Haftung?

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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º
Geoguru
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Beitrag von º » Do 27. Apr 2006, 09:18

papa.joe hat geschrieben:Wenn auf meinem ungesicherten Grundstück (oder dem Gehweg davor) jemand etwas passiert, dann kann ich sehr wohl haftbar sein.
Weil Du als Grundstückseigentümer die Pflicht hast z.B. im Winter Schnee zu schippen. Da gibt's ne Verordnung zu, deshalb ist das ein Spezialfall den man in keiner Weise auf Geocaching übertragen kann.
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sherlok
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Gesetze/Paragraphen zur Haftung (in DE)

Beitrag von sherlok » Do 27. Apr 2006, 09:23

Mal was zu den rechtsvorschriften, der einschlägigste § dürfte hier der § 823 BGB sein:
(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

(2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.

Wichtig ist auch noch der § 254 BGB zum Mitverschulden:
(1) Hat bei der Entstehung des Schadens ein Verschulden des Beschädigten mitgewirkt, so hängt die Verpflichtung zum Ersatz sowie der Umfang des zu leistenden Ersatzes von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist.

(2) Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen musste, oder dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern. Die Vorschrift des § 278 findet entsprechende Anwendung.
TH
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Sir Hugo
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Beitrag von Sir Hugo » Do 27. Apr 2006, 09:34

º hat geschrieben:
papa.joe hat geschrieben:Wenn auf meinem ungesicherten Grundstück (oder dem Gehweg davor) jemand etwas passiert, dann kann ich sehr wohl haftbar sein.
Weil Du als Grundstückseigentümer die Pflicht hast z.B. im Winter Schnee zu schippen. Da gibt's ne Verordnung zu, deshalb ist das ein Spezialfall den man in keiner Weise auf Geocaching übertragen kann.


Genau! Du haftest für Dein Eigentum und Deinen Einflussbereich, z.B. das Grundstück und den Gehweg davor. Aber nicht für die Umgebung.

Du kannst haftbar gemacht werden, wenn sich jemand an Deiner versteckten Ammo-Box die Finger einklemmt: Diese ist Dein Eigentum. Wenn er aber auf dem Weg dorthin die Klippen runterstürzt, dann ist es sein Problem.

So kann auch kein Autor von Büchern über Berg- oder Klettersteigtouren für Unfälle verantwortlich gemacht werden, welche dort passieren: Wohl aber die für die Anbringung des Klettersteigs zuständige Institution, wenn dieser eine Vernachlässigung ihrer Sorgfaltspflicht nachgewiesen werden kann. (-> Siehe das Beispiel des Trimm-Dich-Pfades und des Sportvereins)
Unsere geocaching Eckpunkte:
Norden: Reykjavik, Island N 64°07.832 W 021°55.117
Süden: Kapstadt, Südafrika S 33°53.998 E 018°25.510
(Nord-)Osten: St. Petersburg, Russland N 59°55.209 E 030°22.958
Westen: Key West, Florida N 24°33.664 W 081°48.104

bitboy0
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Beitrag von bitboy0 » Do 27. Apr 2006, 09:37

Der Owner darf seinen Cache nicht mit "Fallen" ausstatten. Er darf auch zu keiner Strafbaren Handlung aufrufen. Das wäre beides ein Haftungsgrund.

Ein Cache bei mir im Garten kann auch problematisch werden wenn z.B. ein Sucher dabei über ein Gartengerät stolpert - immerhin ist er ja auf "Einladung" gekommen.

Caches auf erlaubtem öfentlichem Grund sind dagegen für den Owner weniger riskant! Wenn jemand ohne Ausrüstung und Erfahrung bei einem Klettercache verunglückt ist er selber schuld! Immerhin darf man juristisch in Deutschland eine gewisse Eigenverantwortung der Menschen voraussetzen

gruß

D-Buddi

Beitrag von D-Buddi » Do 27. Apr 2006, 10:06

bitboy0 hat geschrieben:Klettercache verunglückt ist er selber schuld! Immerhin darf man juristisch in Deutschland eine gewisse Eigenverantwortung der Menschen voraussetzen
gruß


warum kommt eigentlich in jeder zweiten Mail so ein Nachsatz, das bezweifelt doch eigentlich auch gar keiner?!

MfG Jörg

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-tiger-
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Beitrag von -tiger- » Do 27. Apr 2006, 10:35

Der von Team-Crossgolf hat geschrieben:
papa.joe hat geschrieben:Wenn auf meinem ungesicherten Grundstück (oder dem Gehweg davor) jemand etwas passiert, dann kann ich sehr wohl haftbar sein. Auch wenn ich ein Dutzend Warnschilder aufstelle.


Nein falsch...

- BETRETEN AUF EIGENE GEFAHR
- BETRETEN VERBOTEN

...und gut ist - ist auf jeder kleinen Hausbaustelle so!!!


IMHO ist genau das eben nicht der Fall. Ein Grundstück muss befriedet sein, Warnschilder alleine reichen nicht aus. Mit Baustellen siehts genauso aus.

vgl. dazu §123 StGB:

§ 123 Hausfriedensbruch

(1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.


Erst die Befriedung sorgt dafür, daß ein Privatgelände auch rechtlich als solches behandelt wird, Schilder reichen nicht aus. Es soll ja schließlich auch Kinder geben oer Leute die nicht deutsch können, die werden über Schilder nicht ausreichend gewarnt.

Tiger
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..........

Beitrag von .......... » Do 27. Apr 2006, 10:43

Jetzt definiere doch mal befriedet...

.. für einen Laien wie mich bedeutet das UN-Truppen :wink:

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Lakritz
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Beitrag von Lakritz » Do 27. Apr 2006, 10:44

Ein komischer Laie bist du... :?

Na gut...
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Nachtfalke
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Beitrag von Nachtfalke » Do 27. Apr 2006, 10:49

Laut Rechtswoertebuch.de ist befriedetes Besitztum

"Jeder Ort, der gegen das willkürliche Betreten durch Dritte gesichert ist."

Keep on caching!
Frank
Warum man in den Wald geht und eine Tupperdose sucht? Weil sie da ist!
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Team-Crossgolf
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Beitrag von Team-Crossgolf » Do 27. Apr 2006, 10:56

-tiger- hat geschrieben:
Der von Team-Crossgolf hat geschrieben:
papa.joe hat geschrieben:Wenn auf meinem ungesicherten Grundstück (oder dem Gehweg davor) jemand etwas passiert, dann kann ich sehr wohl haftbar sein. Auch wenn ich ein Dutzend Warnschilder aufstelle.


Nein falsch...

- BETRETEN AUF EIGENE GEFAHR
- BETRETEN VERBOTEN

...und gut ist - ist auf jeder kleinen Hausbaustelle so!!!


IMHO ist genau das eben nicht der Fall. Ein Grundstück muss befriedet sein, Warnschilder alleine reichen nicht aus. Mit Baustellen siehts genauso aus.


Wer baut aktuell jetzt von uns beiden :wink:
Keine Macht Den Zahlen

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