig" und "natuerlich unterschreibe ich mit meinem Namen, dass Du das darfst".

Du ziehst die Fundzahlen als Kriterium heran. Ich denke nicht, dass man das nicht kann. Natuerlich spricht ein Klettercache nur einen Teil der Cacher an. Aber die freuen sich dann um so mehr und ich bin mir sicher, dass es deutlich mehr als einer von 10.000 sind...
Zu den knapp 40 von Dir beschriebenen Dosen kommen doch in dem Umkreis noch sicherlich 1200 "normale" dazu, oder?

Wenn es nach Fundzahlen ginge, duerfte es uebersitzt gesagt keine Multis geben. Ein Multi braucht deutlich mehr Platz und die Praxis zeigt leider immer wieder, dass archivierte Multis in den 10 Jahren die sie existierten weniger Founds haben, als eine an der Stelle geschaffene Tradirunde nach 2 Wochen... Und Mysteries gehen dann natuerlich auch nicht, die blockieren schliesslich auch eine Location, es gibt schliesslich genug Leute, fuer die das Cachen Bewegung an der frischen Luft und nicht das Loesen von Raetseln bedeutet. Und das Beschaffen von Loesungen ist zwar nicht illegal, widerspricht aber "dem guten Benehmen".

Das Argument "blockiert eine Location" kann ich auch aus einem anderen Grund nicht nachvollziehen. Es mag zwar im Einzelfall stimmen, aber -leider- sind die meisten "Standardlocations" austauschbar und in 162m Entfernung findet man sicherlich eine andere Leitplanke/ Telefonzelle/ Plakatwand/ Asthoehle... Und die Zeiten, dass Caches nur an landschaftlichen schoenen Locations liegen, sind laengst vorbei (bzw. hat es nie gegeben).
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Orte fuer einen T5er Cache sind eher selten und was als T5er Location ideal ist, entspricht haeufig nicht dem Schoenheitsideal einer Nicht-T5 Dose. Wenn ich einen Wathosencache legen moechte, brauche ich nun einmal Wasser. Oder wenn ich einen tollen Baum bedosen moechte, brauche ich halt einen gut kletterbaren Baum. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Locations durch irgendeine 0185 Dose in der Naehe blockiert werden, ist alleine schon durch die Anzahl dieser Dosen, viel groesser.

Dadrueber, dass man bei allem die Natur schonen soll, sind wir uns einig, wobei die krassesten Dinge die ich erlebt habe, nicht beim Klettern waren (auch wenn man dort teilweise leider erkennen kann, wo die Vorgaenger ihre Seile eingebaut haben...). Wer kennt sie nicht: die Cacherautobahn durch das Unterholz, die bei einer neuen Runde bereits nach dem zweiten Wochenende das GPS unnoetig macht. Mein schlimmstes Erlebnis war jedoch ein 35 (!) mm Loch in einem lebenden Baum, damit man da eine Filmdose reinstecken konnte... O-Ton des Owners: "das war schon" (nebenbei bemerkt. Der Baum war gleich neben einem alten Zaunpfeiler aus Holz).

Deine Erfahrungen, dass auf NA und Beschwerden nicht reagiert wird, kann ich in meiner Gegend (Raum Bremen) nicht nachvollziehen. Mag sein, dass das bei Euch anders ist. Der oben genannte Fall war z. B. innerhalb kuerzester Zeit Geschichte.

Zum Abschluss noch eine Gemeinsamkeit: Was die Wertungen angeht, gebe ich Dir Recht. Ich bin ein grosser Freund von passenden Wertungen, helfen sie doch sehr bei der Routenplanung, da sie einen Cache zusaetzlich beschreiben.
Leider stelle ich aber fest, dass diese Idee immer mehr in den Hintergrund geraet und Wertungen zum Sammelobjekt werden. Gerade heute kam bei uns eine Challenge raus, die mit T4,5 bewertet ist, wobei der Owner selber im Listing sagt, die Dose waere T1,5 (oder T1). Ganz krass auch bei Angelcachen: Da die vielen Dosen dafuer gesorgt haben, dass die Angler nun ganz viele D5er haben, aber die D4,5 Zeile leer war, wurden auf einmal ganz viele Dosen als D4,5 gelistet. Aktuell kommt es, wie es kommen muss: Der Trend geht zu D4.
Aber sehen wir es positiv: Wenn sich der Trend fortsetzt, sind die Dosen irgendwann D1 und da gehoeren sie meistens auch hin ;-)
Benutzeravatar
hcy
Geoguru
Beiträge: 6358
Registriert: Di 24. Mai 2005, 15:56

