Pietät bei Gotteshaus-Caches

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

hmichel777
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Beitrag von hmichel777 » Mo 26. Jun 2006, 14:02

jennergruhle hat geschrieben:Was ist ein Getort?

Getort -> jiddisch = Guter Ort -> Friedhof

@Sir Hugo: sicherlich gehen die Betroffenen damit unverkrampfter um -> ich finden den Ben Gurion-Cache trotzdem respektlos.

Ich bezog auch meinen Auspruch bezüglich verfallener Grabstätten nicht nur auf jüdische Grabstätten.

Grüße

Holger

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lina_de
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Beitrag von lina_de » Mo 26. Jun 2006, 14:13

hmichel777 hat geschrieben:@Sir Hugo: sicherlich gehen die Betroffenen damit unverkrampfter um -> ich finden den Ben Gurion-Cache trotzdem respektlos.


Geht mir auch so... aber es ist auch noch etwas anderes, wenn sie es selbst tun, als wenn wir als Christen oder auch Nichtgläubige Religionsstätten anderer Kulturen zu diesen Zwecken nutzen. Das verbietet sich imho einfach nochmal mehr.

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Gecko-1 (Geckos)
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Beitrag von Gecko-1 (Geckos) » Mo 26. Jun 2006, 14:30

Wegen dem jüdischen Friedhof....

wie gesagt, wir würden niemals im Friedhofgelände einen Cache legen, oder den Friedhof als Bestandteil eines Rätsels nutzen. Auch vom legen eines Caches in dessen Nähe sehen wir ab, obwohl ich persönlich gerne an solche Orte geführt werde.

Ich habe auf dem Friedhof einige Fotos gemacht, denke aber, dass ich mich angemessen verhalten habe. Fotos halten ja auch den Augenblick fest, somit sind sie bestimmt nichts Schlechtes. :wink:

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Beitrag von lina_de » Mo 26. Jun 2006, 14:35

dann ists gut, gecko.. das sollte auch kein Angriff werden oder gar beinhalten, dass Du Dich nicht zu verhalten weißt...
mir fiel nur auf, dass das im Raum stand und nie aufgenommen wurde in den Beiträgen... und dass es für mich nochmal ein großer Unterschied ist, WAS es für ein Friedhof ist.

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radioscout
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Beitrag von radioscout » Mo 26. Jun 2006, 19:43

Sir Hugo hat geschrieben:
Team Bruker hat geschrieben:Es gibt auch einige Caches die mit ausdrücklicher Genehmigung direkt an Kapellen/Kirchen liegen und einen Besuch in der Kirche notwendig machen...find ich gut!


Dadurch habe ich meine Meinung zum Thema caches in Kirchen mittlerweile auch revidiert: Wenn inzwischen Vertreter der "Cachenden Geistlichkeit" selbst caches in Kirchen legen und auch dort suchen, dann sollte daran eigentlich nichts auszusetzen sein.

Es gibt Cacher, die verstecken einen Cache in ihrem (Vor-)Garten.
Würde es Dir gefallen, wenn das jemand anderes bei Dir macht?
Bild
Wir hätten nie uns getraut doofe Dosen anzumelden schon aus Respekt vor diesem geheimnisvollen Spiel (Dosenfischer, Die goldenen Jahre)

familysearch
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Beitrag von familysearch » Mo 26. Jun 2006, 22:49

Die Internetseite http://www.kreativerunterricht.de/html/ ... edhof.html
zeigt Kinder, die mit dem Lehrer Besonderheiten jüdischer Friedhöfe vermittelt bekommen und dabei die Ornamente von Gräbern abzeichnen.
Ich empfinde das nicht als pietätlos, sondern im beste Sinne edukativ.
Ich hielte es für durchaus vorstellbar, dass auch im Rahmen des geocaching die Absicht verfolgt wird, der Allgemeinheit die (kultur)historische Bedeutung bestimmter (Gedenk)stätten näher zu bringen.
Ich fände es z.B. nicht uninteressant, wenn mich ein Multi oder Mystery an das Geburtshaus, die Wirkungsstätte und auch die letzte Ruhestätte einer bedeutenden Persönlichkeit führt, gewissermaße eine Pilgerreise zu Ehren der Person.
Wenn geocaching das Pädikat "Geocaching bildet" erhielte, wäre das meines Erachtens eine gute Sache.
familysearch

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Beitrag von lina_de » Mo 26. Jun 2006, 22:56

klar familysearch... wenn ich mit meiner Klasse (ich bin zufällig Lehrerin) auf einen Friedhof gehe, dann weiß ich aber auch, mit wem ich dort hingehe, was ich ihnen da mit auf den Weg gebe usw.
Klar.... dann ist das eine tolle Sache (ich selbst habe das zwar mangels näherer Möglichkeit noch nie auf einem jüdischen Friedhof gemacht aber doch auf deutschen).

