Die alte Leier: Legal vs. "Spannend"

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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radioscout
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Beitrag von radioscout » Mi 12. Apr 2006, 00:34

ScandinavianMagic hat geschrieben:Aber was du hier beschreibst ist eine Sache, die mit gutem Benehmen zu tun hat.

Und genau so selbstverständlich wie das gute Benehmen sollte die Einhaltung der Guidelines sein.
Wie schnell würden wohl die illegalen Caches durch ihre Owner archived, wenn der erste Owner eines illegalen Caches wegen Anstiftung verurteilt wurde?
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Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

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Beitrag von Ilsebilse » Mi 12. Apr 2006, 10:13

joschi_1998 hat geschrieben: Wie stehen meine Chancen, wenn ich als Cacher vorübergehend festgesetzt werde von irgendwelchen wie auch immer gearteten Ordnungshütern, nachdem ich verbotswidrig ein Gelände betreten habe, nicht explizit in der Cache-Beschreibung darauf hingewiesen wurde, und nun von Groundspeak eine Entschädigung pekuniärer Art haben möchte?


Du hast zu viele aufgebauschte Berichte über Millionen-Klagen in den USA gelesen.

Wenn Du keine Lost Places und halblegalen Sachen magst, laß es einfach bleiben.

Und zum Ruf von GC.com/Geocaching allgemein: Cacher, die sich bewußt dafür entscheiden, einen Lost Place mehr oder weniger legal aufzusuchen, werden wohl im Fall einer Konfrontation mit Ordnungshütern kaum sagen: "Ich war da, um einen Geocache zu suchen. Können Sie alles auf http://www.geocaching.com nachlesen." Oder?
Leitplankenmicros? Sinnlose Filmdosen im Wald? Frustriert? Besucht die Brigade Eisenberg in Thüringen! Hier gibt es noch Caches, für die man ZU FUSS auf Berge steigen muß.

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Beitrag von Nacaya » Mi 12. Apr 2006, 10:43

@ Ilsebilse
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass da jemand die volle Geschichte erzaehlen wird. Im Zweifel wird sich der betreffende doch (hoffentlich) doof stellen und sagen, dass er das nicht wusste und sich ja auch nur die Ruine oder was auch immer ankucken wollte.. Allein schonmal zum Selbstschutz.
Etwas gesunden Menschenverstand sollte man seinen Mitcachern dann schon zutrauen..

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Schnüffelstück
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Beitrag von Schnüffelstück » Mi 12. Apr 2006, 10:55

Nacaya hat geschrieben:Etwas gesunden Menschenverstand sollte man seinen Mitcachern dann schon zutrauen..

Neee, echt jetzt? So richtig mit selbst denken?
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Beitrag von Nacaya » Mi 12. Apr 2006, 11:01

Jaa, genau das! ;) Also die meisten tun das ja sogar.. (hoffe ich zumindest) Wobei, wenn ich so recht ueberlege, scheint es ja auch welche zu geben, die nur innerhalb ihrer definierten Parameter (=Regeln) zu funktionieren scheinen...

..........

Beitrag von .......... » Mi 12. Apr 2006, 11:02

Habe mir mal den ersten Abschnitt des STGB durchgelesen.

Landfriedensbruch, bzw. Hausfriedensbruch gehören nciht zu den Straftaten, die verfolgt werden wenn sie im Ausland begangen worden sind. Anscheinend ist die dortige rechtliche Auslegung dafür verantwortlich.

Deutsche Gerichte urteilen immer noch halbwegs vernünftig. So wird der Hausfriedensbruch in Abhängigkeit von der Schwere gewertet. Eine leerstehende, heruntergekomme Fabrikhalle ist etwas anderes als eine bewohnte Wohnung, oder ein eingezäunter Vorgarten.

Deshalb behaupte ich mal, das ein Cacher eher mit einer Geldstrafe oder Platzverweiß davon kommt, wenn er erwischt wird. Beziehungsweise einfach nur von der Polizei rausgeworfen wird.

Selbst die USA sind nicht so bekloppt drauf, wie hier immer behauptet wird. In China sieht das schon anders aus.


Wenn ich mich an meine Jugendzeit erinner (15-19) hingen wir immer in einem verlassen Industriegelände ab. Durchaus strafmündig, aber die Bullizei hat uns regelmäßig weggejagt und sonst keinen Terz gemacht.

Just my 2 €.

Und jetzt bitte danach nicht mehr die Papageinnummer.

cu, Elchrich

P.s.
Geocaches fallen wegen der Schwerkraft nach unten. Bitte unbedingt beachten!!!

joschi_1998

Beitrag von joschi_1998 » Mi 12. Apr 2006, 14:10

Elchrich Elch hat geschrieben:Und jetzt bitte danach nicht mehr die Papageinnummer.