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von hcy »

schatzi-s hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 22:52 tl;dr

Was das Illegale anbelangt: ...
Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Geocaching früher als ich damit anfing und dem heutigen (na ja, vielleicht seit ca. 10 Jahren) Geocaching: früher wusste man, dass das was man tut eher in Grauzonen stattfindet. Niemand hat nach legal/illegal gefragt. Es war ein "geheimnisvolles Spiel", man hat nicht viel drüber geredet. Das machte auch den Reiz aus.
Heute ist natürlich alles kommerzialisiert, Groundspeak sichert sich ab (besonder wichtig als US-Unternehmen), familienfreundlich, sicher und sauber.
Und die Natur wird vor allem durch den Massen-Faktor geschädigt. Nicht einzelne besondere Caches richten massiv Schäden an sondern eher Powertrails zu denen die Leute massenhaft mit ihren Autos anreisen.
"Good spelling, punctuation, and formatting are essentially the on-line equivalent of bathing." -- Elf Sternberg
"...- the old fashioned way (trads only, exceptions may appear)" -- HHL
Cloggy72
Geomaster
Beiträge: 315
Registriert: Mi 5. Mär 2008, 19:33

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von Cloggy72 »

schatzi-s hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 22:52 Wenn es nach Fundzahlen ginge, duerfte es uebersitzt gesagt keine Multis geben. Ein Multi braucht deutlich mehr Platz und die Praxis zeigt leider immer wieder, dass archivierte Multis in den 10 Jahren die sie existierten weniger Founds haben, als eine an der Stelle geschaffene Tradirunde nach 2 Wochen... Und Mysteries gehen dann natuerlich auch nicht, die blockieren schliesslich auch eine Location, es gibt schliesslich genug Leute, fuer die das Cachen Bewegung an der frischen Luft und nicht das Loesen von Raetseln bedeutet. Und das Beschaffen von Loesungen ist zwar nicht illegal, widerspricht aber "dem guten Benehmen".
Könnte es nicht eher sein, dass viele Geocacher gar nicht in der Lage oder zu faul sind Aufgaben in Multis und Mysteries zu lösen. Das kann sogar schon so einfache Dinge wie das Ablesen von der Station und verändern der neuen Koordinaten im GPS oder Schmarrnfon beinhalten. Komplexer wird es da schon, wenn eine Station die Koordinaten in Blindenschrift enthält oder etwas zur Zeitgeschichte der Location zu lösen ist. je mehr (geistige) Arbeit ein Cache verlangt, umso weniger attraktiv wird er für die Powertrail-Statistikcacher. Kenne da durchaus Geschichten von Geocachern, die sich schon vor 10 Jahren mit 10000 Founds in vielen Schwierigkeitsgraden gebrüstet haben, aber weder jemals am Seil hingen, noch das Rästel selbst gelöst haben, sondern im Teamlog eingestempelt wurden oder das Rästel von jemand anderen gemacht wurde.
schatzi-s hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 22:52 Das Argument "blockiert eine Location" kann ich auch aus einem anderen Grund nicht nachvollziehen. Es mag zwar im Einzelfall stimmen, aber -leider- sind die meisten "Standardlocations" austauschbar und in 162m Entfernung findet man sicherlich eine andere Leitplanke/ Telefonzelle/ Plakatwand/ Asthoehle... Und die Zeiten, dass Caches nur an landschaftlichen schoenen Locations liegen, sind laengst vorbei (bzw. hat es nie gegeben).
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Orte fuer einen T5er Cache sind eher selten und was als T5er Location ideal ist, entspricht haeufig nicht dem Schoenheitsideal einer Nicht-T5 Dose. Wenn ich einen Wathosencache legen moechte, brauche ich nun einmal Wasser. Oder wenn ich einen tollen Baum bedosen moechte, brauche ich halt einen gut kletterbaren Baum. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Locations durch irgendeine 0185 Dose in der Naehe blockiert werden, ist alleine schon durch die Anzahl dieser Dosen, viel groesser.
Hier war das sogar mal umgekehrt, u.a. T5-Dose, welche mehrere Monate nicht suchbar war und auch nicht gewartet wurde (der Kasten war sichtbar dauerhaft offen und kein Inhalt drin). Jeder Owner muss sich schon im klaren sein, dass er seinen Cache auch mal ab und zu selbst wieder beklettern muss. Wenn er dies aus physischen Gründen eben nicht mehr kann, muss er diese Aufgabe jemand anderem zuteilen oder den Cache ins Archiv schicken.
Jedenfalls konnte man durch solche Sachen die Location auch nicht anders (z.B. als T2-T3 bedosen).