Aber beim geocachen geht man als cacher nicht primär in so einer Absicht auf einen Friedhof, sondern eben in der Absicht etwas ganz anderes zu finden als "das Eigentliche" (was bei einem Unterrichtsgang ja nciht der Fall ist.. dort möchte ich ja "das Eigentliche" nahebringen).

Natürlich kann man - die Erfahrung habe ich ja selbst auch gemacht - während der "Unauffälligmachung" durchaus auf "das Eigentliche" treffen...
und doch bleibt ein schaler Geschmack... zumindest bei mir!

Außerdem kenne ich meine Schüler und habe direkten Einfluss auf ihr Verhalten vor Ort... aber kenne ich die geocacher, die ich an diesen Ort "zwinge"?
Die Eingangspforte muss m. E. bei fremden Kulturen ausreichend sein....
und bei deutschen Friedhöfen muss ja auch nicht jedes Tabu gebrochen werden....

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nur eben die Dose nicht

Beitrag von hmichel777 » Di 27. Jun 2006, 06:45

@familysearch: volle Zustimmung.

Ich gehöre nicht zu den Statistik-Cachern - für mich zählt immernoch der Weg zum Cache. Ich war auch schon auf einem Friedhof und musste mit einem Sterbedatum die nächste Koordinate ausrechnen. Sowas finde ich absolut in Ordnung (auch auf einem jüdischen Friedhof). Da wurde mir ein schöner Friedhof, mit tollen alten Grabsteinen und toller Aussicht gezeigt. Aber die Dose gehört da nicht (und auf keinen anderen Friedhof) hin - egal, wie groß sie ist.

Grüße

Holger

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Re: nur eben die Dose nicht

Beitrag von pom » Di 27. Jun 2006, 08:31

hmichel777 hat geschrieben: Sowas finde ich absolut in Ordnung (auch auf einem jüdischen Friedhof).

Wenn dort aber schwarze behinderte jüdische Lesben begraben liegen, geht es zu weit. :wink:
Ernst bei Seite: Die Nix-Kirchen-und-Friedhof-Guideline ist in den USvonA wegen der strikten Auslegung Religionsfreiheit absolut nötig, damit GC.com dort nicht als Sekte gilt. Europäische Atheisten würden aber niemanden wegen religiösen Fanatismus verklagen, nur weil eine Dose an der Kirche klebt oder man das Geburtsjahr von Schlomo Rosenstein herausfinden muss. Abgesehen davon sind (gerade jüdische) Friedhöfe oftmals so schöne Orte, dass man sie anderen gerne mal vorstellen darf.

Also: Dosen an schönen Kirchen - aber bitte doch!
Zählen und Rechnen auf dem Friedhof - was ist daran (außer am Zählen und Rechnen) schlimm?
Geht Ihr ruhig weiter Schnitzel jagen oder Schätze suchen!
Ich gehe derweil cachen.

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Sir Hugo
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Beitrag von Sir Hugo » Di 27. Jun 2006, 10:28

radioscout hat geschrieben:Es gibt Cacher, die verstecken einen Cache in ihrem (Vor-)Garten.
Würde es Dir gefallen, wenn das jemand anderes bei Dir macht?


Er sollte mich zumindest fragen... der Pfarrer wie auch der Messner des Nikolausmünsters wurden von ihrem "Kollegen" über den cache informiert und haben nichts dagegen.

Zugegebenermaßen hätte ich es besser gefunden, wenn sich auch der Cache-Owner im Vorfeld die Erlaubnis eingeholt hätte.
Unsere geocaching Eckpunkte:
Norden: Reykjavik, Island N 64°07.832 W 021°55.117
Süden: Kapstadt, Südafrika S 33°53.998 E 018°25.510
(Nord-)Osten: St. Petersburg, Russland N 59°55.209 E 030°22.958
Westen: Key West, Florida N 24°33.664 W 081°48.104

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