Das Wort von der Papageiennummer ist ein zweischneidiges Schwert. So recht überzeugende Argumente, warum die fragliche Regelung unsinnig ist, hab' ich bisher nämlich nicht gelesen. Nur immer wieder die selben hohlen Floskeln von wegen Mündigkeit, Selbstverantwortung und so weiter - Papageiengeplapper eben :roll:.

Da so viele fachkundige Juristen mir versichern, die sattsam bekannten Stories mit der Katze in der Mikrowelle oder dem über die Hose gegossenen heißen Kaffee bei McDonald's seien allesamt Hoaxes, lasse ich das mal - ich bin ja lernfähig und freue mich, wenn mein Wissen gemehrt wird :). Letztendlich sollte mir auch egal sein, wie regelkonform andere Leute cachen oder ihre Caches legen. Ist ja wie immer und überall im Leben: Was geht's mich an, wenn einer zu schnell fährt? Was misch' ich mich ein, wenn jemand das Finanzamt bescheißt? Betrifft mich ja nicht, oder? Nun, betrifft mich doch - vielleicht nicht unmittelbar, aber mittelbar. Wenn genügend Leute Steuern hinterziehen und dem Staat Einnahmen fehlen, holt er sich das Geld durch höhere Steuern bei mir - herzlichen Dank. Wenn genügend Leute schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Betreiber die Einnahmen in der Kasse fehlen, gleicht er das durch höhere Ticketpreise aus - herzlichen Dank. Wenn genügend Leute illegale Caches legen und genügend Cacher durch illegales Verhalten auffallen, hab' ich künftig bei Diskussionen einen schweren Stand, wenn mein Gegenüber das Wort Geocaching gleich mit "Verbrecherbande" assoziiert - herzlichen Dank.

*weitermampf*

..........

Beitrag von .......... » Mi 12. Apr 2006, 15:13

joschi_1998 hat geschrieben:
Elchrich Elch hat geschrieben:Und jetzt bitte danach nicht mehr die Papageinnummer.

Das Wort von der Papageiennummer ist ein zweischneidiges Schwert. So recht überzeugende Argumente, warum die fragliche Regelung unsinnig ist, hab' ich bisher nämlich nicht gelesen. Nur immer wieder die selben hohlen Floskeln von wegen Mündigkeit, Selbstverantwortung und so weiter - Papageiengeplapper eben :roll:.


Das bezog sich zwar nicht auf dich, aber anscheinend fühlst du dich auch angesprochen. Deine Argumente sind auch nicht viel neuer nur textmächtiger vorgetragen...

joschi_1998 hat geschrieben:Da so viele fachkundige Juristen mir versichern, die sattsam bekannten Stories mit der Katze in der Mikrowelle...


"El fabuloso libro de las leyendas urbanas" von Jan Harold Brunvand. Deutschen, bzw. englischen Titel darfst du selber heraussuchen.

joschi_1998 hat geschrieben:...oder dem über die Hose gegossenen heißen Kaffee bei McDonald's seien allesamt Hoaxes, lasse ich das mal - ich bin ja lernfähig und freue mich, wenn mein Wissen gemehrt wird :).


Kein Hoax, sondern nur wurden die Tatsachen enorm verfälscht:
MCDONALDS Coffee Cup Case

Genug gelernt zurück zur Arbeit.

Andererseits behaupte ich mal, daß es auf diesem Planeten keinen Menschen gibt, der 100%-Regelkonform lebt.

Die kannst gerne auf in einer Bundeswehrkaserene (US-Basis, etc.) einen Cache legen und dich wurden warum du auf einemal Ärger mit allen möglichen Behörden kriegst. Und siehst du, die Regel macht Sinn.

Wer einen Cache in einer, meinetwegen leerstehenden und seit Jahren verlassenen Fabrikhalle versteckt. Der Zaun ist ein Rostfleck geworden, usw. gehört auch in die gleiche Kategorie? Darum geht es doch eher und diese Abgrenzung ist sehr schwierig.

Wenn du aber glaubst, wir sind nur einen Schritt von einen organisierten Verbrecherorganisation entfernt? Dann würde ich an deiner Stelle sofort aussteigen, sond hast du BKA, LKA oder gar den bayrischen Verfassungschutz am Hals!!!!

Aber: Wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein...

...und jetzt noch eine Bitte: Bleibt bei der Diskussion hier in diesem Fred und spammt nicht andere damit zu. Und ich ziehe mich aus dieser Diskussion zurück, da sie einfach nigendwo hinführt.[/url]

joschi_1998

Beitrag von joschi_1998 » Mi 12. Apr 2006, 15:52

Elchrich Elch hat geschrieben:Das bezog sich zwar nicht auf dich, aber anscheinend fühlst du dich auch angesprochen. Deine Argumente sind auch nicht viel neuer...