schatzi-s hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 22:52 Dadrueber, dass man bei allem die Natur schonen soll, sind wir uns einig, wobei die krassesten Dinge die ich erlebt habe, nicht beim Klettern waren (auch wenn man dort teilweise leider erkennen kann, wo die Vorgaenger ihre Seile eingebaut haben...). Wer kennt sie nicht: die Cacherautobahn durch das Unterholz, die bei einer neuen Runde bereits nach dem zweiten Wochenende das GPS unnoetig macht. Mein schlimmstes Erlebnis war jedoch ein 35 (!) mm Loch in einem lebenden Baum, damit man da eine Filmdose reinstecken konnte... O-Ton des Owners: "das war schon" (nebenbei bemerkt. Der Baum war gleich neben einem alten Zaunpfeiler aus Holz).
Die Cacherautobahn im Unterholz und das Versteck findet man manchmal auch Jahre nach der Deaktivierung wieder, weil die Vegetation sich vor Ort anders entwickelt hat, ggf. Samen von woanders eingeschleppt wurden. Mittlerweile gibt es neben diesen Trampelpfaden jedoch noch viel mehr "Trails" von Fußgängern und MTB-Fahrern im Wald, weil sich die allein die Anzahl der Personen im Wald deutlich erhöht hat. Wo ich vor 20 Jahren noch in Ruhe am Ende eines Weges auf einer halb verrottenen Bank saß und stundenlang ohne Verkehr drumrum ein Buch lesen konnte, kommen heute ständig Fußgänger, Radfahrer vorbei, insbesondere seit März/April 2020, als der erste Corona-Lockdown begann, suchten sich viele wegen langeweile noch irgendweine Freizeitbeschäftigung, fuhren in die Wälder und Naherholungsgebiete. Man sah plötzlich Personen, die man sonst den nachtaktiven Clubgängern zuornden würde, Fußballfans, Bodybuilder oder schwergewichtige Kuttenträger irgendwo mitten im Park oder Wald. Jedefalls nicht das Klientel (Wanderer, Senioren, Familien mit Kindern, weitegehend unauffällige Normalos), das man die Jahre vorher im Wald gesehen hat.

MfG
Der oben stehende Text ist eine Meinungsäußerung, die meine Ansicht zu diesen Themen wiedergibt.
Benutzeravatar
jennergruhle
Geoguru
Beiträge: 5971
Registriert: Mi 29. Jun 2005, 12:14
Wohnort: Pierknüppel

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von jennergruhle »

schatzi-s hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 22:52Leider stelle ich aber fest, dass diese Idee immer mehr in den Hintergrund geraet und Wertungen zum Sammelobjekt werden. Gerade heute kam bei uns eine Challenge raus, die mit T4,5 bewertet ist, wobei der Owner selber im Listing sagt, die Dose waere T1,5 (oder T1).
So eine hatte ich auch schon in Berlin - D5T5, weil man dafür 20 EU-Länder bereist haben muss. Echte T-Wertung vor Ort ist T2.
schatzi-s hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 22:52Ganz krass auch bei Angelcachen: Da die vielen Dosen dafuer gesorgt haben, dass die Angler nun ganz viele D5er haben, aber die D4,5 Zeile leer war, wurden auf einmal ganz viele Dosen als D4,5 gelistet. Aktuell kommt es, wie es kommen muss: Der Trend geht zu D4.
Bei uns gab es vor ner Weile (nur für ein paar Monate!) Boot-Angelcaches. Von denen waren fast alle (mindestens 13 von insgesamt 17 oder so) als D4,5 T5 gelistet, obwohl unterschiedlich schwierig gestaltet. Mal musste man mitten auf dem Fluss eine Dose vom überhängenden Baum angeln (da waren wir froh zu dritt zu sein), mal konnte man sich bequem ans Ufer oder auf einen querlaufenden Baumstamm stellen. Da habe ich auch nicht verstanden, warum nicht die D-Wertung variierte. T5 war ja durch das Boot vorgegeben.
schatzi-s hat geschrieben: Mo 26. Apr 2021, 22:52Aber sehen wir es positiv: Wenn sich der Trend fortsetzt, sind die Dosen irgendwann D1 und da gehoeren sie meistens auch hin ;-)
Naja - ein D1 ist "hingehen, greifen, loggen, zurückstecken". Also z.B. die Filmdose im Pfahlende, wo in 20 m Umkreis kein anderes mögliches Versteck ist. Das trifft nun auf Angelcaches in der Regel nicht zu - allein das Hantieren mit der Angel macht da mindestens D3 draus.
Feierabend- und Urlaubscacher und bekennender DNF-Logger
---
"Geht nicht" ist keine Fehlerbeschreibung!
Benutzeravatar
jennergruhle
Geoguru
Beiträge: 5971
Registriert: Mi 29. Jun 2005, 12:14
Wohnort: Pierknüppel

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von jennergruhle »

Cloggy72 hat geschrieben: Di 27. Apr 2021, 09:08Kenne da durchaus Geschichten von Geocachern, die sich schon vor 10 Jahren mit 10000 Founds in vielen Schwierigkeitsgraden gebrüstet haben, aber weder jemals am Seil hingen, noch das Rästel selbst gelöst haben, sondern im Teamlog eingestempelt wurden oder das Rästel von jemand anderen gemacht wurde.
Naja - dass viel gemogelt wird ist klar, aber ich selbst z.B. habe auch noch nie an einem Seil gehangen und bin noch nie höher als 3..4 m auf Bäume geklettert - und habe dennoch 48 T5-Caches selbst absolviert. T5 ist ja nicht nur Seilklettern. Und bei vielen Dingen geht es ja kaum ohne Teamarbeit - sei es das knifflige Rätsel oder die schwierige Bergung und Rückplatzierung der Dose. Da kann dann nicht jeder im Team das Gleiche geleistet haben.
Aber wer immer nur von Stamme "Nimm" ist sollte das Maul nicht so weit aufreißen, da hast Du recht.
Feierabend- und Urlaubscacher und bekennender DNF-Logger
---
"Geht nicht" ist keine Fehlerbeschreibung!
Cloggy72
Geomaster
Beiträge: 315
Registriert: Mi 5. Mär 2008, 19:33

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von Cloggy72 »

jennergruhle hat geschrieben: Di 27. Apr 2021, 09:33 Naja - dass viel gemogelt wird ist klar, aber ich selbst z.B. habe auch noch nie an einem Seil gehangen und bin noch nie höher als 3..4 m auf Bäume geklettert - und habe dennoch 48 T5-Caches selbst absolviert. T5 ist ja nicht nur Seilklettern. Und bei vielen Dingen geht es ja kaum ohne Teamarbeit - sei es das knifflige Rätsel oder die schwierige Bergung und Rückplatzierung der Dose. Da kann dann nicht jeder im Team das Gleiche geleistet haben.
Aber wer immer nur von Stamme "Nimm" ist sollte das Maul nicht so weit aufreißen, da hast Du recht.
Ist bei mir ähnlich, habe nur ca. 500 Caches gemacht, aber keine T5. Meine Statistik im GC-Account habe ich sogar gelöscht, weil ich das gar nicht mehr für nötig halte. Ich habe einige Jahre gar nicht gesucht, nur letztens mal mit jemandem zusammen ne Tradi-Runde gemacht und mir ein paar OC-Caches aufs GPS gezogen um die Orte anzufahren.
Für mich ist das Logbuch und die Found-Statistik nun gar nicht mehr wichtig. Sich mit anderen zu messen ist nun wirklich nicht mein Ding. Mir wurde ebenfalls vor über 10 Jahren von einem Geocacher berichtet, der genau nach 5000 Founds aufgehört hat, weil es nichts sehenswertes, kompliziertes oder neues mehr gab, außer Powertrails und Leitplankentradis.

Ich stimme zu, dass bei diversen Geocaches Teamarbeit nötig ist, bei T5 ja auch zum sichern. Aber ne ganze Horde, die unten drumrum steht und zuschaut wie einer seilklettert und von ein bis zwei weiteren Cachern sichern lässt, ist kein Team mehr ;o)
Oder du kennst einen, der einige Rätsel gemacht haben soll, weißt aber genau, dass sein mäßiges Wissen und eine Internetsuchmaschine dafür nicht ganz reicht.
Aber ich rege mich auch nicht mehr übers Bescheißen an sich auf, sondern das man sich innerhalb kürzester Zeit auf zigtausende Founds damit in der Statistik "hocharbeitet" und gegenüber anderen weniger aktiven Geocachern profilliert.
Verdammt, es ist sehr häufg nur eine lieblos hingerotzte Micro-Dose, dessen Ort nicht mal die Berechtigung hat gezeigt oder beklettert zu werden.
Plötzlich tauchen in der GC-Karte 8 oder 10 T5 im einem Stück Wald auf, alles Micros, wenige Wochen bis Monate später waren auch fast alle wieder weg. entweder deaktiviert oder PMO.