...und trotz laufender Wiederholung noch immer nicht entkräftet. Das ist das Crux an solchen Diskussionen. Jeder Mensch "tickt" eben irgendwie anders, wie es scheint, und die Folgerichtigkeit einer Argumentationskette mag dem einen zwar einleuchten, dem anderen aber nicht.

Ich "ticke" zum Beispiel so herum: Groundspeak ist Betreiber dieser Plattform, hat das Hausrecht und darf zunächst mal - im Rahmen des Legalen - alles an Regeln erlassen, was sie wollen. Diese Regeln haben Gültigkeit für jeden, der an dieser Plattform partizipiert. Punktum. Selbstverständlich kann ich Regeln in Frage stellen, diskutieren, versuchen eine Regeländerung herbeizuführen. Ich gehöre aber nicht zu den Leuten, die in egomanischer Selbstherrlichkeit für sich in Anspruch nehmen, geltende Regeln einfach zu ignorieren und unter Vospiegelung falscher Tatsachen elegant zu umgehen, nur weil der Sinn dieser Regeln für sie nicht begreiflich ist. Oder für die grundsätzlich und prinzipbedingt eine Regel erst dann gilt, wenn man ihnen deren Sinn begreiflich gemacht hat.
Elchrich Elch hat geschrieben:Und ich ziehe mich aus dieser Diskussion zurück, da sie einfach nigendwo hinführt.

Mir ist auch schon schlecht von dem vielen Popcorn... :shock:

Ilsebilse
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Beitrag von Ilsebilse » Mi 12. Apr 2006, 16:15

joschi_1998 hat geschrieben: Ich gehöre aber nicht zu den Leuten, die in egomanischer Selbstherrlichkeit für sich in Anspruch nehmen, geltende Regeln einfach zu ignorieren und unter Vospiegelung falscher Tatsachen elegant zu umgehen, nur weil der Sinn dieser Regeln für sie nicht begreiflich ist. Oder für die grundsätzlich und prinzipbedingt eine Regel erst dann gilt, wenn man ihnen deren Sinn begreiflich gemacht hat.


Oh, ich verstehe durchaus den Sinn der GC-Regel - nämlich sich im Falle eines Falles rechtlich abzusichern. Ist mit begreiflich, plausibel, würde ich an deren Stelle auch machen.

ABER: : Ich behaupte auch mal, dass verbotenes Gelände nicht gleich verbotenes Gelände ist.
Die Besitzer leerstehender Fabrikgelände z. B. sind in den meisten Fällen "Noch-Besitzer", die verzweifelt versuchen, das Areal loszuwerden, um es nicht sanieren zu müssen. Meistens kauft es dann die Stadt, die es nochmal 10-20 Jahre brach liegen läßt, weil kein Investor interessiert ist und das Geld zum Abriß fehlt. Warum steht an so einem Gelände "Betreten verboten"? Wohl nicht, weil es irgendwen noch stört, dass Du oder ich da rumlaufen. Sondern vermutlich, weil die Eigentümer Angst haben, dass sie zahlen müssen, wenn du Dir beim Rumstöbern den Hals brichst. Oder Dich mit Quecksilber vergiftest, etc. Der beste Schutz vor Regress ist in dem Falle halt besagtes Schild.
Darum habe ich auch überhaupt kein schlechtes Gewissen, auf so einem Gelände rumzulaufen, Fotos zu machen und ev. eine Dose zu suchen. Damit mache ich nix kaputt - die Löcher in den Zäunen waren auch schon vor mir da.
Ich halte mich im Allgemeinen schon an Regeln - nur finde ich das "Betreten verboten" in so einem Falle lächerlich und es interessiert nun mal keinen, wenn ich da doch rumlaufe. Nicht die GC-Regel ist das, was ich nicht verstehe, sondern warum da so ein Schild steht. Vielleicht steht das da auch nur noch aus der Zeit, als das Gelände genutzt wurde? Zumal es oftmals Eingänge zu solchen Geländen gibt, wo kein Verbotsschild steht.... Ich finde es in so einem Falle zumindest zweifelhaft, ob das Gelände wirklich "verboten" ist.
Und ganz ehrlich: Ich persönlich finde es halt einfach geil, da rumzustöbern, ev. eine Dose zu suchen und einfach nur friedlich Spaß zu haben. Zum Ausgleich kaufe ich auch immer brav eine Straßenbahnfahrkarte und halte an roten Ampeln - das reicht für mich an Konformismus.
Leitplankenmicros? Sinnlose Filmdosen im Wald? Frustriert? Besucht die Brigade Eisenberg in Thüringen! Hier gibt es noch Caches, für die man ZU FUSS auf Berge steigen muß.

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