Mittlweile kämfpen die dortigen Waldbesitzer aber weniger mit Geocachern, sondern mit den tollen MTB-Trail-Fahrern (häufig hippe Städter mit kräftigen, teuren Pedelec-MTB), denn überall hängen Zettel und Absperrbänder, dass man die bestehenden Wege nicht verlassen soll und nicht einfach mal quer durch den Wald pflügen soll, neue "Trails" ausfährt, weil die Tier- und Pflanzenwelt dadurch Schaden nimmt... Geocaching bzw. Extremcaching ist damit eigentlich nur zur Randnotiz geworden, es gibt leider viel mehr egoistische und schädliche "Waldnutzer" als noch vor 20 Jahren.

MfG
Der oben stehende Text ist eine Meinungsäußerung, die meine Ansicht zu diesen Themen wiedergibt.
Benutzeravatar
jennergruhle
Geoguru
Beiträge: 5971
Registriert: Mi 29. Jun 2005, 12:14
Wohnort: Pierknüppel

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von jennergruhle »

Cloggy72 hat geschrieben: Di 27. Apr 2021, 10:56Meine Statistik im GC-Account habe ich sogar gelöscht, weil ich das gar nicht mehr für nötig halte.
Statistik gelöscht? Du meinst im Profil ausgeblendet? Deine Statistik wird ja automatisch aus Deinen Funden erzeugt, die kannst Du nicht löschen.
Cloggy72 hat geschrieben: Di 27. Apr 2021, 10:56Für mich ist das Logbuch und die Found-Statistik nun gar nicht mehr wichtig. Sich mit anderen zu messen ist nun wirklich nicht mein Ding. Mir wurde ebenfalls vor über 10 Jahren von einem Geocacher berichtet, der genau nach 5000 Founds aufgehört hat, weil es nichts sehenswertes, kompliziertes oder neues mehr gab, außer Powertrails und Leitplankentradis.
Also ich messe mich auch nicht mit anderen Cachern, aber meine Funde (wie die DNFs, Notes etc.) sind ja Teil meiner Vergangenheit bei der Ausübung des Hobbys. Das stelle ich auch nicht ein wenn ich "fertig geworden bin" - was ich ja nie werden kann, es sei denn ich wurde auf eine einsame Insel verbannt. Aber ich sehe fast jedes Mal Neues beim Cachen - auch in meiner Heimatstadt wo ich schon fast jede Ecke gesehen habe. Anderswo unterwegs sowieso.
Cloggy72 hat geschrieben: Di 27. Apr 2021, 10:56Oder du kennst einen, der einige Rätsel gemacht haben soll, weißt aber genau, dass sein mäßiges Wissen und eine Internetsuchmaschine dafür nicht ganz reicht.
Ich habe auch nicht jedes Rätsel komplett allein gelöst - manches geht nur mit Tipp, weil die benötigte Info einfach so absurd versteckt ist, dass nur der Owner weiß wie. Und der erste Finder hat einfach den Owner schlimm genug gequält dass der einen Tipp abgibt.
Feierabend- und Urlaubscacher und bekennender DNF-Logger
---
"Geht nicht" ist keine Fehlerbeschreibung!
Benutzeravatar
hcy
Geoguru
Beiträge: 6358
Registriert: Di 24. Mai 2005, 15:56

Re: Extremcaching ist tot...

Beitrag von hcy »

Cloggy72 hat geschrieben: Di 27. Apr 2021, 10:56 Oder du kennst einen, der einige Rätsel gemacht haben soll, weißt aber genau, dass sein mäßiges Wissen und eine Internetsuchmaschine dafür nicht ganz reicht.
Rätsel haben für mich sowieso fast nie was mit cachen zu tun. Das ist vorgeschaltetes Generve, Geocaching fängt für mich in dem Moment an wenn ich die Koordinaten habe und losziehen kann (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen wo das Rätsel etwas thematisch mit dem Cache zu tun hat).
Insofern ist es für mich gleich ob ich das Rätsel alleine oder im Team oder mit Hilfe gelöst habe oder ich die Koordinaten irgendwo anders her bekomme.
"Good spelling, punctuation, and formatting are essentially the on-line equivalent of bathing." -- Elf Sternberg
"...- the old fashioned way (trads only, exceptions may appear)" -- HHL
Antworten